Tartuffe – Brüder Grimm Festspiele 2023

Eintrittskarte zu TARTUFFE von J.B. MOLIÈRE Reihe Grimm Zeitgenossen 39. Brüder Grimm Festspiele Hanau vom Samstag, dem 24. Juni 2023 - 20:30 Uhr Reihe 11 Links Platz 40

Ich bin gerade von einer Theateraufführung heimgekommen.
Und zwar war ich mit Drachenechses Mama bei den Brüder Grimm Festspielen und habe da mit ihr zusammen „Tartuffe“ besucht. Netterweise hat sie an mich gedacht, als sie nach Karten gesehen hat – und da sie eine entsprechende Karte hatte, hat sie unsere beiden Karten auch zum Preis von einer bekommen. Wie praktisch.
Das sie da an mich gedacht hat, liegt auch daran, dass sie damals, vor 11 Jahren, bei unserem Tartuffe unsere Frau Pernelle gespielt hat.

Dies war jetzt der erste Theaterbesuch seit letztem Jahr zu „Wachen! Wachen!“

Wie fand ich ihn denn, diesen Besuch?

Bühne zu TARTUFFE Eine große Treppe wie eine Showtreppe in der Mitte der Bühne. Links eine zweite Spielebene, zu der ganz links boch eine Treppe hochgeht. Alles leicht möbliert Rechts neben der Showtreppe ist nochmal eine mögliche Spielebene. Etwas höher gelegen als die Ebene links.Was auf jeden Fall klar ist, dass ist, das natürlich die Festspiele mit ihrer großen Bühne eine ganz andere Spielfläche haben als wir damals. Wobei größer jetzt ja nicht unbedingt besser bedeutet.

Tartuffe hat eindeutig ein paar dankbare Rollen – wie jedes Molière-Stück. Dies ist zum einen ganz klar die Rolle der Zofe, Dorine. Die ist deutlich an der Commedia dell’arte und der Colombina angelegt. Die Magd, die ihrem verbohrten, dummen Herrn immer Widerworte gibt. Das hat damals schon unserer Dorine gelegen, und die von den Festspielen hat diese Sache natürlich ebenso gut gemacht. Dies wurde entsprechend auch beim Schlussapplaus belohnt.

Auch Tartuffe ist recht dankbar. Scheinheilig sein und tun, und da an ein-zwei Punkten das wahre Gesicht durchblicken lassen. Ich denke, so etwas haben wir damals auch gemacht. Doch ist das schon so lange her… ich weiß tatsächlich schon gar nicht mehr genau, wer bei uns damals eigentlich alles mitgespielt hat. Dies musste ich in der Pause feststellen, als wir an unsere Aufführung zurückgedacht haben. Tatsächlich fallen mir zwei-drei Mitspieler gar nicht mehr ein. Dann tatsächlich nur die, mit denen ich schon vorher zu tun hatte.
Wer war denn unser Cléante? Und unser Damis?

Einhornkopf-Schattenriß auf dem Rasen, das Horn ist kaum zu erkennenNatürlich haben sie bei den Festspielen alle vorhandenen Rollen besetzt. Wir haben dagegen ja zumindest die Dienerin von Frau Pernelle, Flipotte, ganz sicher weggelassen. Und als Polizist bin dann ich noch eingesprungen – während sie bei dieser Inszenierung sogar noch zwei zusätzliche Einsatzkräfte hatten. Und Flipotte hat sich als Geheimpolizistin entpuppt. So würde ich dies zumindest jetzt deuten.

Der Text war eine eigene Übersetzung, dennoch war der alte Wortklang definitiv zu spüren. Und besonders das große Finale, in der alles zum Guten gewendet wird, Dank dem großartigen König… da kam ich wirklich ins Überlegen, wieso ICH das damals machen wollte. Als Zuschauer finde ich dieses Finale jetzt wirklich… *augenroll*

Das habe ich auch Drachenechses Mama danach gesagt, dass ich mich gefragt habe, wie ich darauf gekommen bin, ausgerechnet DAS zu machen? Doch lag das damals wohl eher daran, dass ich von ein paar Leuten wusste, dass sie gerne mal spielen würden – und dies war ein Stück, in dem ich ein Teil dieser Leute direkt vor mir gesehen habe.

Ob ich dieses Stück heute nochmal machen würde?
Nun, solange ich nicht irgendetwas mit Bühne wieder gemacht habe, ist diese Frage hinfällig.

Eine Einhornkopf-Silhouette und Stern, darunter steht Brüder Grimm Festspiele HanauEs war auf jeden Fall ein schöner Abend, an dem ich mal nicht zu Hause herumgesessen habe. Nach dem Stück habe ich mir noch das Festspielmagazin gekauft, damit ich nachsehen konnte, wer da was gespielt hat. Die zwei Zusatzpolizisten wurden dort zwar jetzt nicht extra aufgeführt, aber zumindest Flipotte. Die hatte eine kleine Rolle, doch würde ich die gerne nochmal in einer anderen sehen, mit mehr Aktion. Und so weiß ich, dass ich dafür wohl nochmal zu Hans im Glück gehen sollte.
Hmm… mal schauen.
Ob ich also dieses Jahr nochmal zu den Festspielen gehen werde, weiß ich noch nicht. Ganz sicher weiß ich dagegen, dass ich im Oktober in London ins Theater gehen werde.

Und ich werde Euch theatertechnisch und überhaupt auf dem Laufenden halten.

Schließlich habe ich hier sonst nichts zu tun.

;o)