Was ich mag und was ich nicht mag in Büchern

Deutsche Übersetzungen von Büchern von A. Lee Martinez Von links nach rechts: Der Automatische Detektiv Diner des Grauens Miss Minotaurus und der Huf der Götter Der Mond ist nicht genug Monsterkontrolle Constance Verity

Immerhin den Titel weiß ich schon. Das ist ja schonmal etwas. Wie fange ich jetzt an?

Die heutige Frage von WordPress geht ja fast in die gleiche Richtung. Nämlich

„Welches Buch könntest du immer wieder lesen?“

Ich würde das nicht auf ein einziges Buch beschränken wollen. Bei mir ist das die komplette Scheibenwelt-Serie von Terry Pratchett. Müsste ich da eines rauspicken, wäre das mein zuerst gelesenes Buch der Serie überhaupt.
MacBest

Drei Bücher von Terry Pratchett - doch eigentlich nur eines Denn links ist die Originalversion des Buches "WITCHES ABROAD", daneben die neue und die alte Übersetzung von TOTAL VERHEXT auf Deutsch. Das Bild des Originals und der alten Übersetzung ist das gleiche Covermotiv der drei Hexen, gemalt von Kirby. Das Motiv in der mItte ist ein unpersönliches glattes Computererstelltes Motiv von den drei HexenDieses Buch – und alle anderen Bücher der Scheibenwelt auch – haben nämlich viel, was ich an Büchern mag:

Gute/starke Charaktere in männlicher und weiblicher Form.

Nicht zu platter Humor.
(Ich dachte ja erst ‚Intelligenter Humor‘ – aber sagt das mehr darüber aus, was ich von mir denke oder über den Humor? ;o))

Durchdachte Hintergrundgeschichte
Weitreichender, gut durchdachter Weltenbau, der in sich stimmig ist.
(Wenn die Scheibenwelt mit ihren über 40 Romanen und Geschichten nicht gut durchdacht ist, weiß ich auch nicht mehr. ;o))

Phantasie, bzw. ein phantastischer Hintergrund
Kann Magie enthalten, muss aber auch nicht. Doch meistens ja.

Beziehungen, die sich glaubhaft ergeben. Und nicht Knall auf Fall. Vielleicht gibt es auch Liebe auf den ersten Blick. Aber vorher schadet ein zweiter oder gar dritter Blick auch nicht. Und wegen mir kann dann auch gerne mal Sex vorkommen. Gehört dazu – doch zumindest auf der Scheibenwelt hinter dem geschlossenen Buchdeckel. Woanders ist das aber auch mehr oder weniger ausführlich, was mich auch nicht stört. Es sollte halt alles nicht so übertrieben werden. Sonst kann ich mir auch ein entsprechendes Buch dazu holen.

Buch "SCHOLOMANCE - Tödliche Lektion" von Naomi Novik Schwarzes Hardcover-Buch mit einem stilisierten Turmgebäude über WolkenAbgeschlossene Geschichten
Auch in einer Reihe finde ich abgeschlossene Geschichten gut. Oder wenigstens mit einer sinnvollen Unterteilung. Bei Harry waren es die Schuljahre. Herr der Ringe waren drei große eigene Teilgeschichten – auch wenn ich die schon lange nicht mehr gelesen habe.
Doch nicht einfach nach gut 400 Seiten sagen: ‚So. Das ist genug für ein Buch. Macht hier mal einen Schnitt.‘ Nicht, wenn die Geschichte mit 2-300 Seiten mehr komplett wäre. Und sei dieser Schnitt nun einigermaßen sinnvoll oder auch nicht.

Damit komme ich wohl dazu, was ich nicht (so) mag.

Eigentlich alle Gegenteile. ;o)

Und irgendwie bin ich auch nicht so der Fan von ausgeschriebenen Gefühlsverwirrungen der zwischenmenschlichen Art. Oder welche Gattung auch immer diese Gefühle hat. Wobei… Gefühlsverwirrungen eines Maulwurfs könnten ja ganz anders und damit interessant sein. Aber so zwischenmenschlich…
‚Hitze überzieht sein/ihr Gesicht‘ blablabla…
Ich habe mich selbst oft genug verwirrt. Da muss ich es nicht unbedingt in Büchern haben. Wahrscheinlich sind deshalb so Romantasy oder das Enemy-to-Lover-Genre nicht so was für mich. ;o)

Ein Beispiel für nicht-durchdachten Weltenbau ist für mich H.P.. Es ist eines, eine zauberhafte und eine normale Welt nebeneinander stehen zu haben. Doch auf die Verknüpfungen kommt es an. Und das Kinder von Zauberern + Hexen nicht in normale Schulen vor Hogwarts gegangen sein sollen, sondern alle heimunterrichtet… das ist der größte Blödsinn in meinen Augen. Wie sollen arme Hexen/Zauberer ihren Kindern Lesen, Schreiben und Grundrechenarten beibringen und gleichzeitig noch den Lebensunterhalt für alle verdienen?
*Augenroll*

Ich denke, damit habe ich zu diesem Titel eigentlich alles erstmal gesagt. Und mal sehen, ob ich das auch zu den Anregungen als Antwort poste.
Wenn ich hier jetzt finde, was ich dazu anklicken muss. ;o)

Feuer vor schwarzem Hintergrund

Scheibenwelt-Rollenspiel-Kickstarter

Briefmarken der Royal Mail Stamps von der Discworld PRESENTATIONS-PACK Auf den 8 Briefmarken sind zu sehen: RINCEWIND, MOIST (Feucht) VON LIPWIG, der BIBLIOTHEKAR, OMA WETTERWACHS samt MAGRAT und NANNY OGG, SAM VIMES, TOD und MORT, TIFFANY ACHING (Weh) und GREAT A'TUIN

Wie hier in den letzten Jahren ja bereits mehrfach erwähnt, bin ich ein Fan der Scheinwelt. Und der ein oder die andere mag noch gemerkt haben, dass ich Pen&Paper-Rollenspielen nicht abgeneigt bin. ;o)

Vor 30 Jahren gab es mal ein Universal-Rollenspielsystem namens GURPS. Das deckte die grundsätzlichen Regeln des Rollenspielens ab, und dazu gab es dann die verschiedensten Module für die gewünschten Spielarten: Sci-Fi, Horror, etc.
Irgendwo muss ich zuhause noch das Buch für das Modul der Scheibenwelt rumfliegen haben. Hmm…

Nun wird gerade ein neuer Scheibenwelt-RPG-Ballon gestartet. Die Kickstarter-Kampagne dazu geht noch 4 Tage.
Ursprünglicher Zielbetrag waren 100.000 £, oder umgerechnet etwa 118.814 €.
Stand der Kampagne beim Abtippen des Beitrags ist momentan 2.063.495 €.
:oO

Natürlich musste ich bei dieser Kampagne mitmachen. Das ging gar nicht anders. Und nach ein paar Tagen Laufzeit habe ich meinen ursprünglichen Finanzierungs-Beitrag nochmal geändert. Ich wollte ja schon etwas mehr geben., dann mache ich halt noch etwas mehr. *schulterzuck*

Wer nun vielleicht auch Lust hat, mal in Ankh-Morpork auf Abenteuerrunde zu gehen:

WERBEBLOCK 1

http://kck.st/3BTZE9D

Dies ist der Link zur Kickstarterkampagne von

Terry Pratchett’s Discworld RPG: Adventures in Ankh-Morpork
A tabletop roleplaying game set on Terry Pratchett’s Discworld

WERBEBLOCK 1 ENDE

 

 

Zur Zeit läuft tatsächlich auch eine Kampagne, um die Schlümpfe spielen zu können. Und so interessant ich diesen Gedanken für ein kleines Abenteuer zwischendurch auch finde… das ist nicht genug, um mich daran zu beteiligen. 49 $ um das Regelbuch als Buch und nicht nur als PDF zu bekommen… nee.
Aber gut, wer gerne mitschlumpfen will.
Hier war das Ziel 10.000 $, momentan steht es bei etwa 121.288 $ und hat noch 19 Tage Schlumpf.

WERBEBLOCK 2

http://kck.st/4eQUrhL

Dies ist der Link zur Kickstarterkampagne von

The Smurfs: Roleplaying Game
A tabletop roleplaying game based in the Smurfs Universe.

WERBEBLOCK 2 ENDE

 

So. Genug Werbung gemacht. Vielleicht möchte ja noch jemand bei eines der Projekte einsteigen? Die Macher haben sicher nichts dagegen.

An die Würfel…
SCHLUMPF!! :o)

Schlumpf mit Halloween-Kürbiskopf

Neue Platten und Sachen

Regalfach voller Schallplatten, teilweise in extra Schutzhüllen Darunter im Fach liegt jetzt die Box von Judith Holofernes

Ich hatte ja angedroht, dass ich meine neuesten Platten mal wieder vorstellen muss. Auch wenn theoretisch – und praktisch – in dem Fach kein Platz mehr ist, kann ich es dennoch nicht lassen, neue Schönheiten zu bestellen. Tja. Es ist halt stärker als ich. *schulterzuck*

Mit was fang ich an?

Ach, ich denke, mit den „Sachen“, die ja noch oben stehen. Denn das ist etwas, wo ich auch nicht widerstehen konnte, auch wenn das in der Regel nichts ist, was mich groß interessiert. Doch bei den Motiven… auch da konnte ich nicht anders.
Die Rede ist von Briefmarken. Ja, Briefmarken.
Doch nicht irgendwelche Briefmarken, sondern Sammelmarken der Royal Mail aus Großbritannien, mit Motiven der Scheibenwelt.
Das sagt doch schon alles. ;o)
Bitte schön:

Briefmarken der Royal Mail Stamps von der Discworld PRESENTATIONS-PACK Auf den 8 Briefmarken sind zu sehen: RINCEWIND, MOIST (Feucht) VON LIPWIG, der BIBLIOTHEKAR, OMA WETTERWACHS samt MAGRAT und NANNY OGG, SAM VIMES, TOD und MORT, TIFFANY ACHING (Weh) und GREAT A'TUIN

Terry Pratchett's Discworld Collectors Sheet 10 Briefmarken mit zusätzlichen Motiven der Figuren

Und jetzt zu meinen Platten.

Passenderweise habe ich schon länger die Platte von den Nordic Giants hier – SYMBIOSIS – in hellblau. Passenderweise, weil auch aus UK. ;o)

Cover der LP SYMBIOSIS von NORDIC GIANTS Das Cover ist weiß und im Bildmittelpunkt ist ein Wesen zu sehen - eine Symbiose aus Pflanze, Wolken und Mensch - zumindest wirkt es wolkig.

Hellblaue Vinyl-LP von SYMBIOSIS von NORDIC GIANTS Side A

Es gibt eine neue spezielle Platte von GGGOLDD. Nämlich zu deren EP „PTSD“ mit wunderschönem Außen- und Innencover und einem tollen Rot-zu Blau.

AUSSENCOVER von GGGOLDDDs PTSD Eine große Figur von Milena mit langen Fingernägeln steht vor dem eötlich und schwarz-weißem Innencover

Plattenhülle von GGGOLDDD - PTSD Milena steht in einer gezeichneten Landschaft aus Stadtruinen in einem herzförmigen Krater Die Ruinen und sie sind in schwarz-weiß gezeichnet - über den Ruinen ist ein rötlicher Wolkenhimmel

Vinyl-Platte von GGGOLDDD - PTSD Die Farbe ist "Fade red to blue" - rot innen, blau außen

Auch Aurora hat spezielle Versionen von ein paar ihrer Werke herausgebracht – die ich ebenso haben musste.
Nämlich eine blaue Single von Runaway und eine transparent-gesprengelte Variante von ALL MY DEMONS GREETING ME AS A FRIEND.

Vinyl-Platte von AURORA RUNAWAY in blauem Vinyl Daneben das Cover mit dem Portrait von Auroea, umgeben von ihrer Pelzkapuze

Cover der Platte von AURORA "ALL MY DEMONS GREETING ME AS A FRIEND" Aurora als Schmetterling/Motte mit Flügeln und den Körper noch quasi im Kokon.

Vinyl-Platte von AURORA ALL MY DEMONS GREETING ME AS A FRIEND in weißem Transparent mit grünen Farbspritzern

Als alter Soundtrack-Fan konnte ich natürlich auch nicht dem Angebot widerstehen, eine schwarz-goldene Doppel-LP zur Serie „The SANDMAN“ nach den Comics von Neil Gaiman zu bestellen.

Cover des Soundtracks zur Serie "THE SANDMAN" Dream im Mittelpunkt, umgeben von anderen Figuren aus der Serie

Die beiden Vinyl-Platten vom Sandman-Soundtrack. Die Farben wirbeln zwischen Dreams Schwarz und dem Gold von Sand.

Und meine aktuell letzte Platte höre ich gerade digital beim Schreiben – und es ist mal etwas ganz anderes. Denn das ist die Platte „LUNA“ von Anna Lapwood, der Organistin der Royal Albert Hall, und damit Orgelmusik.
Ich habe von der Platte jetzt nur das Cover, denn die Farbe der Doppel-Vinyl-Platten ist Schwarz. Auch wenn ich das Gefühl habe, dass es eher fast ein blau-schwarz ist. Doch ich habe sie (noch) nicht mit älteren schwarzen Vinyls verglichen. Kommt vielleicht noch. ;o)

Cover der Pkatte LUNA mit Anna Lapwood Anna sitzt in einem roten Kleid auf der Mondsichel

Das wären also meine aktuellen neuen Platten – und ich kann versprechen, dass es auch in Zukunft weiter Nachschub geben wird. Da ist schon wieder was in der Mache… ^^

Doch bis dahin lasse ich mir sicher hoffentlich vielleicht noch was anderes hier einfallen.

Einen schönen Sonntag Euch – mit guter Musik.
Egal ob laut oder leise.

DRAMAtisch

Commedia Dell'Arte-Maske von einem Totenschädel, mit Filter bearbeitet

Die Sache, über die ich jetzt schreiben werde, fand gestern statt.

Ich hatte letztes Jahr von meinen Besuchen des Theaterstückes „Wachen! Wachen!“ von den Dramateuren berichtet. Die Aufführungen fand ich ziemlich gut – und sie haben in mir tatsächlich mal wieder Interesse an der Bühne geweckt. Ich habe ihnen damals auch mal geschrieben… allerdings da nie etwas als Antwort gehört. Nun gut. (Anscheinend haben/hatten sie starke Spam-Probleme.)
Letzte Woche haben sie nun über ihren IG-Account zum ersten DRAMAtisch eingeladen: Einen Stammtisch im Brückenkopf, einem Kultlokal hier in Hanau, mit der Möglichkeit für Nicht-Dramateure, dazuzustoßen und sich mal mit Dramateuren in Ruhe auszutauschen.
Nachdem ich meinen Dienstplan hatte, habe ich mich dann dafür einfach mal angemeldet. Wenn sich schonmal die Gelegenheit bietet, solche Kontakte zu knüpfen… da musste ich sie einfach nutzen.

Handpuppendrache Eroll auf einem Stuhl, mit gelber Rose im Maul. Seine Farbe ist grünlich - und er hat zwei extra große NasenlöcherEs waren nette zwei Stunden. Die Begrüßung war offen und interessiert und ich denke, ich habe mich nicht zu sehr blamiert. Das ist für mich ja immer so ein komisches Gefühl, wenn ich das erste Mal mit festen Strukturen bzw. Gruppen in Kontakt komme. Doch die zwei Stunden liefen gut.

Wir haben über meine beiden Besuche der Aufführungen gesprochen, über die Bücher der Scheibenwelt und die Scheibenwelt-Convention. Später auch noch ein wenig über die letzten Stücke, bei denen ich mitgemacht habe. Hauptsächlich wegen der Spielstätte, dem Hans-Böckler-Haus. Denn da hat einer von ihnen gegen Ende des Monats Aufführungen mit der Gruppe, die er jetzt anleitet. Nämlich der Confusion 2.0 – die Neuauflage einer meiner alten Theatergruppen. Neuauflage deshalb, weil die Confusion die Pandemie nicht überlebt hat und sich die alte Chefin in den Ruhestand zurückgezogen hat. Und er leitet nun die Wiederbelebung, sozusagen.

Ich war einer von zwei neuen Gesichtern bei diesem Abend. Das zweite Gesicht war auch ein männliches, und ich denke, wir waren recht unterschiedlich.
Bin ich irgendwo neu, führe ich nicht gleich die Unterhaltung an. Es sei denn, es ist eines meiner Herzensthemen, wie z.B. die Scheibenwelt. Sonst höre ich eher erst mal zu, beteilige mich aber auch mit Einwürfen.

Das zweite Gesicht war da – für mich gefühlt – anders. Sehr auskunftsfreudig, über sich + was er schon so gemacht hat, so nebenbei eingestreut. Außerdem viel aktiver in der Gesprächsführung.
Ich glaube, das könnte auch eine Art von Unsicherheit-kompensieren gewesen sein. Oder vielleicht wünsche ich mir das auch nur. *schulterzuck*

Da ich heute aber wieder früh aufstehen durfte, habe ich mich dann um 9 verabschiedet. Jedoch nicht, ohne vorher noch gesagt zu haben, dass dies ein schöner Abend war und ich gerne bei einer Fortsetzung wieder mitmachen würde. Von daher wäre eine Mitteilung über IG vielleicht wieder ganz praktisch.

Jetzt habe ich also wenigstens mal einen Teil der Gruppe getroffen und wir haben uns unterhalten. Schauen wir, wann dies das nächste Mal passieren wird. Doch der Erstkontakt ist hergestellt.
Das ist doch schon mal etwas. ;o)

Feuer vor schwarzem Hintergrund

Mal wieder Theater

Das dicke Schaf von Shaun das Schaf sitzt zusammengekauert hinter einer Schubkarre, und lunst unter einem großem Hut hervor.Letzten Sonntag war ich seit Ewigkeiten mal wieder im Theater. Also in einem Theaterstück, bei dem ich niemanden kenne, der mitspielt. Ansonsten waren meine letzten Theaterbesuche die beim Kinder- und Jugendtheater in Frankfurt, bei denen Fuchs mitgespielt hat. Da war ich tatsächlich auch Anfang des Monats, bei ihrem letzten Stück hier in Frankfurt.
Wieder mal „Shaun das Schaf“.
Doch darum soll es jetzt nicht gehen.

Nein, denn jetzt soll es um das zuletzt-gesehene Stück gehen.

Der Kultursommer in Hanau wurde letztes Wochenende eröffnet – und das erste Stück in diesem Sommer war das Stück „Wachen, Wachen“ nach dem Buch von Terry Pratchett.

Aufmerksame Leser meines Blogs wissen, dass ich ein Fan der Scheibenwelt-Bücher bin. Und das ist jetzt das erste Stück, das ich live zu einem Buch aus der Reihe gesehen habe. Und ich war entsprechend gespannt.

Die aufführende Theatergruppe waren „Die Dramateure“ hier aus Hanau. Eine Theatergruppe, welche aus einer Schultheatergruppe heraus entstanden ist. Deren erstes Stück vor 11 Jahren war damals „Wachen, Wachen“, und zum Jubiläum wurde es wieder aufgenommen.

Ich habe damals mitbekommen, dass dieses Stück aufgeführt wurde – und habe die Truppe wohl auch mal hier im Park beim Proben bemerkt. Doch habe ich bisher kein Stück von ihnen gesehen. Und dass, obwohl sie sich durch mehrere Pratchett-Bücher gespielt haben: Wachen, Wachen; Ruhig Blut; Faust Eric; Weiberregiment; Macbest; Mummenschanz… und sogar „Ein gutes Omen“ von Terry Pratchett + Neil Gaiman. Und noch andere Stücke.
Jedoch konnte ich mich – wenn ich es mitbekommen habe – nie aufraffen. Wohl auch, weil niemand Bekanntes von mir mitgespielt hat.

Doch dieses Mal hatte ich Lust. Und als meine Zeitung eine Kartenverlosung dafür ausgeschrieben hat, habe ich direkt im gleichen Moment meine Email für die Verlosungsteilnahme abgesetzt.
Tja… was soll ich sagen… ich musste für den Theaterbesuch keinen Eintritt zahlen. :oD
Und Fuchs auch nicht. Denn sie ist mitgegangen.

Zum Glück bin ich meine Spätschicht, die ich für diesen Tag gehabt hätte, direkt am 1.7. wieder losgeworden. Sonst wäre es etwas blöd gewesen. Aber so habe ich morgens gearbeitet – und hatte dann Zeit und Muse, abends ins Theater zu gehen.

Ich war gespannt, was mich erwartet. Ich konnte mir eine Umsetzung als Theaterstück schwer vorstellen. Auch wenn die Theatergruppe von Stephen Briggs in England wohl inzwischen fast jedes Buch zu einem Theaterstück gemacht hat. Vermute ich.

Ich habe einmal die Textfassung zu „Macbest“ bekommen – von der Mariane-Darstellerin damals bei Tartuffe.
Ha, die Zeit dieses Stückes liegt ja ganz am Anfang meiner Blogzeit hier – und hatte da auch für mehrere Beiträge gesorgt. Wer in die Vergangenheit abtauchen und Beiträge aus der Anfangszeit dieses Blogs ansehen möchte, dem verlinke ich hier mal ein paar Probenberichte.

Probe vom 27. Mai – Besetzung und 3.3;
Probe vom 03. Juni 2012 – Die Sache mit dem Ersatz;
Probentermin vom 10. Juni 2012 – Es hätte so schön werden können…

Mariane hatte diese Stückfassung von Macbest, weil sie das damals in der Schule gespielt haben/spielen wollten und sie Magrat Knoblauch machen sollte.
Doch hier geht’s nicht um Macbest, sondern um Wachen, Wachen.

Kulisse der Stadt Ankh-Morpork - zwei stilisierte Häuser. Rechts mit Tür, links ohne sichtbare TürDirekt zum Titel hatten wir vor der Aufführung ein uns erheiterndes Erlebnis:
Wir hatten uns noch Brezeln vor der Aufführung gegönnt und uns zum Verzehr an einen Tisch dazu gesetzt. Beim Klingelzeichen sind die beiden anderen aufgestanden und wir haben uns viel Spaß gewünscht. Dabei sind der Mann und ich über den Stücktitel, was wir uns ansehen werden, ins Flachsen gekommen. Ich meinte, ein Stück irgendwie wie „Wächter, Wächter“ – worauf er was mit „Wachturm“ bemerkte. Vielleicht wären wir ja noch auf den richtigen Titel gekommen… wenn nicht jemand, der noch in der Schlange zur Gastro stand, sich eingemischt hätte. Der meinte nämlich „Wachen, Wachen“. Darauf haben wir ihn alle angesehen und er wiederholte nochmal „Das Stück heißt Wachen, Wachen.“
Dies hat auf jeden Fall bei Fuchs und mir für eine erste Erheiterung gesorgt.

Und dann kam das Stück.

Ach, vorher habe ich mich natürlich nach bekannten Gesichtern umgesehen.

Das erste Gesicht, das kannte ich vom Flughafen. Eine Frau, bei der ich immer an eine Freundin aus meiner Grundschulzeit denken muss.
Hinter unserem „Wachen, Wachen“-Einwerfer stand der Intendant der Brüder Grimm Festspiele. Vom Gesicht war ich mir direkt 100% sicher – figurtechnisch nicht so. Allerdings sah ich ein paar Tage später ein Bild in der Zeitung, auf dem er auch drauf war… und dieses Foto warf meine Figurzweifel über den Haufen.
Als ich ihn gesehen habe, fand ich das auf jeden Fall gut. Das der Intendant eines Profi-Theater-Festspielbetriebs sich auch eine Aufführung von Amateuren ansieht… Positiv. *Daumen nach oben*
In der Pause habe ich noch einen alten Lehrer von mir gesehen – und ein Freundespaar von einer Bekannten. Dafür, dass Hanau sonst ein Dorf ist, fast etwas wenig. Oder ein Zeichen, das ich mal wieder mehr aus dem Haus muss…

Gut, jetzt aber das Stück.

Zur Einführung gab’s ein Lied vom Ensemble. Über die Scheibenwelt und Ankh-Morpork. Zum Glück eines der wenigen Ausnahmen.

Dazu habe ich direkt noch zwei Bemerkungen: Es wurde dabei auch live auf einer Drehleier gespielt. Und natürlich interessiert mich, von wem die ist. Ich vermute Gotschy. Doch die Frage hatte ich erst mal zurückgestellt – bis vorhin. Da bei deren Instagram-Fotos nun auch die Leier mal gezeigt wurde, konnte ich mir die Frage nicht verkneifen. Und meine Vermutung war richtig. Eine Phoenix Standard. Ha!
Die zweite Bemerkung ist, dass bei dem Volk, welches das Lied vorgetragen hat (alle), tatsächlich auch Rincewind herumgesprungen ist. Auch wenn er später nicht mehr als solcher auftrat.

Das Stück hielt sich ziemlich genau ans Buch.
Denn los ging es mit der Wächterbeerdigung von… ähm… der Name ist mir entfallen. Danach hatten auf jeden Fall die Verschwörer ihren Auftritt. Deren Schwierigkeiten und Zänkereien sorgten für das erste Gelächter. Hier fand ich auch den Kniff, eine Tür in der Wand zu verstecken, indem ich einfach ein weiteres Wandteil darüber zuklappe, ziemlich gut und effektiv.

Handpuppe des Drachen Eroll - ein kleiner Drachen, mit zwei riesigen NasenlöchernAuftritt Karotte Eisengießersohn, den größten (Adoptiv-)Zwerg, den die Scheibenwelt je gesehen hat. Und tatsächlich war der Darsteller des Karotte auch der Größte der Truppe. Und nicht nur von der Größe her war er gut. Seine Naivität im Stück sorgte für immer wiederkehrende Erheiterung.

Generell muss ich sagen, dass alle Charaktere gut bis sehr gut dargestellt waren. Alle waren eindeutig als der Charakter zu erkennen, der dargestellt werden sollte.
Mumm, Colon, Nobby, der Patrizier…

Besonders gefallen hat mir die Darstellerin der Wonse, Privatsekretärin des Patriziers. Bzw., die hat uns beiden sehr gut gefallen.

Den einzigen Mäkelpunkt wäre von mir vielleicht die Sprache des Bibliothekars. Das Ugh hätte orang-utischer klingen können.
Andererseits war seine Reaktion auf das Wort Tier ziemlich gut. Der Helm des Opfers hat ordentlich gescheppert.

Den Kniff mit dem Wandteil-vor-die-Tür-klappen fand ich, wie schon erwähnt, ziemlich einfallsreich. Das Darstellen der Sumpfdrachen mit gut gemachten Handpuppen war sehr gut. Vor allem habe ich Eroll sofort erkannt. Und den großen Drachen mit flatternden, gold-leuchtenden Fahnen darzustellen, die aussahen, als könnten sie aus Rettungsdecken gebaut worden sein… Ziemlich gut, Respekt.

Das Stück ging von offiziell halb acht bis etwa 22:40 Uhr. Also mit Pause gut 3 Stunden. Und ich muss sagen, ich habe die Zeit nicht bemerkt.

Wir hatten einen amüsanten Abend, der einige Lacher gebracht hat. Und ich denke, das gilt nicht nur für uns, sondern auch für alle anderen anwesenden Zuschauer. Der letzte Applaus erfolgte entsprechend im Stehen.

Ich hatte mit Drachenechse vor Monaten mal über diese Theatergruppe gesprochen. Nun habe ich sie in Aktion erlebt.
Und es hat mir gefallen.

Es hat mir sogar so gut gefallen, dass ich mir das Stück nochmal ansehen will/werde. Denn zum Glück spielen sie Ende des Monats noch zwei Mal in Seligenstadt. Und die Termine passen mit einem Wochenende von mir gut überein. Da wir aber noch ein wenig in der Wohnung von Drachenechse + Fuchs machen wollen/müssen, wird es dann doch nur auf einen einmaligen Besuch hinauslaufen. Doch besser als nichts. Mal sehen, ob ich noch wen dazu begeistern kann.

Ich war es zumindest. :oD

Blau beleuchteter Brunnen - genannt Schwanenbrunnen - mit fließendem Wasser, das blau schimmert

Leseheimat

Buchtitel Ben Aaronovitch "Die Silberkammer in der Chancery Lange" In einem blauen Kreis auf schwarzem Hintergrund steht eine weiße Öllampe mit totenköpfiger Deckelfigur, aus deren Dochtöffnung etwas wie weiße Flammen entweicht.

Ich hatte ja bereits mal erwähnt, dass ich in letzter Zeit nicht so lesebegeistert bin. Das ich entweder mich a) erst gar nicht zum Lesen aufraffen kann, oder b) im Lesestoff Sprünge mache, weil es mich nicht durchgehend fesselt.
Teilweise fand ich das schon ein wenig beunruhigend, dass mir das so geht. Schließlich bin ich schon, seit ich Lesen kann, eigentlich eine ziemliche Leseratte.

Doch halt in den letzten Monaten/Jahren nicht mehr so. Geht das für die Zukunft nun immer so weiter?

Letzte Woche kam nun das neue Buch zur Reihe von Ben Aaronovitch über „Die Flüsse von London“ bzw. Peter Grant heraus.

„Die Silberkammer in der Chancery Lane“

Da habe ich mich direkt zu Hause hingesetzt und angefangen zu lesen. Auf einen Schwung fast direkt mal das halbe Buch.

Gut – im Haus war (mal wieder) durch Grabungen vor dem Haus die Telefon- und damit auch Internetleitung tot.
Eine Ablenkung weniger.
Dennoch hat dies mir irgendwie gezeigt, dass ich durchaus noch ganz gerne lese. Nur ist anscheinend der Bereich, WAS ich lesen will, etwas geschrumpft. Oder das es zumindest Bücher gibt, die ich IMMER lesen kann.
Meine Leseheimat.

Dies geht mir jetzt so bei den Büchern über Peter Grant + den Flüssen von London – und all ihren Ablegern: Comics, Kurzgeschichten, andere Hauptdarsteller…
Vorher ging und geht mir das immer noch so bei den Werken von Terry Pratchett.
Ein Buch der Scheibenwelt geht immer.

Warum dies so ist, kann ich jetzt gar nicht genau beurteilen.
Liegt es am phantastischen Hintergrund?
Oder an den Charakteren?

Sowohl bei Pratchett, als auch bei Aaronovitch muss ich oft bei Beschreibungen, Handlungen oder Unterhaltungen einfach lachen.

Dies geht mir eigentlich auch in den meisten Werken von A. Lee Martinez so. Leider hat der inzwischen wohl keinen deutschen Verlag mehr. Was schade ist, denn wie die Geschichte von Constance Verity weitergeht, würde mich schon interessieren.

Dann sieht es wohl so aus, dass meine Leseheimat Bücher sind, die mich fesseln. Und amüsieren. Und abgedreht kann es ruhig auch sein, zumindest ein wenig.

Vielleicht sehe ich mich deshalb im Buchladen meines Vertrauens – und überhaupt – immer erst in den Fantasy-Abteilungen um. Und dann durchaus ebenso in der sogenannten Jugendecke. Auch wenn dies kein Garant für fesselnden Lesegenuss ist.
Nicht automatisch.

Doch es beruhigt mich etwas zu wissen, dass es Bücher gibt und Buchreihen, die ich einfach so lesen kann. Egal, wie oft. Sobald ich sie anfange zu lesen, fühle ich mich wie Zuhause.

Meine Leseheimat.

Deutsche Übersetzungen von Büchern von A. Lee Martinez Von links nach rechts: Der Automatische Detektiv Diner des Grauens Miss Minotaurus und der Huf der Götter Der Mond ist nicht genug Monsterkontrolle Constance Verity

Frohes Dings… ääh… Fest!

Oh, jetzt gibt’s doch noch was kleines spontanes von mir, heute.

Nämlich ich mit meiner heutigen Arbeitskleidung samt feierlicher Maske. ;o)

Ich wünsche Euch ein schönes Fest und frohe Feiertage.

Lasst es Euch gutgehen und Euch nicht ärgern.

Damit: Ho Ho Ho – dieses Mal wirklich.

Welche Maske darf’s denn sein?


Mal schnell was Schönes für Zwischendurch.
Morgen kommt dann (vielleicht) ein Bericht von einer Beerdigung – und dann hätte ich noch etwas vorgeschrieben.
Aber erst das Schöne. 😉

Ich habe mir vor einigen Tagen/Wochen beim Shop von der Scheibenwelt alle Masken bestellt, die sie jetzt im Programm haben,
Das waren zwei 3er-Sets – und eine limitierte Hogfathers-Maske, mit DEATH als Hogfather.
Genau das richtige Motiv für die Weihnachtszeit und -termine. :oD

Und diese Bestellung ist heute angekommen.

Yay!!

Wurde auch Zeit. ^^
Und jetzt habe ich endlich noch ein wenig mehr zur Auswahl bei der täglichen Maskenwahl.

Welche darf es denn heute sein? ;o)

Tragt Maske!

 

Vergleich „Witches Abroad“ von Terry Pratchett mit „TOTAL VERHEXT“ alte + neue Übersetzung

Mein längster Titel.

Bisher. ;o)

Und passt ja gerade hervorragend zur Buchmessen-Zeit. Deswegen jetzt mal schnell in die Tasten hauen und übertragen. ^^

 

Nun…
Ich hatte ja schon mehrmals Andeutungen auf mein Projekt gemacht. Da ich nun, endlich, die Vorarbeiten abgeschlossen habe, ist jetzt die Zeit gekommen, hier einen Beitrag darüber zu schreiben.

Um was geht es?

Wie ich ja hier in meinem Blog bereits öfters erwähnt habe, bin ich ein Fan von Terry Pratchett und seiner Scheibenwelt.
Vielleicht ist da auch anderen Lesern bereits aufgefallen, dass die alten Bücher der Scheibenwelt eine Überholung verpasst bekommen haben. Dies erkennt man äußerlich bereits an den neuen Titelgestaltungen. Die sind in meinen Augen schon ein eigenes Beitragsthema wert, von daher… kommt dazu vielleicht iiiirgendwann nochmal was.

Doch es wurde nicht nur die äußere Aufmachung geändert. Nein, auch das Eigentliche wurde überarbeitet. Sprich, die Bücher haben eine neue Übersetzung erhalten.

Waren die Übersetzungen, mit denen ich die Scheibenwelt kennengelernt habe, alle von Andreas Brandhorst, wurde jetzt exemplarisch z.B. „Total verhext“ von Regina Rawlinson neu übersetzt.

Als Fan der alten deutschen Übersetzungen (und Titelgestaltungen) stellte sich bei mir da die Frage: Warum?
Muss das sein?

Irgendwann fiel mir die neue Übersetzung von „Total verhext“ heruntergesetzt in die Finger und ich dachte mir ‚Gut – dann les ich sie halt mal.‘

Ja, das habe ich dann gemacht.

Und ich weiß nicht mehr genau, wie ich dann auf diese Idee gekommen bin, wirklich mal alles miteinander zu vergleichen… Doch ich hatte diesen Gedanken und habe ihn tatsächlich umgesetzt. Auch wenn es etwas gedauert hat.

Am 08.12.2015 habe ich ja mitgeteilt, dass endlich das letzte benötigte Buch für dieses Projekt bei mir eingetroffen ist. Ich glaube, Anfang 2016 habe ich dann mit dem Lesen begonnen. Dann habe ich es mal länger schleifen lassen, weil es nicht so gut gepasst hat in den Nachtschichten… Bis jetzt August + September. Am 19.09.2018 – 02:01 Uhr – war ich endlich durch.

Yay!

Und jetzt lasse ich mich mal ein wenig darüber aus.
Sozusagen.

Nach dieser ersten Vorrede will ich nun nochmal klarstellen: Ich bin durchaus parteiisch an die Sache herangegangen. Denn – wie gesagt – ich bin ein Freund der alten Übersetzungen und Titelbilder. Deshalb wollte ich Punkte sammeln, um mich über die neue Übersetzung aufregen zu können.

Ja… das hat nur bedingt geklappt. Denn bereits in den ersten Lese-Sessions musste ich feststellen, dass die neue Übersetzung in einigen Punkten genauer ist. Andererseits sind in beiden dann wieder Klöpse der verschiedensten Art drinnen…

Wie habe ich gearbeitet?

Ich hatte ein Buch im Original, und je ein Buch in der alten und neuen Übersetzung. Diese Bücher habe ich parallel gelesen – erst einen Abschnitt/Satz/Phrase im Original, dann alt + dann neu. Vielleicht auch mal neu, dann alt. Auf jeden Fall immer das Original vorneweg.

Wenn ich dann bei diesem Vergleich etwas gefunden habe, dass ich mir merken wollte, habe ich mir die Passage oder Satz – oder zumindest deren Anfang + Ende – notiert, wie es im Original steht, samt Seite. Also z.B. O(158). Danach habe ich mir entweder meinen Kommentar zu den Übersetzungen notiert, oder die entsprechenden Teile. Auch hier markiert mit A für alte Übersetzung und N für neue Übersetzung, mit entsprechenden Seitenzahlen. So war dann O(158), A(176) + N(175).

Ich werde hier jetzt nicht alle notierten Punkte breittreten – schließlich sind das in meinem Heft (A4!) 8 Blätter, also gut 16 Seiten. Stattdessen picke ich mir nun die Punkte heraus, die ich – für mich – am wichtigsten finde.

Teilweise werde ich die Passagen mit der entsprechenden Markierung hier notieren, manchmal auch nur ‚da ist das + das‘ schreiben – denke ich. ;o)

Bevor es jetzt richtig losgeht noch vorneweg:
Um die Sachen einigermaßen nachvollziehbar + vielleicht auch wiederfindbar zu machen, werde ich jetzt noch sagen, welche Bücher ich GENAU in der Mache hatte. Denn vielleicht ist ein Fehler in der einen Auflage in der nächsten schon behoben worden.

Bei den von mir gelesenen Büchern handelt es sich also um:

 

„Witches Abroad“ von Terry Pratchett, im Deutschen „Total verhext“.
Die alte Übersetzung ist von Andreas Brandhorst (1994), die neue von Regina Rawlinson (2012).

Meine Original-Ausgabe ist vom Verlag Corgi Books, Reprint 1995.

Die alte Übersetzung ist vom Goldmann Verlag, Einmalige Sonderausgabe Juni 2009.

Die neue Übersetzung ist vom Manhatten Verlag, 1. Auflage Neuveröffentlichung 2012.

Hauptsächlich ging es mir um die Unterschiede der Übersetzungen zum Original. Doch falls mir noch anderes aufgefallen sein sollte, habe ich dies dann ebenso festgehalten.

Ich überlege jetzt: Soll ich meine Erkenntniss/Meinung gleich kundtun, oder erst zeigen, was ich für mitteilenswert halte? Ein Fazit kommt ja eigentlich erst zum Ende hin.
Hmm…
Ich zähl erst mal auf.

Und damit beginne ich…

direkt mal mit dem Titel.
„Witches Abroad“ im Original – „Total verhext“ in beiden Übersetzungen.
Sehe ich in mein Wörterbuch, wäre eine wörtliche Übersetzung ja Witches = Hexen + Abroad = im Ausland. Hexen im Ausland. Dies ist eine klare Aussage und trifft den Inhalt des Buches auf den Kopf. Allerdings… ich denke, ich hätte es auch nicht ganz wörtlich übersetzt. Ich hätte wohl eher „Hexen Unterwegs“ genommen. Darinnen kommt auch das ‚Hexen auf Reisen‘-Thema zum Vorschein. Wobei „Hexen auf Reisen“ auch fast passend wäre. „Total verhext“ dagegen… außer, dass es wohl mit den Hexen zu tun hat, und vielleicht viel mit Hexerei, sagt es ansonsten nicht viel. In meinen Augen.

Wenn auch in vielen Sachen genauer am Original neu übersetzt wurde – aber den Titel konnte man dann wohl nicht mehr ändern?

Ein Unterschied zwischen alter + neuer Übersetzung sind die Maßeinheiten. Im Original wird natürlich mit ‚foot‘ + ‚mile‘ gearbeitet, in der alten Übersetzung wurden diese Eingedeutscht. Aus einem Fuß wurden 30 cm und aus 100 Miles 150 Kilometer. In der neuen Übersetzung blieb es bei den englischen Maßeinheiten, Fuß + Meilen.
An beiden Varianten finde ich nichts auszusetzen – solange man den Rest des Buches über konsequent dabeibleibt.

Eine andere Sache ist die Übernahme/Übersetzung von Namen.

Bei der deutschen Übersetzung von „Games of Thrones“ – „Das Lied von Eis und Feuer“ von Georg R. R. Martin wurden ja in die ersten Übersetzungen noch die englischen Namen genommen: Jon Snow, Kingslanding etc.
Ab einer bestimmten Auflage wurden alle englischen Namen eingedeutscht. So wurde aus Jon Snow Jon Schnee.
Kann man machen – wenn man dann dabei bleibt.
Bei den Namen von Terry Pratchett ist dies dann auch so. Aus ‚Granny Weatherwax‘ wird Oma Wetterwachs, Nanny Ogg bleibt Nanny Ogg, und aus Magrat Garlick wird Magrat Knoblauch.
So weit, so einfach.
Wie ist das mit anderen Namen?

Unterschiedlich.

Aus den Voodoo-Göttern ‚Mister Safe Way‘, ‚Lady Bon Anna‘, ‚Hotaloga Andrews‘ und ‚Stride Wide Man‘ werden in der alten Übersetzung ‚Herr Sichere Heimkehr‘, ‚Lady Kommgutnachhaus‘, ‚Du-bereust-es-später‘ und ‚Rührmichnichtan‘. In der neuen bekommen sie folgende Übersetzungen: ‚Heiliger Ross Mann‘ oder nur ‚Ross Mann‘; ‚Lady Bon Anna‘; ‚Hotaloga Andrasch‘ und ‚Großer Schritt‘.
Dies kann man selbst vergleichen bei O(10)+(273) mit A(10)+(265) und N(10)+(263).

Bei der alten Übersetzung wurden also allen Voodoo-Göttern ein deutscher Name verpasst – in der neuen nicht. Wobei ich ‚Safe Way‘ und ‚Sichere Heimkehr‘ noch nachvollziehen kann – im Gegensatz zu ‚Ross Mann‘. (Ich habe gesagt, ich bin parteiisch. ^^)
Insgesamt sind wohl diese Voodoo-Götter Geschmacksache. Doch ich habe noch ein paar andere Namen zum vergleichen…

Einer von Nannys Nachkommen heißt Shane.
So heißt er auch in der alten Übersetzung, während die neue aus ihm Joschi macht.
Was?!?
So ist es zumindest bei O(69), A(76) + N(74).
Allerdings… wird bei O(159), A(178) + N(176) aus Shane in der neuen Übersetzung gar ein Schorsch.
Nun… nachdem man zwei Mal aus Shane einen Joschi gemacht hat N(25) + N(74) – wieso ändert man dies dann in Schorsch? Zumal Joschi + Schorsch noch nicht mal den gleichen Grundnamen haben. Joschi kommt von Joachim, Schorsch ist gleich Georg. Als hä?!
Immerhin Jason bleibt immer Jason. Dieses Glück hat Sean nicht. Bei dem wird in der neuen Übersetzung ein ‚Bert‘ draus. Wie kommt man darauf?
Sean ist ja eine Variante von Hans oder Johann – damit hat Bert nicht mal im Entferntesten zu tun?

Aus ‚Lord Henry Gleet and Lady Gleet‘ (O-217) werden in der neuen Übersetzung ‚Lord Henry Bonjourdrop und Lady Bonjourdrop‘ (N-241) draus, während die alte die Namen lässt.

Andererseits… wird aus ‚Old Shaker Whistley‘ (O-143) in beiden Übersetzungen ‚Willi Wohlig‘. (A-159 + N-158)

Aus ‚The Honourable Douglass Incessant‘ (O-213) wird in beiden Übersetzungen ‚Ehrenwerte Douglass Unablässig‘ (A-243 + N-241) – obwohl auch ‚Unaufhörlich‘ oder ‚Unentwegt‘ hätte rauskommen können.
Dagegen wird aus ‚Chickenwire Hopkins‘ (O-108) ‚Heini Hühnerdraht‘ (A-121) und ‚Hühnerdraht Hüpfkins‘ (N-118)…
Warum werden einige Namen gleich, andere nach eigenem Gusto übersetzt?

Dies war die Namenspickerei.

Komme ich jetzt zu den Übersetzungs-Fragen. ;o)

Da stellt sich mir als erstes die Frage:
Was mag die Bedeutung der ‚wet hen‘ sein?
Als solche bezeichnet Oma Wetterwachs nämlich Magrat.
„You are a wet hen, Magrat Garlick.“ (O-159)
In der alten Übersetzung wird daraus auf Seite 177
„Weil du nichts weiter bist als ein Küken.“
Nun, kann ich einigermaßen nachvollziehen. „Nasse Henne“ klingt ja komisch, aber eine Henne, die noch nicht trocken hinter den Ohren ist, ist dann schon sowas wie ein Küken.
Wie man aber darauf kommt, daraus ein „nasses Handtuch“ zu machen – wie in der neuen Übersetzung auf Seite 176: „Weil du ein nasses Handtuch bist, Magrat Knoblauch“… das erschließt sich mir jetzt nicht so ganz.
Was, bitte schön, ist ein nasses Handtuch? Und warum sollte ich beleidigt oder eingeschnappt sein, wenn mich jemand als solches bezeichnet?
Diese Begrifflichkeit kann ich ja so gar nicht zu- oder einordnen. Sagt man das in Deutsch sprechenden Ländern irgendwo?
Die ‚wet hen‘ kommt auch nochmal auf (O-185), (A-207) + (N-205) vor. Außerdem ganz am Ende des Buches. Bei (O-286), (A-319) + (N-318). Zumindest da wurde in der alten Übersetzung noch ein unerfahrenes Küken draus.

Dann hätte ich jetzt eine generelle Sache:
In der neuen Übersetzung redet Oma Wetterwachs die Leute öfters mit „Sie“ an, in der alten mit „Du“.
Dazu finde ich: Mein Gefühl tendiert hier mehr zum Du.
Denn Oma ist direkt.

Ein weiterer Begriff ist ‚female cats‘ (O-74). Daraus werden in der alten Übersetzung auf Seite 82 ‚weibliche Katzen‘ – wobei Katzen ja immer weiblich sind, sonst wären es ja Kater. Aber wahrscheinlich auf die Tiergruppe gesehen…
Die neue Übersetzung macht auf Seite 80 daraus ‚Kätzinnen’…
Äh, ja.
Ich habe jetzt zwar nicht im Duden nachgeschlagen, doch habe ich das unbestimmte Gefühl, dieses Wort existiert gar nicht. (Gut, wenn ich jetzt nachschlage, sagt mir die Duden-Homepage, Kätzin gibt es doch – dennoch finde ich es nicht gut.)
Im Ernst – Kätzinnen?!

Ein weiteres Wort, welches sich durchaus passend klanglich anhört, aber nicht in allen Gegenden Deutschlands genutzt wird, ist prokeln.
Prokeln?
Ja, wie in der neuen Übersetzung auf Seite 116 für „cleans out her ear“ (O-106). Das wurde in der alten Übersetzung nur zu „Ohr säubern“ (A-118+119), in der neuen zu „Ohren prokeln“. Nach einem kurzen Ausflug eben zum großen G geht meine Vermutung jetzt dahin, dass die Übersetzerin der neuen Bearbeitung aus dem Norden kommt. Doch zumindest ich hier in Frankfurt hatte noch nie was davon gehört. Und Frankfurt liegt fast in der Mitte von Deutschland.
Wie gesagt, klanglich deutet sich da ja schon eine Ableitung an, trotzdem… hm.

Manchmal bin ich mit beiden angebotenen Übersetzungen nicht so ganz zufrieden.
Ein kurzes Beispiel:
(O-266) TWO OUT OF THREE ISN’T BAD.
(A-297) ZWEI VON DREI WÜNSCHEN SIND IN ERFÜLLUNG GEGANGEN. DAS IST NICHT SCHLECHT.
(N-294) ZWEI DRITTEL DEINER WÜNSCHE HABEN SICH ERFÜLLT. KEINE SCHLECHTE QUOTE.

Wenn dagegen aus (O-135) ’said Nanny Ogg, grimly.‘ ein (N-149) ‚gab Nanny Ogg schmunzelnd zurück‘ wird, finde ich dies einfach falsch. Ach, aber Fehler…

Im Original und neuer Übersetzung gibt es die Geschichte von Glod. Da wurde in A Gold draus.
Manchmal ist im Original eine bestimmte Person gemeint, oder es wird über sie erzählt – dann stimmt sie manchmal in der einen, mal in der anderen Version nicht. Oder das Original macht einen Anschlußfehler und lässt Magrat ihren zweiten Schuh zweimal ausziehen (O-243) – das wird in der alten so übernommen, in der neuen aber nicht. Da hat sie ihn dann bereits in der Hand. (N-270)

Ich wundere mich dann noch über die Pastorentöchter, die bei N-193 vorkamen. Doch habe ich da tatsächlich mal nicht die Original-Stelle zum Vergleich notiert. Doch müsste die auf Seite 174 stehen, als Oma + Nanny bei Frau Gogol sind. Und es ist Frau Gogol, die als erstes meint „unter uns Pastorentöchtern“ – statt einfach nur „unter uns“.
Dazu finde ich wieder: Hmm.

Dies war jetzt die Begriffs- und Übersetzungspickerei. ;o)

Kommen wir nun… hm… jetzt springen mir gerade die Lautmalerei + Nannys Bestellungen ins Auge. Bzw. die Anweisungen in holprigem Möchtegern-Ausländerisch. Ich denke, dazu werde ich die notierten Passagen einfach mal so hier gegenüberstellen. Vielleicht mit ein-zwei Kommentaren von mir dazu – oder auch nicht. ;o)

(O-69) „Openny vous, gunga din, chop-chop, pretty damn quick.“
(A-76) „Öffneh-wu, undzwarfix, hopp-hopp, schnell-schnell“
(N-74) „Uwe, uwe, gunga din, chop-chop, aber dalli.“

(O-70) „Gooden day, big-feller mine host! Trois beers pour favour avec us, silver plate.“
(A-77) „Bon Dschorno, Mißter guter Wirt! Troa Bier pur fawor awek uns, sillvupläh.“
(N-75) „Bonn Schuhe, mein Allerwertester! Trois Bier por fawor aweck uns, alle hopp!“

Jetzt wird getrunken auf der Straße:
(O-203) ‚Frgtht!! Gizeer!‘ she said.
(A-227) „Frgtht“ sagte sie. „Gtllgh!“
(N-225) „Prust!! Feurio!“, sagte sie.

Und immer noch Alkohol:
(O-204) ‚Kwizathugner!‘
(A-227) „Kwizathugner“
(N-225) „Das rappelt im Karton!“

Und die letzte fremdländische Bestellung:
(O-265) ‚Another banana dak’ry, mahatma coat, chopchop.‘
(A-295) „Ich möchte ein Bananengetränk mit Rum, Mahatma Dingsbums, hopp, hopp.“
(N-294) „Einen Bananendaikry, Mahatma Bambi, dalli klick.“
Dalli klick? Kennen junge Leute denn heutzutage noch „Dalli Dalli“ + das darin gespielte „Dalli Klick“?
Großes Fragezeichen.

Und direkt nochmal zum Bananendaikry. Der wurde vorher nämlich schon mal erwähnt:
(O-159) ‚one called a Bananana dakry‘
(A-178) ‚Bananenklau‘
(N-177) ‚Bananananendaikri‘

Darauf stoßen wir an.
(O-197) ‚Up your eye!‘ she said. ‚Mud in your bottom!‘
(A-219) „Runter damit und gut gekippt!“
(N-217) „Stößchen!“, rief sie. „Prostata!“

Als letzten Vergleich in dieser Richtung noch einmal eine schriftliche Anrede von Nanny in einem ihrer Briefe an ihren Sohn:
(O-251) Dear Jason unt so witer
(A-280) Lieber Jason änd de fämilie
(N-278) Lieber Jason etzettera peepee

 

Zu was komme ich jetzt als Nächstes?
Ich denke, zu dem was fehlt.

Dies sind als erstes überhaupt erwähnt: Absätze.
In der alten Übersetzung, in dieser einmaligen Sonderausgabe, fehlen davon einige, die sowohl im Original, als auch in der neuen Übersetzung die Zuordnung des Textes erleichtern.
Ich habe jetzt, beim Überfliegen meiner Notizen, alleine 14 (!) Stellen gefunden, an denen kein Absatz gemacht wurde. Dies fördert das Textverständnis nicht immer. Sozusagen. Dafür habe ich im Gegensatz eine (1!) Stelle gefunden, in der ein Absatz gesetzt wurde, obwohl da im Original gar keiner vorgesehen war.
Hmmm…

Das nächste, was fehlt, sind Sätze oder ganze Textpassagen, die (leider) in der alten Übersetzung fehlen. Da komme ich jetzt, nach einfacher Strichlistenführung, auf 25 Sätze, Teilsätze oder ganze Passagen, die in der alten Übersetzung komplett fehlen.
Dafür wurden 4 Stellen hinzugefügt, die so nicht aus dem Original hervorgehen.
Bei der neuen Übersetzung komme ich nur auf 3 fehlende Teile – dafür 5 Hinzufügungen. Ich nehme an, die kommen aus der Übersetzung heraus. Hoffe ich.
Als Beispiel für fehlende Sachen in der alten Übersetzung möchte ich hier einen kompletten fehlenden Absatz über ‚witches‘, ’stories‘ und ‚card sharpers‘ anführen, also über Hexen, Geschichten und Falschspieler. In meinem Original befindet sich dieser Absatz auf Seite 102, in der neuen Übersetzung auf Seite 112 – jedoch sieht man in der alten Übersetzung auf Seite 114 kein Wort davon.

Etwas Kleineres wäre der Satz von (O-64) ‚The story will absorb them.‘ – der in der alten Übersetzung weggelassen wurde. In der neuen Übersetzung gibt es ihn.

Eines der (wenigen) Beispiele zum Thema „weglassen in der neuen Übersetzung“ ist (O-259) ‚You know me,‘ he said. ‚You all know me. You know I was killed.‘
Daraus wird nur (N-288): „Ihr kennt mich“, sagte er. „Ihr wisst, dass …“. Hier fehlt also die Bestärkung.

Dafür wird aus der Koch-Geschichte von (O-212):
‚She’s a good cook,‘ said Nanny. ‚I don’t think anyone can cook like she do and be that bad.‘
ein (N-235) „Auf jeden Fall ist sie eine gute Köchin“, sagte Nanny. „Wo man so gut kocht, da lass dich ruhig nieder, schlechte Köche haben keine Lieder.“

Auch mag die neuere Übersetzung wohl genauere Zahlenangaben.
So kommen auf (N-75) in die Herberge „Mindestens zwanzig bleiche Gestalten…“, obwohl gar keine Zahlenangaben vorkommen. Und aus (O-203) ‚as a score of bony figures‘ werden bei (N-225) ‚zwei Dutzend Gerippe‘.

Als letztes gibt es jetzt noch den Punkt „Wortspiele“.

Wortspiele sind ja wirklich Übersetzungssachen.
So wird aus „Embers“ aus dem Original (177) in A-197 zu „Asche“ und in N-196 zu „Glutella“.
Embers wird nach meinem Langenscheidt-Wörterbuch übrigens übersetzt mit „Glut“. Daraus ergeben sich dann weitere – mehr oder weniger gute – Wortspiele mit diesem Namen.

Eine Anspielung auf Virgin Air wird bei A gar nicht erst gemacht. (O-87/A-97/N-95).
Und das der Hahn im Englischen auch Cock genannt wird… da traut sich A gar keine Schwanzanspielung. Und (N-193) macht dafür einen Umweg.
Ach ja, Nanny sagt im Original übrigens (O-174):
‚My word,‘ she said, taken aback. ‚That’s the biggest cock I’ve ever seen, and I’ve seen a few in my time.‘
;o)

Das wäre eigentlich ein gutes Schlußwort. ;o)

Ich habe also längst nicht jedes Fitzelchen hier breitgetreten, das mir aufgefallen ist.
Was kann ich also nun zum Abschluss meines Projektes als Fazit festhalten?

Nun, würde mensch eine Strichliste machen, welche Version genauer wäre/ist, dann denke ich, würde tatsächlich die neue Übersetzung gewinnen. Alleine schon anhand der ganzen weggelassenen Sätze und Passagen.
Und doch… ich bin ein Freund der alten Übersetzung.
Aber die neue ist genauer. In vielen Dingen. Und dann wieder „Häh?“.

Ich weiß es nicht.
Es fällt mir schwer, eine endgültige Empfehlung zu treffen.
Wahrscheinlich muss diese Entscheidung jeder für sich selbst treffen.
Vielleicht sollte ich einfach langsam auf die Originalbücher umsteigen? Schließlich verstehe ich sie ja inzwischen zu… sagen wir 95-99%, denke ich.

Auch wenn mich jetzt vielleicht ein weiterer Vergleich reizen könnte – ich denke, einer reicht.

Dies war mein Vergleich der alten und neuen deutschen Übersetzung „Total verhext“ mit dem Original von Terry Pratchett „Witches Abroad“.

Andere Ausgaben müsst ihr also selbst vergleichen.

Ich habe fertig. ;o)

 

Das Genre ‚Fantasy‘

Ist groß.
Soviel sei direkt am Anfang mal klargestellt.

Ich hatte mich über dieses Thema vor einiger Zeit mal mit einer meiner Lieblingsbuchhändlerinnen – inzwischen leider Ex-Buchhändlerin – unterhalten. Da sie nämlich selbst bisher kein Fantasy gelesen hat. Und gerade letzte Woche habe ich in einem Kommentar auf meinen Autorenbeitrag zu meinen besonderen Fantasyautoren verwiesen. Dabei kam mir der Gedanke: Warum nicht mal einen Beitrag zu diesem Thema schreiben? Wenn mir in einer Unterhaltung schon so viel einfällt, dann doch bestimmt auch, wenn ich meine Gedanken dazu mal sammle und niederschreibe. Damit sich Leute, für die das Genre „Fantasy“ bisher noch nicht auf der Lesekarte stand, vielleicht doch mal reinschnuppern wollen/können.

Diese Zusammenfassung spiegelt rein meine eigene Meinung wieder. Wenn jemand anderer Meinung ist, oder zusätzliche Autoren- + Büchervorschläge machen möchte, ist dies in der Kommentarecke ganz einfach möglich.

So wie dies hier auch nur meine Meinung wiedergibt, kann ich natürlich auch nur Autoren und eventuell Bücher nennen, die mir bekannt sind oder meinem Geschmack entsprechen. Da die Geschmäcker nun mal verschieden sind, muss dies anderen Menschen nicht gefallen. Es kann sich hier also nur um einen Ansatzpunkt für das Genre „Fantasy“ handeln. Doch genug des Vorgeplänkels. Auf ins Getümmel. ;o)

Wo fange ich an?

Wie gesagt, das Genre Fantasy ist groß.

Nun, grob gesagt, würde ich behaupten, Fantasy ist alles, das fantastische Elemente enthält: Hexen, Magier, Zauberer, Magie, Riesen, Götter, Dämonen, Teufel, Werwölfe, Geister, Trolle, Elfen, Zwerge, Drachen, Vampire… usw. usf.

Wenn ich dies jetzt so betrachte, kann ich durchaus behaupten, dass zum Beispiel Goethes „Faust“ Fantasy ist. Schließlich gibt es darinnen Teufel, Magie…
Das der „Sommernachtstraum“ von Shakespeare erst recht ins Fantasygenre fällt, steht dann ganz außer Frage. Hallo? Elfen? Magie? Fantasy. Ganz klar.
Wenn jemand diese Theaterstücke lesen oder ansehen kann, ohne gleich zu meckern „Das geht ja alles gar nicht. Das ist ja voll unlogisch!“, besteht zumindest die Möglichkeit, dass sie/er auch anderen fantastischen Variationen offen gegenübersteht. (Zum Beispiel „Macbeth„.) ;o)

In den Fantastischen Bereich fallen in meinen Augen auch alle Arten von Mythen + Mythensammlungen. Egal ob ägyptische, griechische oder nordische Götter…
Zu den nordischen Göttern hat Neil Gaiman gerade erst – quasi – eine eigene Bearbeitung herausgebracht. Auf Deutsch heißt diese „Nordische Mythen und Sagen“ und erscheint beim Eichborn Verlag. Stephen Fry hat sich der Griechen angenommen. Sein Buch heißt „Mythos“ – und gibt es wohl bisher nur auf Englisch.
Beide Bücher habe ich jedoch selbst (noch) nicht gelesen. Neil Gaiman hat auch bereits in einigen seiner vorherigen Bücher mit Göttern gearbeitet. Ich denke, darauf werde ich dann nochmal zurückkommen.

Wenn jemand also das erste Mal ins Genre hineinschnuppern will, ginge dies durchaus über Mythologie. Allerdings könnte das noch zu… unfantastisch empfunden werden, weil gesagt werden könnte: Fantasy ist Fantasy – und Mythologie ist Mythologie.

Nun… wie fängt mensch dann an?

Da sei jetzt direkt gesagt: Niemand muss mit dem „Herrn der Ringe“ anfangen. Es gibt genug Möglichkeiten, sich an die Fantasy heranzutasten.

Ein Weg führt über die Kinder- und Jugendbuchabteilung. (Diese Bücher dürfen übrigens auch Erwachsene lesen – nur um Unklarheiten vorzubeugen. ;o))

Als Beispiele dafür möchte ich die Harry Potter-Bücher von J.K. Rowling vorschlagen. Oder „Die Unendliche Geschichte“ von Michael Ende.
Diese beiden Vorschläge sind im Altersbereich ja so ab 10/11 angesiedelt, denke ich. Entsprechend „einfach“ ist da noch der Einstieg. Bei Harry Potter sollte man aber auf jeden Fall mit dem ersten Buch anfangen, dem „Stein der Weisen„, um sich dieser Welt langsam anzunähern. Ich fand den ersten Band damals ok – doch so richtig gepackt hat es mich erst ab dem Ende vom zweiten Buch. Davor war es eher so… informelles lesen.

Auch in die Jugendecke fällt Jonathan Stroud. Einmal mit der „Bartimäus„-Trilogie (plus Teil 4, den ich… ‚hmm‘ fand.) Noch etwas düsterer wird es dann mit „Lockwood & Co„. Über die Serie will ich vielleicht noch mal einen eigenen Extra-Beitrag schreiben. Jetzt möchte ich nur schon mal anmerken, dass sie zwar in der Buchhandlung in den Altersbereich ab 11 einsortiert wird, ich dieser Einteilung jedoch etwas skeptisch gegenüberstehe. Da es hierbei um Geister und den Kampf gegen solche geht, würde ich das Alter wohl etwas höher ansetzen. Es sei denn, ein Kind/Jugendlicher hat wirklich schon sehr viel gelesen, unter anderem vielleicht auch mehr mit Geistern etc. (Meine Nichte bekommt den ersten Teil jetzt von mir demnächst zu ihrer Konfirmation. Ich denke, ihr könnte das gefallen.) Wahrscheinlich bin ich mit der Altersangabe auch einfach skeptisch, weil meine Neffen jetzt 11 sind, ich aber denke, dass sie noch nicht soweit sind.

Für etwas furchtsamere Gemüter (und meine Neffen) würde ich empfehlen, erst mal die Bartimäus-Bücher zu lesen. Darinnen geht es um Zauberer und beschworene Dschinns.

Wo wir gerade bei Geistern, gruselig und Kinderbücher waren, fallen mir doch grad noch zwei Bücher von Neil Gaiman ein. Nämlich „Das Graveyard Buch“ und „Coraline„. Auch zwei gute Bücher. Von „Coraline“ gibt es ja auch einen Animations-Film, und im „Graveyard Buch“ geht es um einen Jungen, der auf einem Friedhof aufwächst und von Geistern und anderen Wesen umsorgt wird.

Wenn wir gerade in der Gruselabteilung sind, schauen wir uns hier doch noch ein wenig um. Denn ja, auch so einige Horrorbücher kann man der Fantasyecke zuschieben. Vielleicht jetzt nicht alle + offiziell, aber doch so einige. Mir fällt da „Es“ von Stephen King ein, oder „Cabal“ von Clive Barker. Ob es gute Fantasy-Einstiegsbücher sind? Wenn man auf Horror steht, vielleicht.

Die klassischsten Vertreter des Horrors sind ja eigentlich auch die Gründer dieses Genres überhaupt: Mary Shelleys „Frankenstein“ und Bram Stokers „Dracula„.
Frankenstein habe ich, ehrlich gesagt, selbst noch nicht ‚vollendet‘. Und auch Dracula habe ich erst beim zweiten Versuch geschafft.
Weitere klassische Vertreter in diese Richtung wären wohl noch E.T.A. Hoffmann und Edgar Allan Poe. Allerdings habe ich selbst auch diese beiden Autoren nur stückchenweise geschafft – wenn überhaupt. ;o)

Wo wir gerade auch bei Vampiren waren, muss ich auf jeden Fall noch „Die Chronik der Vampire“ von Anne Rice nennen. Deren erste drei Bücher fand ich richtig gut: „Interview mit einem Vampir“ (oder wie es in der ersten deutschen Ausgabe noch hieß „Schule der Vampire“), „Der Fürst der Finsternis“ + „Königin der Verdammten„.
Dann hat Anne Rice u.a. noch eine Serie über die „Mayfair-Hexen“ geschrieben, doch davon habe ich noch nichts gelesen.

Sollte mensch sich mit dem Vampirismus infiziert haben, gibt es inzwischen genug andere Werke, mit denen mensch sich dann weiter beschäftigen kann. Ich würde das schon fast als „Schwemme“ bezeichnen. Doch vielleicht ist sie ja inzwischen wieder etwas abgeklungen.
Als ein etwas anderes Horror- und/oder Vampirbuch möchte ich hier von A. Lee Martinez wenigstens noch kurz „Diner des Grauens“ erwähnen: ein Werwolf und ein Vampir sind unterwegs und retten wohl immer wieder mal die Welt.

All diese Vampir- und Horrorbücher fallen auch unter den großen Fantasy-Genrebereich „Urbane Fantasy“. Dabei handelt es sich um Fantasy, welche in einer (der) normalen Welt angesiedelt ist. Hierunter fällt zum Beispiel auch „Oneiros“ von Markus Heitz, in dem jemand den Tod herbeischlafen kann. Oder wieder mehrere Werke von Neil Gaiman: „American Gods“ – wieder ein Werk mit Götterbeteiligung; „Niemalsland“ (oder im Original „Neverwhere“) über ein Leben unter London; oder auch „Der Ozean am Ende der Straße„.
Außerdem auch gibt es die Reihe um Peter Grant von Ben Aaranovich, „Die Flüsse von London„, mit Zauberei, Flußgöttern und vielem anderem. ;o)

Wenn mensch gerne historische Romane liest, könnte er/sie sich dem Fantasygenre auch über die „Feuerreiter Seiner Majestät“ von Naomi Novik annähern: Diese Bücher spielen zur Zeit der Napoleonischen Kriege – nur mit Drachen auf allen Seiten. Als Kurierflieger, Bomber, Lasttiere + Waffen. Auch hier sollte mensch mit dem ersten Buch der Reihe, „Drachenbrut„, beginnen, um leichter hineinzukommen.

Damit komme ich jetzt in den „normalen“ Fantasybereich, den ich durchaus noch weiter unterteilen könnte, z.B. in „High Fantasy“ und „Low Fantasy“, doch gibt es diese Unterteilungen an den Bücherregalen auch nicht. Kann ich mich zumindest nicht dran erinnern. ;o)

Ich beginne mal mit dem humorvollen Teil, wie ich finde. Denn jetzt komme ich zur Scheibenwelt von Terry Pratchett! Eine meiner absoluten Leseheimaten. Definitv.
Insgesamt gibt es – Wikipedia sei Dank – von der Scheibenwelt 41 Romane. Wobei ich die ersten beiden – „Die Farben der Magie“ und „Das Licht der Phantasie“ – nicht als Einstieg in die Scheibenwelt empfehlen würde. Dafür eignen sich das dritte Buch „Das Erbe des Zauberers“ oder das vierte „Gevatter Tod“ irgendwie besser. Denn die ersten beiden sind, in meinen Augen, eher eine Fantasy-Parodie, und Terry Pratchett war da wohl noch auf Erkundungstour. Doch ab dem dritten und allen weiteren Büchern hat er aus der mittelalterlichen eine immer modernere Scheibenwelt geschaffen. Und diesem Fortschritt zu folgen war klasse.

Wie gesagt: Dies ist meine persönliche Meinung.

Terry Pratchett hat übrigens zusammen mit Neil Gaiman auch ein Werk der urbanen Fantasy geschaffen: „Ein gutes Omen“ (Good Omens). Ein Buch, in dem ein Engel und ein Dämon den Weltuntergang und das Jüngste Gericht verhindern wollen, da es ihnen auf der Erde eigentlich ganz gut gefällt. Ein alleiniges, reines Fantasywerk von Neil Gaiman dagegen ist „Der Sternenwanderer„. Ein sehr schönes Buch und ein toller Film.

Was fallen mir denn jetzt noch für Lesevorschläge ein, abgesehen wirklich vom Klassiker „Der Herr der Ringe“ von J.R.R. Tolkien – oder dem neuen Klassiker (kann man das schon sagen?) „Das Lied von Eis und Feuer“ (Game of Thrones) von Georg R. R. Martin?

In den amüsanten Bereich fällt definitiv die „Dämon zuviel„-Reihe von Robert Asprin. (Bei ihm sind Dämonen übrigens Dimesionsreisende.) Inwiefern mensch die Bücher dazu aber noch im Handel findet – schwer zu sagen.

Wenn jemand sich dem Genre über die Literaturschiene nähern will – weil mensch vielleicht ein/e begeisterte/r Leser/in der Werke von Brontë oder anderer klassischer Autoren ist, sollte man einen Blick in die „Thursday Next„-Reihe von Jasper Fforde werfen. Hier haben literarische Figuren ein Leben neben ihrem Leben in ihren eigenen Geschichten. Vielleicht etwas ähnlich wie mit der „Tintenherz„-Reihe von Cornelia Funke. In beiden schaffen es Figuren, in die Realität zu „entkommen“.

Abgesehen von seinen Urban Fantasy-Büchern wie ja z.B. schon erwähnt „Oneiros“ hat Markus Heitz auch „richtige“ Fantasy geschrieben. Am bekanntesten dürfte wohl seine „Die Zwerge„-Reihe sein. In den Bereich der Fantasy-Reihen für Kinder und Jugendliche fallen mir dann jetzt noch die „Narnia„-Bücher von C.S. Lewis ein. Wobei mir persönlich irgendwann das verpackte Christentum zu viel wurde. Aber es gibt auch noch die „Der Goldene Kompass„-Reihe von Philip Pullman. Oder nochmal mit griechischem Göttereinschlag „Percy Jackson“ von Rick Riordan.

Was noch…

Irgendwie fällt mir jetzt nicht mehr viel ein.

Mensch kann natürlich auch einfach mal in die Buchhandlung seines/ihres Vertrauens und Wahl gehen, und sehen, was das Fantasyregal dort so zu bieten hat.

Dort wird es dann bestimmt auch so dicke Bücher von z.B. Tad Williams geben. Da sollte mensch sich dann überlegen: Will ich wirklich mit so einem dicken Schmöker den ersten Versuch starten? 😉

Oh – mir fällt gerade ein, dass ich Walter Moers ja ganz vergessen habe. Diese ganz eigene Fantasierichtung von ihm… damit kann mensch auch prima beginnen. Ich sage nur „Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär„.

Oh – und die Klippenrand-Chroniken habe ich auch vergessen. Das ist definitiv Fantasy, die für Kinder (auch) gedacht ist, weswegen man sie auch im Kinder- und Jugendbuchbereich finden dürfte. Geschrieben sind sie von Paul Stewart und wunderbar illustriert von Chris Ridell.

Denn – wie gesagt – man muss nicht mit dem „Der Herr der Ringe“ beginnen. Er ist kein „Muss“ für dieses Genre. Nur, wenn mensch sich dann wirklich dafür interessieren sollte, kann sie/er sich auch daran machen, ihn zu lesen. Aber so ist das ja eigentlich mit allen Büchern.

Ich hoffe, ich habe jetzt mit diesem Beitrag mehr informiert als verwirrt. Sicher habe ich auch noch viele Autoren und Autorinnen vergessen. Und je länger ich für die Be- und Verarbeitung dieses Blogbeitrags benötige, desto mehr fallen mir noch ein. Doch jetzt schließe ich dieses Werk ab. Falls irgendjemand etwas dazu sagen möchte:

Ich bin ganz Ohr.

Und Papier ist ja geduldig. ;o)