Festspielbesuch – Schneewittchen

Bühnenbild der Festspiele Hanau von vorne gesehen. 3 Etagen Unten 7 Torbögen, davon 5 verschlossen. Links und rechts führen Treppen nach oben. Vor dem zweiten Bogen von rechts steht ein leerer goldener Spiegelrahmen, vor den nächsten beiden Bögen nach links stehen Fahnen. In der mittleren Eben steht links ein Baum mit rosa Blättern. Daneben nochmal 6 Torbögen, Drei davon mit Vorhängen verschlossen. Über der dritten Ebene sieht man Berggipfel. Darüber Teile der Beleuchtung und das Zelt des Amphitheaters.

Drachenechses Mama hat mich mal wieder mit ins Theater genommen. Sogar schon zwei Mal dieses Jahr. Beim Tischlein-Deck-Dich waren wir auch schon. Doch ich will in meinem einzigen geplanten Beitrag des Monats über den Besuch von Schneewittchen berichten.

Schneewittchen war nun nicht das Musical der Spielzeit, dennoch war es mit Gesang und Musik. *sfz* Warum auch immer. Is‘ anscheinend cool?

Ich hätte den Gesang nun nicht unbedingt gebraucht. Vor allem, wenn ich die Liedtexte nicht komplett verstehe, akustisch. Saßen wir wohl etwas Lautsprecher-ungünstig. Wobei… Ich habe bisher noch nie so weit vorne gesessen. Reihe 4. Das ist ja fast Bühne.

Die Inszenierung war solide. Zuerst Schneewittchen im Prinzessinnen-Modus. Später als integrierter Zwerg.
Die Idee + Ausführung des beweglichen Spiegels fand ich sehr gut. So war dieser nicht in einer Ecke gebunden und ‚der Geist‘ im Spiegel konnte ihn über die ganze Bühne bewegen, im Verbund mit der bösen Königin.

Es hat eine Weile gedauert, bis ich durchgeblickt habe, was kommen wird + wohin die Reise geht. So schienen Prinz + Schneewittchen am Anfang durchaus perfekt zusammen zu passen. Der einzige Hinweis für mich, dass dies wohl nicht der Fall sein dürfte, war, dass der Prinz die gleichen Farben wie die Königin getragen hat.

Die beweglichen Tür’stopfen‘ waren praktisch + wurden gut genutzt. Schade, das Holzhacken von Schneewittchen hätte ich gerne von vorne gesehen. Auch fand ich das Spielelement der Stäbe für die Zwerge gut.

Ich muss sagen, diese Aufführung hat mir ziemlich gut gefallen. Besser als Moby Dick im Februar + das Tischlein-Deck-Dich. Drachenechses Mama hat es sich sogar schon zum zweiten Mal angesehen.
Verdient, wie ich finde. Das reizt fast mal wieder zum selbst-spielen. ;o)

Schneewittchen – gut gemacht.
*Beifall klatsch*

Bühnenbild der Festspiele Hanau von rechts aus gesehen. 3 Etagen Unten 6 Torbögen, davon 5 verschlossen. Links ist die Treppe nach oben zu sehen. Vor dem Bogen rechts steht ein leerer goldener Spiegelrahmen, vor den nächsten beiden Bögen nach links stehen Fahnen. In der mittleren Eben steht links ein Baum mit rosa Blättern. Daneben nochmal 5 Torbögen, Drei davon mit Vorhängen verschlossen. Über der dritten Ebene sieht man Berggipfel. Darüber Teile der Beleuchtung und das Zelt des Amphitheaters.

Und mal wieder was mit Theater

Eintrittskarte zu Kunigunde darf nicht sterben! Zu sehen ist nur der Schriftzug des Titels auf grünem Untergrund, sowie Datum, Beginn und Spielort - und der Platz. Datum 08.11.24 Beginn 19:30 Uhr Pfarrheim Ramsthal Platz 97

Letzten Freitag habe ich seit über einem Jahr mal wieder einen Ausflug ins Frankenland gemacht. Denn ich musste da Verwandtschaft besuchen, aus Theatergründen.
Sozusagen. ;o)

Das erste Mal hatte mich meine GST vor bald zwei Jahren nach Informationen zum Thema Theater gefragt. Wie eine Gruppe da an Theaterstücke kommt und so. Denn eine Freundin von ihr wollte die Theatergruppe des Dorfes gerne wiederbeleben, die nach Corona und dem Tod des alten Leiters zu diesem Zeitpunkt nicht mehr vorhanden war.

Ich habe versucht, die an mich gerichteten Fragen nach bestem Gewissen zu beantworten. Sich mal mit der Freundin zusammensetzen hat zwar nicht geklappt, wie wir Socke beerdigt haben, da sie da nicht konnte. Aber ich habe meiner GST so viel als möglich zu beantworten versucht.
Das war letztes Jahr zu Pfingsten. Über den Besuch und die Beerdigung habe ich mich ja HIER ausgelassen – wenn das nochmal jemand lesen möchte.

Zum damaligen Zeitpunkt war also klar, dass ihre Freundin die Theatergruppe wiederbeleben wollte, und dass sie gerne meine GST an ihrer Seite haben wollte. Wovon die erstmal gar nichts hielt. Aber wie das so ist… Ich glaube gegen Ende letztens Jahres war sie dann weichgekocht. :o)
So hat meine GST dann mit die Regie übernommen, zusammen mit der Freundin.

Zwischendurch hatte sie nochmal ein paar Fragen an mich. Auch hier habe ich versucht, nützliche Antworten zu geben. Außerdem habe ich ihr ein paar kleine Theaterübungen geschrieben + ein Buch aus den Tiefen meiner Bücherstapel, in der Hoffnung, dass sie etwas davon nutzen kann.

Tja, und letzten Freitag war nun die Premiere.
Und da musste ich natürlich hin.

Einquartiert zum Übernachten hatte ich mich bei einem anderen Onkel samt Frau. Dort habe ich schon einige Nächte verbracht und mich durch einige Zimmer des Hauses geschlafen. :o)
Erst bin ich aber bei meiner GST aufgeschlagen, bevor sie zum Theater musste. Dann ans andere Ende des Dorfes… und als es Zeit war, sind wir alle gemütlich ins Dorf gegangen. Die Aufführung fand im Pfarrhaus statt. Und sie war voll. Alle Karten für die 4 geplanten Aufführungen waren bereits nach 2 Wochenenden Vorverkauf weg. Nicht schlecht.
Das habe ich auch von meinem Onkel gehört, dass das wohl immer der Fall war. So eine kulturelle Veranstaltung im Dorf ist wohl doch mal was anderes. Und im Publikum waren alle Altersklassen vertreten. So von 20 – 70 Jahre, grob geschätzt. Und es kamen nicht nur Leute aus dem Dorf , sondern wohl auch von den Dörfern aus der Umgegend.
Das Ergebnis war gut. Es hat allen AUF der Bühne und davor Spaß gemacht. Und das ist das Wichtigste, wie ich finde. Ich habe dann tatsächlich in der zweiten Pause ein paar Notizen auf meinem Communicator festgehalten, was mir so aufgefallen ist. Da ich wusste, dass meine GST gerne Rückmeldung bekommen wollte. Letztendlich war es auch gar nicht so viel. Alle haben gute Arbeit geleistet. Und am Trippeln kann gearbeitet werden. Es ist halt nicht leicht für manche, die das erste Mal überhaupt auf einer Theaterbühne stehen, nichts zu tun und einfach nur zu stehen. Und das war auch der einzige Anhaltspunkt, dass das erste Mal auf der Bühne gestanden wird. Das Spielen an sich war klasse. Und wenn jemand vor Lachen kurz aus der Rollen fällt, steigert das eigentlich nur die Gesamtfreude an sich. Denn vor der Bühne wird mitbekommen, wieviel Spaß AUF der Bühne herrscht. So what.

Auch hat sich die Regie nicht sklavisch an Regieanweisungen gehalten, was ich ebenfalls gut finde. So haben wir (mein Cousin + ich) bei einer Steigerung beide gedacht, dass dem Fön nun ein Laubbläser gegenübergestellt wird… dann kam derjenige mit einem großen Ventilator um die Ecke. :oD
Am nächsten Tag haben wir erfahren, dass tatsächlich ein Laubbläser im Heft stand – den fanden sie aber zu laut. Gut gemacht.

Nach der Aufführung war noch allgemeines gemütliches Beisammensein. Eine Gruppe hat sich dabei anscheinend auch auf der Bühne festgesessen. Wie das so ist. :o)

Morgen und übermorgen sind die letzten Aufführungen. Danach werde ich irgendwann mal nachfragen, wie die restlichen Aufführungen noch so gelaufen sind.

Natürlich hatte ich für meine GST ein kleines Premierengeschenk dabei. Das fand sie total lieb + auch die Gruppe fand das wohl gut. Und nun mal sehen, wie dieses Projekt weitergeht. Und ob mit GST, oder vielleicht auch nicht.

Aber für ein erstes Projekt zur Wiederbelebung haben sie alles richtig gemacht, wie ich finde. Wobei ich da ja nicht das Maß der Dinge bin. Aber doch vielleicht etwas kritischer als andere Zuschauenden. Da machen sich meine Theaterjahre doch bemerkbar. ;o)

In einer Fachwerkwand befindet sich ein großer rötlich-brauner Vorhang. Davor sind die Stühle bereits mit Zuschauern besetzt - und über dem Vorhang steht in der Mitte - Fidelia Verein Ramsthal.

Mal nur bis zum Happy…

Bühnenaufbau: Links geht eine Treppe nach oben in die zweite Ebene. Dort sind Mauern und rechts eine geschlossene Tür zu sehen, sowie daneben eine geöffnete Tür mit einer Art Fliegennetz davor, hinter der Licht leuchtet. Davor ist ein Geländer. Die untere erste Ebene ist frei. In der Mitte geht eine Art Durchgang nach hinten ins Dunkele. Links davon ist ein Brunnen, sowie eine Steinbank unter einem Fenster zu sehen, daneben eine Tür. Auch rechts vom Durchgang sind eine Tür, Fenster und Steinbank zu sehen. Außerdem ranken sich Kletterpflanzen nach oben bis unter das Geländer.

Es war mal wieder Theaterzeit. Denn Drachenechses Mama hat wieder an mich gedacht. Yay.

Allerdings werde ich dieses Mal tatsächlich nicht den Namen des besuchten Stückes nennen. Denn ich will das Stück nicht… niedermachen? schlecht reden? Mein Gefühl für die Inszenierung war irgendwie nicht so vorhanden. Weswegen ich in der Pause gegangen bin. Da war mir mein Schlaf vor der Arbeit mal wichtiger.

Jetzt spricht das ja für sich, wenn jemand in der Pause geht. Allerdings: zumindest Drachenechses Mama hat sich das Stück zum zweiten Mal angesehen. Das sagt ja auch etwas über das Stück aus – und gleicht mein frühes Gehen wieder aus. Außerdem laufen die Festspiele noch. Weswegen ich das Stück nicht „zerreißen“ will. Was ich auch gar nicht könnte, denn ich habe es nicht ganz gesehen. Also kann ich mir kein komplettes Urteil über das ganze Stück bilden.
Von daher: Kein Urteil, kein Namen.
Jede/r darf/muss sich also selbst eine Meinung bilden.
Ich bin dieses Mal halt nur bis zum Happy-(Zwischen)End geblieben.

Warum habe ich es nicht länger ausgehalten?

Ich bin jetzt niemand, der geht, sobald ihm was an einem Stück nicht gefällt. Dies ist auch ein klein wenig eine Sache des Respekts.
Darum bin ich in der Pause gegangen. Da fällt es nicht so auf. Ich kann mich nur an ein Mal erinnern, wo wir es nicht bis zum Ende ausgehalten haben. Dazu gleich.

Was hat mich gestört? Oder fand ich auch etwas gut?
Aufgefallen ist mir die Stimme der Hauptdarstellerin. Auch mit (oder trotz?) Mikro würde ich sagen: Die hat Power.
Irgendwie war das aber auch das einzige Positive.
Die Sprache hat mir nicht gefallen, und ich muss wohl mal nachlesen, ob das alles wirklich SO gesagt wird. Eine eingefügte Figur/Rolle war… *schulterzuck*
Ja gut, sie hat gesungen, aber… hm.
Eine Nebenrolle fand ich eher nervig, weil versucht komisch. Ich erkenne den Ansatz + an welche Rolle sie mich erinnert… das war’s aber auch schon. Deswegen müsste ich auch hier nochmal nachlesen.

Mein Bett, bezogen mit einem Bettbezug und Kissen am Rand aufgestelltDas, was ich gesehen habe, fand ich alles etwas… flach, irgendwie.
So flach, dass ich mir wohl dachte, da lege ich mich lieber selber flach… in mein Bett. *badumm-tss!*

Ich kann mich wirklich nur an einmal erinnern, wo ich mittendrinnen gegangen bin, wie erwähnt. Genauer gesagt sogar kurz vor dem Schluss.
Das war irgendwann Mitte der 90er. Über meine zweite Gruppe, die Confusion, bin ich zu einer dritten gekommen, um dort eigentlich Licht und Technik zu machen, für „Die Physiker“.
Eine Woche vor unserer Premiere bei den damaligen Amateurtheatertagen hier in Hanau spielte tatsächlich eine bekannte Schulgruppe ebenfalls „Die Physiker“. Da sind wir natürlich rein, um zu sehen, wie unsere Version wohl im Vergleich wäre.

Der damalige Leiter der Schul-Gruppe, Deutschlehrer (und auch mal 1½ Jahre mein Klassenlehrer), war immer sehr ambitioniert und hat ‚das Volk‘ teilweise in Klassenstärke auffahren lassen. Ich denke, hier hatte er die Physiker in Mehrfachstärke besetzt.
Wahrscheinlich, um den Text besser zu verteilen.

Wir waren alle von der Aufführung enttäuscht. Deswegen ist ein Teil unserer Gruppe in der Pause gegangen. Respekt und so. Der Rest wollte dem Rest der Inszenierung noch ’ne Chance geben und ist geblieben. Doch als dann die Stimmen der Physiker vom Band kamen, die entsprechende Rolle aber noch nicht mal dazu agiert hat, als Playback sozusagen – sondern stattdessen etwas gegessen hat – da war’s vorbei. Da ist dann auch der Rest der Gruppe gegangen + zum ersten Teil der Truppe in der Kneipe dazugestossen.

Unsere Premiere eine Woche später war dann so gestoppte voll – auch von vielen Schülern aus der Schulgruppe. So viele, dass sie sich in die Gänge gesetzt haben. (Wenn wir alle Zeit gehabt hätten, hätten wir nochmal spielen können.) Und ein erstaunter Punkt der Schüler war, wie wir den ganzen Text behalten konnten. :oD

Doch sonst?
Wüsste ich nicht, wann ich mal nicht bis zum Schluss geblieben bin. Jetzt halt mal wieder. Bin gespannt, wann ich das nächste Mal ins Theater gehe. Ich denke nicht, dass mir mein Schlaf dann wieder wichtiger wäre.
Wir werden sehen. ;o)

Arlecchino-Maske der Commedia dell'arte auf Knie

The Ocean at the End of the Lane

Das Noël Coward Theatre in London bei Nacht, beleuchtet. Zu sehen ist über dem Eingang die beleuchtete Anzeige von THE OCEAN AT THE END OF THE LANE

Heute war es endlich soweit.
(Heute meint den 21.10.2023. Nur um das klarzustellen. ;o))
Der Grund, weswegen ich mich zu dieser London-Reise entschieden habe.

Ich war mit GMS, die heute angekommen ist, im Theaterstück nach dem gleichnamigen Buch von Neil Gaiman.

The Ocean at the End of the Lane
– auf Deutsch „Der Ozean am Ende der Straße“.

Eigentlich hatte ich nie gedacht, dass ich dieses Stück mal ansehen werde. Denn dazu muss(te) ich ja nach London reisen.
Für „ein“ Theaterstück.
Bestimmt nicht.

Gut, ich habe mir das Buch damals geholt, auch wenn ich es nicht ganz durchgelesen habe. Ich hatte da einen akuten Fall von Springeritis.
Aber den Anfang + den Schluss habe ich auf jeden Fall gelesen.
Immerhin.

In meiner Twitterzeit bin ich irgendwann dann auch mal Neil Gaiman gefolgt. Von daher habe ich die Sache mit dem Theaterstück durchaus mitbekommen.
Aber, wie gesagt, für „ein“ Theaterstück extra nach London fahren… nee.

Cover des Soundtracks zum Theaterstück des National Theatre "The Ocean at the End of the Lane" Music from Jherek Bischoff Ein Junge steht mit dem Rücken zum Betrachter im Gegenlicht auf einem Feldweg, links und rechts steht das Wasser. Links ist ein dunkler Wald , vor dem Jungen türmen sich Wolkenberge. Im Zentrum der Wolkenberge über dem Junge sind Blitze zu sehen. Rechts auf dem Cover liegt noch eine Postkarte mit dem gleichem Motiv.Dann wurde es verlängert… und ging anschließend sogar auf Tour über die Insel.
Und Anfang Juni wurde gezwitschert, dass es nun nochmal für 7 Wochen nach London kommt, bevor es endet.

Tatsächlich habe ich mir ja bereits 2021 den Soundtrack dazu über Bandcamp bestellt. Als rote Vinyl. Why not? Auch wenn ich keine wirkliche Ahnung vom Stück hatte. Aber ich mag eh Soundtracks. Und wahrscheinlich hatte ich so eine rote Platte noch nicht. ;o)

Eine durchscheinend-magenta farbene Vinyl-Langspielplatte auf schwarzer Schutzhülle.Ich kann nun auch nicht mehr sagen, warum ich mich im Juni nun DOCH entschieden habe, für „ein“ Theaterstück nach London zu fahren. Vielleicht war es die Sache von wegen der letzten Gelegenheit. 7 Wochen nochmal, und danach nimmermehr.

Außerdem kam noch dazu, dass ich noch einige Tage Resturlaub hatte, die verplant werden mussten. Also habe ich mal nachgesehen, inwieweit sich meine 5er-Wochen da vielleicht anbieten würden.

Die Sache ist ja auch die, dass Neil bei Twitter immer wieder Kritiken + Berichte zu den Aufführungen gezwitschert hat.
Verständlich. Hätte ich etwas geschrieben, das offensichtlich so gut ankommt, würde ich auch die Werbetrommel rühren. ;o)

Nun, die 7-Wochen-Laufzeit ließ sich mit einem 3er-Wochenende kombinieren… war noch die Frage, ob ich zusätzliche Urlaubstage dafür bekäme.
Habe ich… et voilà.

Ich glaube, ich habe das alles schon mal geschrieben, doch mir ist gerade der Sinn nach dem Wiederholen. Schließlich sitze ich nun im Hotel, habe den Soundtrack laufen und möchte mich ein wenig darüber auslassen, statt mit GMS in einen Gothic-Club zu gehen.

Wieso denn das?

Weil mir der Sinn danach steht, und ich außerdem auch ein wenig Fußkrank bin. Aber das Fußkrank habe ich nicht als Hauptursache für meinen Rückzieher angeführt. Bin gespannt, was sie dann berichtet.
(Ich weiß es ja inzwischen, schließlich habe ich den Text am Samstagabend niedergeschrieben, und inzwischen ist Mittwoch und ich habe bereits wieder zwei Tage das Vergnügen gehabt, arbeiten zu dürfen.)

Blick vom Balkon zur leeren Bühne, auf der nur Bühnenteile wie Gestrüpp stehen, nach hinten zusammenlaufendWir haben im zweiten Balkon in der Mitte ganz vorne gesessen. Knapp auf Höhe des Bühnenhimmels, sozusagen. GMS wusste ja gar nicht, was sie da erwartet. Ich dachte ja erst, ob wir da nicht schon zu hoch sitzen, doch war dieser Gedanke unbegründet. Die Sicht war klasse.

Wo fange ich jetzt an, wenn es um die Aufführung konkret geht?

Nun, am besten bei der Sprache.

Ich habe gemerkt, dass mein Englisch doch nicht 100% ist. Feinheiten sind mir da sicher einige durch die Lappen gegangen. Aber ich mochte die Sprache und Stimmen einiger Rollen. Vor allem Lettie Hempstock und vom Dad. Dieser… Dialekt?
Das ist ein Grund, weswegen mir britisches Englisch besser gefällt als amerikanisches. ;o)

Ich kann nicht sagen, wann ich das letzte Mal eine professionelle Theateraufführung gesehen habe. Ähm, für Erwachsene. Die Sachen vom Kinder- und Jugendtheater sind was… eigenes. ;o)
(Ach genau – die Brüder Grimm Festspiele…)

Ich fand das Arbeiten mit den Requisiten interessant. Wie das Ensemble die Sachen rein- und wieder rausgeschoben haben. Einmal auch mit einer Verzögerung, weil Dad noch etwas vom Tisch holen wollte.

Die Türen, die selbst beleuchtet waren und herumgeschoben und gedreht werden konnten. Und auf einmal waren es plötzlich 2 und dann noch mehr. Wie damit und dem Einsatz von, ich sage mal Bodydoubles, die Stimmung von Lala zu leichtem Horror gesteigert werden konnte. Dann noch mit Lichteffekten – alles aus, Schwarz, wieder an… wo ist „das Böse“ jetzt?
Ziemlich cool.

Ein paar Zaubertricks, um das Phantastische zu zeigen: Plötzlich Becher in der Hand, oder Milch. Ein Arm, der auf einmal aus dem Ärmel eines Bademantels herauskommt, welcher an einer Tür hängt. Dann zieht die Hand dieses Armes den Schlüssel für die Tür aus der Bademanteltasche und die Tür wird aufgeschlossen. Cool!

Besetzungsliste für die Aufführung von THE OCEAN AT THE END OF THE LANEWieviele „das Böse“ gab es nun wirklich?

Diese dargestellten Sachen waren echt klasse. Dann den Einsatz von flatternden Tüchern zur Unterstützung von… Monstern.
Wie aus einem Eimer plötzlich ein Ozean wird… :oO

Wunderschön.

Nur anhand dieser Sachen hat es sich für mich schon gelohnt, diesen Ausflug hierher zu machen.
Die Arbeit mit den Puppen, die eingebaut waren. :oO

Wenn hier viele Theaterstücke so einen Aufwand betreiben, kann ich verstehen, weswegen sich eine Bekannte aus Rottweil hier in London so für die Theater begeistert.

Irgendwie habe ich zu Deutschem Theater keine Vergleichsmöglichkeit, was da wie so möglich ist/gemacht wird.

Ich fand die Aufführung richtig klasse.
Und ich bin froh, deswegen nach London gekommen zu sein.
Und ich habe bestimmt noch einiges von der Aufführung vergessen.

Aber hey – Erinnerung ist subjektiv.

Programmheft zu THE OCEAN AT THE END OF THE LANE

Erinnerungen an Rottweil

Pulverturm und davor aufgebaute Zuschauertribüne am Bockshof in Rottweil

Es ist erstaunlich. Anscheinend habe ich bisher Rottweil vielleicht immer mal wieder erwähnt, doch einen gesonderten Beitrag habe ich noch nicht geschrieben, wie es scheint. Zumindest kann ich da in meinem Beitrags-Archiv auf die Schnelle keinen kompletten Beitrag finden.

Warum ich den jetzt machen werde?

Zum einen musste ich hier wegen der Festspiele mal daran zurückdenken. Und zum Zweiten ist mein Finale in Rottweil jetzt fast genau 20 Jahre her. Fast genau, weil ich nicht genau weiß, wann vor 20 Jahren die letzte Aufführung unseres Sommernachtstraums war. Irgendwann Ende Juli, Anfang August. Auch hier konnte ich es (noch) nicht genauer einschränken. Doch ich denke, FAST genau 20 Jahre ist ein genauso guter Grund wie jeder andere auch. Also nach Rottweil.

Wie hat es mich dahin verschlagen?

Requisiten für den Sommernachtstraum: Eine Leiter und eine Strickleiter am Baum im BockshofGelernt habe ich nach der Schule Industriekaufmensch. Und als Hobby habe ich zu diesem Zeitpunkt Theater gespielt. Nach der Lehre + Bund hatte ich ein kurzes Zwischenspiel bei einer Firma in Frankfurt, bevor ich zu meiner langjährigen Firma nach Maintal, später Nidderau kam.

Und nebenbei Theater, seit 1986. Ab 1992 sogar in 2 Gruppen.

1991 habe ich bei der Hessisch-Thüringischen Theaterwerkstatt zu meinem Interviewpartner noch das Argument der brotlosen Kunst gesagt zu seinem Wunsch, Schauspieler zu werden. Und 10 Jahre später MUSSTE ich es einfach selbst ausprobieren.

Ich hatte mich in der Firma eingelebt, aber es war alles irgendwie nicht besonders erfüllend. Alle kaufmännischen Stellenangebote waren für mich auch nicht sonderlich spannend. Und eine Bewerbung mit der Begründung zu schreiben, wechseln zu wollen… nah.
Dann habe ich beim Arbeitsamtportal die Stelle am Zimmertheater in Rottweil gesehen, die GENAU auf mich gepasst hat. Als erstes war es ein Festengagement für ein Jahr. Nicht nur zwei/drei Monate, wie die anderen Schauspielergesuche für irgendwelche Freizeitparks oder so. Außerdem gab es eine konkrete Geldaussage, mit der ich rechnen konnte. Ich wusste also, ich würde 1000 DM weniger verdienen.
Gesucht wurde ein ausgebildeter Schauspieler oder erfahrener Amateur. Das hat bei mir sowas von gepasst.
Also habe ich mich da einfach mal beworben – und durfte tatsächlich zum Vorsprechen. Und nach einer Wartezeit von einer Woche, wo ich schon von einer Absage ausgegangen bin, kam doch eine Zusage. Da war dann noch eine kleine Bedenkzeit nötig – in der ich mich für Rottweil entschieden habe.
(Ich wollte mir ja tatsächlich die Option offenlassen und hatte in meiner Firma nach einem Jahr unbezahltem Urlaub gefragt, der natürlich nicht genehmigt wurde. Also meine Kündigung nach 9½ Jahren. Und während ich in Rottweil war, hat die Firma tatsächlich zugemacht. Ha!)

Das erste Jahr war zwar nicht so das, was ich mir vorgestellt hatte. Da hatte ich so einige Male das Gefühl, dass ich das auch bei einer ambitionierten Laiengruppe hätte machen können so.

In diesem ersten Jahr wurde durch die Stadt die alte Leitung ausgebootet + ein Verein für die Leitung installiert, der dann zwei Leute aus Mainz als Intendanten angeheuert hat.
Auch wenn ich mit der Art dieses Vorgangs nicht ganz einverstanden bin – immer noch nicht – hat dies dem Theater gutgetan.

Bühnendekoration auf der Bühne im Klosterhof von Oberndorf am Neckar: Eine große Klappleiter, die mit grünen Stoffbahnen umwickelt ist.Die beiden Intendanten (ein Paar) haben das Zimmertheater tatsächlich 10 Jahre geleitet, bis sie an ein anderes Theater gewechselt sind. Und ich denke, sie haben das mit recht gutem Erfolg gemacht. Auch wenn sie und ich wohl nicht ganz so kompatibel waren.

Ein Beispiel für die Prioritäten der alten Leitung war, dass sie sich einen neuen Drucker zugelegt hat. Mit dem dann bessere Vorlagen für T-Shirts für den Pferde- oder Reitverein druckbar waren… *schulterzuck*

Im ersten Jahr liefen „Gretchen 98 ff.“; „Die Frau in Schwarz“; „Jim Knopf und die Wilde 13“; „Ein Inspektor kommt“; „Außer Kontrolle“; „Mutter Courage“ und im Sommer „D’r Entaklemmer“.
Allerdings nicht in dieser Reihenfolge.

Im zweiten Jahr, unter der neuen Leitung, haben wir als erstes das Theater umgestaltet. Die festen Bühnen wurden abgebaut, der Innenraum neu gestrichen – da war ich fleißig mit dabei. So konnte ab da der Theaterraum flexibel bespielt werden. Mit Bühne links, rechts, Mitte, vorne oder hinten… wie jeweils gewünscht. Keine festen Kulissen mehr, doch das war ich eh von meinen Jugendgruppen gewöhnt.
Gespielt wurde da dann „Leonce und Lena“; „Klaus Klettermaus und die anderen Tiere im Hackebackewald“; „Kunst“ und der Sommernachtstraum. Zumindest soweit ich mich erinnern kann. Zwanzig Jahre und so…
Außerdem hat die neue Leitung dann auch sowas wie Bespaßung für Weihnachtsfeiern eingeführt (dazu komme ich nochmal), oder die Schreibspuren ans Theater geholt. Das ist ein Schreibwettbewerb von Rottweiler Schulen – und die Gewinner wurden von Schauspielern im Theater präsentiert. Außerdem ging es das erste Mal mit Gastspielen auf Tour.

(Den Sommernachtstraum haben wir gespielt am Wasserschloss Glatt am 18.07.2003, in Schiltach am 19.07.2003 und am/beim Kloster in Oberndorf am 08.08.2003. Das haben mir die Fotos verraten, die ich in diesem Sommer dort überall aufgenommen habe, weil ich meine neue Kamera ausprobieren wollte. Also all die verteilten Fotos hier im Beitrag. Und dann war der Abschluss wohl doch erst Mitte August. Egal. ;o)

Pritschenfahrzeug des Bauhofs von Rottweil, mit Requisiten beladenNoch ’n Einschub: Für den Sommernachtstraum haben wir Handwerker unser Stück im Stück auf einem Pritschenwagen von der Stadt Rottweil gemacht. Den habe ich vor den Aufführungen immer abgeholt und danach wieder zurückgebracht.
Jetzt hatten wir immer im Hellen geprobt. Da war immer alles gut zu sehen, wo ich hinfahre und so. Denn ich habe den Pritschenwagen dann im Bockshof auf die Bühne gefahren, damit wir auf ihm spielen konnten. Allerdings war bei der Premiere die Beleuchtung neu. Und als ich zum Wenden zurückstieß um wieder Abzufahren von der Bühne, habe ich teilweise nichts gesehen, weil die Beleuchtung mich geblendet hat. Und es waren noch zusätzlich Bänke auf dem Rasen aufgestellt… auf dem Weg, den ich beim Wenden fahren musste. Ich habe zwar nichts gesehen, aber ich habe ein allgemeines Atemholen gehört. Da dachte ich mir, ich trete besser mal auf die Bremse. Zum Wenden hat es gereicht und wir sind davongefahren. Später habe ich gehört, dass es vielleicht noch eine Armlänge bis zur ersten Bank gewesen wären. Ups… )

Das zweite Jahr hat wirklich mehr dem entsprochen, was ich mir unter dem Beruf vorgestellt hatte. Mehr Proben, mehr Verknüpfungen und Kooperationen mit anderen…

Als ich im September 2001 nach Rottweil kam, habe ich angefangen, ein Tagebuch zu schreiben. Ich wollte jeden Tag des Jahres festhalten. Das erste Jahr habe ich es auch durchgezogen. Doch wie weit ich das im zweiten Jahr noch durchgehalten habe, das müsste ich mal nachsehen.
Zum Ende des ersten Jahres haben ein paar Kollegen mit ihrer eigenen Theatergruppe selbst ein Freilichtstück inszeniert, bei dem ich auch mitgemacht habe. Mir fällt der Name des Stückes allerdings gerade nicht ein. Doch es war eine schwäbische Variante von „Der Widerspenstigen Zähmung“.

Also, Theater hatte ich einiges in den zwei Jahren.
Teilweise auch nicht nur auf der Bühne. Denn natürlich konnte ich es nicht lassen, mich besonders in die Tochter einer Kollegin zu vergucken. Das ging bei mir dann auch mal soweit, dass ich sie total versucht habe zu ignorieren, wenn sie zu einer Vorstellung kam.
Tattoo eines Trolls mit Mütze auf dem Oberarm eines KollegenBis ich es bei einer Nach-Theater-Feier, für die wir alle zum Bahnhof gegangen sind, nicht mehr ausgehalten habe. Dort war an dem Abend eine Musikveranstaltung. Und als wir gerade mal alleine dasaßen, habe ich sie angehauen, sie soll mir doch endlich ihren Korb geben. Sie dann so „Och bitte nicht. Ich will keine Körbe geben…“, womit ich ihn ja aber doch bekommen habe. Ab da konnten wir eigentlich wieder miteinander reden. Auch darüber, welcher Kollege sie eher interessieren würde. Joa, der Junge hatte es drauf. Der hat dann die nächste Dame abbekommen, die mich interessiert hätte, nachdem ich aus Rottweil weg war.

Garderobenbereich in Schiltach - mehrere Stühle, auf denen Klamotten liegen und ein Tisch, der beladen ist.Doch die Tochter der Kollegin zeigte mir auch mal wieder, dass ich Frauen irgendwie nicht verstehe. Denn auch wenn sie ja nichts von mir wollte außer Freundschaft, hat sie nach mir gesehen, wo ich stecke. Da saß ich mit unserer Akkordeonspielerin vom Sommernachtstraum zu zweit im Café nach der Aufführung. Der Rest der Truppe war nebenan im Pub, und sie wollte, dass ich da auch noch dazukomme.
Doch ich hätte ja gerade ein Rendezvous mit unserer Akkordeonistin haben können? Mit der habe ich mich schließlich auch gut verstanden.
Hm… andererseits hat es das Töchterchen irgendwie auch mal auf dem falschen Fuß erwischt, als wir gefragt wurden, ob wir zusammen wären. Denn so wirkte es wohl auf den Fragenden.
Und das war der Kollege, der sie mehr interessiert hätte als ich. Vielleicht fand sie deshalb den Gedanken nicht gut.
(Na, zumindest das scheine ich zu beherrschen. Von anderen für DEN Freund von Freundinnen gehalten zu werden. Doch das hatte ich alles auch schonmal hier im Beitrag erwähnt.)

Aufgebaute Bühnenteile und Stühle am Wasserschloss GlattJetzt doch nochmal etwas theatermässiges.

Ich bin ja geboren und die ersten Jahre aufgewachsen in Unterfranken. Wer Unterfranken kennt, weiß, dass da durchaus ein rollendes R in der gesprochenen Sprache existiert. Welches ich mir natürlich total angeeignet habe/hatte.
Jetzt sind rollende Rs im Theater nicht mehr so existent. Die Zeiten von Adele Sandrock sind halt lange vorbei, als dies noch eine gute Bühnensprache war.

So hatte im ersten Jahr ein Kollege schonmal zu mir gesagt, ich müsste daran arbeiten. Dann kam lange nichts. Und ich selbst höre es nicht, wenn ich es rolle. Es sei denn, ich WILL es.
Großes Plakat im Zimmertheater Rottweil mit vielen Fotos der Aufführung von Leonce und LenaAls die neue Intendanz kam, war die eine Dame davon vorher auch als Sprachlehrerin an der Schauspielschule gewesen.
Sie kamen Ende August / Anfang September. Und es hätte viele Gelegenheiten gegeben, eine störende Aussprache anzusprechen.
Angesprochen wurde es dann im Dezember, in der Vorbereitung der Weihnachtsfeier, zu der wir etwas beitragen sollten, so wie vorhin erwähnt.
Wir haben da „Erna, der Baum nadelt.“ gelesen.
Einen Sketch, den es in vielen Dialekten geschrieben gibt. Also komplett: einmal auf bayrisch, hessisch, schwäbisch etc. Jetzt sind Schwaben empfindlich, wenn Nicht-Schwaben schwäbeln wollen. Geht für sie gar nicht. Entsprechend dachte ich, dass ich dann halt die hochdeutsche Rolle des Professors lese. Dann ging es an die Rollenverteilungen… und ich bekam dann gesagt: „Nein. Du rollst das R zu sehr. Da geht Hochdeutsch nicht.“ und ich dachte ‚Bitte?!?‘
Das kam für mich so unvermittelt, als hätte mir jemand plötzlich einen Zaunpfahl um die Ohren gehauen. Schließlich hätte sie längst etwas sagen können? Aber so?
Immerhin war ich nicht der Einzige, für den das überraschend kam. Meine eine Kollegin, Mutter meiner Flamme, fand das auch überraschend.
Ab diesem Zeitpunkt habe ich manche Sachen von dem weiblichen Teil unserer Chefs mit anderen Augen betrachtet.
Auch das sie solange gewartet haben, bis mir der Mann im Mai (!) mitgeteilt hat, dass sie ab September keine Rollen mehr für mich hätten… Da hat es ihn wohl verwundert, als ich einfach nur „Ok.“ sagte. Denn tatsächlich hatte ich es mir schon gedacht und mit Freunden darüber gesprochen. Da ist Mai natürlich sehr früh und rechtzeitig, um sich für September noch woanders bewerben zu können… nicht wirklich.

Tatsächlich hätte ich ja im Sommerstück 2004 nochmal mitmachen können. Daran musste ich nach Hans im Glück zurückdenken. Auch ein Grund für diesen Beitrag.
Denn im Sommer 2004 haben sie „Die Möwe“ gespielt. Und ich wurde gefragt, ob ich den Lehrer spielen könnte…

Haitattoo auf den Fussrücken einer Kollegin, die in einem Baum sitztAls sie im September 2003 angefangen haben, haben sie 2 Kollegen aus Mainz „mitgebracht“. Die haben dann die großen Rollen bei Leonce + Lena gemacht, also Leonce und seinen Diener. Die Aussage dazu war, dass man ja keine Leute mit kleinen Rollen anlocken könnte. Da müssten ihnen schon große Rollen geboten werden. Hm…
Wer jetzt „Die Möwe“ kennt, hat vielleicht auch eine Idee zu der Rolle. Und die Rolle des Lehrers ist – gefühlt – die Kleinste, die es da gibt, Der von seiner Frau dann auch noch zusätzlich abgebügelt wird.

Nachdem ich das Stück gelesen hatte, musste ich an das Einführungsgespräch denken, mit kleinen Rollen locken und so… Nun, bei mir schien das wohl kein Problem zu sein. Da konnte mir auch der kleinste Pf… angeboten werden – war ja nur ich.
Ich weiß echt nicht, was sie sich wirklich dabei gedacht haben. Ich kann mir auch durchaus vorstellen, dass dieses Angebot vielleicht nur auf Rücksprache vom Verein kam. Weil ich da vielleicht besser angekommen bin, als bei den wirklichen Chefs. Denen unterstelle ich jetzt eine gewisse gefühlte Hochnäsigkeit gegenüber Laienspielern.

Ich habe dieses Angebot abgelehnt.
Zum einen wegen der Größe der Rolle, als auch wegen der Rolle an sich. Von Frauen abgebügelt zu werden, hatte ich ständig im realen Leben, da brauchte ich das nicht auch noch auf der Bühne.

Einrichtung der Bühnenteile am Marktplatz von Schiltach. Die Zuschauerbänke und -tribüne steht bereits.Die Absage hat anscheinend erstmal verwundert. Doch ich habe in meiner Absage diese Überlegungen von wegen ‚mit kleiner Rolle keinen kommen lassen können – aber bei mir geht das schon‘ auch geschrieben. Darauf kam zwar nochmal zurück, dass sie die Rolle vergrößert hätten mit Texten von Sorin, Dorn und dem Lehrer. Doch wie sieht das aus, später in meiner Rollenübersicht, was ich alles gespielt habe? Da hätte da gestanden „Lehrer“. Anders herum wäre es vielleicht etwas anderes gewesen. Sorin hätte ich wahrscheinlich genommen. Aber so? Nein.
So bin ich zu Hause geblieben und habe mich in Drachenechse verguckt. Zur Abwechslung in Gegenseitigkeit. :o)

Einen Punkt, den „die Neuen“ auch eingeführt haben, waren szenische Lesungen zum Buch, welches in dem Schuljahr in den Schulen behandelt wurde. Das war 2003 „Arnes Nachlaß“ von Siegfried Lenz.
Das sah so aus, dass mein Herzensbrecher-Kollege ;o) und ich an Schulen sind, dort mit Requisiten eine maritime Stimmung gemacht haben – das Buch spielt in Hamburg – und dann Ausschnitte gelesen oder fast eher gespielt haben. Wobei auch hier der größte Teil von meinem Kollegen gemacht wurde. Ich war da mehr das Beiwerk oder zur Unterstützung da. Allerdings… ich habe das Buch nie zum Lesen bekommen. Ich hatte nur die Ausschnitte, mit denen wir gearbeitet haben. Deswegen habe ich mir dann tatsächlich dieses Buch in der Stadtbücherei ausgeliehen, damit ich es mal komplett lesen konnte. Um zu wissen, um was es überhaupt geht und wie es endet. Ich denke, diese Mühe hat sich mein Kollege nicht gemacht. Das war dann natürlich etwas hinderlich dafür, dass wir nach den Lesungen teilweise noch mit den Schülern diskutieren durften. Und da er keine Ahnung hatte, habe ich dann das Wort ergriffen und meine Meinung zur Geschichte kundgetan. Dafür hat er sich danach auch bedankt.

Eine eingestöpselte Kabeltrommel mit Kabel auf dem Gestänge eines Brunnens, in dem Wasser ist.Bei den erwähnten Schreibspuren wurden die besten Texte von Schauspielern auf der Bühne gelesen – oder Teile davon. Da hat dann ein anderer Kollege die Sache so… theatralisch gelesen, dass es schon wieder peinlich wurde. Entsprechend haben Schüler im Publikum gekichert. Auch ich konnte diesen Vortrag nicht ernst nehmen.
Meinen habe ich dann nach bestem Wissen + Gewissen gemacht. Vor allem, da es der Text von einem der Jungs meines Kollegen der Frau in Schwarz war. Dessen Familie hatte sich ja zu einer Art Familienanschluss für mich entwickelt. Das habe ich ja hier in dem Beitrag auch erwähnt.

Der Kollege von der Schreibspuren-Lesung war auch so ein typischer Künstler. Fest von sich überzeugt. *Augen roll*

Die erste Chefin übrigens auch. Die war so von sich und ihren Sangeskünsten überzeugt, dass sie Liederabende gemacht hat, für die ich das Licht fahren durfte… und ich mich dabei innerlich gewunden habe, weil es so falsch klang. *schauder*

Es waren zwei interessante Jahre, in denen das Beste an dem Ganzen noch das Stehen auf der Bühne war. Da wurde ich noch 10 Jahre später in Mainz bei einer Einweihungsfeier einer Mitspielerin von einer Mitstudentin von ihr aus Rottweil noch als ehemaliger Schauspieler erkannt. Das war auch witzig.

Nun, anscheinend hat diese Zeit doch irgendwelche Spuren hinterlassen.

Versuch eines Selbstportraits mit der neuen Kamera am Wasserschloss in Glatt

Hans im Glück – Brüder Grimm Festspiele 2023

Eintrittskarte zu "Hans im Glück" am Dienstag, 25. Juli 2023 um 20:30 Uhr - Reihe 13 Links Platz 34

Am Dienstag habe ich es jetzt doch nochmal zu den Festspielen geschafft, wie ich es mir ja nach Tartuffe vorgenommen hatte.

Ich hatte ja schon geschrieben, dass ich noch zu „Hans im Glück“ wollte, mir das aber bei 35°C zu heiß war. Das wäre am 9. Juli gewesen.
Am Dienstag war jetzt der 25. Juli… zwei Wochen später und 20° weniger. Und ich hatte da sogar noch Glück.

Der Zeltrand über mir und grauer, dunkler Himmel dahinterMorgens bin ich noch mit Carlos zum Bahnhof gefahren, da war es noch trocken. Beim Frankfurter Südbahnhof beim Umstieg hat es schon geregnet. Um kurz nach 11, als ich zum Essen bin, hat es am Flughafen geschüttet. Als ich vom Essen wieder zurück bin, hat es sich etwas beruhigt. So bin ich zum Feierabend dann tatsächlich mit Carlos auch trocken wieder heimgekommen. Und dann habe ich es riskiert, und bin mit Carlos zum Amphitheater gefahren. Mein spontaner Sitzplatz war dann auch halb unterm Zelt und halb im Freien. Doch es hat gehalten. So bin ich danach auch noch trocken heimgekommen. Und Schwitzen musste ich bei der Aufführung auch nicht. Es war fast eher das Gegenteil. ;o)

Wie war denn Hans im Glück?

Es hat mir gut gefallen. Die Grundgeschichte von Hans im Glück etwas aufgepeppt mit ein paar Räubern, die dann teilweise noch andere kleine Rollen gespielt haben.

Die Bühne bläulich-weißem Licht. Es steigt Nebel auf und Krähe steht auf der Bühne im ersten Stock.Wenn ich da an die anderen kleinen Rollen denke, kommt mir hier als erstes tatsächlich das erste Tier in den Sinn, das Pferd. Sein Wiehern und Reagieren auf das Geschehen, samt seiner kommentierenden Sprüche… Die Tiere konnten sich untereinander auch verstehen, dies nur mal nebenbei erwähnt. ;o)
Auch die Kuh, und dann natürlich das Schweinderl, waren klasse.

Der Darsteller des Schweins, der auch Speck den Räuber, sowie den Wirt gespielt hat, verbreitete starke Ralf Schmitz-Vibes… und diese Ähnlichkeit wird auch im Programm bei ihm erwähnt.
Ich saß nun nicht so nah an der Bühne. Reihe 13 ist für das gesamte Mimik-erkennen der auf der Bühne Stehenden nun nicht mehr so geeignet. Da hat mensch jedoch zumindest einen recht guten Überblick über die ganze Bühne.
So konnte ich da einen Schauspieler sehen, der eine Körpersprache wie Ralf Schmitz hatte, dies aber definitiv nicht war. Ganz besonders galt dies für seine Rolle als Schwein, bzw. Glücksschwein.

Tasche/Rucksack in petrol mit dem Logo der Brüder Grimm Festspiele HanauEs werden jedes Jahr auch Preise an Darsteller verliehen. Einmal von den Sponsoren – da hat der Darsteller des Pferdes, und übrigens auch des Tartuffes, den diesjährigen Preis bekommen.
Und dann kann jeder Zuschauer auch nochmal abstimmen für den Publikumspreis.
Mit der Rolle des Tartuffe – und vor allem des Pferdes nun bei Hans im Glück, hat er sicher einige Stimmen sicher. Bei dem Glücksschwein bin ich mir da auch sicher. So wie er das gemacht hat, sind ihm etliche Stimmen sicher. Wenn er seinen Igel bei Hase und Igel auch so gegeben hat…
Dennoch habe ich meine Stimme nun der Gans vom Hans im Glück gegeben. Einmal weil ich sie so knochentrocken fand, und weil ich vielleicht nicht die super Lieblinge wählen möchte.
***Kleines Update jetzt beim Abtippen: Ich habe vorhin gesehen, dass meine Stimmabgabe wohl zu spät erfolgt ist. Denn gestern wurden die Darstellerpreise bereits verliehen: Wie erwartet hat der Schauspieler des Schweinderls gewonnen – und an zweiter Stelle landete die Darstellerin der Dorine von Tartuffe. Update-Ende***

Wegweiser auf der Bühne mit acht verschiedenen Richtungen zum GlückDoch auch die anderen DarstellerInnen auf der Bühne waren klasse. Hans und Jule hatten hier definitiv mehr zu tun als bei Tartuffe. Da waren sie ja nur Flipotte und der Polizist. Ich denke, das ist auch eine Organisationssache: Wenn sie für einen großen Teil durch ihre Hauptrollen eh da sind, können sie dazwischen ja auch noch was machen mit 2-3 Sätzen. ;o)

Ich fand die Inszenierung gut, mit guten Ideen wie das erwähnte Glücksschwein, welches lila oder rosa Glitzer geworfen hat, und der Darstellung der äußeren und inneren Stimme. Nicht zu vergessen die Jagd nach dem Gold, dank der Räuber.

Und so kam Hans doch noch mit einem Schatz nach Hause.

Das war es jetzt zu Hans im Glück. Mal sehen, was nächstes Jahr bei den Festspielen kommt und ob ich es hinschaffen werde.

Doch vorher kommt London und die Hempstocks.

Die Schauspieler des Stückes "Hans im Glück" stehen zum Schlußapplaus auf der Bühne

Tartuffe – Brüder Grimm Festspiele 2023

Eintrittskarte zu TARTUFFE von J.B. MOLIÈRE Reihe Grimm Zeitgenossen 39. Brüder Grimm Festspiele Hanau vom Samstag, dem 24. Juni 2023 - 20:30 Uhr Reihe 11 Links Platz 40

Ich bin gerade von einer Theateraufführung heimgekommen.
Und zwar war ich mit Drachenechses Mama bei den Brüder Grimm Festspielen und habe da mit ihr zusammen „Tartuffe“ besucht. Netterweise hat sie an mich gedacht, als sie nach Karten gesehen hat – und da sie eine entsprechende Karte hatte, hat sie unsere beiden Karten auch zum Preis von einer bekommen. Wie praktisch.
Das sie da an mich gedacht hat, liegt auch daran, dass sie damals, vor 11 Jahren, bei unserem Tartuffe unsere Frau Pernelle gespielt hat.

Dies war jetzt der erste Theaterbesuch seit letztem Jahr zu „Wachen! Wachen!“

Wie fand ich ihn denn, diesen Besuch?

Bühne zu TARTUFFE Eine große Treppe wie eine Showtreppe in der Mitte der Bühne. Links eine zweite Spielebene, zu der ganz links boch eine Treppe hochgeht. Alles leicht möbliert Rechts neben der Showtreppe ist nochmal eine mögliche Spielebene. Etwas höher gelegen als die Ebene links.Was auf jeden Fall klar ist, dass ist, das natürlich die Festspiele mit ihrer großen Bühne eine ganz andere Spielfläche haben als wir damals. Wobei größer jetzt ja nicht unbedingt besser bedeutet.

Tartuffe hat eindeutig ein paar dankbare Rollen – wie jedes Molière-Stück. Dies ist zum einen ganz klar die Rolle der Zofe, Dorine. Die ist deutlich an der Commedia dell’arte und der Colombina angelegt. Die Magd, die ihrem verbohrten, dummen Herrn immer Widerworte gibt. Das hat damals schon unserer Dorine gelegen, und die von den Festspielen hat diese Sache natürlich ebenso gut gemacht. Dies wurde entsprechend auch beim Schlussapplaus belohnt.

Auch Tartuffe ist recht dankbar. Scheinheilig sein und tun, und da an ein-zwei Punkten das wahre Gesicht durchblicken lassen. Ich denke, so etwas haben wir damals auch gemacht. Doch ist das schon so lange her… ich weiß tatsächlich schon gar nicht mehr genau, wer bei uns damals eigentlich alles mitgespielt hat. Dies musste ich in der Pause feststellen, als wir an unsere Aufführung zurückgedacht haben. Tatsächlich fallen mir zwei-drei Mitspieler gar nicht mehr ein. Dann tatsächlich nur die, mit denen ich schon vorher zu tun hatte.
Wer war denn unser Cléante? Und unser Damis?

Einhornkopf-Schattenriß auf dem Rasen, das Horn ist kaum zu erkennenNatürlich haben sie bei den Festspielen alle vorhandenen Rollen besetzt. Wir haben dagegen ja zumindest die Dienerin von Frau Pernelle, Flipotte, ganz sicher weggelassen. Und als Polizist bin dann ich noch eingesprungen – während sie bei dieser Inszenierung sogar noch zwei zusätzliche Einsatzkräfte hatten. Und Flipotte hat sich als Geheimpolizistin entpuppt. So würde ich dies zumindest jetzt deuten.

Der Text war eine eigene Übersetzung, dennoch war der alte Wortklang definitiv zu spüren. Und besonders das große Finale, in der alles zum Guten gewendet wird, Dank dem großartigen König… da kam ich wirklich ins Überlegen, wieso ICH das damals machen wollte. Als Zuschauer finde ich dieses Finale jetzt wirklich… *augenroll*

Das habe ich auch Drachenechses Mama danach gesagt, dass ich mich gefragt habe, wie ich darauf gekommen bin, ausgerechnet DAS zu machen? Doch lag das damals wohl eher daran, dass ich von ein paar Leuten wusste, dass sie gerne mal spielen würden – und dies war ein Stück, in dem ich ein Teil dieser Leute direkt vor mir gesehen habe.

Ob ich dieses Stück heute nochmal machen würde?
Nun, solange ich nicht irgendetwas mit Bühne wieder gemacht habe, ist diese Frage hinfällig.

Eine Einhornkopf-Silhouette und Stern, darunter steht Brüder Grimm Festspiele HanauEs war auf jeden Fall ein schöner Abend, an dem ich mal nicht zu Hause herumgesessen habe. Nach dem Stück habe ich mir noch das Festspielmagazin gekauft, damit ich nachsehen konnte, wer da was gespielt hat. Die zwei Zusatzpolizisten wurden dort zwar jetzt nicht extra aufgeführt, aber zumindest Flipotte. Die hatte eine kleine Rolle, doch würde ich die gerne nochmal in einer anderen sehen, mit mehr Aktion. Und so weiß ich, dass ich dafür wohl nochmal zu Hans im Glück gehen sollte.
Hmm… mal schauen.
Ob ich also dieses Jahr nochmal zu den Festspielen gehen werde, weiß ich noch nicht. Ganz sicher weiß ich dagegen, dass ich im Oktober in London ins Theater gehen werde.

Und ich werde Euch theatertechnisch und überhaupt auf dem Laufenden halten.

Schließlich habe ich hier sonst nichts zu tun.

;o)

Mal wieder Theater

Das dicke Schaf von Shaun das Schaf sitzt zusammengekauert hinter einer Schubkarre, und lunst unter einem großem Hut hervor.Letzten Sonntag war ich seit Ewigkeiten mal wieder im Theater. Also in einem Theaterstück, bei dem ich niemanden kenne, der mitspielt. Ansonsten waren meine letzten Theaterbesuche die beim Kinder- und Jugendtheater in Frankfurt, bei denen Fuchs mitgespielt hat. Da war ich tatsächlich auch Anfang des Monats, bei ihrem letzten Stück hier in Frankfurt.
Wieder mal „Shaun das Schaf“.
Doch darum soll es jetzt nicht gehen.

Nein, denn jetzt soll es um das zuletzt-gesehene Stück gehen.

Der Kultursommer in Hanau wurde letztes Wochenende eröffnet – und das erste Stück in diesem Sommer war das Stück „Wachen, Wachen“ nach dem Buch von Terry Pratchett.

Aufmerksame Leser meines Blogs wissen, dass ich ein Fan der Scheibenwelt-Bücher bin. Und das ist jetzt das erste Stück, das ich live zu einem Buch aus der Reihe gesehen habe. Und ich war entsprechend gespannt.

Die aufführende Theatergruppe waren „Die Dramateure“ hier aus Hanau. Eine Theatergruppe, welche aus einer Schultheatergruppe heraus entstanden ist. Deren erstes Stück vor 11 Jahren war damals „Wachen, Wachen“, und zum Jubiläum wurde es wieder aufgenommen.

Ich habe damals mitbekommen, dass dieses Stück aufgeführt wurde – und habe die Truppe wohl auch mal hier im Park beim Proben bemerkt. Doch habe ich bisher kein Stück von ihnen gesehen. Und dass, obwohl sie sich durch mehrere Pratchett-Bücher gespielt haben: Wachen, Wachen; Ruhig Blut; Faust Eric; Weiberregiment; Macbest; Mummenschanz… und sogar „Ein gutes Omen“ von Terry Pratchett + Neil Gaiman. Und noch andere Stücke.
Jedoch konnte ich mich – wenn ich es mitbekommen habe – nie aufraffen. Wohl auch, weil niemand Bekanntes von mir mitgespielt hat.

Doch dieses Mal hatte ich Lust. Und als meine Zeitung eine Kartenverlosung dafür ausgeschrieben hat, habe ich direkt im gleichen Moment meine Email für die Verlosungsteilnahme abgesetzt.
Tja… was soll ich sagen… ich musste für den Theaterbesuch keinen Eintritt zahlen. :oD
Und Fuchs auch nicht. Denn sie ist mitgegangen.

Zum Glück bin ich meine Spätschicht, die ich für diesen Tag gehabt hätte, direkt am 1.7. wieder losgeworden. Sonst wäre es etwas blöd gewesen. Aber so habe ich morgens gearbeitet – und hatte dann Zeit und Muse, abends ins Theater zu gehen.

Ich war gespannt, was mich erwartet. Ich konnte mir eine Umsetzung als Theaterstück schwer vorstellen. Auch wenn die Theatergruppe von Stephen Briggs in England wohl inzwischen fast jedes Buch zu einem Theaterstück gemacht hat. Vermute ich.

Ich habe einmal die Textfassung zu „Macbest“ bekommen – von der Mariane-Darstellerin damals bei Tartuffe.
Ha, die Zeit dieses Stückes liegt ja ganz am Anfang meiner Blogzeit hier – und hatte da auch für mehrere Beiträge gesorgt. Wer in die Vergangenheit abtauchen und Beiträge aus der Anfangszeit dieses Blogs ansehen möchte, dem verlinke ich hier mal ein paar Probenberichte.

Probe vom 27. Mai – Besetzung und 3.3;
Probe vom 03. Juni 2012 – Die Sache mit dem Ersatz;
Probentermin vom 10. Juni 2012 – Es hätte so schön werden können…

Mariane hatte diese Stückfassung von Macbest, weil sie das damals in der Schule gespielt haben/spielen wollten und sie Magrat Knoblauch machen sollte.
Doch hier geht’s nicht um Macbest, sondern um Wachen, Wachen.

Kulisse der Stadt Ankh-Morpork - zwei stilisierte Häuser. Rechts mit Tür, links ohne sichtbare TürDirekt zum Titel hatten wir vor der Aufführung ein uns erheiterndes Erlebnis:
Wir hatten uns noch Brezeln vor der Aufführung gegönnt und uns zum Verzehr an einen Tisch dazu gesetzt. Beim Klingelzeichen sind die beiden anderen aufgestanden und wir haben uns viel Spaß gewünscht. Dabei sind der Mann und ich über den Stücktitel, was wir uns ansehen werden, ins Flachsen gekommen. Ich meinte, ein Stück irgendwie wie „Wächter, Wächter“ – worauf er was mit „Wachturm“ bemerkte. Vielleicht wären wir ja noch auf den richtigen Titel gekommen… wenn nicht jemand, der noch in der Schlange zur Gastro stand, sich eingemischt hätte. Der meinte nämlich „Wachen, Wachen“. Darauf haben wir ihn alle angesehen und er wiederholte nochmal „Das Stück heißt Wachen, Wachen.“
Dies hat auf jeden Fall bei Fuchs und mir für eine erste Erheiterung gesorgt.

Und dann kam das Stück.

Ach, vorher habe ich mich natürlich nach bekannten Gesichtern umgesehen.

Das erste Gesicht, das kannte ich vom Flughafen. Eine Frau, bei der ich immer an eine Freundin aus meiner Grundschulzeit denken muss.
Hinter unserem „Wachen, Wachen“-Einwerfer stand der Intendant der Brüder Grimm Festspiele. Vom Gesicht war ich mir direkt 100% sicher – figurtechnisch nicht so. Allerdings sah ich ein paar Tage später ein Bild in der Zeitung, auf dem er auch drauf war… und dieses Foto warf meine Figurzweifel über den Haufen.
Als ich ihn gesehen habe, fand ich das auf jeden Fall gut. Das der Intendant eines Profi-Theater-Festspielbetriebs sich auch eine Aufführung von Amateuren ansieht… Positiv. *Daumen nach oben*
In der Pause habe ich noch einen alten Lehrer von mir gesehen – und ein Freundespaar von einer Bekannten. Dafür, dass Hanau sonst ein Dorf ist, fast etwas wenig. Oder ein Zeichen, das ich mal wieder mehr aus dem Haus muss…

Gut, jetzt aber das Stück.

Zur Einführung gab’s ein Lied vom Ensemble. Über die Scheibenwelt und Ankh-Morpork. Zum Glück eines der wenigen Ausnahmen.

Dazu habe ich direkt noch zwei Bemerkungen: Es wurde dabei auch live auf einer Drehleier gespielt. Und natürlich interessiert mich, von wem die ist. Ich vermute Gotschy. Doch die Frage hatte ich erst mal zurückgestellt – bis vorhin. Da bei deren Instagram-Fotos nun auch die Leier mal gezeigt wurde, konnte ich mir die Frage nicht verkneifen. Und meine Vermutung war richtig. Eine Phoenix Standard. Ha!
Die zweite Bemerkung ist, dass bei dem Volk, welches das Lied vorgetragen hat (alle), tatsächlich auch Rincewind herumgesprungen ist. Auch wenn er später nicht mehr als solcher auftrat.

Das Stück hielt sich ziemlich genau ans Buch.
Denn los ging es mit der Wächterbeerdigung von… ähm… der Name ist mir entfallen. Danach hatten auf jeden Fall die Verschwörer ihren Auftritt. Deren Schwierigkeiten und Zänkereien sorgten für das erste Gelächter. Hier fand ich auch den Kniff, eine Tür in der Wand zu verstecken, indem ich einfach ein weiteres Wandteil darüber zuklappe, ziemlich gut und effektiv.

Handpuppe des Drachen Eroll - ein kleiner Drachen, mit zwei riesigen NasenlöchernAuftritt Karotte Eisengießersohn, den größten (Adoptiv-)Zwerg, den die Scheibenwelt je gesehen hat. Und tatsächlich war der Darsteller des Karotte auch der Größte der Truppe. Und nicht nur von der Größe her war er gut. Seine Naivität im Stück sorgte für immer wiederkehrende Erheiterung.

Generell muss ich sagen, dass alle Charaktere gut bis sehr gut dargestellt waren. Alle waren eindeutig als der Charakter zu erkennen, der dargestellt werden sollte.
Mumm, Colon, Nobby, der Patrizier…

Besonders gefallen hat mir die Darstellerin der Wonse, Privatsekretärin des Patriziers. Bzw., die hat uns beiden sehr gut gefallen.

Den einzigen Mäkelpunkt wäre von mir vielleicht die Sprache des Bibliothekars. Das Ugh hätte orang-utischer klingen können.
Andererseits war seine Reaktion auf das Wort Tier ziemlich gut. Der Helm des Opfers hat ordentlich gescheppert.

Den Kniff mit dem Wandteil-vor-die-Tür-klappen fand ich, wie schon erwähnt, ziemlich einfallsreich. Das Darstellen der Sumpfdrachen mit gut gemachten Handpuppen war sehr gut. Vor allem habe ich Eroll sofort erkannt. Und den großen Drachen mit flatternden, gold-leuchtenden Fahnen darzustellen, die aussahen, als könnten sie aus Rettungsdecken gebaut worden sein… Ziemlich gut, Respekt.

Das Stück ging von offiziell halb acht bis etwa 22:40 Uhr. Also mit Pause gut 3 Stunden. Und ich muss sagen, ich habe die Zeit nicht bemerkt.

Wir hatten einen amüsanten Abend, der einige Lacher gebracht hat. Und ich denke, das gilt nicht nur für uns, sondern auch für alle anderen anwesenden Zuschauer. Der letzte Applaus erfolgte entsprechend im Stehen.

Ich hatte mit Drachenechse vor Monaten mal über diese Theatergruppe gesprochen. Nun habe ich sie in Aktion erlebt.
Und es hat mir gefallen.

Es hat mir sogar so gut gefallen, dass ich mir das Stück nochmal ansehen will/werde. Denn zum Glück spielen sie Ende des Monats noch zwei Mal in Seligenstadt. Und die Termine passen mit einem Wochenende von mir gut überein. Da wir aber noch ein wenig in der Wohnung von Drachenechse + Fuchs machen wollen/müssen, wird es dann doch nur auf einen einmaligen Besuch hinauslaufen. Doch besser als nichts. Mal sehen, ob ich noch wen dazu begeistern kann.

Ich war es zumindest. :oD

Blau beleuchteter Brunnen - genannt Schwanenbrunnen - mit fließendem Wasser, das blau schimmert

Was ein Theater…

Verschiedene Masken der Commedia Dell'Arte

Ich war im Juli seit Ewigkeiten mal wieder in einem Theaterstück. Meine Neffen sind nämlich mit mir zur Aufführung von „Robin Hood“ vom Kinder- und Jugendtheater Frankfurt im Nidda-Park.
Doch darüber will ich jetzt gar nicht schreiben.
Auch Fotos habe ich keine gemacht. Wer sich da ein paar Bilder ansehen möchte, muss auf die Instagram-Seite des Theaters gehen. Da kann mensch dann Fuchs als Robin sehen.

Ich habe mir vorhin für mich Gedanken zu dieser Aufführung gemacht, was mich dazu brachte, mal über meine Theaterzeit(en) nachzudenken und zu überlegen, welche Rollen/Stücke für mich am besondersten/wichtigsten waren.

Ich denke jetzt nur an den Zeitraum von 1986 bis 2012. Das ist ein gutes Vierteljahrhundert. Meine Zeit vom Jugendtheater über das Zimmertheater bis zu den eigenen Inszenierungen.

Ich denke, sehr wichtig ist „Die Frau in Schwarz“ vom Zimmertheater Rottweil. Sie steht so weit oben, da dies das erste (und einzige) Zwei-Personen-Stück war, in dem ich mitgemacht habe.
Kein Verstecken hinter anderen Schauspielern. Mensch muss die ganze Zeit voll bei der Sache sein. Das war eine Herausforderung. Und mein Kollege war klasse. Er und seine Familie haben sich damals ein wenig zu einem Familienanschluss für mich entwickelt.
Also – die Frau in Schwarz ganz oben, als allererstes.

Mit „Kunst“ haben wir später da noch ein 3-Personen-Stück gemacht, doch das finde ich für mich längst nicht so wichtig. Am wichtigsten von „Kunst“ war da der 1½-Seiten-Monolog… und die Filzstifte in der Nase, die es auch in die Zeitung geschafft haben.
Wuhuu… welch Wunder…

Weit vor „Kunst“ liegt bei mir da noch eher „Macbeth“ von 1999 in Gelnhausen. In dem Jahr war ich im „Theaterstress“ – 3 Premieren in 3 Monaten. Als hätten mir meine beiden festen Theatergruppen nicht gereicht, musste/wollte ich unbedingt beim Macbeth-Projekt mitmachen. Eigentlich wollte ich ja ‚nur‘ Soldat sein und kämpfen. Allerdings hat das zeitlich nicht gepasst. Also habe ich die kleine Rolle des Arztes übernommen. „Ein Arzt“ – auf der Besetzungsliste die zuletzt aufgeführte Rolle. Ein Auftritt von vielleicht 5 Minuten, wenn’s hochkommt. Kurz vor Schluss, zusammen mit Lady Macbeth. Und ihrer Zofe.
Und mit diesem kurzen Auftritt habe ich es geschafft, eine namentliche Erwähnung in der Zeitung herauszuschlagen. Bei locker über 50 Mitspielern macht mich das immer noch stolz. :oD

Etwa auf einer Ebene würde ich danach 3 Rollen/Stücke ansiedeln. Das wären die beiden ersten Projekte in den Jugendgruppen, bei denen ich mitgemacht habe – und ein Stück etwas ‚weiter hinten‘.

Das erste Stück von Lim war „Der eingebildete Kranke“ von Molière.
So kamen wir ja überhaupt zum Namen unserer Gruppe. Aus ‚Le Malade imaginaire‘ wurde ‚L’imagination malade‘ = L’im oder einfach Lim.
Ach ja, da habe ich Argan gespielt. Den eingebildeten Kranken, angelegt als ein Pantalone der Commedia Dell‘Arte – nur ohne Maske.
Das war 1987.

Lim war damals die eine Jugendtheatergruppe des Jugendbildungswerkes Hanau. Die andere Gruppe war die Confusion. In die stieg ich dann 1992 mit ein. Da war ich in der aktuellen Lim-Produktion nicht groß beschäftigt, also suchte ich mir eine andere Theaterauslastung.
Hi hi… der erste Kommentar zur Begrüßung einer Alt-Confusionärin war, als ich zu einer ersten Probe für Neue kam: „Was machst Du denn hier?“

Ja – unsere Gruppen kannten sich ein wenig. :oD

Die Confusion suchte für ihr neues Projekt noch Mitspieler. Das Projekt war „Draußen vor der Tür“ – und ich wurde da zu einem von erst 4, dann 3 Beckmännern. Der vierte machte irgendwann den Abgang – seine Diva-Allüren wurden nicht ordentlich gewürdigt. Also wurde sein Teil auf die anderen drei aufgeteilt. Das machte dann die Szene beim Oberst erst richtig gut.
Also Danke nochmal für deine verletzte Eitelkeit, Nr. 4.

Ja, das war klasse. Und diese Produktion hat meinen Mit-Lims gut gefallen. Seitdem war die kleine Rivalität, die es vielleicht gegeben hatte, weg.

Ja, der Beckmann war etwas Besonderes. Genau wie der Argan. Und als drittes kommt da jetzt noch Cathy dazu.

Mit Lim spielten wir 1995 – glaub ich – „Der siebte Himmel“ von Caryl Churchill, oder im Original Cloud Nine.
Im ersten Akt war ich Clive, der Kolonialheer – im zweiten Akt dann Cathy. Eine Fünfjährige.

Und die hat mir richtig Spaß gemacht zu spielen. So sehr, dass eine Mitspielerin, die in dem Stück ein paar Ohrfeigen verteilen durfte, ein paar sehr gute hingelegt hat. Eine bei mir, weil ich das nervende 5jährige-sein wohl gut gemacht habe.

Arlecchino-Maske der Commedia dell'arte auf KnieSpäter meinte dann einer unserer Leiter, dass ich mit Cathy einen neuen Punkt des Spielens erreicht hätte. So konnte ich danach tatsächlich ENDLICH auch mal den Arlecchino in der Commedia Dell’Arte spielen. In diesem Fall dann Misu, den männlichen Tel des Arlecchino-Duos Tira + Misu.

Misu war auch klasse. Die Zeit dieses Projektes wurde nur insofern eher schwierig für mich, weil ich total und hoffnungslos verschossen in die Darstellerin der Tira war. Das war dann eher Fegefeuer… :o|

Wenn es jetzt einmal unwahrscheinlicher weise zu einer Begegnung mit ihr kommen sollte, würde ich vielleicht „Hallo“ sagen. Mehr aber auch nicht. (Ich glaube, das habe ich irgendwo hier an einer Stelle meines gesamten Blogs auch schon mal erwähnt.)
Aber darum soll’s ja gar nicht gehen.

Also – Misu war auch wichtig für mich.

Gibt es denn jetzt noch irgendeine Rolle/Projekt, welches in mir heraussticht? *Grübel*

Ich denke, den Zettel möchte ich noch erwähnen. Den durfte ich im Sommernachtstraum in Rottweil spielen. Das letzte Stück als Profi dort am Zimmertheater. Und ich durfte da die Handwerker immer mit ein paar Prominenten der Stadt spielen. Leitern von Ämtern und der Sparkasse, Lehrern (das war die schlimmste Gruppe) und Leiter der Narrenzünfte.
Die Gruppen haben mal mehr, mal weniger Spaß gemacht. Aber meine Mit-Handwerker haben das Spielen mit mir wohl immerhin so sehr geschätzt, dass ich zum Schluss als Dank für die Mühen mit ihnen eine gefüllte Sparsau bekommen habe. Und das von denen, mit denen die Arbeit Spaß gemacht hat. Da hätte es kein Extra-Geld gebraucht. Von den Lehrern hätte ich schon was genommen. *fg*

Das waren die besonderen Stücke, in denen ich selbst mitgespielt habe. Ich denke, 2 Stücke/Projekte hätte ich noch, die für mich besonders sind/waren.

Das eine ist „Salome“ von Oscar Wilde.

Kopf einer Schaufensterpuppe auf einem schwarzen KissenDas dürfte das erste Stück sein, in dem ich den Großteil inszeniert habe. Mit Drachenechse als Jochanaan und Herodias. Ihren Kopf hat sie jetzt noch. :oD
(Und als Mitchefin. ;o))

Da wir die Handlung modern anlegten, waren mit die ersten Gedanken, die ich mir machte, zum Tanz der Salome. Da wurde dann ein Lapdance zu Apocalypticas ‚I’m not Jesus‘ draus.
Und deswegen ist das ein wichtiger Punkt für mich.
Diese Musik gefunden und eine coole Szene und ein gutes Stück gemacht zu haben. (Aber ich bin da parteiisch. ^^)

Und das letzte Stück, das ich erwähnen möchte, wäre jetzt noch das letzte Stück, welches ich gemacht habe. „Tartuffe“ von Molière. Dies ist wirklich das erste Stück, das ich alleine aufgezogen und geleitet habe. Drachenechse hatte mal mit nach den Strichen gesehen, von München aus. Ansonsten hatte ich alles in der Hand. Sogar das Motiv für unser Programmheft und das Plakat habe ich entworfen, nachdem ein Mitspieler, der eigentlich zeichentechnisch in seiner Freizeit unterwegs war, nicht mit einem Entwurf zu Potte kam. Deswegen nahm ich das irgendwann in die Hand. Damit war er dann zwar nicht so einverstanden und wollte so dann eigentlich nicht beworben werden, aber das war mir dann wurscht.

Plakat/Flyer für Tartuffe von Molière von der Thatergruppe Spiel-Wut. Ein paar weiße Flügel, die einen roten Teufelsschanz und einen goldenen Heiligenschein haben, auf dem 2 rote Hörner sitzenTatsächlich könnt ihr zu Tartuffe und den Proben und überhaupt dazu in meinem Blog so einiges lesen. Dazu müsst ihr allerdings ganz an den Anfang springen. Denn die Proben und das Drumherum dazu haben mich in der Anfangszeit meines Blogs zu ein paar Beiträgen „inspiriert“.

Tartuffe wäre also das letzte Projekt, das ich theatertechnisch hier hervorheben und erwähnen möchte. Tatsächlich ist Tartuffe auch das letzte Projekt, an dem ich mitgemacht habe, theatertechnisch. (Könnte sich vielleicht noch mit dem zerbrochenen Krug überschneiden, aber gefühlt ist Tartuffe das letzte.)

Wenn ich jetzt so überlege, dann wäre das jetzt ein vollendeter Bogen.

Angefangen mit Molière – aufgehört mit Molière.
Ist fast passend.

Damit schließe ich diesen Beitrag ab, mit diesem Kreis… oder Bogen… oder Kurve… je nachdem, wie mensch es bezeichnen möchte. Vielleicht geht es von diesem Punkt ja auch irgendwann wieder weiter.

Wer weiß…

 

P.S.: Einen Nachtrag hätte ich noch. Kein komplettes Stück, sondern nur eine Szene. Nämlich bei der Theaterwerkstatt von den Tohuwabohus in Meiningen, ich glaube 1999? Die Werkstatt, bei der ich mitgemacht hatte, war „Regie-Theater, Theater-Regie“ – und es war das erste Mal, dass ich mich in Richtung Regie umgesehen habe. Letztendlich habe ich dann in der Szene, die wir bearbeitet hatten gespielt und nicht inszeniert, doch das macht nichts.
Wir haben an der Mordszene von Woyzeck an Maria gearbeitet, und ich durfte einen Woyzeck machen.
Und das war auch toll. Und das Besondere hierbei war, dass danach eine damals gute Freundin meinte, dass sie mich gar nicht erkannt hätte, weil ich doch eher immer fröhlich wäre und lachen würde, aber da richtig böse gewesen sei.

Ja – das muss unbedingt noch hier mit zum Beitrag. Auch wenn ich diese Episode eventuell auch schon mal erwähnt habe?
Aber halt alt… und vergesslich… und schon sooo viele Beiträge. (367)
Da verliere ich dann schon mal den Überblick. ^^

 

P.P.S.: Heute unterwegs ist mir doch noch eine Sache eingefallen, die ich besonders und damit erwähnenswert finde. Auch hierbei handelt es sich nicht um ein komplettes Stück, deswegen denke ich da nicht sehr oft dran. Doch heute habe ich. ;o)
Ich glaube, es müsste 1996 gewesen sein, ein Projekt vom JBW Hanau mit den französischen Partnerstädten. Eine Art Austausch, bei dem Hanauer und Franzosen aus Francheville und wahrscheinlich Umgebung für knapp 10 Tagen zusammen in Dietzenbach untergebracht waren und mit verschiedenen Kunstarten eine Aufführung erarbeitet haben. Das waren Kunstarten wie Tanz, Video, Masken und Theater.
Eigentlich wollte ich zur Videogruppe. Allerdings waren von etwa 40 Teilnehmer gerade mal 5-6 Jungs. Wie üblich eigentlich. Und von diesen wenigen männlichen Teilnehmern war einer der Franzosen schon fest für die Videogruppe „gebucht“, weil seine Freundin, glaube ich, auch dort war. Also bin ich in die Theatergruppe, damit dort wenigstens auch eine männliche Person war. Da kannte ich auch die Teamerin, da es sich hierbei um die Leiterin der Confusion handelte.

Wir haben dann Figuren erdacht, mit denen wir durch einen Zeittunnel in das nächste Jahrtausend gehen wollten, aber abgeschnitten wurden vom Rest.
Da kam ich dann auf den Gedanken, dass ich ja dann vielleicht einen Videoreporter machen könnte. Ich fragte bei der Videogruppe nach, ob ich vielleicht für die Aufführung als Requisit eine Kamera bekommen könnte – und da mir dies zugesagt wurde, wurde ich Maximilian Schäfer vom Sender 23. Und es lief dann tatsächlich darauf hinaus, dass ich mit der Videokamera auf der Bühne stand – und das Bild der Kamera live via Kabel über einen Beamer auf eine Leinwand geworfen wurde. Liveberichterstattung aus dem Zeittunnel.
Und ich konnte doch noch mit der Videokamera arbeiten. :oD

Ich denke, inzwischen ist das sowas von alltäglich, dass in Theaterstücken live Videoeinspielungen gemacht werden. Und zwar nicht nur Aufgezeichnetes, sondern auch live gespieltes. Zumindest habe ich inzwischen schon oft darüber gelesen. Doch ich denke, 1996 war das noch nicht soo üblich.
Von daher ist diese Sache für mich noch extra erwähnenswert.
Wir waren Vorreiter.

Bilde ich mir jetzt einfach mal ein. ;o)

Commedia Dell'Arte-Maske von einem Totenschädel, mit Filter bearbeitet

Gimmicks

Mitte Juni hat es mal wieder hingehauen, dass es bei mir gepasst hat. Ich konnte mal wieder mit zum Wrestling gehen. Über die nGw hatte ich ja schon mehrmals berichtet. Zwei Mal hatte ich es bisher dorthin geschafft, dafür letztes Jahr gar nicht.

Allerdings war die Hintergrundgeschichte des letzten Jahres eine „Übernahme“ der Liga durch deren Manager und einer Gruppe ihm zugehöriger Wrestler.

Ach – da mir diese Geschichte so gar nicht gefällt, werde ich das jetzt einfach mal so liegenlassen.

Aber darum ging es mir jetzt auch nicht. Bzw. darüber wollte ich gar nicht schreiben. Mich beschäftigt gerade eher das Gimmick, welches sich ein/e Wrestler/in für seine/ihre Rolle aussucht.

Ein sehr stimmungsvolles Gimmick hat da „Farmer Joe“. Ein großer, kräftiger, schwerer Mann, der einen auf Farmer macht, und dann beim Einlauf gerne Äpfel verteilt. Oder später mit Äpfeln am Gegner Mus macht. ^^
Die Banane mag diesen Typ ja gar nicht, doch er verbreitet einfach eine gute Stimmung. Da finde ich: Alles richtig gemacht.

Einer der jetzt „Bösen“ und damals auch schon nicht gut, sondern eher nervig anzuschauen, hatte damals noch als Gimmick einen Fidget Spinner. So ein kleines Ding zum in den Fingern drehen und rotieren lassen. Joa… lahm.
Gut, heute hat er ihm abgeschworen, dafür überzeugt er mehr durch Leistung. Ist erwachsen geworden, der Junge. Im Großen und Ganzen… ;o)

Ein gutes, stimmiges Gimmick ist wiederum das von dem Zeitreisenden. Das soll, glaube ich, der Hintergrund sein. Eine Gesichtsmaske im Steampunk-Outfit, mit Zahnrädern und so. Dazu noch ein Hut und Stock. Das ergibt für mich ein passendes Ganzes.
(Und im August, während der großen Hitze, ist er als 90er Jahre-Rettungsschwimmer aufgetreten. :oD)

Dann waren aber im Juni noch zwei offizielle Neuzugänge dabei, über deren Rollen bzw. Gimmicks ich mir ein wenig Gedanken gemacht habe.

Deswegen jetzt dieser Beitrag – und ihr müsst es ausbaden. :oD

Als erstes will ich über den männlichen Neuzugang berichten.

Der Name klang schonmal vielversprechend. „Sadistico“
(Ich habe lange überlegt, ob ich jetzt den Namen nenne… Doch gerade so ein Name weckt Assoziationen, deswegen wird er jetzt genannt. Außerdem habe ich gerade festgestellt, wie inkonsequent ich bei den Wrestling-Beiträgen mit dem Anonymisieren bin. Dann kommts auf einen mehr auch nicht drauf an. ^^)
Also „Sadistico“…

Auch sein Auftritt war schonmal vielversprechend. Er hat nämlich einfach einen Vortrag des Vertreter…deppen unterbrochen. Nicht schlecht.
Sein Aufzug bestand dann aus einer Vollmaske, Lederjackett, Stock und Zylinder.
Geht auch noch. Doch das war es dann auch schon so gut wie. Er hat keine Reden geschwungen, (auch nicht verkehrt), aber sonst auch nicht gar so viel.

Eigentlich fand ich ihn für seinen Namen zu… lieb? Eher farblos.
Der Name „Sadistico“ weckt ihn mir die Vorstellung von mehr handeln statt reden. Und das Handeln dann auch nicht unbedingt regelgerecht. ;o)

Doch so viel war da jetzt in meiner Erinnerung nicht.

Als ihm der Vertreterdepp den Hut weggeschlagen hat, hätte ich bei dem Namen direkt einen Angriff auf den Vertreterdepp erwartet… Tja.

Ich meine, figurtechnisch machte er schon was her: Groß, muskulös… Aber so insgesamt war er noch zu farblos, zu wenig aktiv. Gegen alle Gegner. Ich hoffe, er findet sich noch rein in seinen Namen. Sonst kann er sich auch in Gänseblümchen umbennen. ;o)

Das zweite Gimmick, über das ich jetzt noch schreiben möchte, ist das des weiblichen Neuzugangs. Dieser war schon mal ein netter Anblick – und hatte zumindest auch mehr Aktionen und Action gezeigt als ihre Gegnerin. Nur ihr Gimmick und die Art der Präsentation hinterlässt bei mir ein Fragezeichen. Denn sie kam mit einem Schwert.

Joa, warum auch nicht. Insgesamt sollte sie wohl eine Kriegerin darstellen. Passt ja auch zum Wrestling. ;o) Was stört mich jetzt also an diesem Schwert? Denn irgendwas muss mich ja stören, sonst würde ich jetzt ja nicht über das Schwert, sondern über die Kämpferin schreiben.

Männer… ;o)

Erstmal war es, glaube ich, das Schwert selbst. Irgendwie sah es aus wie ein Plastikspielzeug. Nun – irgendwie sollte es jetzt nicht verwundern, dass in einer Semiprofessionellen Wrestlingliga nicht wirklich scharf geschmiedete Waffen, bzw. Schwerter, herumgetragen oder präsentiert werden. Doch auch da gibt es verschiedene Ansätze, wie mensch vorgehen kann. Zum einen gibt es Schaukampfwaffen aus Stahl. Die sind nicht scharf, aber halt immer noch aus Metall. Von daher empfinde ich diese Variante für diesen Verwendungszweck noch als „zu gefährlich“. Dann gibt es Übungsschwerter aus Holz. Dies könnte dann so dargestellt werden, dass das Übungs-Holzschwert für ihre Gegnerin erstmal völlig ausreicht. Dafür holt sie ihr richtiges Schwert erst gar nicht raus und macht es dann womöglich noch schmutzig. So in etwa. Die dritte, nein, vierte Möglichkeit (die Plastikvariante jetzt mitgerechnet) wäre ein Larp-Schwert.

Warum auch nicht?

Es gibt da die verschiedensten Modelle, inzwischen. Und die sehen richtig gut aus. Ziemlich echt und teilweise auch sehr martialisch. Und das Gute an denen ist: Die sind tatsächlich dafür gedacht, damit jemanden zu hauen. Natürlich in gewissen Grenzen. Aber tatsächlich kann ich mir gut vorstellen, dass ein Wrestler oder Wrestlerin mit einem Larp-Schwert vermöbelt wird. ;o)

Dann wäre ihre Rolle halt Larp-Kämpferin. Warum auch nicht? Es gibt schlimmeres.  ;o)

Das wäre das Eine. Die Art der Waffe.
(Banane hat beim letzten Mal erkannt, dass es wohl ein Holzschwert war mit Silberfolie auf die Scheide gepackt. Bitte?!?)

Das Andere ist dann natürlich ihre Präsentation.

Ich hatte das Gefühl, sie hatte noch nie ein Schwert in der Hand. Sie hat dieses Teil halt vor sich hergetragen – aber abgenommen habe ich es ihr nicht. Als sie dann im Ring stand, hat sie damit nochmal auf ihre Gegnerin gedeutet. Jedoch kam es mir eher vor, als würde sie ein Billardqueue halten. Das wäre sicherlich auch als Gimmick möglich, nur müsste sie dann eine Kneipenschlägerin darstellen. So mit zerrissenen Jeans und Stiefel, nicht im kurzen Röckchen.

Obwohl… ;o)

Also, in meinen Augen bräuchte sie ein anderes – besseres – Schwert, und dann sollte sie mal testen, wie sie damit spielen kann. Es halten, heben, etc.

Ich glaube, da kommt mein Theaterhintergrund durch. ;o)

Wenn ich an „die gute alte Zeit“ denke…

„Hacksaw“ Jim Duggan mit seinem Kantholz, dem er auch einen Namen gegeben hatte, der mir jetzt nicht mehr einfällt. Das haben tatsächlich auch mal die Gegner zu spüren bekommen.
Oder der Undertaker. Mit seinem Bestatterhut, Mantel… und sein Manager Paul Bearer mit Urne vorneweg.

Es ist halt nicht nur wichtig, was mensch dabei hat, sondern auch wie mensch es präsentiert und damit spielt.

Kann ja auch sein, das andere dies ganz anders sehen. Dass sie bei der Kriegerin weniger auf das Schwert geachtet haben, als z.B. auf ihre blonden Haare. (Die habe ich durchaus auch bemerkt.) Aber zumindest ich finde es noch ausbaufähig. Da kann mensch noch etwas mehr draus machen.

Das so meine Meinung – endlich mal aus der Pipeline abgezapft. ^^