Weisheit Ade!

Tja, so geht es zu.
Heute durfte ich mich von meinem letzten Weisheitszahn verabschieden. Nun bin ich also mit meiner Weisheit Ende, oder so. ;o)

Ich bin heute Morgen brav zu meinem Termin gegangen, den ich für das Ziehen und die Wurzelspitzenresektion bekommen hatte. Doch die Dame an der Zange hat sich heute erst nur um den zu ziehenden Zahn gekümmert. Der andere Punkt wird dann beim nächsten Mal erledigt.
Habe ich auch nichts dagegen, so ist zumindest nicht mein ganzer Mund betäubt, sondern nur das obere rechte Viertel.

Weiße Care-Papiertüte, in der verpackte Tupfer-Kompressen, zwei Schmerztabletten, ein kleines Kühlpaket und ein Schreiben mit Hilfestellungen befindetDie Sache ging tatsächlich ganz flott. Ich habe länger auf dem Stuhl gewartet, dass jemand zu mir kommt, oder kurze Zeit, dass die Betäubung wirkt, als dann das Entfernen des Zahnes selber gedauert hat.
Sie hatte schon angekündigt, dass dies eine flotte Sache wird. Hat sie recht behalten.
Danach bekam ich wieder eine Care Paket-Tüte mit Kühlpäckchen, Mullbinden und zwei Schmerztabletten. Und es wurde nochmal ein Einzelfoto der Baustelle geschossen, in der Röntgenvariante. Und schon war ich fertig und durfte wieder gehen, bis nächste Woche zum Fäden ziehen. Insgesamt war ich vielleicht eine halbe Stunde auf dem Behandlungsstuhl, davon waren wahrscheinlich zwanzig Minuten warten und zehn Minuten Behandlung.

Ich hatte auf dem Stuhl Zeit zum Nachdenken. Und musste mal an meine bisherigen Zahnarzterfahrungen denken. Über die ich mich jetzt kurz auslassen werde.

Ich war von meiner Jugend, bis ich nach Rottweil ging, die ganze Zeit bei einem Zahnarzt. Und eigentlich wundere ich mich, dass ich nach dieser Zeit bei ihm Zahnarztbesuche noch relativ gelassen über mich ergehen lasse.
Im Nachhinein würde ich die Kunst von ihm eher als Metzgerei bezeichnen.

Als ich nach Rottweil zum Arbeiten bin, habe ich mir dort für die üblichen anfallenden Termine eine Zahnärztin in meiner Nähe ausgesucht.
Und die erste Behandlung dort war eine Offenbarung!
Ich konnte mir, wenn ich es wollte, eine Betäubung für eine Behandlung setzen lassen. Und der Bohrer, den sie benutzte, habe ich mit einem singenden Bohrer verglichen. Nicht dieses hohe Heulen bei ein und derselben Hochdrehzahl – WUIIIIIIIIIIIIIIIIIII – sondern er ließ sich in den Drehgeschwindigkeiten variieren. WUIiiiiIIiiiiii. Ein Grund dafür war wohl auch, dass sie selbst lärmempfindlich war. Deswegen leiser und laUTEr, je nachdem, wie es gebraucht wurde.
Das war… eine Erleuchtung.

Immerhin habe ich es geschafft, in den zwei Jahren in Rottweil meine ganzen Amalgam-Plomben von ihr gegen Kunststoff-Plomben austauschen zu lassen.
Das ich dann wieder zurück nach Hanau bin, und sie als meine Zahnärztin nicht mitnehmen konnte, war da das Blödeste.

Also habe ich mir hier wieder eine Zahnärztin gesucht. Und bin inzwischen nur noch bei Ärztinnen gewesen. Auch jetzt die Entfernung meiner Zähne hat ein und dieselbe Dame durchgeführt. Und auch das ganze Personal der Praxis ist supernett. Ich hätte es schlechter erwischen können.
Mein alter Metzger hatte, wie gesagt, nur den einen hochtönenden Bohrer. Außerdem wozu Betäubung. Wenn es mal ein wenig auf den Nerv geht, soll ich doch auch was davon haben. Und am besten jedes halbe Jahr kommen, dass mehr abgerechnet werden kann… So habe ich das zumindest interpretiert. Mir hat dann ein Besuch im Jahr gereicht.

Doch jetzt bin ich in guten Händen. Und was wir dann mit meinen Lücken machen, dass werden wir auch noch klären.

Ich stelle fest, dass die Betäubung für diesen Zahn schon ziemlich abgeklungen ist. Ich kann meinen rechten Nasenflügel schon länger wieder spüren. Der war auch taub, was beim Nase putzen etwas seltsam war. ;o)

LP-Cover der Band brutus - unison life Es ist ein stilisiertes U zu erkennen, dargestellt durch gelbe Streifen vor einem rot bis orangenem HintergrundDas Einzige, worauf ich dann wohl heute eher verzichten werde, ist meine tägliche Kanne Ostfriesentee, die ich sonst immer trinke, wenn ich frei habe. Doch wenn meine interne Baustelle besser gekühlt werden sollte, ist heißer Tee dann wohl eher kontraproduktiv.

Und da ich nun schon unterwegs war, habe ich dies entsprechend genutzt, mein gestern erwähntes Paket abzuholen.

Es war Musik, und nicht die erwartete Kunst. Wobei… Musik ist ja auch Kunst… Ach, Haarspalterei. ;o)

Ich habe also meine Platte von der Band BRUTUS aus Belgien heute abgeholt – und habe sie gerade zum Schreiben gehört. (Das wechselt im Moment auf Sigur Rós – Von.) Die Vinyl-Platte von BRUTUS ist auch eine hübsche farbige Platte. Schön Türkis mit Spritzern von Schwarz und Blau. Hat mir zumindest besser gefallen als die andere Variante, die sie auch haben.

Offene Papprolle, in der zwei Farbdrucke eingerollt zu erkennen sindDoch tatsächlich kam die erwartete Kunst heute auch an, wie ich wieder zu Hause war. Ich habe mir nämlich von Chris Riddell zwei Drucke bestellt. Nachdem seine Zeichnungen immer so schnell weggekauft werden, wenn er sie auf seine Seite stellt. Dann halt mal zwei Prints. Und zum Glück hatte ich dieses Mal auch genug Kleingeld für die Zollgebühren greifbar. Sonst hätte ich es wieder sonst wo abholen dürfen. Hauptpostamt… oder Kesselstadt…
Fotos von den Prints gibt es nicht, denn so schnell bekomme ich sie nicht glatt gerollt. Gibt es halt nur eines gerollt in der Röhre. Könnt ihr in die Röhre gucken. *ba-dumm tss*

Damit warte ich eigentlich nur noch auf meine Bestellung von Band-Maid. Und eigentlich auch auf die von den Füchsen. Doch die war bereits vom letzten Jahr, diese Bestellung. Ich denke, da wird nichts mehr eintrudeln. Die war eigentlich als Zugabe-Geschenk für Fuchs gedacht. Hm… Mist.

Nun gut, dann ist das so.
Heute Abend geht es mit Shadowrun in die Schweiz.
Und dann darf ich noch ein wenig Arbeiten ab Morgen, bis ich meinen Urlaub habe.

Habt ein schönes Wochenende.

Vinyl-Platte der Band brutus Die Farbe ist türkis mit blauen und schwarzen Spritzern

Volkshochschule

Logo der vhs Volkshochschule Hanau

Heute mal etwas total anderes. Hatte ich bisher nicht, von daher gut, mal wieder was Neues zu haben. Statt 3. + 4.-Aufgüsse von irgendwas. ;o)

Hier in Hanau gibt es eine Volkshochschule. Volkshochschulen gibt es ja in fast allen Städten oder Kreisen in Deutschland – denke ich.
Wenn jemand also irgendwas lernen möchte, sind da Volkshochschulen eine gute Gelegenheit. Es ist da halt eher die Frage, WAS jemand lernen möchte.

Vor über 30 Jahren habe ich meinen ersten Kurs dort mitgemacht. Fortbildung für den Beruf oder die Ausbildung, nämlich Schreibmaschine schreiben.
Oh, wenn ich gerade ins aktuelle Herbstprogramm sehe… solche Kurse gibt es gar nicht (mehr?). Zumindest nicht im Herbstprogramm. Weder Maschine schreiben, noch Steno. Ob das wohl mit den ganzen Computern zu tun hat, überall? ;o)

In unserer VHS gibt es viele Sachen, mit denen sich jemand beschäftigen kann. Sei es für den Beruf, oder Hobby… oder generell um sich fortzubilden.

Nach den Schreibmaschinenkursen war ich eine ganze Zeit bei keinen Kursen, bis ich ’95 oder ’96 Bock hatte, mich mal mit einer Sprache zu beschäftigen. Da habe ich nämlich im Programm gesehen, dass sie auch Japanisch anbieten. Und ich wusste, mit welcher Sprache ich mich NICHT beschäftigen wollte. Nämlich Italienisch. Zu dem Zeitpunkt habe ich in einer italienischen Firma gearbeitet, weswegen diese Sprache keine Option für mich darstellte.
Japanisch hingegen fand ich ausreichend exotisch, und in den 80ern war ich von der Serie „Shogun“ begeistert. In dieser Serie wurde die japanische Sprache nicht synchronisiert, sondern nach + nach immer mehr untertitelt. So hatte ich mir damals irgendwann mal ein kleines Wörterbuch zusammengeschrieben.

Also entschied ich mich für Japanisch.
Das hielt ich 3 Semester durch, bis meine Grundfaulheit siegte. Denn ich hätte lernen müssen, um mitzuhalten. Die Hiragana-Zeichen gingen ja noch, bei Katakana ging es langsam los… und Kanji… Vergiss es.

Also ließ ich es nach 3 Semestern wieder gut sein. Jedoch haben diese ersten drei Semester ausgereicht, später in Heidelberg einen Japaner zu überraschen. Denn als wir dorthin eine Wanderung hatten, bin ich mal nicht mitgelaufen, sondern war auch eher an der Stadt und dem Schloss interessiert.
Und wie ich da so umherwandelte in einem Garten vor dem Schloss, begab es sich, dass da – just zu diesem Zeitpunkt – eine Frau ihren Mann (wahrscheinlich) fotografieren wollte. Ich bekam es rechtzeitig mit und blieb stehen, damit sie das in Ruhe erledigen konnten. Als sie fertig waren, gingen wir alle drei wieder los, und der Mann bedankte sich bei mir. Mit einem „Arigato.“ Und zumindest die Redewendung zur Erwiderung darauf, die so viel bedeuten sollte wie „Keine Ursache.“, oder ähnlich, hatte ich mir gemerkt.
„Do itoshimashite.“
Das kam dann von mir als Erwiderung im Vorbeigehen.
Und sein erstauntes „Ay!“ und der überraschte Gesichtsausdruck… Dafür hatten sich die ersten 3 Semester auf jeden Fall gelohnt. :o)

2000 hat sich dann ein Freund entschlossen, nun auch mal einen Japanischkurs zu machen. Und da bin ich kurzentschlossen mit und habe meine zweiten 3 Semester gemacht.
Das besondere an diesem Kurs war, dass ich hier GMS + Drummertier kennengelernt habe.

Tatsächlich liefen Hiragana + Katakana-lernen nun auch etwas besser – allerdings kam dann Rottweil. Und darum war wieder nach 3 Semestern Schluss.

(Es gab tatsächlich im Fortgeschrittenenkurs, der nach unserem Anfängerkurs stattfand, noch Teilnehmer, die ich von meinem ersten Kurs kannte. Die waren dann schon B?)

Bienenwaben von oben, mit Folie abgedeckt. Auf den Waben sind einige Bienen zu sehen.Als ich von Rottweil wiederkam, habe ich nochmal von vorne angefangen. Wieder 3 Semester. Dann kam der Flughafen + Schichtdienst.
Wieder vorbei.

Ich glaube, vor 6-7 Jahren habe ich es nochmal versucht, nachdem es arbeitstechnisch nun Wunschzeiten gab und ich daher hauptsächlich Frühdienst hatte. Jedoch… meine alte Lehrerin machte da keinen Anfängerkurs mehr. Weiß gar nicht, ob es da noch diesen Fortgeschrittenenkurs gab.
Aber die neue Lehrerin… benutzte Bücher, die ich über Antiquariat kaufen musste, und ihr Stil lag mir auch nicht. Da habe ich den Kurs noch nicht mal beendet.

Zwischendurch gab es dann tatsächlich keine Japanischkurse mehr in unserer VHS – doch jetzt wieder. Sogar eine Online-Variante. Nun ja… es kann durchaus sein, dass ich es vielleicht doch mal wieder versuchen werde. Ich will es nicht ausschließen.

Ansonsten habe ich auch mal einen Tai-Chi-Kurs mitgemacht. Der war auch interessant. Und einen Fotokurs hatte ich auch schonmal.
Und für Drachenechses Zeichenkurs habe ich mal Model gestanden. :oD

Wie ich letztens erfahren habe, habe ich wohl tatsächlich meinen Freund aus der Eifel dazu gebracht, sich bei einem Online-Kurs unserer VHS hier anzumelden. Denn die VHS bietet ein „Webinar“ zum Thema „Herstellung Met – Honigwein“ an. Das ist ’ne Onlineschulung, die 30 € kostet… und für ihn als Imker mal ein richtiger Kurs dazu.
Ich hatte es ihm geschickt – und nun wird er was zum Thema Met lernen. Wie ich hoffe. ;o) Dann bekommt er vielleicht noch Ideen, was er mit seinem Honig machen kann.

Ich glaube, von meinem diesjährigen Besuch habe ich noch gar nichts geschrieben? Kann das sein? Na, vielleicht mache ich das noch.

Und wenn IHR irgendetwas Neues oder Altes lernen wollt – schaut doch mal bei der VHS in Eurer Ecke vorbei.

Es lohnt sich.

Ein großer Eimer mit Honig

Was ein Theater…

Verschiedene Masken der Commedia Dell'Arte

Ich war im Juli seit Ewigkeiten mal wieder in einem Theaterstück. Meine Neffen sind nämlich mit mir zur Aufführung von „Robin Hood“ vom Kinder- und Jugendtheater Frankfurt im Nidda-Park.
Doch darüber will ich jetzt gar nicht schreiben.
Auch Fotos habe ich keine gemacht. Wer sich da ein paar Bilder ansehen möchte, muss auf die Instagram-Seite des Theaters gehen. Da kann mensch dann Fuchs als Robin sehen.

Ich habe mir vorhin für mich Gedanken zu dieser Aufführung gemacht, was mich dazu brachte, mal über meine Theaterzeit(en) nachzudenken und zu überlegen, welche Rollen/Stücke für mich am besondersten/wichtigsten waren.

Ich denke jetzt nur an den Zeitraum von 1986 bis 2012. Das ist ein gutes Vierteljahrhundert. Meine Zeit vom Jugendtheater über das Zimmertheater bis zu den eigenen Inszenierungen.

Ich denke, sehr wichtig ist „Die Frau in Schwarz“ vom Zimmertheater Rottweil. Sie steht so weit oben, da dies das erste (und einzige) Zwei-Personen-Stück war, in dem ich mitgemacht habe.
Kein Verstecken hinter anderen Schauspielern. Mensch muss die ganze Zeit voll bei der Sache sein. Das war eine Herausforderung. Und mein Kollege war klasse. Er und seine Familie haben sich damals ein wenig zu einem Familienanschluss für mich entwickelt.
Also – die Frau in Schwarz ganz oben, als allererstes.

Mit „Kunst“ haben wir später da noch ein 3-Personen-Stück gemacht, doch das finde ich für mich längst nicht so wichtig. Am wichtigsten von „Kunst“ war da der 1½-Seiten-Monolog… und die Filzstifte in der Nase, die es auch in die Zeitung geschafft haben.
Wuhuu… welch Wunder…

Weit vor „Kunst“ liegt bei mir da noch eher „Macbeth“ von 1999 in Gelnhausen. In dem Jahr war ich im „Theaterstress“ – 3 Premieren in 3 Monaten. Als hätten mir meine beiden festen Theatergruppen nicht gereicht, musste/wollte ich unbedingt beim Macbeth-Projekt mitmachen. Eigentlich wollte ich ja ‚nur‘ Soldat sein und kämpfen. Allerdings hat das zeitlich nicht gepasst. Also habe ich die kleine Rolle des Arztes übernommen. „Ein Arzt“ – auf der Besetzungsliste die zuletzt aufgeführte Rolle. Ein Auftritt von vielleicht 5 Minuten, wenn’s hochkommt. Kurz vor Schluss, zusammen mit Lady Macbeth. Und ihrer Zofe.
Und mit diesem kurzen Auftritt habe ich es geschafft, eine namentliche Erwähnung in der Zeitung herauszuschlagen. Bei locker über 50 Mitspielern macht mich das immer noch stolz. :oD

Etwa auf einer Ebene würde ich danach 3 Rollen/Stücke ansiedeln. Das wären die beiden ersten Projekte in den Jugendgruppen, bei denen ich mitgemacht habe – und ein Stück etwas ‚weiter hinten‘.

Das erste Stück von Lim war „Der eingebildete Kranke“ von Molière.
So kamen wir ja überhaupt zum Namen unserer Gruppe. Aus ‚Le Malade imaginaire‘ wurde ‚L’imagination malade‘ = L’im oder einfach Lim.
Ach ja, da habe ich Argan gespielt. Den eingebildeten Kranken, angelegt als ein Pantalone der Commedia Dell‘Arte – nur ohne Maske.
Das war 1987.

Lim war damals die eine Jugendtheatergruppe des Jugendbildungswerkes Hanau. Die andere Gruppe war die Confusion. In die stieg ich dann 1992 mit ein. Da war ich in der aktuellen Lim-Produktion nicht groß beschäftigt, also suchte ich mir eine andere Theaterauslastung.
Hi hi… der erste Kommentar zur Begrüßung einer Alt-Confusionärin war, als ich zu einer ersten Probe für Neue kam: „Was machst Du denn hier?“

Ja – unsere Gruppen kannten sich ein wenig. :oD

Die Confusion suchte für ihr neues Projekt noch Mitspieler. Das Projekt war „Draußen vor der Tür“ – und ich wurde da zu einem von erst 4, dann 3 Beckmännern. Der vierte machte irgendwann den Abgang – seine Diva-Allüren wurden nicht ordentlich gewürdigt. Also wurde sein Teil auf die anderen drei aufgeteilt. Das machte dann die Szene beim Oberst erst richtig gut.
Also Danke nochmal für deine verletzte Eitelkeit, Nr. 4.

Ja, das war klasse. Und diese Produktion hat meinen Mit-Lims gut gefallen. Seitdem war die kleine Rivalität, die es vielleicht gegeben hatte, weg.

Ja, der Beckmann war etwas Besonderes. Genau wie der Argan. Und als drittes kommt da jetzt noch Cathy dazu.

Mit Lim spielten wir 1995 – glaub ich – „Der siebte Himmel“ von Caryl Churchill, oder im Original Cloud Nine.
Im ersten Akt war ich Clive, der Kolonialheer – im zweiten Akt dann Cathy. Eine Fünfjährige.

Und die hat mir richtig Spaß gemacht zu spielen. So sehr, dass eine Mitspielerin, die in dem Stück ein paar Ohrfeigen verteilen durfte, ein paar sehr gute hingelegt hat. Eine bei mir, weil ich das nervende 5jährige-sein wohl gut gemacht habe.

Arlecchino-Maske der Commedia dell'arte auf KnieSpäter meinte dann einer unserer Leiter, dass ich mit Cathy einen neuen Punkt des Spielens erreicht hätte. So konnte ich danach tatsächlich ENDLICH auch mal den Arlecchino in der Commedia Dell’Arte spielen. In diesem Fall dann Misu, den männlichen Tel des Arlecchino-Duos Tira + Misu.

Misu war auch klasse. Die Zeit dieses Projektes wurde nur insofern eher schwierig für mich, weil ich total und hoffnungslos verschossen in die Darstellerin der Tira war. Das war dann eher Fegefeuer… :o|

Wenn es jetzt einmal unwahrscheinlicher weise zu einer Begegnung mit ihr kommen sollte, würde ich vielleicht „Hallo“ sagen. Mehr aber auch nicht. (Ich glaube, das habe ich irgendwo hier an einer Stelle meines gesamten Blogs auch schon mal erwähnt.)
Aber darum soll’s ja gar nicht gehen.

Also – Misu war auch wichtig für mich.

Gibt es denn jetzt noch irgendeine Rolle/Projekt, welches in mir heraussticht? *Grübel*

Ich denke, den Zettel möchte ich noch erwähnen. Den durfte ich im Sommernachtstraum in Rottweil spielen. Das letzte Stück als Profi dort am Zimmertheater. Und ich durfte da die Handwerker immer mit ein paar Prominenten der Stadt spielen. Leitern von Ämtern und der Sparkasse, Lehrern (das war die schlimmste Gruppe) und Leiter der Narrenzünfte.
Die Gruppen haben mal mehr, mal weniger Spaß gemacht. Aber meine Mit-Handwerker haben das Spielen mit mir wohl immerhin so sehr geschätzt, dass ich zum Schluss als Dank für die Mühen mit ihnen eine gefüllte Sparsau bekommen habe. Und das von denen, mit denen die Arbeit Spaß gemacht hat. Da hätte es kein Extra-Geld gebraucht. Von den Lehrern hätte ich schon was genommen. *fg*

Das waren die besonderen Stücke, in denen ich selbst mitgespielt habe. Ich denke, 2 Stücke/Projekte hätte ich noch, die für mich besonders sind/waren.

Das eine ist „Salome“ von Oscar Wilde.

Kopf einer Schaufensterpuppe auf einem schwarzen KissenDas dürfte das erste Stück sein, in dem ich den Großteil inszeniert habe. Mit Drachenechse als Jochanaan und Herodias. Ihren Kopf hat sie jetzt noch. :oD
(Und als Mitchefin. ;o))

Da wir die Handlung modern anlegten, waren mit die ersten Gedanken, die ich mir machte, zum Tanz der Salome. Da wurde dann ein Lapdance zu Apocalypticas ‚I’m not Jesus‘ draus.
Und deswegen ist das ein wichtiger Punkt für mich.
Diese Musik gefunden und eine coole Szene und ein gutes Stück gemacht zu haben. (Aber ich bin da parteiisch. ^^)

Und das letzte Stück, das ich erwähnen möchte, wäre jetzt noch das letzte Stück, welches ich gemacht habe. „Tartuffe“ von Molière. Dies ist wirklich das erste Stück, das ich alleine aufgezogen und geleitet habe. Drachenechse hatte mal mit nach den Strichen gesehen, von München aus. Ansonsten hatte ich alles in der Hand. Sogar das Motiv für unser Programmheft und das Plakat habe ich entworfen, nachdem ein Mitspieler, der eigentlich zeichentechnisch in seiner Freizeit unterwegs war, nicht mit einem Entwurf zu Potte kam. Deswegen nahm ich das irgendwann in die Hand. Damit war er dann zwar nicht so einverstanden und wollte so dann eigentlich nicht beworben werden, aber das war mir dann wurscht.

Plakat/Flyer für Tartuffe von Molière von der Thatergruppe Spiel-Wut. Ein paar weiße Flügel, die einen roten Teufelsschanz und einen goldenen Heiligenschein haben, auf dem 2 rote Hörner sitzenTatsächlich könnt ihr zu Tartuffe und den Proben und überhaupt dazu in meinem Blog so einiges lesen. Dazu müsst ihr allerdings ganz an den Anfang springen. Denn die Proben und das Drumherum dazu haben mich in der Anfangszeit meines Blogs zu ein paar Beiträgen „inspiriert“.

Tartuffe wäre also das letzte Projekt, das ich theatertechnisch hier hervorheben und erwähnen möchte. Tatsächlich ist Tartuffe auch das letzte Projekt, an dem ich mitgemacht habe, theatertechnisch. (Könnte sich vielleicht noch mit dem zerbrochenen Krug überschneiden, aber gefühlt ist Tartuffe das letzte.)

Wenn ich jetzt so überlege, dann wäre das jetzt ein vollendeter Bogen.

Angefangen mit Molière – aufgehört mit Molière.
Ist fast passend.

Damit schließe ich diesen Beitrag ab, mit diesem Kreis… oder Bogen… oder Kurve… je nachdem, wie mensch es bezeichnen möchte. Vielleicht geht es von diesem Punkt ja auch irgendwann wieder weiter.

Wer weiß…

 

P.S.: Einen Nachtrag hätte ich noch. Kein komplettes Stück, sondern nur eine Szene. Nämlich bei der Theaterwerkstatt von den Tohuwabohus in Meiningen, ich glaube 1999? Die Werkstatt, bei der ich mitgemacht hatte, war „Regie-Theater, Theater-Regie“ – und es war das erste Mal, dass ich mich in Richtung Regie umgesehen habe. Letztendlich habe ich dann in der Szene, die wir bearbeitet hatten gespielt und nicht inszeniert, doch das macht nichts.
Wir haben an der Mordszene von Woyzeck an Maria gearbeitet, und ich durfte einen Woyzeck machen.
Und das war auch toll. Und das Besondere hierbei war, dass danach eine damals gute Freundin meinte, dass sie mich gar nicht erkannt hätte, weil ich doch eher immer fröhlich wäre und lachen würde, aber da richtig böse gewesen sei.

Ja – das muss unbedingt noch hier mit zum Beitrag. Auch wenn ich diese Episode eventuell auch schon mal erwähnt habe?
Aber halt alt… und vergesslich… und schon sooo viele Beiträge. (367)
Da verliere ich dann schon mal den Überblick. ^^

 

P.P.S.: Heute unterwegs ist mir doch noch eine Sache eingefallen, die ich besonders und damit erwähnenswert finde. Auch hierbei handelt es sich nicht um ein komplettes Stück, deswegen denke ich da nicht sehr oft dran. Doch heute habe ich. ;o)
Ich glaube, es müsste 1996 gewesen sein, ein Projekt vom JBW Hanau mit den französischen Partnerstädten. Eine Art Austausch, bei dem Hanauer und Franzosen aus Francheville und wahrscheinlich Umgebung für knapp 10 Tagen zusammen in Dietzenbach untergebracht waren und mit verschiedenen Kunstarten eine Aufführung erarbeitet haben. Das waren Kunstarten wie Tanz, Video, Masken und Theater.
Eigentlich wollte ich zur Videogruppe. Allerdings waren von etwa 40 Teilnehmer gerade mal 5-6 Jungs. Wie üblich eigentlich. Und von diesen wenigen männlichen Teilnehmern war einer der Franzosen schon fest für die Videogruppe „gebucht“, weil seine Freundin, glaube ich, auch dort war. Also bin ich in die Theatergruppe, damit dort wenigstens auch eine männliche Person war. Da kannte ich auch die Teamerin, da es sich hierbei um die Leiterin der Confusion handelte.

Wir haben dann Figuren erdacht, mit denen wir durch einen Zeittunnel in das nächste Jahrtausend gehen wollten, aber abgeschnitten wurden vom Rest.
Da kam ich dann auf den Gedanken, dass ich ja dann vielleicht einen Videoreporter machen könnte. Ich fragte bei der Videogruppe nach, ob ich vielleicht für die Aufführung als Requisit eine Kamera bekommen könnte – und da mir dies zugesagt wurde, wurde ich Maximilian Schäfer vom Sender 23. Und es lief dann tatsächlich darauf hinaus, dass ich mit der Videokamera auf der Bühne stand – und das Bild der Kamera live via Kabel über einen Beamer auf eine Leinwand geworfen wurde. Liveberichterstattung aus dem Zeittunnel.
Und ich konnte doch noch mit der Videokamera arbeiten. :oD

Ich denke, inzwischen ist das sowas von alltäglich, dass in Theaterstücken live Videoeinspielungen gemacht werden. Und zwar nicht nur Aufgezeichnetes, sondern auch live gespieltes. Zumindest habe ich inzwischen schon oft darüber gelesen. Doch ich denke, 1996 war das noch nicht soo üblich.
Von daher ist diese Sache für mich noch extra erwähnenswert.
Wir waren Vorreiter.

Bilde ich mir jetzt einfach mal ein. ;o)

Commedia Dell'Arte-Maske von einem Totenschädel, mit Filter bearbeitet

Ihr 2 – oder nicht?

Ich habe mir überlegt, über was ich schreiben könnte. Auch, um mich wach + beschäftigt zu halten. ;o)

Da gibt’s jetzt eine Sache, wo ich mir dachte, dass wäre mal was zum drüber schreiben… dann mach ich das jetzt einfach auch. Wie ich den Beitrag benennen will, weiß ich aber noch nicht. Doch eine Überschrift wird mir noch einfallen. Irgendwas muss ja oben stehen. ;o)

Gut. Um was soll’s denn jetzt gehen?

Um Beziehungen.

Sozusagen.

Oder wieso jemand glauben mag, dass Personen in einer Beziehung sind. Auch wenn dies dann gar nicht der Fall ist.

Ich bin durchaus der Meinung, dass mensch hin und wieder mitbekommen kann, wenn „die Funken fliegen“. Gut, das ist jetzt vielleicht ein wenig übertrieben formuliert, doch hatte ich selbst schon einige Male das Gefühl, dass ein weibliches Wesen möglicherweise in gleicher Weise in meine Richtung schaut wie ich in ihre.
Ganz besonders bleibt mir da mein Ausflug nach Bayreuth in Erinnerung.

In Unterfranken bei Verwandten bin ich für eine Tour mit dem Motorrad nach Thüringen gestartet. Ursprünglich wollte ich eine damalige Mitspielerin einer meiner Theatergruppen besuchen. Die war allerdings nicht zu Hause. Ihre Eltern haben, wenn ich mich recht erinnere, ein altes Gemäuer aufgearbeitet, mit Hilfe von Jugendlichen. Ich hätte nun dableiben und mich anschließen können… doch wollte ich dann lieber ein wenig Motorrad fahren. Also bin ich durch den Thüringer Wald gekurvt. Ich glaube, über Coburg bis Bayreuth. Da wollte ich dann die B22 wieder zurückfahren. (Ein-zwei Jahre vorher fand der Familienurlaub nämlich bei Weiden statt. Und auf der Rückfahrt nach Hause dachte ich mir, dass dies eine schöne Motorradstrecke sein könnte.) Aber erst mal ein wenig die Beine in Bayreuth vertreten. Und die Gelegenheit nutzen, um, ich glaube, in einem Müller mal nach Platten + CDs zu sehen.

Ich weiß nicht, ob ich darüber hier schon mal berichtet oder es erwähnt habe… Als ich so im Laden stehe und in den CDs stöbere, in meinen Motorradklamotten – Lederhose und -jacke – habe ich auch ein paar Jugendliche bemerkt. Gut, mir sind mehr die Damen als die Jungs aufgefallen. ;o)

Anscheinend war das Auffallen gegenseitig – denn erst hat sich das eine Mädel mit einem „Pardon.“ an mir vorbeigedrückt, dann das andere.
Und irgendwie nicht, um auf der anderen Seite nach etwas weiter zu suchen. Nein, ich hatte das Gefühl, es war ein Vorbeidrücken um des Vorbeidrückens willens. Denn kaum waren sie vorbei, haben sie wieder die Köpfe zusammengesteckt und in meine Richtung geschielt.
Ach ja, Einbildung ist auch ’ne Bildung.
Und dies war eine sehr erhebende Einbildung.
Zehre ich jetzt noch von. ;o)

Bei anderen ist mir das mal bei einer Geburtstagsfeier aufgefallen. Anscheinend auch zwei, die sich das erste Mal auf dieser Feier getroffen haben… und da habe ja sogar ICH die Funken mitbekommen.

Doch das wäre jetzt ja nur beim ersten Mal sehen.
Da kann mensch selbst manchmal das Gefühl des gegenseitigen Interesses haben. Doch wie ist das, wenn mensch sich schon kennt und befreundet ist? Was lässt andere da dann denken, ob diese beiden Personen…?

In Rottweil habe ich mich ziemlich gut mit der Tochter einer Kollegin verstanden. ‚Ziemlich‘ deshalb, weil es bei mir ein auf und ab war – denn ich war tatsächlich ganz schön verschossen in sie. Allerdings erfolglos. Trotzdem hatten wir dann doch Zeiten, in denen wir viel miteinander geredet haben. Was einen anderen Kollegen zu dem Gedanken verleitete, zu fragen, ob wir zusammen wären.
Ich hätte dagegen ja nicht das Geringste einzuwenden gehabt – doch sie fand es wohl nicht so toll. Vielleicht auch deswegen, weil dieser Kollege bei ihr mehr Chancen gehabt hätte als ich. *Schulter zuck*
(Ich glaube, wenn ich mal meine Tagebücher von Rottweil raussuchen würde, könnte ich da so einiges erzählen, woran ich jetzt nicht mal mehr denke. ^^)

Oder bevor ich und Drachenechse zusammenkamen. (Müsste eine Woche vorher gewesen sein…) Da waren wir erst befreundet, weil wir uns gut verstanden haben, und nach einer Aufführung wollte sie mich mal ihrem Papa vorstellen. Hat sie auch. Doch ich habe mich da recht flott wieder rausgezogen, um beim Abbauen zu helfen.

Als wir dann zusammengekommen waren, und sie dies ihrem Papa mitteilen wollte, dass jetzt Freund + ich + so… da war der darüber nicht überrascht. Sondern eher ‚das dachte er sich schon‘.
Und wir dann so… ‚äääähh‘.

Zumindest hatte der Papa da mehr gesehen als wir.

Und dann hätte ich noch München. Zumindest jetzt wieder München. ;o)

Einmal durfte ich da als Freund herhalten, um einen anderen Verehrer zu vergraulen. Oder zu helfen, ihn auf Abstand zu halten. Hab‘ ich auch kein Problem damit. Ehrensache. Und das ich auf der Couch schlafe aus… weiß nicht mehr… Schnarchgründen? Das war zu einer Geburtstagsfeier von… wie nenne ich sie denn jetzt mal?
Ich hab’s: Timon. :o)
Aus den gleichen Gründen, weswegen ich hier Fuchs Fuchs nenne. Dann ratet mal. ;o)

Also, zu ihrer Geburtstagsfeier wurde ich bei einem Mitbewohner der WG offiziell als „Freund“ angekündigt.
Ein paar Jahre später wurde ich dann dafür gehalten. Als ich Timon nämlich in Bremen besucht habe und zu ihrer Projektpräsentation ging.
(Wer sich dafür nochmal/überhaupt interessiert, findet hier den entsprechenden Beitrag.)

Denn nach der Präsentation ging es noch zu ein paar Mitstudentinnen von ihr. Und später, nachdem ich wieder zu Hause war, berichtete mir Timon, dass ihre Mitstudent:innen dachten, dass wir zusammen sind.

Hm.

Und ich habe immer noch keine Ahnung, wie mensch so etwas vermuten kann.

Liegt es daran, dass mensch mehr als Freunde sein muss, um so viele Meter zu fahren, um montags eine Präsentation zu sehen?

Oder ist es das Verhältnis zueinander?

Gibt es einen Sinn?
(Im Leben und überhaupt? ;o))

Vielleicht hat ja jemand ein paar Ideen, die mensch mir mal dalassen könnte/möchte?

Vor ein paar Jahren meinte Fuchs noch, dass Drachenechse + ich uns wie ein altes Ehepaar benehmen würden.
Ich weiß nicht, ob das noch so ist. Aber das würde ja auch zu diesem Thema passen.

Wie auch immer: Keine Ahnung.
Davon aber viel. ;o)

 

Inspiration

Wie beginne ich diesen Blog?

Indem ich darüber sinniere, wie ich anfange.

Und dann – wie weiter?

Ich erzähle was über mich und dem Schreiben.

 

Viele Leute, die schreibbegeistert sind, fangen damit ja bereits in der Schule an. Dann schreiben sie Geschichten, Bücher…

Ich nicht.

Während meiner Schulzeit habe ich noch nicht geschrieben. Vielleicht mal einen krakeligen Brief oder Postkarte.
Aber Geschichten?

Nee.

Da zeigten sich erste Regungen ab 18 während meiner Lehrzeit. Da hatte ich auf dem Weg in den Urlaub das erste Mal so richtig Lust, einfach was zu schreiben, so dass ich während der Fahrt in die Eifel hinten im Auto irgendwas pseudoreportagenartiges über diese Fahrt als Reporter geschrieben habe.
Einfach, weil ich Lust darauf hatte.
(Und wenn ich jetzt so darüber nachdenke – ich glaube, ich war von Ottos Harry Hirsch inspiriert und wollte deswegen sowas schreiben.)

Bekommen hat das dann meine Lieblingstante/große Schwester als Brief.

(Eigentlich würde ich heute ja gerne nochmal lesen, was ich da verzapft habe. Aber ich denke, nach fast 30 Jahren und mehreren Umzügen gibt es diese Blätter nicht mehr. Doch ich glaube mich zu erinnern, dass auch Schafe vorkamen…)

Mit knapp 19 habe ich das Schreiben als Kommunikation für mich entdeckt und wurde Pseudo.

Wie gesagt, da diente das Schreiben hauptsächlich der Kommunikation, auch wenn ich angefangen habe, kleinste Kurzgeschichten und „Gedichte“ zu schreiben, die dann auch in den entsprechenden Druckerzeugnissen landeten. Sozusagen Einseiter, für „das inserat“ und dem „Subway“.
Das war es dann soweit auch erstmal gewesen für einige Zeit.
Sprich: Mehr gab es nicht.
Das war mein Schreiberleben.
Keine besondere Inspiration, keine besonderen Geschichten.

Womit ich jetzt einen Bogen zu meinem Titel dieser „Ausgabe“ meines Blogs mache, „Inspiration“.

Vor 20 Jahren, in meiner damaligen Firma, hatte ich auf dem Weg zur Arbeit und von meinem Arbeitsplatz aus einen Blick auf einen Waldrand.
Und dieser Anblick inspirierte mich zum Anfang einer Geschichte, die in meinen Gedanken noch viel weiter geht und ging, wovon ich aber nur den ersten, direkt inspirierten Teil niedergeschrieben habe.
Und nicht nur das.
Ich habe diesen Teil tatsächlich mal jemanden zum Lesen gegeben. Nämlich meiner damals besten Freundin – und der Teamerin der zweiten Theatergruppe, in der mitgemacht habe, und die vom Jugendbildungswerk aus anfing, eine Schreibwerkstatt zu leiten.
Von der bekam ich die Rückmeldung, dass es sich liest wie der Beginn eines Romans, was bei den Jungs, die bis dahin in der Schreibwerkstatt mal mitgemacht hatten, wohl eher so üblich war.

Nun, ganz unrecht hatte sie ja nicht mit dem Romangedanken. Ich bekenne mich schuldig.

Also versuchte ich mich mal an einer abgeschlossenen Geschichte, die ebenso vom Blick aus meinem Bürofenster heraus inspiriert war – dem auch vorhandenen Blick auf den Taunus.

Dem Blick auf eine entfernte Hügel-/Bergkette und einem ‚Was wäre wenn…‘

Und wieder bekamen sie beide die Geschichte zu lesen, und sie war wohl ok. Frau Jetzt-wohl-Doktor gefiel das Ende, und Brischitsche wusste, ich kann auch abgeschlossene Geschichten schreiben.

Selbst habe ich nie in der Schreibwerkstatt mitgemacht, aber über Frau J-w-D, Brischitsche und Freundinnen von Frau J-w-D habe ich mir einigen Lesungen angesehen und zugehört und wurde von einer so absurd-witzig-bösen Geschichte soweit geimpft, dass man tatsächlich alles schreiben kann. Auch unsinniges. Es muss nur ernsthaft gemeint sein. Als Geschichte. Daran hätte ich vorher nicht mal im Traum gedacht.
Das war auch eine Art Inspiration.
Diese schlug sich dann nieder beim Urlaub in Ostfriesland – ich glaube 2000.

Da kam der auslösende Punkt eine Geschichte zu schreiben wieder durch einen optischen Reiz, in Verbindung mit einem flapsigen Spruch. Nämlich das Bild, wie sich die Möwen immer wieder hinter einem Traktor auf dem Feld niederlassen. Und dem Spruch von mir, dass der Landwirt da Möwen erntet.
So kam es zur Geschichte „Früher“ – die erste Geschichte, die ich als erstes meinen Eltern und meiner Schwester zu lesen gab – weil sonst war ja niemand anderes dabei.

Mögen für manche Autoren ja die Eltern und Geschwister die erste Anlese-Partner sein – für mich gilt das nicht. „Früher“ war die einzigste Geschichte, die sie zuerst gelesen haben, soweit ich mich erinnern kann.
Alle anderen haben als erstes Freunde zum Lesen bekommen.

Als ich vor 15 Jahren nach Rottweil zum Theater spielen ging (oh Gott – so lange ist das schon wieder her), hatte ich einen ziemlichen… Output ist blöd, weil englisch, aber Auswurf klingt eklig. ^^
Also doch Output.
Ich habe also damals recht viele kleine Sachen innerhalb kurzer Zeit geschrieben. (Im Vergleich zu davor.) Wohl auch, weil ich am Anfang keinen Fernseher dabeihatte und mich anders beschäftigen musste.
Auch hier waren wieder viele optischen Eindrücke Inspiration für mich.
Die Hochbrücke, der Blick auf den Hegneberg…

Letztes Jahr im Mai war der Blick, wieder mal auf den Taunus, von der Kantine im Terminal 2 am Flughafen aus Aufhänger und Inspiration für eine Geschichte, die wieder laaaang werden wird.
Etwas, wo ich eher wieder an Roman als an Kurzgeschichte denken muss.

Davon habe ich den allerersten Teil direkt von Mai bis Juni/Juli geschrieben. Dieses Jahr im Mai war der Ausblick der Auslöser, endlich weiterzuschreiben und zu planen…
Und gestern beim Essen hat der Ausblick wieder eine Saite in mir angezupft, die mich wieder über die Geschichte und das Weitererzählen denken lässt. Als würde dieser Ausblick nur diese Geschichte fördern.

Es ist erstaunlich, wie sehr ein Ort; ein Ausblick; etwas, dass man sieht, einen so sehr anregt, dass man der Meinung ist:

Da muss ich jetzt was schreiben.

Zumindest haben diese Gedanken mich nun inspiriert, dies hier zu schreiben.

 

Wenn Ihr in Zukunft also was sehen/hören/riechen/fühlen solltet, dass Euch dazu inspiriert, etwas darüber zu schreiben – oder überhaupt zu schreiben:

Lasst es raus – aufs Papier oder den Rechner.

Viel Spaß dabei – das ist mit das Wichtigste.