Das Genre ‚Fantasy‘

Ist groß.
Soviel sei direkt am Anfang mal klargestellt.

Ich hatte mich über dieses Thema vor einiger Zeit mal mit einer meiner Lieblingsbuchhändlerinnen – inzwischen leider Ex-Buchhändlerin – unterhalten. Da sie nämlich selbst bisher kein Fantasy gelesen hat. Und gerade letzte Woche habe ich in einem Kommentar auf meinen Autorenbeitrag zu meinen besonderen Fantasyautoren verwiesen. Dabei kam mir der Gedanke: Warum nicht mal einen Beitrag zu diesem Thema schreiben? Wenn mir in einer Unterhaltung schon so viel einfällt, dann doch bestimmt auch, wenn ich meine Gedanken dazu mal sammle und niederschreibe. Damit sich Leute, für die das Genre „Fantasy“ bisher noch nicht auf der Lesekarte stand, vielleicht doch mal reinschnuppern wollen/können.

Diese Zusammenfassung spiegelt rein meine eigene Meinung wieder. Wenn jemand anderer Meinung ist, oder zusätzliche Autoren- + Büchervorschläge machen möchte, ist dies in der Kommentarecke ganz einfach möglich.

So wie dies hier auch nur meine Meinung wiedergibt, kann ich natürlich auch nur Autoren und eventuell Bücher nennen, die mir bekannt sind oder meinem Geschmack entsprechen. Da die Geschmäcker nun mal verschieden sind, muss dies anderen Menschen nicht gefallen. Es kann sich hier also nur um einen Ansatzpunkt für das Genre „Fantasy“ handeln. Doch genug des Vorgeplänkels. Auf ins Getümmel. ;o)

Wo fange ich an?

Wie gesagt, das Genre Fantasy ist groß.

Nun, grob gesagt, würde ich behaupten, Fantasy ist alles, das fantastische Elemente enthält: Hexen, Magier, Zauberer, Magie, Riesen, Götter, Dämonen, Teufel, Werwölfe, Geister, Trolle, Elfen, Zwerge, Drachen, Vampire… usw. usf.

Wenn ich dies jetzt so betrachte, kann ich durchaus behaupten, dass zum Beispiel Goethes „Faust“ Fantasy ist. Schließlich gibt es darinnen Teufel, Magie…
Das der „Sommernachtstraum“ von Shakespeare erst recht ins Fantasygenre fällt, steht dann ganz außer Frage. Hallo? Elfen? Magie? Fantasy. Ganz klar.
Wenn jemand diese Theaterstücke lesen oder ansehen kann, ohne gleich zu meckern „Das geht ja alles gar nicht. Das ist ja voll unlogisch!“, besteht zumindest die Möglichkeit, dass sie/er auch anderen fantastischen Variationen offen gegenübersteht. (Zum Beispiel „Macbeth„.) ;o)

In den Fantastischen Bereich fallen in meinen Augen auch alle Arten von Mythen + Mythensammlungen. Egal ob ägyptische, griechische oder nordische Götter…
Zu den nordischen Göttern hat Neil Gaiman gerade erst – quasi – eine eigene Bearbeitung herausgebracht. Auf Deutsch heißt diese „Nordische Mythen und Sagen“ und erscheint beim Eichborn Verlag. Stephen Fry hat sich der Griechen angenommen. Sein Buch heißt „Mythos“ – und gibt es wohl bisher nur auf Englisch.
Beide Bücher habe ich jedoch selbst (noch) nicht gelesen. Neil Gaiman hat auch bereits in einigen seiner vorherigen Bücher mit Göttern gearbeitet. Ich denke, darauf werde ich dann nochmal zurückkommen.

Wenn jemand also das erste Mal ins Genre hineinschnuppern will, ginge dies durchaus über Mythologie. Allerdings könnte das noch zu… unfantastisch empfunden werden, weil gesagt werden könnte: Fantasy ist Fantasy – und Mythologie ist Mythologie.

Nun… wie fängt mensch dann an?

Da sei jetzt direkt gesagt: Niemand muss mit dem „Herrn der Ringe“ anfangen. Es gibt genug Möglichkeiten, sich an die Fantasy heranzutasten.

Ein Weg führt über die Kinder- und Jugendbuchabteilung. (Diese Bücher dürfen übrigens auch Erwachsene lesen – nur um Unklarheiten vorzubeugen. ;o))

Als Beispiele dafür möchte ich die Harry Potter-Bücher von J.K. Rowling vorschlagen. Oder „Die Unendliche Geschichte“ von Michael Ende.
Diese beiden Vorschläge sind im Altersbereich ja so ab 10/11 angesiedelt, denke ich. Entsprechend „einfach“ ist da noch der Einstieg. Bei Harry Potter sollte man aber auf jeden Fall mit dem ersten Buch anfangen, dem „Stein der Weisen„, um sich dieser Welt langsam anzunähern. Ich fand den ersten Band damals ok – doch so richtig gepackt hat es mich erst ab dem Ende vom zweiten Buch. Davor war es eher so… informelles lesen.

Auch in die Jugendecke fällt Jonathan Stroud. Einmal mit der „Bartimäus„-Trilogie (plus Teil 4, den ich… ‚hmm‘ fand.) Noch etwas düsterer wird es dann mit „Lockwood & Co„. Über die Serie will ich vielleicht noch mal einen eigenen Extra-Beitrag schreiben. Jetzt möchte ich nur schon mal anmerken, dass sie zwar in der Buchhandlung in den Altersbereich ab 11 einsortiert wird, ich dieser Einteilung jedoch etwas skeptisch gegenüberstehe. Da es hierbei um Geister und den Kampf gegen solche geht, würde ich das Alter wohl etwas höher ansetzen. Es sei denn, ein Kind/Jugendlicher hat wirklich schon sehr viel gelesen, unter anderem vielleicht auch mehr mit Geistern etc. (Meine Nichte bekommt den ersten Teil jetzt von mir demnächst zu ihrer Konfirmation. Ich denke, ihr könnte das gefallen.) Wahrscheinlich bin ich mit der Altersangabe auch einfach skeptisch, weil meine Neffen jetzt 11 sind, ich aber denke, dass sie noch nicht soweit sind.

Für etwas furchtsamere Gemüter (und meine Neffen) würde ich empfehlen, erst mal die Bartimäus-Bücher zu lesen. Darinnen geht es um Zauberer und beschworene Dschinns.

Wo wir gerade bei Geistern, gruselig und Kinderbücher waren, fallen mir doch grad noch zwei Bücher von Neil Gaiman ein. Nämlich „Das Graveyard Buch“ und „Coraline„. Auch zwei gute Bücher. Von „Coraline“ gibt es ja auch einen Animations-Film, und im „Graveyard Buch“ geht es um einen Jungen, der auf einem Friedhof aufwächst und von Geistern und anderen Wesen umsorgt wird.

Wenn wir gerade in der Gruselabteilung sind, schauen wir uns hier doch noch ein wenig um. Denn ja, auch so einige Horrorbücher kann man der Fantasyecke zuschieben. Vielleicht jetzt nicht alle + offiziell, aber doch so einige. Mir fällt da „Es“ von Stephen King ein, oder „Cabal“ von Clive Barker. Ob es gute Fantasy-Einstiegsbücher sind? Wenn man auf Horror steht, vielleicht.

Die klassischsten Vertreter des Horrors sind ja eigentlich auch die Gründer dieses Genres überhaupt: Mary Shelleys „Frankenstein“ und Bram Stokers „Dracula„.
Frankenstein habe ich, ehrlich gesagt, selbst noch nicht ‚vollendet‘. Und auch Dracula habe ich erst beim zweiten Versuch geschafft.
Weitere klassische Vertreter in diese Richtung wären wohl noch E.T.A. Hoffmann und Edgar Allan Poe. Allerdings habe ich selbst auch diese beiden Autoren nur stückchenweise geschafft – wenn überhaupt. ;o)

Wo wir gerade auch bei Vampiren waren, muss ich auf jeden Fall noch „Die Chronik der Vampire“ von Anne Rice nennen. Deren erste drei Bücher fand ich richtig gut: „Interview mit einem Vampir“ (oder wie es in der ersten deutschen Ausgabe noch hieß „Schule der Vampire“), „Der Fürst der Finsternis“ + „Königin der Verdammten„.
Dann hat Anne Rice u.a. noch eine Serie über die „Mayfair-Hexen“ geschrieben, doch davon habe ich noch nichts gelesen.

Sollte mensch sich mit dem Vampirismus infiziert haben, gibt es inzwischen genug andere Werke, mit denen mensch sich dann weiter beschäftigen kann. Ich würde das schon fast als „Schwemme“ bezeichnen. Doch vielleicht ist sie ja inzwischen wieder etwas abgeklungen.
Als ein etwas anderes Horror- und/oder Vampirbuch möchte ich hier von A. Lee Martinez wenigstens noch kurz „Diner des Grauens“ erwähnen: ein Werwolf und ein Vampir sind unterwegs und retten wohl immer wieder mal die Welt.

All diese Vampir- und Horrorbücher fallen auch unter den großen Fantasy-Genrebereich „Urbane Fantasy“. Dabei handelt es sich um Fantasy, welche in einer (der) normalen Welt angesiedelt ist. Hierunter fällt zum Beispiel auch „Oneiros“ von Markus Heitz, in dem jemand den Tod herbeischlafen kann. Oder wieder mehrere Werke von Neil Gaiman: „American Gods“ – wieder ein Werk mit Götterbeteiligung; „Niemalsland“ (oder im Original „Neverwhere“) über ein Leben unter London; oder auch „Der Ozean am Ende der Straße„.
Außerdem auch gibt es die Reihe um Peter Grant von Ben Aaranovich, „Die Flüsse von London„, mit Zauberei, Flußgöttern und vielem anderem. ;o)

Wenn mensch gerne historische Romane liest, könnte er/sie sich dem Fantasygenre auch über die „Feuerreiter Seiner Majestät“ von Naomi Novik annähern: Diese Bücher spielen zur Zeit der Napoleonischen Kriege – nur mit Drachen auf allen Seiten. Als Kurierflieger, Bomber, Lasttiere + Waffen. Auch hier sollte mensch mit dem ersten Buch der Reihe, „Drachenbrut„, beginnen, um leichter hineinzukommen.

Damit komme ich jetzt in den „normalen“ Fantasybereich, den ich durchaus noch weiter unterteilen könnte, z.B. in „High Fantasy“ und „Low Fantasy“, doch gibt es diese Unterteilungen an den Bücherregalen auch nicht. Kann ich mich zumindest nicht dran erinnern. ;o)

Ich beginne mal mit dem humorvollen Teil, wie ich finde. Denn jetzt komme ich zur Scheibenwelt von Terry Pratchett! Eine meiner absoluten Leseheimaten. Definitv.
Insgesamt gibt es – Wikipedia sei Dank – von der Scheibenwelt 41 Romane. Wobei ich die ersten beiden – „Die Farben der Magie“ und „Das Licht der Phantasie“ – nicht als Einstieg in die Scheibenwelt empfehlen würde. Dafür eignen sich das dritte Buch „Das Erbe des Zauberers“ oder das vierte „Gevatter Tod“ irgendwie besser. Denn die ersten beiden sind, in meinen Augen, eher eine Fantasy-Parodie, und Terry Pratchett war da wohl noch auf Erkundungstour. Doch ab dem dritten und allen weiteren Büchern hat er aus der mittelalterlichen eine immer modernere Scheibenwelt geschaffen. Und diesem Fortschritt zu folgen war klasse.

Wie gesagt: Dies ist meine persönliche Meinung.

Terry Pratchett hat übrigens zusammen mit Neil Gaiman auch ein Werk der urbanen Fantasy geschaffen: „Ein gutes Omen“ (Good Omens). Ein Buch, in dem ein Engel und ein Dämon den Weltuntergang und das Jüngste Gericht verhindern wollen, da es ihnen auf der Erde eigentlich ganz gut gefällt. Ein alleiniges, reines Fantasywerk von Neil Gaiman dagegen ist „Der Sternenwanderer„. Ein sehr schönes Buch und ein toller Film.

Was fallen mir denn jetzt noch für Lesevorschläge ein, abgesehen wirklich vom Klassiker „Der Herr der Ringe“ von J.R.R. Tolkien – oder dem neuen Klassiker (kann man das schon sagen?) „Das Lied von Eis und Feuer“ (Game of Thrones) von Georg R. R. Martin?

In den amüsanten Bereich fällt definitiv die „Dämon zuviel„-Reihe von Robert Asprin. (Bei ihm sind Dämonen übrigens Dimesionsreisende.) Inwiefern mensch die Bücher dazu aber noch im Handel findet – schwer zu sagen.

Wenn jemand sich dem Genre über die Literaturschiene nähern will – weil mensch vielleicht ein/e begeisterte/r Leser/in der Werke von Brontë oder anderer klassischer Autoren ist, sollte man einen Blick in die „Thursday Next„-Reihe von Jasper Fforde werfen. Hier haben literarische Figuren ein Leben neben ihrem Leben in ihren eigenen Geschichten. Vielleicht etwas ähnlich wie mit der „Tintenherz„-Reihe von Cornelia Funke. In beiden schaffen es Figuren, in die Realität zu „entkommen“.

Abgesehen von seinen Urban Fantasy-Büchern wie ja z.B. schon erwähnt „Oneiros“ hat Markus Heitz auch „richtige“ Fantasy geschrieben. Am bekanntesten dürfte wohl seine „Die Zwerge„-Reihe sein. In den Bereich der Fantasy-Reihen für Kinder und Jugendliche fallen mir dann jetzt noch die „Narnia„-Bücher von C.S. Lewis ein. Wobei mir persönlich irgendwann das verpackte Christentum zu viel wurde. Aber es gibt auch noch die „Der Goldene Kompass„-Reihe von Philip Pullman. Oder nochmal mit griechischem Göttereinschlag „Percy Jackson“ von Rick Riordan.

Was noch…

Irgendwie fällt mir jetzt nicht mehr viel ein.

Mensch kann natürlich auch einfach mal in die Buchhandlung seines/ihres Vertrauens und Wahl gehen, und sehen, was das Fantasyregal dort so zu bieten hat.

Dort wird es dann bestimmt auch so dicke Bücher von z.B. Tad Williams geben. Da sollte mensch sich dann überlegen: Will ich wirklich mit so einem dicken Schmöker den ersten Versuch starten? 😉

Oh – mir fällt gerade ein, dass ich Walter Moers ja ganz vergessen habe. Diese ganz eigene Fantasierichtung von ihm… damit kann mensch auch prima beginnen. Ich sage nur „Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär„.

Oh – und die Klippenrand-Chroniken habe ich auch vergessen. Das ist definitiv Fantasy, die für Kinder (auch) gedacht ist, weswegen man sie auch im Kinder- und Jugendbuchbereich finden dürfte. Geschrieben sind sie von Paul Stewart und wunderbar illustriert von Chris Ridell.

Denn – wie gesagt – man muss nicht mit dem „Der Herr der Ringe“ beginnen. Er ist kein „Muss“ für dieses Genre. Nur, wenn mensch sich dann wirklich dafür interessieren sollte, kann sie/er sich auch daran machen, ihn zu lesen. Aber so ist das ja eigentlich mit allen Büchern.

Ich hoffe, ich habe jetzt mit diesem Beitrag mehr informiert als verwirrt. Sicher habe ich auch noch viele Autoren und Autorinnen vergessen. Und je länger ich für die Be- und Verarbeitung dieses Blogbeitrags benötige, desto mehr fallen mir noch ein. Doch jetzt schließe ich dieses Werk ab. Falls irgendjemand etwas dazu sagen möchte:

Ich bin ganz Ohr.

Und Papier ist ja geduldig. ;o)

 

 

Einkaufstouren

In den letzten Tagen ist so einiges bei mir angekommen, auf welches ich teilweise schon länger gewartet habe.

Als erstes letzte Woche – zum Glück rechtzeitig vor dem Geburtstag meiner Schwester – ein paar Schachfiguren, damit meine Nichte mit schönen Figuren ihre Schachfertigkeiten steigern kann. Vielleicht spielt sie ja dann auch mal mit mir. ;o) Jetzt braucht sie nur noch ein entsprechendes Schachbrett dafür.

Dann habe ich vorgestern die letzten beiden Bücher der Feuerreiter Seiner Majestät abgeholt, von denen ich letzte Woche erfahren habe, dass es sie gibt. Mein letztes Buch, das ich von der Serie gelesen habe, spielte in Australien – und wie ich jetzt so gesehen habe und vermute, fehlt mir Band 7 auch noch. Hab ich den also heute noch bestellt und hole ihn mir dann morgen. Und die sehen SO aus: 

Und last, but not least, eeeendlich ein Spiel, auf das ich bereits seid Ende Mai, Anfang Juni warte.
Nämlich „Magic Maze“! Nominiert für das „Spiel des Jahres 2017“!
Ein Kooperationsspiel für 1 – 8 Spieler. Ohne Kommunikation.
Oder zumindest kaum.

Diese Idee finde ich so gut – das musste ich einfach haben. Sogar schon sehr bald, nachdem ich es bei den Videos von Hunter & Cron vorgestellt und spielen gesehen habe.

Kann also der nächste Spieleabend kommen. :oD

Magic Maze – Vorderseite

Magic Maze – Rückseite

Was jetzt immer noch fehlt, sind die Bücher für meine Neffen – den ersten Harry Potter auf Englisch und das „Graveyard Book“ von Neil Gaiman. Sowie für mich noch die Scheibenweltsche Variante des Phantoms der Oper von Terry Pratchett, „Maskerade“. Auch im Original. Aber da braucht die Post eeeecht lange. Abgegangen sind die Bücher am 30. Juni… und noch nichts zu sehen.

Menno.

Gleich ist nicht gleich Gleich

Das Ende meiner Nachtschicht, der letzten des Blocks, rückt näher, und ich habe Lust, über ein Buch zu schreiben, das ich gerade beendet habe. Dieses Mal richtig. ;o)
(Zum Zeitpunkt des Erscheinen dieses Beitrags ist die Nachtschicht natürlich längst vorbei – und ich darf schon fast wieder neu ran.)
Ich bin jetzt aber nun mal kein Buchblogger. Der sagt, ich habe das und dies gelesen, und soundso war und fand ich es. Dafür gibt es andere, die das sicher besser können als ich – und vor allem auch lieber.

Trotzdem will ich kurz über dieses Buch schreiben, und über Gedanken, die dabei in mir aufgetaucht sind oder sich verstärkt haben. (Außerdem habe ich meine bereits vorgeschriebenen Texte ja endlich auf den Blog gebracht – also brauch ich eh neuen In- – ich meine, Output. ^^)

Ich habe von meiner Schwester zu Weihnachten einen Grimm-Scheck bekommen, den ich kurzentschlossen in diesem Buch investiert habe. Ganz kurzentschlossen. Ich sah es in der Buchhandlung meines Vertrauens im Fantasy-Regal stehen und mir ist als erstes der Name der Autorin ins Auge gefallen.

Die Autorin ist Naomi Novik, und das Buch selbst heißt
„DAS DUNKLE HERZ DES WALDES“.
(ISBN 978-3-570-17268-1)

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Ich kenne Naomi Novik als Autorin der „Feuerreiter Ihrer Majestät“, als die ich sie in meinem Autorenbeitrag zumindest auch kurz erwähnt habe. Dieses Buch sollte also etwas Neues von ihr sein. Da musste ich mal einen Blick drauf werfen.

Rückseite Einband

Agnieszka liebt das Tal, in dem sie lebt:
das beschauliche Dorf und den silbern glänzenden Fluss.
Doch jenseits des Flusses liegt der Dunkle Wald, ein Hort böser Macht, der seine Schatten auf das Dorf wirft. Einzig der »Drache«, ein Zauberer, kann diese Macht unter Kontrolle halten. Allerdings fordert er einen hohen Preis für seine Hilfe: Alle zehn Jahre wird ein junges Mädchen ausgewählt, das ihm bis zur nächsten Wahl dienen muss – ein Schicksal, das beinahe so schrecklich scheint wie dem bösen Wald zum Opfer zu fallen. Der Zeitpunkt der Wahl naht, und alle wissen, wen der Drache aussuchen wird: Angieszkas beste Freundin Kasia, die schön ist, anmutig, tapfer – alles, was Agnieszka nicht ist. Niemand kann ihre Freundin retten. Doch die Angst um Kasia ist unbegründet. Denn als der Drache kommt, wählt er nicht Kasia, sondern Agnieszka.

 

Klappentext

„Es stimmt nicht, dass der Drache die Mädchen, die er sich holt, verspeist. Ganz gleich, was für Geschichten man außerhalb unseres Tales erzählen mag. Manchmal hören wir die Gerüchte von Reisenden, die in unser Dorf kommen. Bei ihnen klingt es, als würden wir ihm Menschenopfer darbringen – und als ob er tatsächlich ein Drache wäre. Natürlich stimmt das nicht. Er mag ein Magier und unsterblich sein, aber er ist und bleibt ein Mann. Abgesehen davon würden sich unsere Väter zusammentun und ihn töten, wenn er alle zehn Jahre eine von uns verschlingen würde. Er verteidigt uns gegen den Dunklen Wald, und wir sind ihm dankbar dafür – aber so dankbar nun auch wieder nicht.“

 

Aufgrund der Autorin und des Gutscheins habe ich dieses Buch also kurzentschlossen mitgenommen. Obwohl es mich vielleicht nicht SO angesprungen hat, auch wenn der Klappen- und Einbandtext interessant klangen – aber sehr… hm… frauensichtlastig? Außerdem war mir das Bildmotiv auf dem Einband zu… schmalzig?

Wenn ich lange überlegt hätte, hätte ich mich deshalb vielleicht auch nicht dafür entschieden – auch wenn ich bei den Büchern von Terry Pratchett um die Hexen keine Probleme mit Frauen als Protagonisten hatte.

Komisch – aber so bin ich eben.

Nachdem ich dieses Buch jetzt aber richtig beendet habe, muss ich sagen, dass es ein guter Entschluss war, es zu kaufen.

(Was ich mit „richtig beendet“ meine, ist, dass ich beim ersten Mal dieses Buch mehr – oder recht viel davon – quergelesen habe. Immer wieder Teile übersprungen, um dann weiter hinten weiterzulesen, bis zum Schluss. Jetzt, beim zweiten Mal „richtig“, habe ich alle übersprungenen Stellen endlich mitgelesen und damit die vorhandenen kleinen Lücken gefüllt. Mache ich nicht immer so, kommt aber vor.)

Wie gesagt, ich bin kein Buchblogger. Deswegen gehe ich jetzt nicht weiter darauf ein, was mit Agnieszka passieren wird. Ich sage nur:
Es hat mir gefallen.

Und das Buch brachte mich dazu, beim Lesen über Magie und Zauberei nachzudenken. Und das sie, je nach Anwender, ganz unterschiedlich funktionieren kann/funktioniert.

Ich bin selbst seit bald zwei Jahren immer mal wieder am Weiterschreiben einer Geschichte, in der auch Magie vorkommt. In unterschiedlichsten Formen. In den Büchern, die es so gibt, gibt es ja auch die unterschiedlichsten Arten:
Es gibt die Magier in Roben, die alles fein säuberlich notieren und aufschreiben und ihre Magie als genaue Wissenschaft sehen: Man sagt „A“, wedelt dabei mit „B“ und herauskommt „C“.
Immer.
Also immer kommt bei dieser Handhabung „C“ heraus.
Weil es so sein muss.

Dann gibt es die intuitiven Zauberer/Hexen, die die Magie mehr fühlen als in Worte binden.
Es kann Elementarzauberer/hexen geben, die sich mit den Elementen gut auskennen. Andere sind vielleicht besser in Verwandlungszaubern.

Was man sich nur vorstellen kann, so viele verschiedenen Arten kann es geben.

Vodoo – Runenzauberei – Schamanen – Magie durch Tanz… und vieles mehr.
(Man muss nur mal beim „Das Schwarze Auge“ nachsehen, was es da alles für verschiedene Arten von Magieausführern gibt.)

Das führt mich zu einem weiteren Punkt, über den ich jetzt seit letzter Woche nachgedacht habe.

Da war ich bei Drachenechse + Fuchs, und wir haben über mögliche Rollenspielpläne gesprochen.
Dabei habe ich Geister erwähnt.

Ich weiß jetzt nicht, wer alles die „World of Darkness“ kennt. In der ist u.a. das Rollenspielsystem „Vampire – Die Maskerade“ oder halt „Vampire: The Masquerade“ angesiedelt.
In diesem System spielt man – Überraschung – Vampire.

Aber Vampir ist nicht gleich Vampir.

Nur weil man ein Vampir ist, bedeutet das nicht, das jeder die gleichen Fähigkeiten hat. Denn diese Vampire sind in Clans aufgeteilt. Und jeder dieser Clans beherrscht etwas Anderes gut, bzw. verhält sich anders.

Und in dieser „World of Darkness“ gibt es dann auch noch Systeme zu Werwölfen, Feen, Magiern, Geistern…

„Werwolf – Die Apokalypse“ und „Wechselbalg – Der Traum“ besitze ich selbst, neben „Vampire“. Die Magier gab es auch noch auf Deutsch. „Magus – Die Erleuchtung“. Die haben mich damals aber nicht so gereizt, entsprechend habe ich mir das nicht besorgt.

Die Geister haben es leider nicht ins Deutsche geschafft. Deren System gibt es also nur auf Englisch: „Wraith: The Oblivion“. Die hätten mich dagegen sehr gereizt. Allerdings… Vor 20 Jahren hätte ich es mir nicht zugetraut, es auf Englisch zu lesen. Inzwischen hätte ich damit wohl nicht so ein Problem.
Ok, vielleicht beim Lesen schon ein wenig – aber nicht bei dem Gedanken daran.

Nach dem Gespräch mit Drachenechse + Fuchs und des wieder in Erinnerung rufens dieses Interesses an der Materie, hatte ich am Tag drauf den Grundgedanken für eine Geschichte, in der ein Geist vorkommt. Welch Überraschung.
Und ich fing an, nachzudenken, dass genau wie bei Zauberern, Vampiren, Werwölfen und Feen Geist ja nicht gleich Geist ist.
Und dass es da ja auch unterschiedliche Arten gibt/geben muss. Erstmal grob von mir unterteilt in „Die Guten“ und „Die Bösen“ – und sicherlich auch „Die Neutralen“.
Und dass ich mich mal hinsetzen sollte, um für mich eine erste Liste zu machen. Was es für Geister geben kann und wo sie hingehören.
Wenn es so etwas nicht vielleicht bei „Wraith“ schon geben würde/könnte.

Aber mit dieser Liste fange ich hier jetzt nicht an.

Doch ich wollte meinen Gedankengang einfach mal erwähnen, nachdem das Buch mich darin… quasi bestärkt hat.

Nämlich an den Gedanken, das unterschiedlichen Arten einer Gattung (Magie/Vampire/Blumen/was auch immer) durchaus in EINER Geschichte vorkommen können. Kommen ja schließlich auch verschiedene Menschen drinnen vor – und die sind erst recht nicht alle gleich. 😉

Man muss sich halt nur klar sein, wie.

Oder man lässt alle Magier, Zauberer und Hexen mit den Zauberstäben herumwedeln und schnipsen. Das geht natürlich auch.

Hat bei Harry Potter ja auch hervorragend geklappt.

 

;o)

Mal ein paar Autoren…

Es gibt ja so viele Blogger + Blogs, die sich mit – und nur mit – Büchern beschäftigen. Wie z.B. Pinkfisch auf Pinkfisch.net.

Kann ich von mir jetzt nicht sagen. Mein Blog ist da ja mehr so ein Gemischtwarenladen. Ein bisschen was hiervon, ein wenig davon und 100 g Gehacktes. ;o)

Über Bücher hatte ich ja auch schon etwas – jetzt geht es wieder in die Richtung. Ich habe nämlich gerade das Bedürfnis, hier mal ein paar Autoren… hm… zu erwähnen.

Meine Hauptleserichtung ist ja Fantasy.
Deshalb möchte ich jetzt mal ein paar Autoren erwähnen, die mich darinnen gewissermaßen besonders geprägt haben.

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Dass ich ein großer Terry Pratchett-Fan bin, habe ich ja schon mal erwähnt. Seitdem ich damals über „MacBest“ gestolpert bin, habe ich inzwischen wohl so ziemlich alles gelesen von ihm. Ich denke mal, zu 95%. Über MacBest hatte ich ja auch eine Rezession geschrieben. Diese befindet sich aber nicht auf meinem Blog, sondern in einem Buch – und darüber habe ich HIER mal berichtet.

Vor Terry Pratchett habe ich die Bücher von Piers Anthony verschlungen. Seine „Magische Land Xanth“-Reihe, die ich in meiner Jugend entdeckt habe. Die ganzen Xanth-Bücher hatten dabei letztendlich alle irgendwie den gleichen Aufbau, doch das hat mich nie gestört. Der Humor war gut, manchmal leicht anzüglich… genau richtig für die Pubertät. ;o)
Und dann kam seine Reihe zu den „Inkarnationen der Unsterblichkeit“ heraus. Die war anders, aber genau mein Ding. In dieser Reihe geht es um die sogenannten großen Inkarnationen: der Tod, die Zeit, das Schicksal, der Krieg, die Natur. Diese Inkarnationen sind eigentlich Jobs, die von Sterblichen ausgeführt werden. Tatsächlich wohl auch die Inkarnationen von Gott und Satan – doch leider wurden diese Bücher bisher nicht übersetzt. Ich besitze nur die deutschen, damals bei Bastei-Lübbe herausgekommenen Bücher. Diese finde ich aber unbedingt empfehlenswert, auch wenn es sie wohl nur noch Second-Hand und im Antiquariat gibt.
Mit den „Inkarnationen“ habe ich erst vor vielleicht 1-2 Jahren noch jemanden angesteckt. *g* Dann kam Terry Pratchett. Dazu habe ich aber bereits genug geschrieben.

Nun möchte ich noch drei weitere Autoren besonders erwähnen. Alle haben eine ganz eigene Art von Fantasy, die man sich durchaus mal ansehen sollte. Ich fange an mit…

Walter Moers!

Der Herr über Käpt’n Blaubär und Zamonien hat so eine eigene Art Fantasy, die man mit keiner klassischen High Fantasy vergleichen kann. Ganz eigene Wesen und Figuren, die man so nirgends findet. Mehr als einen Blick wert. Anfänger können ja mit „Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär“ anfangen.

Danach habe ich Jasper Fforde entdeckt.

Die Reihe über Thursday Next… das war etwas, was ich bis dahin noch nie gelesen habe. Menschen, die sich in Bücher hineinlesen, und dann vielleicht versuchen, die Handlung zu ändern… Während geschriebene Figuren außerhalb ihrer Handlung versuchen, die Ordnung aufrecht zu erhalten und auch durchaus mal in der realen Welt erscheinen können… Zeitagenten…
Diese Reihe hat in mir zumindest das erste Mal Interesse geweckt, in die erwähnten Klassiker wie z.B. Brontës „Jayne Eyre“ oder Dickens „Große Erwartungen“ zu schauen. Um zu sehen, wie die Figuren im Original eigentlich „drauf“ sind. Aber bisher ist es nur bei dem Gedanken geblieben. Doch zumindest mit Thursday Next konnte ich auch jemanden anstecken. 😀

Wäre dies jetzt eine der Listen auf Youtube mit „Meine besten 5 Fantasy-Autoren“, wäre kurz vor Schluss die Zeit, ehrbare Erwähnungen weiterer Autoren zu machen. Doch erstens ist dies keine „Top 5“-Liste auf YT. Dafür ist sie zu wenig Top 5-mässig aufbereitet. Eher chronologisch in der Reihenfolge ihres Erscheinens in meinem Wissensbereich. Deshalb komme ich jetzt zu dem letzten Autor, den ich länger… äh… besprechen? will.

Und zwar geht es dabei um A. Lee Martinez.
Ich bin mir gerade nicht sicher, ob er nicht sogar schon einen kleinen Auftritt hier im Blog hatte. (Hatte er – siehe Link oben oder auch unten.)
Ihn habe ich vor zwei oder drei Jahren entdeckt. Von ihm gibt es noch nicht so viele Bücher – inzwischen wohl elf, davon bisher zehn auf Deutsch. Aber fast alle spielen mit den eigentlich üblichen Vorgaben ihrer Genres, dass es mir eine Freude ist. Auch wenn ich ehrlich sagen muss, dass mir nicht alle seiner Bücher gleich gefallen.  Doch besonders gut gefallen mir „Der automatische Detektiv“; „Diner des Grauens“; „Die Kompanie der Oger“ und „Eine Hexe mit Geschmack“. Und zumindest mit dem Detektiven und der Hexe konnte ich wohl auch meinen Vater-nicht-vor-Ort begeistern. Und ich stelle fest: Die Rezension zum Detektiven habe ich tatsächlich HIER mal im Blog gehabt. (Das ist übrigens der gleiche Beitrag, den ich oben schon mal verlinkt habe – sowas. ;))Automatische Detektiv

Und JETZT bleibt noch Zeit für die Erwähnung von ein paar fantasievolle Autoren, vom üblichen J.R.R. Tolkien und Georg R.R. Martin abgesehen.

Kurz erwähnen möchte ich also Robert Asprin mit seiner „Dämonen“-Reihe; Neil Gaiman mit den Comics zum „Sandman“ und u.a. den „American Gods“-Geschichten/Büchern; Lloyd Alexander mit der „Taran“-Reihe, auch aus meiner Jugend; Sergej Lukianenko mit der Wächter-Reihe und Trix Solier; Jonathan Stroud mit den „Bartimäus“-Büchern und neu mit „Lockwood“; Naomi Novik mit der Reihe „Die Feuerreiter Seiner Majestät“; Eoin Colfer mit Artemis Fowl und Ben Aaronovitch mit der Reihe zu Peter Grant.

Viel Spaß beim Suchen in Euren Buchhandlungen und Bibliotheken. Und vergesst die Antiquariate nicht.