Erinnerungsweg

Strasse mit Häusern und Autos im Nebel. In der Mitte oben ist ein heller Streifen, an dem die Sonne zu erahnen ist.

Wir werden ja alle nicht jünger. Und je älter Mensch wird, desto mehr Zeiten hat er/sie, an die zurückgedacht werden kann.
Ich bin da keine Ausnahme.

Wir hatten jetzt die jährliche Abteilungsversammlung von unserer Bogensportabteilung. Ich hatte keine Lust, dorthin mit Flip zu fahren, um dann vielleicht erstmal einen Parkplatz suchen zu müssen… also bin ich gelaufen. Ein schöner Spaziergang durch die Milch zu Erinnerungen an die Vergangenheit. Zu Motorradstunden. Fahrten durch die Milch mit dem Rad…
Eine Grünanlage mit Spielplatz, in der ich mit Drachenechse mal unterwegs war. Entweder noch ganz am Anfang von uns – oder sogar noch davor?
Schon so lange her.

An das erste Mal Treffen mit Alex.
(Ich habe gerade keine Lust, nachzusehen, ob + wenn ja wie ich sie vielleicht mal hier tarnungsmäßig benannt haben könnte. Ich bleibe jetzt tatsächlich einfach mal bei Alex.)
Die war neu bei der Confusion – und wir haben uns direkt verstanden.

Wie geht das nur? Mensch lernt jemanden kennen und kann sofort mit dieser Person – oder halt nicht?

Verschiedene Masken der Commedia Dell'ArteAlex war 10 Jahre jünger als ich, und doch…
Ich glaube, es war direkt nach der ersten gemeinsamen Confusionsprobe, dass wir danach noch im Treppenhaus im O-P-H rumgesessen und gequatscht haben. So lange, bis die Theatergruppe nach der Confusion ihre Probe auch schon beendet hatte + unsere ‚Chefin‘ uns noch im Treppenhaus entdeckt hat.
Da habe ich Alex nach Hause geleitet, als Geleitschutz + damit ich einen Teil des Verspätungsärgers der Eltern auf mich nehmen könnte, wenn benötigt.
Danach waren wir 3-4 Jahre sehr gut befreundet, bis ich nach Rottweil bin. Oder kurz davor.
Wir waren gemeinsam mit anderen bei Theaterwerkstätten, haben Daniela bei ihrem Studium in Kaiserslautern besucht… und auf der Rückfahrt im Zug haben wir ein älteres Paar getroffen, mit denen sie dann gebärden konnte.
Und ich habe interessiert dabei gesessen.
Eisenbahnschienen im SchneeSie haben uns im Frankfurter Hbf. dann noch zu einem Kaffee eingeladen wg. der netten Unterhaltung. Ich glaube, während wir zusammen auf unsere nächste Verbindung gewartet haben. Und sie fanden es, glaube ich, erstaunlich, dass ich Alex einfach habe machen lassen. Warum auch nicht. Doch es scheint Leute zu geben, die es nicht ertragen können, wenn sich welche unterhalten, ohne dass sie sich selbst beteiligen können/wollen.
Ich bin mir nicht mehr sicher, ob sie uns nicht auch erst für ein Pärchen gehalten haben? Da war irgendwas…

Ja, am O-P-H bin ich auch vorbeigekommen. Das steht kurz für Olof-Palme-Haus. Da hatte die Confusion damals ihren Unterschlupf. Und entsprechend oft war ich dort.
Die Lichter waren an – also war eventuell wieder irgendeine Veranstaltung.
Wer da jetzt wohl die gute Seele des Hauses ist?

Ich würde ja gerne mal wieder hin, doch meine andere Theatergruppe, zu der ich meist zum Zuschauen gegangen bin – der ETC (English Theater Club) – ist irgendwie verschollen.
Das Los von Vereinen aus Schulkameraden, die dann keinen Nachwuchs finden.

Tja… *sfz*

Sonnenuntergang am Meer

20 Jahre

Arlecchino-Maske der Commedia dell'arte auf Knie

Heute vor 20 Jahren war die Premiere vom Sommernachtstraum von der Confusion, wenn ich mich nicht total falsch erinnere.

Das war mein zweiter Lauf bei der Confusion. Zu ihm bin ich durch Drachenechse gekommen, mit der ich mich bei der Premiere von der Confusionschefin für „Die Zofen“ gut verstanden hatte. So gut, dass wir zusammen mit zwei weiteren Confusionären 2004 zur Theaterwerkstatt nach Meiningen gefahren sind. Habe ich bestimmt schon irgendwo mal hier geschrieben.
Nun, die Confusion hat noch einen Techniker gebraucht. Ich hatte Zeit, da arbeitslos… also habe ich sie zu einer Probe begleitet und habe der Chefin dabei mal wieder Hallo gesagt.

Ich habe meinen ersten Lauf bei der Confusion ’99 beendet, nach „Yvonne, die Burgunderprinzessin“. Mit 30 wollte ich nicht mehr wirklich in einer Jugendgruppe mitspielen. Auch wenn ich mich nicht alt gefühlt habe – und immer noch nicht tue. Zumindest lange nicht so alt wie das, was auf meinem Ausweis steht. ;o)
Doch Technik ist ja was anderes. Da kann ich auch unterstützen, wenn ich nicht mehr das Zielalter habe. Und ich glaube, die anderen Confusionäre hatten mich teilweise erst für einen Schulkameraden von Drachenechse gehalten. :oD

Requisiten für den Sommernachtstraum: Eine Leiter und eine Strickleiter am Baum im BockshofDer Sommernachtstraum war das letzte Stück, bei dem ich in Rottweil mitgemacht habe. Und ein Jahr später die Technik zu Hause für zu machen – prima.

Die Premiere war also am 03. Juli 2004, wenn ich nicht irre. Denn der Tag drauf wurde dann auch wichtig.
Lang ist’s her.

An dieser Stelle ganz besonders liebe Grüße in den Pott. ;o)

Das Interessanteste an diesem Projekt vom Sommernachtstraum war dann, dass wir es im Sommer auch mal einfach so im Park von Wilhelmsbad gespielt haben. Beleuchtet mit Taschenlampen, Eintritt frei. Das war cool.

Keine Ahnung, was die ganzen Confusionäre von damals jetzt so anstellen. Wahrscheinlich auf der ganzen Welt verstreut.

Immerhin weiß ich, wo Drachenechse steckt. :o)

4 Halloween-Elementar"geister" ind Blau, Rot, Weiß und Grün

Mal nur bis zum Happy…

Bühnenaufbau: Links geht eine Treppe nach oben in die zweite Ebene. Dort sind Mauern und rechts eine geschlossene Tür zu sehen, sowie daneben eine geöffnete Tür mit einer Art Fliegennetz davor, hinter der Licht leuchtet. Davor ist ein Geländer. Die untere erste Ebene ist frei. In der Mitte geht eine Art Durchgang nach hinten ins Dunkele. Links davon ist ein Brunnen, sowie eine Steinbank unter einem Fenster zu sehen, daneben eine Tür. Auch rechts vom Durchgang sind eine Tür, Fenster und Steinbank zu sehen. Außerdem ranken sich Kletterpflanzen nach oben bis unter das Geländer.

Es war mal wieder Theaterzeit. Denn Drachenechses Mama hat wieder an mich gedacht. Yay.

Allerdings werde ich dieses Mal tatsächlich nicht den Namen des besuchten Stückes nennen. Denn ich will das Stück nicht… niedermachen? schlecht reden? Mein Gefühl für die Inszenierung war irgendwie nicht so vorhanden. Weswegen ich in der Pause gegangen bin. Da war mir mein Schlaf vor der Arbeit mal wichtiger.

Jetzt spricht das ja für sich, wenn jemand in der Pause geht. Allerdings: zumindest Drachenechses Mama hat sich das Stück zum zweiten Mal angesehen. Das sagt ja auch etwas über das Stück aus – und gleicht mein frühes Gehen wieder aus. Außerdem laufen die Festspiele noch. Weswegen ich das Stück nicht „zerreißen“ will. Was ich auch gar nicht könnte, denn ich habe es nicht ganz gesehen. Also kann ich mir kein komplettes Urteil über das ganze Stück bilden.
Von daher: Kein Urteil, kein Namen.
Jede/r darf/muss sich also selbst eine Meinung bilden.
Ich bin dieses Mal halt nur bis zum Happy-(Zwischen)End geblieben.

Warum habe ich es nicht länger ausgehalten?

Ich bin jetzt niemand, der geht, sobald ihm was an einem Stück nicht gefällt. Dies ist auch ein klein wenig eine Sache des Respekts.
Darum bin ich in der Pause gegangen. Da fällt es nicht so auf. Ich kann mich nur an ein Mal erinnern, wo wir es nicht bis zum Ende ausgehalten haben. Dazu gleich.

Was hat mich gestört? Oder fand ich auch etwas gut?
Aufgefallen ist mir die Stimme der Hauptdarstellerin. Auch mit (oder trotz?) Mikro würde ich sagen: Die hat Power.
Irgendwie war das aber auch das einzige Positive.
Die Sprache hat mir nicht gefallen, und ich muss wohl mal nachlesen, ob das alles wirklich SO gesagt wird. Eine eingefügte Figur/Rolle war… *schulterzuck*
Ja gut, sie hat gesungen, aber… hm.
Eine Nebenrolle fand ich eher nervig, weil versucht komisch. Ich erkenne den Ansatz + an welche Rolle sie mich erinnert… das war’s aber auch schon. Deswegen müsste ich auch hier nochmal nachlesen.

Mein Bett, bezogen mit einem Bettbezug und Kissen am Rand aufgestelltDas, was ich gesehen habe, fand ich alles etwas… flach, irgendwie.
So flach, dass ich mir wohl dachte, da lege ich mich lieber selber flach… in mein Bett. *badumm-tss!*

Ich kann mich wirklich nur an einmal erinnern, wo ich mittendrinnen gegangen bin, wie erwähnt. Genauer gesagt sogar kurz vor dem Schluss.
Das war irgendwann Mitte der 90er. Über meine zweite Gruppe, die Confusion, bin ich zu einer dritten gekommen, um dort eigentlich Licht und Technik zu machen, für „Die Physiker“.
Eine Woche vor unserer Premiere bei den damaligen Amateurtheatertagen hier in Hanau spielte tatsächlich eine bekannte Schulgruppe ebenfalls „Die Physiker“. Da sind wir natürlich rein, um zu sehen, wie unsere Version wohl im Vergleich wäre.

Der damalige Leiter der Schul-Gruppe, Deutschlehrer (und auch mal 1½ Jahre mein Klassenlehrer), war immer sehr ambitioniert und hat ‚das Volk‘ teilweise in Klassenstärke auffahren lassen. Ich denke, hier hatte er die Physiker in Mehrfachstärke besetzt.
Wahrscheinlich, um den Text besser zu verteilen.

Wir waren alle von der Aufführung enttäuscht. Deswegen ist ein Teil unserer Gruppe in der Pause gegangen. Respekt und so. Der Rest wollte dem Rest der Inszenierung noch ’ne Chance geben und ist geblieben. Doch als dann die Stimmen der Physiker vom Band kamen, die entsprechende Rolle aber noch nicht mal dazu agiert hat, als Playback sozusagen – sondern stattdessen etwas gegessen hat – da war’s vorbei. Da ist dann auch der Rest der Gruppe gegangen + zum ersten Teil der Truppe in der Kneipe dazugestossen.

Unsere Premiere eine Woche später war dann so gestoppte voll – auch von vielen Schülern aus der Schulgruppe. So viele, dass sie sich in die Gänge gesetzt haben. (Wenn wir alle Zeit gehabt hätten, hätten wir nochmal spielen können.) Und ein erstaunter Punkt der Schüler war, wie wir den ganzen Text behalten konnten. :oD

Doch sonst?
Wüsste ich nicht, wann ich mal nicht bis zum Schluss geblieben bin. Jetzt halt mal wieder. Bin gespannt, wann ich das nächste Mal ins Theater gehe. Ich denke nicht, dass mir mein Schlaf dann wieder wichtiger wäre.
Wir werden sehen. ;o)

Arlecchino-Maske der Commedia dell'arte auf Knie

DRAMAtisch

Commedia Dell'Arte-Maske von einem Totenschädel, mit Filter bearbeitet

Die Sache, über die ich jetzt schreiben werde, fand gestern statt.

Ich hatte letztes Jahr von meinen Besuchen des Theaterstückes „Wachen! Wachen!“ von den Dramateuren berichtet. Die Aufführungen fand ich ziemlich gut – und sie haben in mir tatsächlich mal wieder Interesse an der Bühne geweckt. Ich habe ihnen damals auch mal geschrieben… allerdings da nie etwas als Antwort gehört. Nun gut. (Anscheinend haben/hatten sie starke Spam-Probleme.)
Letzte Woche haben sie nun über ihren IG-Account zum ersten DRAMAtisch eingeladen: Einen Stammtisch im Brückenkopf, einem Kultlokal hier in Hanau, mit der Möglichkeit für Nicht-Dramateure, dazuzustoßen und sich mal mit Dramateuren in Ruhe auszutauschen.
Nachdem ich meinen Dienstplan hatte, habe ich mich dann dafür einfach mal angemeldet. Wenn sich schonmal die Gelegenheit bietet, solche Kontakte zu knüpfen… da musste ich sie einfach nutzen.

Handpuppendrache Eroll auf einem Stuhl, mit gelber Rose im Maul. Seine Farbe ist grünlich - und er hat zwei extra große NasenlöcherEs waren nette zwei Stunden. Die Begrüßung war offen und interessiert und ich denke, ich habe mich nicht zu sehr blamiert. Das ist für mich ja immer so ein komisches Gefühl, wenn ich das erste Mal mit festen Strukturen bzw. Gruppen in Kontakt komme. Doch die zwei Stunden liefen gut.

Wir haben über meine beiden Besuche der Aufführungen gesprochen, über die Bücher der Scheibenwelt und die Scheibenwelt-Convention. Später auch noch ein wenig über die letzten Stücke, bei denen ich mitgemacht habe. Hauptsächlich wegen der Spielstätte, dem Hans-Böckler-Haus. Denn da hat einer von ihnen gegen Ende des Monats Aufführungen mit der Gruppe, die er jetzt anleitet. Nämlich der Confusion 2.0 – die Neuauflage einer meiner alten Theatergruppen. Neuauflage deshalb, weil die Confusion die Pandemie nicht überlebt hat und sich die alte Chefin in den Ruhestand zurückgezogen hat. Und er leitet nun die Wiederbelebung, sozusagen.

Ich war einer von zwei neuen Gesichtern bei diesem Abend. Das zweite Gesicht war auch ein männliches, und ich denke, wir waren recht unterschiedlich.
Bin ich irgendwo neu, führe ich nicht gleich die Unterhaltung an. Es sei denn, es ist eines meiner Herzensthemen, wie z.B. die Scheibenwelt. Sonst höre ich eher erst mal zu, beteilige mich aber auch mit Einwürfen.

Das zweite Gesicht war da – für mich gefühlt – anders. Sehr auskunftsfreudig, über sich + was er schon so gemacht hat, so nebenbei eingestreut. Außerdem viel aktiver in der Gesprächsführung.
Ich glaube, das könnte auch eine Art von Unsicherheit-kompensieren gewesen sein. Oder vielleicht wünsche ich mir das auch nur. *schulterzuck*

Da ich heute aber wieder früh aufstehen durfte, habe ich mich dann um 9 verabschiedet. Jedoch nicht, ohne vorher noch gesagt zu haben, dass dies ein schöner Abend war und ich gerne bei einer Fortsetzung wieder mitmachen würde. Von daher wäre eine Mitteilung über IG vielleicht wieder ganz praktisch.

Jetzt habe ich also wenigstens mal einen Teil der Gruppe getroffen und wir haben uns unterhalten. Schauen wir, wann dies das nächste Mal passieren wird. Doch der Erstkontakt ist hergestellt.
Das ist doch schon mal etwas. ;o)

Feuer vor schwarzem Hintergrund

Umarmen oder nicht?

Das Ensemble unserer Inszenierung von Tartuffe stehen mit dem Rücken zur Kamera, nur der Spieler von Tartuffe sitzt dem Publikum zugewandt.

Mein Abo des Ns hat sich jetzt in den 2. Monat begeben. Und was habe ich bisher alles gesehen?
Nur Wednesday. Wenn auch die letzte Folge fast zwei Mal. Und die erste Folge doppelt.

Seitdem begnüge ich mich mit dem Ansehen der verschiedensten Reaktionsvideos zur Serie. Und ich bin nun am Überlegen, wie ich mir die Serie sichern könnte für eine Zeit, wenn ich KEIN Abo habe. Hm…

Was mir jetzt beim Sehen der Serie und der Reaktionen darauf wieder eingefallen ist, betrifft einen wichtigen Punkt von Enid, Wednesdays Zimmergenossin.

Enid ist ja das totale Gegenteil von Wednesday: Bunt, zeigt ihre Gefühle – die Wednesday durchaus auch hat, aber so gut wie nicht zeigt.
Und Enid ist eine Umarmerin.

Die beste Umarmung ist die ganz zum Schluss. *Spoiler*
Wie ich das nun also immer wieder mal gesehen habe, muss ich 30 Jahre zurückdenken.

Ich habe damals bei Lim Theater gespielt, einer Theatergruppe des Jugendbildungswerkes Hanau. Es war dann zu irgendeiner Feier von jemanden von der Gruppe in Steinheim, dass ich das erste Mal eine Freundin/Mitschülerin der feiernden Person getroffen habe – VOR der Feier und wir haben den Weg dann zusammen zur Feier gefunden.
Eine Woche später, oder so, war die nächste Feier und da war sie auch wieder da.

Letztendlich ist sie dann auch in die Theatergruppe gekommen. Allgemeiner Spitzname von ihr überall und bei jedem – den ich hier nun auch nutzen werde – war Erbse.

Ich fand Erbse ziemlich interessant. Vor allem habe ich mich mit ihr auch direkt beim ersten Zusammentreffen einfach unterhalten können.

Eine ganze Zeit später war dann bei Erbse Geburtstag angesagt. Natürlich war ich auch bei der Feier dabei, und ich glaube, wir haben dort auch übernachtet, denn von ihr wieder zurück nach Hanau war es eine Strecke. Die ich sie nach den Proben auch öfters nach Hause gefahren habe. Kavalier – bla. ;o)

Ich glaube, es war am Morgen nach ihrer Feier, als sie meinte, dass sie mich ja noch nie umarmt hätte. Also wurde dies durchgeführt… und es war erstmal seeehr ungewohnt für mich. Denn bis dahin war ich insgesamt wohl eher körperlich distanziert.
Also kein Umarmer.

Doch ich denke, durch diese „Initialumarmung“ bei und durch Erbse hat sich das geändert.

Ich weiß nun nicht mehr, wie schnell dies ging, doch wenn ich an spätere Jahre und meine Leiterin der Confusion denke, dann wird diese sicher bestätigen können, dass ich ein Umarmer geworden bin. Während sie dies nun nicht so gebraucht hätte… aber sie hat es dann immer über sich ergehen lassen. Vielleicht war sie irgendwann auch daran gewöhnt. ;o)
Und Drachenechse + Fuchs können bestimmt auch bestätigen, dass ich inzwischen ein Umarmer bin.

Erbse hat mich da auf den Geschmack gebracht.
Da sollte ich ihr jetzt noch Danke sagen für, falls wir uns mal wieder über den Weg laufen.
Was eher unwahrscheinlich ist, denn nach meiner letzten Information war sie da in Berlin.

Dann halt hier: Danke, Erbse.

Eine kleine grüne Drachenfigur hat drei rote Herzchen über sich und wirft einen Kussmund in die Luft - im Hintergrund ist der Schatten der Figur zu sehen

Was ein Theater…

Verschiedene Masken der Commedia Dell'Arte

Ich war im Juli seit Ewigkeiten mal wieder in einem Theaterstück. Meine Neffen sind nämlich mit mir zur Aufführung von „Robin Hood“ vom Kinder- und Jugendtheater Frankfurt im Nidda-Park.
Doch darüber will ich jetzt gar nicht schreiben.
Auch Fotos habe ich keine gemacht. Wer sich da ein paar Bilder ansehen möchte, muss auf die Instagram-Seite des Theaters gehen. Da kann mensch dann Fuchs als Robin sehen.

Ich habe mir vorhin für mich Gedanken zu dieser Aufführung gemacht, was mich dazu brachte, mal über meine Theaterzeit(en) nachzudenken und zu überlegen, welche Rollen/Stücke für mich am besondersten/wichtigsten waren.

Ich denke jetzt nur an den Zeitraum von 1986 bis 2012. Das ist ein gutes Vierteljahrhundert. Meine Zeit vom Jugendtheater über das Zimmertheater bis zu den eigenen Inszenierungen.

Ich denke, sehr wichtig ist „Die Frau in Schwarz“ vom Zimmertheater Rottweil. Sie steht so weit oben, da dies das erste (und einzige) Zwei-Personen-Stück war, in dem ich mitgemacht habe.
Kein Verstecken hinter anderen Schauspielern. Mensch muss die ganze Zeit voll bei der Sache sein. Das war eine Herausforderung. Und mein Kollege war klasse. Er und seine Familie haben sich damals ein wenig zu einem Familienanschluss für mich entwickelt.
Also – die Frau in Schwarz ganz oben, als allererstes.

Mit „Kunst“ haben wir später da noch ein 3-Personen-Stück gemacht, doch das finde ich für mich längst nicht so wichtig. Am wichtigsten von „Kunst“ war da der 1½-Seiten-Monolog… und die Filzstifte in der Nase, die es auch in die Zeitung geschafft haben.
Wuhuu… welch Wunder…

Weit vor „Kunst“ liegt bei mir da noch eher „Macbeth“ von 1999 in Gelnhausen. In dem Jahr war ich im „Theaterstress“ – 3 Premieren in 3 Monaten. Als hätten mir meine beiden festen Theatergruppen nicht gereicht, musste/wollte ich unbedingt beim Macbeth-Projekt mitmachen. Eigentlich wollte ich ja ‚nur‘ Soldat sein und kämpfen. Allerdings hat das zeitlich nicht gepasst. Also habe ich die kleine Rolle des Arztes übernommen. „Ein Arzt“ – auf der Besetzungsliste die zuletzt aufgeführte Rolle. Ein Auftritt von vielleicht 5 Minuten, wenn’s hochkommt. Kurz vor Schluss, zusammen mit Lady Macbeth. Und ihrer Zofe.
Und mit diesem kurzen Auftritt habe ich es geschafft, eine namentliche Erwähnung in der Zeitung herauszuschlagen. Bei locker über 50 Mitspielern macht mich das immer noch stolz. :oD

Etwa auf einer Ebene würde ich danach 3 Rollen/Stücke ansiedeln. Das wären die beiden ersten Projekte in den Jugendgruppen, bei denen ich mitgemacht habe – und ein Stück etwas ‚weiter hinten‘.

Das erste Stück von Lim war „Der eingebildete Kranke“ von Molière.
So kamen wir ja überhaupt zum Namen unserer Gruppe. Aus ‚Le Malade imaginaire‘ wurde ‚L’imagination malade‘ = L’im oder einfach Lim.
Ach ja, da habe ich Argan gespielt. Den eingebildeten Kranken, angelegt als ein Pantalone der Commedia Dell‘Arte – nur ohne Maske.
Das war 1987.

Lim war damals die eine Jugendtheatergruppe des Jugendbildungswerkes Hanau. Die andere Gruppe war die Confusion. In die stieg ich dann 1992 mit ein. Da war ich in der aktuellen Lim-Produktion nicht groß beschäftigt, also suchte ich mir eine andere Theaterauslastung.
Hi hi… der erste Kommentar zur Begrüßung einer Alt-Confusionärin war, als ich zu einer ersten Probe für Neue kam: „Was machst Du denn hier?“

Ja – unsere Gruppen kannten sich ein wenig. :oD

Die Confusion suchte für ihr neues Projekt noch Mitspieler. Das Projekt war „Draußen vor der Tür“ – und ich wurde da zu einem von erst 4, dann 3 Beckmännern. Der vierte machte irgendwann den Abgang – seine Diva-Allüren wurden nicht ordentlich gewürdigt. Also wurde sein Teil auf die anderen drei aufgeteilt. Das machte dann die Szene beim Oberst erst richtig gut.
Also Danke nochmal für deine verletzte Eitelkeit, Nr. 4.

Ja, das war klasse. Und diese Produktion hat meinen Mit-Lims gut gefallen. Seitdem war die kleine Rivalität, die es vielleicht gegeben hatte, weg.

Ja, der Beckmann war etwas Besonderes. Genau wie der Argan. Und als drittes kommt da jetzt noch Cathy dazu.

Mit Lim spielten wir 1995 – glaub ich – „Der siebte Himmel“ von Caryl Churchill, oder im Original Cloud Nine.
Im ersten Akt war ich Clive, der Kolonialheer – im zweiten Akt dann Cathy. Eine Fünfjährige.

Und die hat mir richtig Spaß gemacht zu spielen. So sehr, dass eine Mitspielerin, die in dem Stück ein paar Ohrfeigen verteilen durfte, ein paar sehr gute hingelegt hat. Eine bei mir, weil ich das nervende 5jährige-sein wohl gut gemacht habe.

Arlecchino-Maske der Commedia dell'arte auf KnieSpäter meinte dann einer unserer Leiter, dass ich mit Cathy einen neuen Punkt des Spielens erreicht hätte. So konnte ich danach tatsächlich ENDLICH auch mal den Arlecchino in der Commedia Dell’Arte spielen. In diesem Fall dann Misu, den männlichen Tel des Arlecchino-Duos Tira + Misu.

Misu war auch klasse. Die Zeit dieses Projektes wurde nur insofern eher schwierig für mich, weil ich total und hoffnungslos verschossen in die Darstellerin der Tira war. Das war dann eher Fegefeuer… :o|

Wenn es jetzt einmal unwahrscheinlicher weise zu einer Begegnung mit ihr kommen sollte, würde ich vielleicht „Hallo“ sagen. Mehr aber auch nicht. (Ich glaube, das habe ich irgendwo hier an einer Stelle meines gesamten Blogs auch schon mal erwähnt.)
Aber darum soll’s ja gar nicht gehen.

Also – Misu war auch wichtig für mich.

Gibt es denn jetzt noch irgendeine Rolle/Projekt, welches in mir heraussticht? *Grübel*

Ich denke, den Zettel möchte ich noch erwähnen. Den durfte ich im Sommernachtstraum in Rottweil spielen. Das letzte Stück als Profi dort am Zimmertheater. Und ich durfte da die Handwerker immer mit ein paar Prominenten der Stadt spielen. Leitern von Ämtern und der Sparkasse, Lehrern (das war die schlimmste Gruppe) und Leiter der Narrenzünfte.
Die Gruppen haben mal mehr, mal weniger Spaß gemacht. Aber meine Mit-Handwerker haben das Spielen mit mir wohl immerhin so sehr geschätzt, dass ich zum Schluss als Dank für die Mühen mit ihnen eine gefüllte Sparsau bekommen habe. Und das von denen, mit denen die Arbeit Spaß gemacht hat. Da hätte es kein Extra-Geld gebraucht. Von den Lehrern hätte ich schon was genommen. *fg*

Das waren die besonderen Stücke, in denen ich selbst mitgespielt habe. Ich denke, 2 Stücke/Projekte hätte ich noch, die für mich besonders sind/waren.

Das eine ist „Salome“ von Oscar Wilde.

Kopf einer Schaufensterpuppe auf einem schwarzen KissenDas dürfte das erste Stück sein, in dem ich den Großteil inszeniert habe. Mit Drachenechse als Jochanaan und Herodias. Ihren Kopf hat sie jetzt noch. :oD
(Und als Mitchefin. ;o))

Da wir die Handlung modern anlegten, waren mit die ersten Gedanken, die ich mir machte, zum Tanz der Salome. Da wurde dann ein Lapdance zu Apocalypticas ‚I’m not Jesus‘ draus.
Und deswegen ist das ein wichtiger Punkt für mich.
Diese Musik gefunden und eine coole Szene und ein gutes Stück gemacht zu haben. (Aber ich bin da parteiisch. ^^)

Und das letzte Stück, das ich erwähnen möchte, wäre jetzt noch das letzte Stück, welches ich gemacht habe. „Tartuffe“ von Molière. Dies ist wirklich das erste Stück, das ich alleine aufgezogen und geleitet habe. Drachenechse hatte mal mit nach den Strichen gesehen, von München aus. Ansonsten hatte ich alles in der Hand. Sogar das Motiv für unser Programmheft und das Plakat habe ich entworfen, nachdem ein Mitspieler, der eigentlich zeichentechnisch in seiner Freizeit unterwegs war, nicht mit einem Entwurf zu Potte kam. Deswegen nahm ich das irgendwann in die Hand. Damit war er dann zwar nicht so einverstanden und wollte so dann eigentlich nicht beworben werden, aber das war mir dann wurscht.

Plakat/Flyer für Tartuffe von Molière von der Thatergruppe Spiel-Wut. Ein paar weiße Flügel, die einen roten Teufelsschanz und einen goldenen Heiligenschein haben, auf dem 2 rote Hörner sitzenTatsächlich könnt ihr zu Tartuffe und den Proben und überhaupt dazu in meinem Blog so einiges lesen. Dazu müsst ihr allerdings ganz an den Anfang springen. Denn die Proben und das Drumherum dazu haben mich in der Anfangszeit meines Blogs zu ein paar Beiträgen „inspiriert“.

Tartuffe wäre also das letzte Projekt, das ich theatertechnisch hier hervorheben und erwähnen möchte. Tatsächlich ist Tartuffe auch das letzte Projekt, an dem ich mitgemacht habe, theatertechnisch. (Könnte sich vielleicht noch mit dem zerbrochenen Krug überschneiden, aber gefühlt ist Tartuffe das letzte.)

Wenn ich jetzt so überlege, dann wäre das jetzt ein vollendeter Bogen.

Angefangen mit Molière – aufgehört mit Molière.
Ist fast passend.

Damit schließe ich diesen Beitrag ab, mit diesem Kreis… oder Bogen… oder Kurve… je nachdem, wie mensch es bezeichnen möchte. Vielleicht geht es von diesem Punkt ja auch irgendwann wieder weiter.

Wer weiß…

 

P.S.: Einen Nachtrag hätte ich noch. Kein komplettes Stück, sondern nur eine Szene. Nämlich bei der Theaterwerkstatt von den Tohuwabohus in Meiningen, ich glaube 1999? Die Werkstatt, bei der ich mitgemacht hatte, war „Regie-Theater, Theater-Regie“ – und es war das erste Mal, dass ich mich in Richtung Regie umgesehen habe. Letztendlich habe ich dann in der Szene, die wir bearbeitet hatten gespielt und nicht inszeniert, doch das macht nichts.
Wir haben an der Mordszene von Woyzeck an Maria gearbeitet, und ich durfte einen Woyzeck machen.
Und das war auch toll. Und das Besondere hierbei war, dass danach eine damals gute Freundin meinte, dass sie mich gar nicht erkannt hätte, weil ich doch eher immer fröhlich wäre und lachen würde, aber da richtig böse gewesen sei.

Ja – das muss unbedingt noch hier mit zum Beitrag. Auch wenn ich diese Episode eventuell auch schon mal erwähnt habe?
Aber halt alt… und vergesslich… und schon sooo viele Beiträge. (367)
Da verliere ich dann schon mal den Überblick. ^^

 

P.P.S.: Heute unterwegs ist mir doch noch eine Sache eingefallen, die ich besonders und damit erwähnenswert finde. Auch hierbei handelt es sich nicht um ein komplettes Stück, deswegen denke ich da nicht sehr oft dran. Doch heute habe ich. ;o)
Ich glaube, es müsste 1996 gewesen sein, ein Projekt vom JBW Hanau mit den französischen Partnerstädten. Eine Art Austausch, bei dem Hanauer und Franzosen aus Francheville und wahrscheinlich Umgebung für knapp 10 Tagen zusammen in Dietzenbach untergebracht waren und mit verschiedenen Kunstarten eine Aufführung erarbeitet haben. Das waren Kunstarten wie Tanz, Video, Masken und Theater.
Eigentlich wollte ich zur Videogruppe. Allerdings waren von etwa 40 Teilnehmer gerade mal 5-6 Jungs. Wie üblich eigentlich. Und von diesen wenigen männlichen Teilnehmern war einer der Franzosen schon fest für die Videogruppe „gebucht“, weil seine Freundin, glaube ich, auch dort war. Also bin ich in die Theatergruppe, damit dort wenigstens auch eine männliche Person war. Da kannte ich auch die Teamerin, da es sich hierbei um die Leiterin der Confusion handelte.

Wir haben dann Figuren erdacht, mit denen wir durch einen Zeittunnel in das nächste Jahrtausend gehen wollten, aber abgeschnitten wurden vom Rest.
Da kam ich dann auf den Gedanken, dass ich ja dann vielleicht einen Videoreporter machen könnte. Ich fragte bei der Videogruppe nach, ob ich vielleicht für die Aufführung als Requisit eine Kamera bekommen könnte – und da mir dies zugesagt wurde, wurde ich Maximilian Schäfer vom Sender 23. Und es lief dann tatsächlich darauf hinaus, dass ich mit der Videokamera auf der Bühne stand – und das Bild der Kamera live via Kabel über einen Beamer auf eine Leinwand geworfen wurde. Liveberichterstattung aus dem Zeittunnel.
Und ich konnte doch noch mit der Videokamera arbeiten. :oD

Ich denke, inzwischen ist das sowas von alltäglich, dass in Theaterstücken live Videoeinspielungen gemacht werden. Und zwar nicht nur Aufgezeichnetes, sondern auch live gespieltes. Zumindest habe ich inzwischen schon oft darüber gelesen. Doch ich denke, 1996 war das noch nicht soo üblich.
Von daher ist diese Sache für mich noch extra erwähnenswert.
Wir waren Vorreiter.

Bilde ich mir jetzt einfach mal ein. ;o)

Commedia Dell'Arte-Maske von einem Totenschädel, mit Filter bearbeitet