Geschichten aus der Gruft – E. 6

Weiß geschminktes Gesicht mit rot unterlaufenen und blutig aussehenden Augen. Statt eines Mundes ist nur ein geschlossener Reißverschluss zu sehen.

Ist ja schon ’ne ganze Weile her, mein letzter Bericht aus der Gruft. Deswegen heute nur etwas Kurzes, passend zur Walpurgisnacht.

Die Flugbesenbeherrschung… damit haperts hier so manches mal.
Deswegen hier mal ein paar aktuelle Beispiele von den Ergebnissen dieser Flug-„Künste“.

Da hätten wir einmal zwei Tore, die wohl Kollisionen erlebt haben – weswegen sie nun auf etwa dreiviertel der normalen Öffnungshöhen stehen. *BAUTZ*

Rolltor etwa dreiviertel geöffnet Man kann Unebenheiten im Tor erkennen, wo wahrscheinlich etwas degegen gefahren ist. In der Mitte unter der Toreinfahrt steht ein Pylon, damit hier niemand durchfährt

Dreiviertel geöffnetes Rolltor, von dem unten ein Stück auf den Boden herunterhängt Vor dem Tor stehen zwei Pylonen, um die Einfahrt zu verhindern

Dann gibt es hier stellenweise so… Besenflugfeldbegrenzer aus Beton.

Ein Betonpoller schütze eine Ecke, die Form ist wie ein Viertelstück von einem hohem runden Kuchen

Doch wenn der Besen anscheinend genug Tempo drauf hat, schafft er auch die?
*PARDAUTZ!*

Betonbruchstücke in einer Ecke am Fußboden etwas scheint zu fehlen

herausgerissener Betonpoller liegt am Boden Am Bodenteil sind die Metallstäbe zu sehen, mit denen der Poller wohl zusätzlich mit dem Boden befestigt war.

Doch es gibt auch künstlerisch angehauchte Bewohner der Gruft. Die zaubern dann auch mal richtige Kunst in den Gruftstaub. Muss also nicht alles schlecht hier sein.

Zeichnung eines Gesichtes im Staub einer Abdeckung. Der Staub ist dreckig-gelb, wo das Gesicht gezeichnet wurde, ist es blau.

Und das war der kleine Abstecher in die Gruft, passend zur Walpurgisnacht. Bis Halloween ist mir das nämlich zu lange hin – genau ein halbes Jahr.
Mal sehen, wann es dann wieder neue Ungeheuerlichkeiten zu vermelden gibt.

Der Crypt Keeper Ihres Vertrauens

Schwarz-weiß gekleidete Gestalt. Schwarze Hose, schwarzer Ledermantel und weißes Hemd. Außerdem weiß geschminktes Gesicht mit einem Reissverschluss als Mund

Nicht zu glauben

Lichter von Frankfurt bei Nacht und im Main gespiegelt

Heute war der erste Tag nach einem meiner Wochenenden. Wie passend. Wo doch heute tatsächlich auch für alle anderen Montag ist. Für manche sogar Rosenmontag. ;o)

Ich hatte heute die gleiche Schicht wie letzte Woche, nur an einem anderen Einsatzort. Statt Leitstelle E am anderen Ende des Terminals 2 habe ich diesen Block in der Halle Mitte. Mitten im Geschehen, sozusagen. Denn während zur Leitstelle E nicht so viel Gepäck zur weiteren Kontrolle kommt, steht in der Halle Mitte öfters das Band kaum still.

Eigentlich habe ich in der Halle Mitte meinen Lieblingsarbeitsplatz. Da, wo mit am meisten vorbeikommt – weswegen ich in der Regel kaum Konkurrenz um diesen Platz zu fürchten habe. Oder diese Seite der Halle.
Heute war ich aber tatsächlich zu spät. Beide Plätze links waren schon besetzt. Ja, ist es denn…

Also bin ich nach rechts, und hatte da auch genug zu tun. Und musste wirklich mal wieder den Kopf schütteln, was Passagiere so alles mitnehmen.

Letztes Jahr im August hatte ich in einem Koffer Rüstungsteile einer Ritterrüstung samt Schwert.
Das war mal etwas anderes – aber das ist ja auch erlaubt.
Heute dagegen war mein erster Koffer, den ich bekommen habe, direkt so für mich ‚Hä?‘

Ausschnitt eines Röntgenbildes mit E-Zigaretten und SpraydoseBevor ein Mensch ein Flugticket buchen kann, werden auch die Sachen angezeigt, die NICHT mitgenommen werden dürfen.
Die Sachen, die dann bei uns entnommen werden. *fies grins*
Dazu gehören Feuerzeuge, Benzinfeuerzeuge, Powerbanks, Motorsägen, E-Zigaretten und alle möglichen Arten von Akkus mit Lithium. Unter anderem.
Sollte jemand den Akku eines Laptops im Koffer haben, aber kein Laptop dazu, dann hat er/sie danach meist auch keinen Akku mehr.
Teilweise können die Sachen am Flughafen noch abgeholt werden, wenn es wirklich teure Sachen sind. Wenn nicht: Auf Wiedersehen.

in einer Box liegen viele Verpackungen von E-ZigarettenIm ersten Koffer heute war soviel elektrisches mit Batterie zu sehen… ich dachte mir schon: ‚Sind das E-Zigaretten?‘ Aber es waren SO VIELE. Über den ganzen Koffer verteilt. Ich konnte es mir nicht vorstellen.
Also habe ich ihn aufmachen lassen als §5-Maßnahme. Um bei der ersten E-Zigarette direkt den Koffer auf DGR (Dangerous Goods) zu setzen und an die Stufe 4 weiterzugeben.
Meistens sind es vielleicht mal 2-3 E-Zigaretten, die in einem Koffer sind.
Heute waren die Kollegen fleißig beschäftigt, den ganzen Koffer umzukrempeln, um die ganzen E-Zigaretten rauszufischen.
Ich habe nicht mitbekommen, wie viele es jetzt endgültig gewesen sind. Aber ich gehe mal von mindestens 50 Stück aus – und die Box war danach gut gefüllt mit dem Scheiß.

Auf einem Metalltisch stehen 52 Spraydosen wie Deo etcMit Spraydosen ist es dagegen so eine Sache. Haarspray und Deo darf ja mitgenommen werden. Aber nur in Maßen. Die da lauten maximal 2 Liter insgesamt. Das scheint ein paar Koffer und Taschen später die Person nicht interessiert oder gewusst zu haben. Denn die Tasche war VOLL mit Spraydosen.
Alleine die, die dann entnommen wurden, waren 52 Stück!
Wofür braucht jemand so viel Deo? Nutzt das dann überhaupt noch was?
Als ich die Tasche wieder ins System zum Weiterfahren eingeschleust habe, war sie um einiges leichter. ;o)

Es kann ja eigentlich nicht so schwer sein, sich VORHER zu informieren, was in das Reisegepäck überhaupt darf. Ich bin diesbezüglich im Laufe der Jahre schon mehrfach von Familienmitgliedern deswegen gefragt worden. Und wenn das Ticket gebucht wird, muss jede/r bestätigen, dass sie/er diese Verbote gesehen hat. Wenn sich dann allerdings nicht daran gehalten wird… ist die Möglichkeit groß, dass danach der Koffer/die Tasche vielleicht leichter ist als vorher.

Also – vorher überlegen, was Ihr einpacken wollt in den Koffer. Denn sonst… ;o)

Feuer vor schwarzem Hintergrund

Geschichten aus der Gruft – E. 5

Weiß geschminktes Gesicht mit rot unterlaufenen und blutig aussehenden Augen. Statt eines Mundes ist nur ein geschlossener Reißverschluss zu sehen.

Nachdem ja zwischen den letzten beiden Episoden so viel Zeit vergangen ist, dachte ich mir, ich beeile mich jetzt ein bisschen mehr. Es kann aber auch daran liegen, dass ich zwei kleine Berichte habe. Dieses Mal haben sie aber eher nichts mit meinen Mit-Crypt Keepern zu tun.
Gut, ich könnte natürlich auch davon berichten, dass ich Gestern + Vorgestern meine Schulung an unseren neuen Geräten hatte. Mit denen könnte ich mir einen Drehwurm holen, sozusagen. Doch will ich mich heute auf besucherbasierte Geschichten beschränken. ;o)
Ach – und zu Beginn ein Foto von meinem Weg zur Gruft heute Morgen, kurz nach halb 5.
Wieder mal die Silhouette von Frankfurt.

Silhouette von Frankfurt und Main, früh am Morgen, noch fast dunkel

Wenn Besucher zu uns kommen, sind sie meist nur auf der Durchreise. Im wahrsten Sinne des Wortes. Und wer reist, braucht Gepäck.
Einen Teil davon tragen die Besucher mit sich herum, doch die großen (+ schweren) Sachen, die werden transportiert. Jedoch darf in diesem Gepäck längst nicht alles mitgenommen werden – dafür sind wir Crypt Keeper da.
Was mitgenommen werden darf + was nicht, darüber bekommen die Besucher vorher Bescheid. Es kann natürlich sein, dass dieser Bescheid so lange her ist, dass – wenn sie dann wirklich kommen – sie schon wieder vergessen haben, was erlaubt ist. Oder… sie haben einfach ihr Häkchen gesetzt, welches besagt „Ja, ich habe es gelesen.“, haben sich aber wirklich nie dafür interessiert.
Doch dafür gibt es uns. Und wir lassen dann alles rausnehmen, was nicht mitgenommen werden darf. Zum Beispiel nur maximal 2 Liter Spraydosen für Kosmetik, wie Haarspray oder Deo.
Tja, bei den ganzen Dosen auf diesem Bild hat sich wohl jemand leicht *hust* in der Gesamtmenge geirrt. Aber kein Problem, bei uns wurde das berichtigt. Und damit haben wir uns auch darum gekümmert, dass der Besucher an seiner Zielgruft nicht mehr so schwer schleppen muss.
Natürlich hat er von jeder Dose ein Beispielexemplar mitbekommen. Und dieser Stapel ist der Rest, der bei uns in die Tonne gewandert ist.

Viele Deo-Spraydosen, nach Sorten gebündelt auf dem Tisch stehend - um die 80 Stück

Und als zweites noch etwas von heute Morgen.
Da kamen zwei Gepäckstücke vorbei, die so ein Kofferband umgebunden hatten:

Koffer mit rotem Kofferband, auf dem steht: DO NOT TOUCH MY LUGGAGE

„DO NOT TOUCH MY LUGGAGE“

Da frage ich mich: Wie erwartet dieser Besucher, das sein Gepäck dann eingeladen, bzw. verladen werden soll? Per Gedankenkraft?
Wie würde er wohl aus der Wäsche gucken, bekäme er an der Zielgruft gesagt:
„Ja, tut uns leid. Ihr Gepäck konnte leider nicht eingeladen werden. Da war das Berühren verboten…“
*Grinseteufel*
DAS würde ich ja gerne mal ausprobieren…

Und das war es für dieses Mal auch schon wieder. Kurz + schmerzlos. Doch ich wollte wenigstens noch 1 bis 2 Beiträge für diesen Monat gemacht haben. Mal sehen, ob das morgen auch was wird.
Bis dahin – gehabt Euch wohl.

Der Crypt Keeper Ihres Vertrauens

Schwarz-weiß gekleidete Gestalt. Schwarze Hose, schwarzer Ledermantel und weißes Hemd. Außerdem weiß geschminktes Gesicht mit einem Reissverschluss als Mund

Geschichten aus der Gruft – E. 4

Weiß geschminktes Gesicht mit rot unterlaufenen und blutig aussehenden Augen. Statt eines Mundes ist nur ein geschlossener Reißverschluss zu sehen.

Ich denke, es ist mal wieder Zeit, für einen kurzen Bericht aus der Gruft. Eigentlich habe ich im Moment nicht wirklich was zu meckern. Oder immer, je nachdem, wie mensch es sieht.

Sonnengrauen in orange bis gelb über dem VorfeldSo habe ich eigentlich nur eine kleine Geschichte, die ich weitergeben möchte – und ansonsten will ich nur kurz mal ein wenig über die Gruft berichten. Ich fange mit zweiteren an.

Ich bin inzwischen tatsächlich bereits seit über 18 Jahren in dieser Gruft tätig. Und tatsächlich fand ich sie oftmals in der Nacht am schönsten – und ruhigsten. Das war zu einer Zeit, in der ich noch Nachtschichten gemacht habe. Doch niemand wird jünger – und deswegen habe ich darauf auch keine Lust mehr. Auch wenn wir bald eine Erhöhung in den Nachtschichtzuschlägen bekommen werden… doch Geld ist nicht alles. Da sitze ich inzwischen lieber zu Hause und schlafe dann in der Nacht.Sonnenstrahlen am Horizont hinter dem Vorfeld
Doch diese Ruhe in der Gruft, bevor der Tagestrubel ab 5 wieder losgeht… das hat schon etwas. Auch der ein oder andere Sonnenaufgang – oder generell manches Mal die Stimmung, die einzufangen ist, wenn mensch gerade zur richtigen Zeit am richtigen Ort steht…
Schön.

Flugzeug wird enteist und steht im Sprühnebel

Nun, das war das allgemeine – jetzt zur Geschichte.

Ich kann ja viele meiner Crypt Keeper-Kollegen inzwischen am besten nur noch von der Ferne ertragen. Dies liegt teilweise an den Theorien, denen so einige anhängen… und die natürlich eh alles besser wissen, was wie warum auf der Welt geschieht. Ganz bestimmt.
Es gibt aber tatsächlich auch noch ein paar vereinzelte Crypt Keeper, mit denen ich mich gut verstehe. Und von denen hat mir gestern einer eine Geschichte erzählt über einen Kollegen der anderen Art… die muss ich jetzt weitergeben.

An einer Stelle in der Gruft kommt das Gepäck der Besucher bei uns Crypt Keepern zur Kontrolle vorbei. Dies kann schnell gehen – oder wenn ein Besucher doch unerlaubtes wie Feuerzeuge oder Powerbanks in seinem Gepäck hat, dann nicht, denn dann wird dies von anderen Gruftlingen herausgeholt.
Und danach muss das Gepäckstück natürlich wieder auf die Reise gebracht werden.
Jedes Gepäckstück kommt in seiner eigenen Gepäckwanne an. Wird etwas aus dem Gepäck herausgenommen, müssen wir vorher das Gepäckstück aus der Wanne nehmen. Und danach muss es natürlich wieder zurück in eine Wanne und weitergeschickt werden.
Soweit die Theorie. Und auch die Praxis.
Wir haben dafür in unserer Arbeitshöhle sogar extra eine Stelle, an der wir Gepäckstücke wieder in Wannen legen und absenden können. Dieser Bereich ist eine kleine Seitenstraße im Gepäckwannenwegenetz. Dazu müssen dann die geleerten Wannen in diese Straße hineinfahren. Und manchmal stellen sich diese Wannen dabei quer. Dann geht es in diese Straße nicht weiter, und die große Straße ist auch blockiert. Und was von dort weggeschickt werden soll, bewegt sich natürlich auch nicht.

Eine leere Gepäckwanne steht quer in der Einfahrt zur Parkposition für wartende, leere Gepäckwannen. Kurz hinter der Einfahrt geht nach links eine Einzweigung des Weges ab, in dem eine leere Wanne steht und auf das nächste abzufördernde Gepäckstück wartet.Die Geschichte geht nun, dass der Crypt Keeper mit Aluhutambitionen ein Gepäckstück wegschicken wollte – und mein anderer Kollege dies beobachtet hat. Denn: Es hat nicht funktioniert. Das Gepäckstück wurde abgescannt – doch das Abfahren fand nicht statt. Also hat der handelnde Kollege es nochmal gemacht, mit dem gleichen Ergebnis. Keine Wanne fuhr mit einem Gepäckstück ab. Und mein beobachtender Kollege sah auch den Grund dafür – denn es stand mal wieder eine Wanne quer in der Einfahrt, was der andere nicht bemerkte. (Aber hätte sehen können, wenn er denn mal hingesehen hätte.) Stattdessen wurde weiter versucht und gescannt und geschimpft…
Darauf rückte der erzählende Kollege die Wanne gerade, worauf sie in den Seitenweg einfuhr. Und als sie da ihren Platz erreicht hatte, fuhr plötzlich die andere Wanne mit dem Gepäckstück ab. Und der Crypt Keeper, der sich dort mit der Wanne und dem Gepäckstück herumgeschlagen hatte, bemerkte wohl nicht einmal, dass noch eine Wanne hereingefahren kam, sondern sagte dann wohl nur „Na also, geht doch.“
Und da denke ich mir: Wenn so ein Crypt Keeper herumtönt, was alles so in Wirklichkeit abgeht… aber dann nicht einmal diesen kleinen Fehler bemerkt und behebt… dann kann das mit dem Alleswissen in meinen Augen nicht so weit her sein.

In diesem Sinne: Augen auf!

Der Crypt Keeper Ihres Vertrauens.

Schwarz-weiß gekleidete Gestalt. Schwarze Hose, schwarzer Ledermantel und weißes Hemd. Außerdem weiß geschminktes Gesicht mit einem Reissverschluss als Mund

Geschichten aus der Gruft – E. 3

Weiß geschminktes Gesicht mit rot unterlaufenen und blutig aussehenden Augen. Statt eines Mundes ist nur ein geschlossener Reißverschluss zu sehen.

Es ist mal wieder Zeit für einen kleinen Blick in die Gruft.
Der letzte ist ja auch schon über ein halbes Jahr her…

Heute gibt es nur zwei Anekdötchen…

Tür mit zwei rot-weißem Absperrbändern versperrt

Nummer Eins gehört zu diesem schönen Bild

Eine unserer Türen in der Gruft, durch die nicht jeder durchgehen darf. Entsprechend ist der Zugang mit einem Kartenleser verbunden.
Doch anscheinend ist das wohl nicht genug?
Sollte diese Tür etwa kaputt sein – und es nicht mehr genug Aufpasser geben, die sich hinsetzen und diese Tür im Auge behalten können?

Das wäre mir gaaanz unverständlich – schließlich war es ja nicht abzusehen, dass der Run auf die Gruft wieder kommen wird. Warum also wurden so viele Crypt Keeper und Gruftlinge freigesetzt?
Sie sind nicht nur einfach gegangen – sie wurden teilweise auch dafür entlohnt zu gehen.
Und nun werden dringend Crypt Keeper und Gruftlinge gebraucht, so dass sogar welche importiert werden sollen?!
Aber für Krankenhäuser und Pflege geht das nicht?

*Kopfschüttel*

 

Das zweite ist ohne Bild.
Denn schließlich kann ich kein Bild machen von etwas, das es nicht gibt.
Und das wäre mein Dienstplan für die Gruft für den Juli – also ab morgen.

Es ist nun 14:30 Uhr, ich habe meinen zweiten freien Tag von meinem Wochenende, und darf deshalb morgen wieder zur Gruft.

Stellt sich nur die Frage, ab wann?

Es gab mal eine Zeit, da gab es Dienstpläne schon zum 15. des Monats für den Folgemonat. Das wurde vor ein paar Jahren von den Chefs unserer Crypt Keeper-Firma auf den 25.sten geändert – damit diese besser planen können.
Aber jetzt haben sie den Vogel abgeschossen.
Es kann also sein, dass ich in 12 Stunden aufstehen müsste… aber wer kann das wissen?

*sfz*

Werde ich also später nochmal versuchen, ob ich über Ferntaube erfahren kann, wann ich morgen erscheinen soll.
Sonst komme ich irgendwann, wann es mir passt…

Hatte ich es schon mal gesagt? Einmal mit Profis…

 

Ich hoffe, in Euren Grüften läuft es besser.

 

Der Crypt Keeper Ihres Vertrauens

 

Schwarz-weiß gekleidete Gestalt. Schwarze Hose, schwarzer Ledermantel und weißes Hemd. Außerdem weiß geschminktes Gesicht mit einem Reissverschluss als Mund

Geschichten aus der Gruft – E.2

Weiß geschminktes Gesicht mit rot unterlaufenen und blutig aussehenden Augen. Statt eines Mundes ist nur ein geschlossener Reißverschluss zu sehen.

Ja, jetzt, kurz vor Jahresende, fallen mir doch wieder ein paar Anekdoten aus der Gruft ein. Von daher:
Tretet ein – und lasst alle Hoffnung fahren…

Blick auf ein beleuchtetes, ziemlich leeres Vorfeld bei Nacht

Was zuerst?

Oh ja:
Vor Jahren wurde an einem großen Gang der Gruft, durch den die…
Gruftlinge nenne ich sie jetzt.
Ich und meine Kollegen sind die Crypt Keeper, alle anderen Mitarbeiter in und um die Gruft jetzt Gruftlinge. Der Rest sind Besucher. Ja.

Also, vor Jahren wurde an einem großen Gang der Gruft, durch den die Gruftlinge mit Kutschen verschiedenster Größen fahren, die Decke neu gemacht. Und wir kennen das schon von der Gruft:
Das dauert seine Zeit.
Wir reden hier von einem Zeitraum von Wochen bis Monaten.
Endlich war die Gangdecke fertig und neu gemacht… da ging es kurz drauf wieder von vorne los.
Alles wieder auf… etc.
Vielleicht wäre in anderen Gruften alles gleich zusammen auf EINMAL erledigt worden?
Welch gewagter Gedanke…
Ach ja – inzwischen ist der Gang tatsächlich fertig. ;o)

 

Baustellenabsperrung mit Pylonen, Absperrband über Säulenzwischenräumen hinweg, vor großen Toren. Links liegen mehrere Schläuche über eine Straße hinweg

Dafür kommen wir zu einer anderen Baustelle.
Die ist noch ziemlich jung. Es war wohl so gegen Ende Oktober, Anfang November, da machten sich ein paar dienstbare Geister daran, sich anscheinend ein wenig um einen Kanal unter der Gruft zu kümmern. Wer kennt das nicht? Irgendwann hat mensch nun mal den Kanal gestrichen voll.

Wie lange dauert nun aber eine ordentliche Durchspülung eines Kanals? Wie lange können sich so ein bis mehrere dienstbare Geister mit so einem Kanal beschäftigen?
Es stellt sich heraus: Lange.
Nun, Ende Dezember, sind sie immer noch nicht fertig. Im Gegenteil, die Absperrungen wurden sogar noch verstärkt.
Es werden doch nicht etwa zu viele Gruftlinge mit Kutschen versucht haben, da doch durchzufahren?
Wer weiß.
Nun mal sehen, ob sie es im nächsten Jahr fertigbekommen. Dieses Jahr wird das nichts mehr.

 

Mit Absperrgitter versperrte Straße, außerdem mit Verkehrsschild nach StVO Nr. 250 - Verbot für Fahrzeuge hinter dem Gitter in der Mitte der Straße. Rechts ein großes verschlossenes Tor hinter dem Gitter. Im Hintergrund auf der Straße liegende Schläuche

Jetzt noch zu einem anderen Gang.

Durch den gehen Besucher und Gruftlinge, alle in eine Richtung. Und dieser Gang hat Türen, die in den Parallelgang gehen. Mit dem kommt mensch in Richtung Freiheit, bzw. Gruftausgang.

Jetzt soll niemand unberechtigt durch diese Türen gehen. Verständlich, da könnte ja sonst jeder kommen. Was könnte mensch also dagegen tun? Die Türen zum Beispiel verschließen – und nur bei Bedarf öffnen. Dazu braucht es aber funktionierende Türen mit Schlössern. Wenn mensch die nun nicht hat? Ach, dann wird einfach vor jede Tür oder zumindest in deren Nähe ein Gruftling gesetzt. Die/der darf dann aufpassen, dass NIEMAND diese Türen benutzt.

Und auch hier reden wir von einem normalen Gruftzeitrahmen von mehreren Wochen.
Lieber bezahlte Gruftlinge vor oder an Türen setzen, statt diese richtig zu reparieren.
Ja, das klingt für mich total logisch und nachvollziehbar.

Wie – für Euch nicht?

JA DANN SUCHT EUCH DOCH NE ANDERE GRUFT !

Oder kommt einfach beim nächsten Mal wieder vorbei, wenn ich neue Geschichten zu berichten habe.

Der Crypt Keeper Ihres Vertrauens

Schwarz-weiß gekleidete Gestalt. Schwarze Hose, schwarzer Ledermantel und weißes Hemd. Außerdem weiß geschminktes Gesicht mit einem Reissverschluss als Mund

 

Geschichten aus der Gruft E.1

Weiß geschminktes Gesicht mit rot unterlaufenen und blutig aussehenden Augen. Statt eines Mundes ist nur ein geschlossener Reißverschluss zu sehen.

Ich wollte was Kurzes erzählen. Habe ich noch nicht getan, nun ist da noch was dazu gekommen. Dann fasse ich dat jetzt zu einem Beitrag zusammen, und mache mal eine neue Kategorie draus, glaube ich.
Ich nenne (diesen Beitrag und) die Kategorie nun „Geschichten aus der Gruft“.
Ich finde das passend. ;o)

Hmm… wenn ich nun also Geschichten aus der Gruft erzähle – macht mich dies zum Gruftwächter? Oder Crypt Keeper, wie er ja im Original heißt?
Hm.

Wenigstens sehe ich besser aus. *hust*
(Bilde ich mir zumindest ein. ;o) )

Was will ich denn nun erzählen?

Anekdoten, Erlebnisse, Begebenheiten, Bilder aus der Gruft, in welcher ich viel Zeit verbringen darf. Genauer will ich dies jetzt nicht ausführen. Ich denke eh, dass einige sich vorstellen können, was ich damit meine.

Damit zu Anekdote Eins:

Vor ein paar Tagen kam ich an einer der vielen Toilettenanlagen der Gruft vorbei. Zugängig für alle, nicht nur für die kontrollierten… ähm…

Verzeihung. Ich bin hier zwar schon länger in dieser Gruft, habe mir aber noch keinen passenden Begriff für die Gruftbesucher ausgedacht. Oh, ja…
Besucher ginge eigentlich.

Ich kam also an einer öffentlichen Toilettenanlage für alle Besucher vorbei – die da so aussah.
(Und dieses tatsächlich auch schon eine Weile.):

eine mit Band abgesperrte Toilettenanlage in einem Gruftgang

Diese Toilettenanlage war also gesperrt. Eigentlich ziemlich klar ersichtlich. Aber vielleicht nicht ersichtlich genug, denn es war gerade eine Frau dabei, die Tür zu den Damentoiletten zu öffnen. Bzw. sie versuchte es, sie aufzuziehen. Was nicht klappte. Bis ich sie ansprach und sagte, dass diese Toiletten geschlossen sind und einige Meter in einer von mir gezeigten Richtung eine weitere Toilette sei.
Sie dann so ‚Ah, hm…‘ und dann hat sie sich wieder aus der Lücke der Absperrung herausgedrückt und sich in die von mir gewiesene Richtung begeben.

*Kopfschüttel*

 

Die zweite Anekdote ist auch ein paar Tage alt.
Die Gruft ist groß. Und hat verschiedene Tore und Türen, damit Besucher dahin kommen, wo sie hinsollen. Teilweise werden dafür Busse genutzt. Denn die Gruft ist WIRKLICH groß. ;o)
Dumm ist dann nur, wenn Besucher per Bus an den falschen Eingang gefahren werden, und sie sich dort auf den Weg weiter ins Innere machen.
Und dann vom Busfahrer zurückgerufen werden müssen, weil er sie falsch abgeliefert hat.

Einmal mit Profis…

 

 

Der dritte Punkt dieser Sendung ist ein Bild zum Abschluss.
Das Bild einer Uhr an der Wand.
Einer *defekten* Uhr an der Wand.

Wanduhr mit rotem aufgebrachten Zettel, auf dem DEFEKT steht.

Ja, eine Wanduhr kann kaputt gehen.
Und wenn etwas kaputtgegangen ist, wird es wieder repariert. Zumindest wenn die Gruftbesitzer sich ordentlich um die Inneneinrichtung kümmern würden, was mensch, geist und crypt keeper ja erwarten könnte. Und sei die Gruft noch so groß. Ordentliche Gruftarbeit erfordert ordentliche Gerätschaften.
Irgendwann sollte also eine Uhr repariert werden können. Wenn einem Gruftbesitzer so etwas wie funktionierende Ausstattung wichtig wäre.

Nun.

DIESE Uhr ist also kaputt. Passiert.
Allerdings nicht seit gestern.
Oder vorgestern.
Ich glaube, diese Uhr ist seit locker 5-6 Jahren kaputt. Und die Lösung dafür?
Einen „Defekt“-Zettel draufzukleben. Bekommt mensch ja sonst nicht mit, dass die Uhr steht.
Jo.

 

Dies waren – zur Einstimmung auf den Herbst – ein paar kleine Geschichten aus der Gruft. Bleiben Sie dran für das weitere Programm.

Der Crypt Keeper Ihres Vertrauens.

Mann in schwarzem Ledermantel, mit weißem Gesicht und Reissverschluß als Mund