Familienausflüge

Da es ja in diesem Jahr mit Fahrten in den Urlaub, oder gar Flügen, gar nicht so einfach war – wenn überhaupt machbar – bleibt mensch halt zu Hause sitzen.

Was mir jetzt nicht so viel ausmacht. Ich sitze gefühlt lieber durchgehend in meiner Wohnung, statt in Aluhuthausen auf der Arbeit.

Echt – ich weiß gar nicht, was mich mehr nervt: Diese ständigen (wieder mal) Dienstplan…“ideen“ der Planer – oder meine Kollegen. Wäre eines nicht schon schlimm genug, aber beides zusammen?
Meine Begeisterung ist unterirdisch.
Doch auch wenn ich gerne Zeit in meiner Wohnhöhle verbringe – ein kleiner Ausflug hin + wieder ist auch ganz schön.

Ursprünglich wollten wir Mitte Juli mit der ganzen Familie – sprich Eltern + Schwester samt Familie et moi einen Ausflug in den Hessenpark machen.
Nachdem die Familie meiner Schwester schon nicht nach Kanada zur Rope-Skipping-WM + Urlaub durften…

Allerdings fiel der Termin ins Wasser. Weil Regen die ganze Nacht + in der Früh.

Die Sache der Hessenpark-Fahrt haben wir jetzt Anfang letzter Woche im kleineren Kreis durchgeführt. Kleiner Kreis = meine Eltern, meine Niffen und ich. Da 6 Personen nicht in ein Auto passen, sind wir mit zwei gefahren. Meine Eltern in ihrem + ich mit Flip. Meine Niffen haben sich abgewechselt. Hinzus hatte ich meine Neffen dabei – rückzus meine Nichte. Das Wetter war dieses Mal super. Schön, nicht zu heiß… wunderbar.

Wir waren auch früh da -gegen 10. Da waren noch gar nicht alle Brötchen fertig. Das war nämlich die erste wichtige Sache: Brötchen, Brot + vor allem Nussecken kaufen.
Und im Gegensatz zu sonst wurde tatsächlich dann direkt die erste Bank zum Frühstück ausgewählt. Und da wurde zugeschlagen. Mein lieber Herr Gesangsverein.

Ich bin dann von dort nochmal los, noch mal ein paar Brötchen holen.
Wäre allerdings nicht nötig gewesen. Wir waren alle von Brötchen + Nussecken so satt… Ich habe später dann zwar nochmal ein Brötchen gegessen – aber das war es auch so gut wie.
Das war ein sehr schöner Vormittag.

Zuhause habe ich erstmal ein längeres Verdauungsschläfchen gehalten. Ich gehe zumindest davon aus, dass es daran lag. Oder einfach am nicht-ausschlafen am Morgen? Wer weiß. ;o)

Vom Dienstag bis Donnerstag waren meine Neffen dann mit ihren Paten unterwegs, in Nürnberg und Freizeitpark.

Und da haben meine Eltern mit meiner Nichte + mir nochmal einen Ausflug zur Wasserkuppe gemacht. Dieses Mal ging es noch früher los – halb 9!
Dadurch waren wir aber früh dort oben, und haben z.B. noch einen Parkplatz direkt am Flughafen bekommen.
Bei der Sommerbob-Bahn wurden noch die Schlitten aufgesetzt – und die Rodelbahn lief noch gar nicht. Das waren nämlich die ersten Programmpunkte des Tages: Rodeln!
Erst eine 6er Karte bei der Bobbahn mit Mutter + Nichte verfahren. Dann musste ich mit meiner Nichte nochmal um die Wette rodeln. (Ich habe gewonnen – aber ich hatte auch eine höhere Erdanziehung – weil mehr Masse.)
Dann sind wir zu viert nochmal in eine dieser 4er-Gondeln gefahren und anschließend haben meine Nichte + ich die letzten beiden Fahrten nochmal verrodelt. Dieses Mal haben wir die Bahnen gewechselt – und haben uns auf ein Unentschieden geeinigt.

Dann haben wir was gegessen dort – und anschließend ging es gemütlich um das Radon (die ehemalige Radarkuppel). Für Fotos machen + einfach die Aussicht genießen. Bei einem Ladenbesuch mit meiner Nichte habe ich mich dazu entschlossen, dieses Jahr einfach mal Karten aus Deutschland zu verschicken.

Gut – Leipzig liegt auch in Deutschland und vom WGT habe ich das auch schon gemacht… aber das ist jetzt doch was anderes. Behaupte ich einfach mal. ;o)
Die ersten 10 Karten habe ich letzte Woche geschrieben. ^^ Und zumindest habe ich jetzt schon mal für meine Postliste genug Briefmarken. Muss ich nur noch die richtigen Karten finden. ;o)

Bei der Rückfahrt sind wir dann nochmal zum Eis essen ins Hauptgeschäft der Eisheiligen.
Das war lecker.

Und dies war mein zweiter Familienausflug im August. Vielleicht/wahrscheinlich habe ich noch einen weiteren.
Nämlich nächste Woche, wenn mein VnvO einen Ausflug ins Frankenland machen wird, um Familie zu besuchen. Und ich dann auch hinfahren werde, um ihn von dort nach Mainz zu fahren. So dass wir etwas mehr und länger was voneinander haben, als wenn wir uns nur mal am Hauptbahnhof in Hanau treffen – wie das erste Mal vor 34 Jahren.
Lange ist’s her.

Aber das wird dann (vielleicht) ein weiterer Bericht.
Das war es dann letzte Woche mit den Familienausflügen und die Arbeit hat(te) mich wieder.

Uiii… toll!

 

Noch x Tage…

 

Und die letzte Woche vor Drachenechses + Fuchses großem Tag ist angebrochen.
Ok, der große Tag war eigentlich schon letztes Jahr, aber jetzt halt vor allen Augen noch mal die Bestätigung.

Dafür, dass ich dachte, ich schreibe dann erst NACH der LARP-Hochzeit wieder darüber… habe ich mich ganz schön geirrt. ;o)

Kleines Update:
Hatte Nachtschicht bis Donnerstag früh. Nachdem ich mit meinem Nickerchen fertig war, bin ich zum Basteln wieder nach Niederursel. Schließlich musste ich mal meinen Perspektivensucher mehr stabilisieren. Das habe ich auch gemacht. Leider habe ich vergessen, vom bisherigen Stand der Dinge mal ein paar Fotos zu machen. Die kommen also noch. Auch, damit ihr euch dann mal vorstellen könnt (in etwa), wie ich mir das so gedacht habe. Ich denke, es könnte so funktionieren. *Auf Holz klopf!*

Fuchs hat die Gelegenheit auch zum Basteln genutzt. Geht in Gemeinschaft halt doch besser von der Hand.

Tja.

Und dann war der Freitag. Gestern. Genau genommen: Karfreitag.
Bedeutet: Feiertag.
Das wiederum bedeutet: Feiertagsverkehr!

Denn… da ich gestern (also Karfreitag) frei hatte, sind wir zusammen in den Norden gefahren.

Durch den Stau + stockenden Verkehr auf der A5 und A7… bis wir endlich da waren, wo in einer Woche gefeiert und gespielt wird. Denn wir haben uns nochmal genauer dort umgesehen und „Locations gescoutet“, wie es so schön neudeutsch heißt. ;o)

Also, Fuchs + Drachenechse wollten vorher nochmal hin, und ich hatte Zeit und durfte mit. Jetzt habe ich also schon mal eine kleine Ahnung, wie es dort aussieht. So richtig, nicht nur über die Bilder aus dem Netz. Live ist halt doch etwas anderes.

Wir haben uns also umgesehen. Überlegungen gemacht, und dann ein paar Orte festgelegt. Dafür haben wir Fotos gemacht…

Allerdings muss ich jetzt erstmal fragen, welche ich vielleicht hier nutzen darf, mit freundlicher Genehmigung von Fuchs + Drachenechse. Nachdem wir mit dem Suchen + Schauen soweit durch waren, haben wir vor Ort beim Cafe noch jeder ein lecker Kartoffelsüppchen gegessen, was getrunken… und die Toiletten besucht. (Das ist oft ein guter Grund, irgendwo für eine Kleinigkeit einzukehren. *G*)

Dann ging es wieder auf die Rückfahrt.
Ach, was war die entspannt.

(Bis auf eine dumme Nuss, die einfach vor mir auf die Autobahn aufgefahren ist, so dass ich abbremsen musste. Bis ich dann wieder genug Fahrt drauf hatte um sie zu überholen, hat es eine ganze Weile gebraucht. Kasseler Berge halt. Und als ich es geschafft habe, durfte ich sehen, dass sie ihr Handy in der Hand hatte. Kein Kommentar (mehr).)
Für die Rückfahrt haben wir nur kurze 2h 40 gebraucht, etwa.

Hinzus sind wir so halb 10 gestartet – und waren erst gegen 13 Uhr oder so da.
Und das mit 2 Toilettenpausen auf der Hin- und ein Tank- und ein Pipipäuschen auf der Rückfahrt. Mal sehen, wie wir dann nächsten Freitag durchkommen, mit einem Transporter + einem Auto.
Zumindest ist dann kein Feiertagsverkehr…

Ja – jetzt noch 2 Tage arbeiten für mich… und dann geht es in die Endvorbereitungs-Phase.
Ich muss dann mal all meine Gewandungsteile in die Box stecken, Bettwäsche einpacken für 2 Betten, und ansonsten… sehen, was noch so anfällt.

Ob es jetzt vorher nochmal etwas gibt, glaube ich nicht.

Ach – noch was zu meinem letzten Beitrag.

Was da in eine Bemerkung hineingelegt wird, die ich nicht näher erläutern wollte wg der wissenden Mitleser… Was das denn sei + ich damit meine? Wegen einem geplanten Beitrag oder wieso weshalb…
*sfz*
Ich weiß jetzt nicht, ob ich in Zukunft solche Bemerkungen einfach weglasse und nur mit z.B. meinem VnvO darüber schreibe, bevor ich damit Gott + die Welt verrückt mache.
Mal sehen.
Wenn ich es genau hätte sagen wollen, hätte ich das getan. Aber so…

Aber ich weiß jetzt:

Regel Nummer 1: Erschreck die Braut nicht.
(Und da es hier gleich zwei davon gibt… böser Fehler. ;o))

 

„Was Besseres als den Tod finden wir überall“

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Inzwischen ist nun auch der Juni Geschichte. Und ich sollte endlich mal von meiner kleinen Stippvisite in Bremen berichten.

Wem der Satz der Überschrift bekannt vorkommt, der findet die Erleuchtung bei den „Bremer Stadtmusikanten“ der Brüder Grimm.  ;o)

Der Grund für meine Fahrt war der Besuch einer Freundin, die in Ottersberg studiert und von ihrem Studium aus am Montag, den 20. Juni, eine Präsentation ihres Studiengangs hatte. Dialoge.

Da sie mich zu dieser Präsentation eingeladen hatte… und tatsächlich am Montag mein Samstag war… hab‘ ich die Gelegenheit endlich beim Schopfe ergriffen.

Also bin ich sonntags nach der Arbeit erst noch Tanken gewesen; dann heim, um die Monster zu füttern und mich danach dann fertig zu machen. Wie erwartet bin ich mal wieder eine halbe Stunde später losgekommen als gedacht. Also statt 16 Uhr war’s kurz nach halb 5. Durchgekommen bin ich prima. Bedeutet, gelandet bin ich kurz vor 9.

Auf der Fahrt hatte ich die Gelegenheit, mal wieder über den Schreibwettbewerb nachzudenken. Und eine neue Idee zu entwickeln.
Doch das ist eine andere Geschichte für den Blog.
Vielleicht.

Weiter mit Bremen.

Dank der App auf meinem Tablet bin ich also gut angekommen und hatte um diese Uhrzeit auch noch das Glück, einen Parkplatz in der Nähe zu finden.
Dann ging’s zur richtigen Adresse… Treppensteigen… und ich war da.

Dort haben wir dann noch gefühlte Ewigkeiten zusammen in der Küche gesessen und geratscht. Und ich konnte mein Coppelius-Oper-Mitbringsel übergeben. Es hat gepasst. Puh. ;o)
Während des Abends wurde auch der nächste Tag geplant – wobei sie dann auf ’ne Vorlesung verzichten wollte (und hat), um mir ein wenig Bremen zu zeigen.

Als erste vorweg: Ich mag Bremen.

P1040840Ich war das erste Mal 1997 oder 1998 für ’ne Nacht und einen Morgen da… und da hat es mir direkt gefallen.

Als ich 99/00 überlegt habe, dass ich gerne mal aus Hanau wegkommen wollen möchten würde (oder so ^^), war Bremen im Gedanken die Stadt, die mich gereizt hat. Gut, nach Bremen hat es mich dann nicht hin verschlagen, aber der Gedanke zählt schon mal. 2005/2006 war ich mit meiner Drachenechse zu einem Tagesausflug dort, von Greetsiel aus. Und da hat mir die Stadt immer noch gefallen.

Und dieses Mal war ich jetzt mit einer Person unterwegs, die mir auch mal etwas über die Geschichte erzählen konnte.
Gut, eigentlich ist meine Gastgeberin aus München. Was sollte sie einem da über Bremen erzählen können?

Viel.

Schließlich ist ihr Job in Bremen zum Geldverdienen jetzt Nachtwächter-Führungen. Und diese Führungen leben ja von Erzählungen und Geschichte. 😀

So sind wir also vormittags erst mal in ein kleines Café zum Frühstücken gegangen. Cafe Frida, mit einem süßen kleinen Hinterhof.

Ach, überhaupt die Straßen von Bremen…

Diese kleinen Seitenstraßen mit diesen Häusern, einfach klasse. Wie eng diese Straßen sind, kommt in dem Bild gar nicht so rüber. Aber die Häuser. Toll.

Doch wir waren beim Frühstück.

Danach ging’s mit der Straßenbahn in die Innenstadt. Und da wurde mir die Schnoor gezeigt.
WIRKLICH kleine Gässchen!P1040843
An einer Stelle habe ich nicht gedacht, dass man da wirklich durchlaufen kann.
Beeindruckend. Sehr!

Wir waren im Dom, wo ich tolle Namen für Geschichten entdeckt habe.
Mein größtes Problem beim Geschichten schreiben, wie ich finde: Gute Namen.
Und auf Gedenksteinen gab es einige. 🙂

Wir haben die Stadtmusikanten besucht.P1040855

Selbstverständlich.

Hallo?!

Sonst hätte ich ja nicht hinfahren müssen. ;o)

Meine Stadtführerin lieferte mir auch die Erklärung für die glänzenden Stellen an der Statue.

Wer sich etwas wünscht und dabei gleichzeitig die beiden Vorderbeine des Esels umfasst, dessen Wunsch soll in Erfüllung gehen. Doch weil Touris keine Ahnung haben, deswegen wird auch das Maul des Esels angefasst. Und die Hinterbeine.

Touris eben.
Viel hilft viel.

Ich habe kurz mit dem Gedanken gespielt, es mal auszuprobieren, es dann aber gelassen. Weniger, weil ich wunschlos glücklich gewesen wäre, als vielmehr, dass ich mich nicht für einen meiner 2-3 Wünsche entscheiden konnte. Dann lieber gar keinen.

Zurückgefahren sind wir dann mit einem Bus vom Hauptbahnhof aus. Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es nach Ottersberg zur Hochschule.

Dort habe ich erst mal eine Führung um das alte Hauptgebäude herum erhalten. Nach hinten raus ist man direkt in der Natur. Richtig klasse.

Während nun die Studenten sich vorbereitet haben, bin ich noch ein wenig spazieren gegangen. Einmal die Hauptstraße weiter runter bis zu einem Kreisverkehr, dann wieder zurück. Ottersberg mag ja klein sein, aber einen Künstlerbedarf gibt es dann doch. Da erkennt man, wie sehr die Hochschule dort schon verwurzelt ist. Auf dem Rückweg habe ich mir noch ein Eis gegönnt. Und dann hieß es warten. Die Wartezeit konnte ich noch nutzen, mein Auto umzuparken. Und die Augen kurz zuzumachen.

Irgendwann ging es dann in die Aula. Und die Präsentation begann.

Dialoge.

Mit Texten/Szenen u.a. von Horváth, Beckett und Zeller. Auch Filmszenen wurden nachgespielt. Sozusagen. Und Catweazle hatte einen Auftritt. Auch wenn ausgerechnet der Elektrik-Trick nicht funktionierte.

Aber der Abend war toll.

Der zweite Teil hat mir tatsächlich etwas besser gefallen. Auch weil ich da mal so lachen musste. Weil die Begründung, warum jemand noch nie was gestohlen hatte war, das es der Person einfach zu mühsam wäre, das ganze Zeug wegzuschleppen. 😀

Nach der Präsentation ging es dann noch zu ’ner Mitstudentin, den Abend ein bisschen ausklingen lassen.

Der Abend war seit langer Zeit mal wieder die Gelegenheit, Theater kritisch aus Theatermacher-Sicht zu betrachten. Interessant war da, dass ein Teil meiner Gedanken und Beobachtungen auch denen anderer entsprach.

Als es dann wieder zum Schlafplatz ging, war um diese Uhrzeit mit Parkplätzen aber nichts mehr zu wollen. Nach bald 15-20 Minuten rumkurven, haben wir endlich ein Plätzchen für mein Auto gefunden. Hooray!

Am nächsten Morgen sind wir dann früher raus, damit ich meine Gastgeberin noch nach Ottersberg zu ihrem Fahrrad fahren konnte, damit sie rechtzeitig zu ihrer Nachbesprechung kam. Ich bin nach Hause gestartet.

Den einzigen Stau hatte ich noch direkt bei Bremen. Danach ging es ohne Probleme nach Hause.

Um 10 nach 3 war mein Ausflug vorbei.

Ich hätte nichts dagegen, dem mal wieder einen nachfolgen zu lassen.

Ruhig ebenso nach dem Motto der Musikanten:

„Auf nach Bremen.
Etwas Besseres als den Tod finden wir überall.“

 

Summ, summ…

Manches passiert – das muss ich direkt festhalten und in meinen Blog setzen. So z.B. mein Besuch bei der Steampunk-Oper von Coppelius.

Manches andere finde ich interessant und blogenswert – das dauert ein paar Tage/Wochen/Monate, bis ich es endlich niedergeschrieben bekomme und auf meinen Blog hochziehe.

Und manches fange ich an zu schreiben – und ich werde nicht damit fertig oder bekomme es nicht vom Buch in den Computer – und dann wird es von etwas Anderem überholt, das passiert… und dann passt es mir nicht mehr.

Dazu habe ich ja auch schon etwas geschrieben. In „Alles hat seine Zeit.“

Dieser Blogfall ist jetzt ein Fall der zweiten Art.
Denn ich hatte ja angekündigt, dass ich einen Freund in der Eifel mit Familie + Bienen besuchen wollte. Und ich bezweifelte zu diesem Zeitpunkt, das ich über diesen Besuch etwas schreiben würde. Es sei denn, das Imkereithema wäre so interessant.

Nun, ich habe mich geirrt. Damit, dass ich über den Besuch nichts schreiben würde. Denn das Thema „Bienen“ war SUPER interessant. Denn mein – ich sag mal Jungimker-Freund, da er jetzt erst ein Jahr imkert – durfte mir mehr zeigen, als er eigentlich wollte.

Ich hatte mit einer Abfahrt zu Hause um 8 Uhr gerechnet und Ankunft gegen 10:30Uhr.
Wie bei mir so üblich, hat sich alles um eine halbe Stunde verzögert.
Abfahrt 8:30 Uhr – Ankunft 11.

Und da hatte ich das Hauptereignis gut um eine halbe Stunde verpasst. Denn…

Mein Freund hatte bis zu diesem Samstag inzwischen 3 Bienenstöcke.
Und an diesem Samstag früh hat dann eines seiner aktivsten Völker beschlossen, zu schwärmen.

Was bedeutet/heißt das?

In einem Bienenstock kann es nur eine Bienenkönigin geben. Wenn in einem Stock eine neue Königin herangezogen wurde, bricht die alte Königin mit der Hälfte des Volkes auf, um eine neue Heimat zu suchen.
Sie schwärmen.

Die Hälfte dieses Volkes waren in diesem Fall etwa 20.000 Bienen, die sich zusammen aufgemacht haben, den Stock zu verlassen.

Auf einmal.

Das bedeutet: Die erste große Schwarmwolke hatte ich verpasst.

Als ich ankam, hatte der Schwarm sich vorerst auf und in einem Busch auf dem Nachbargrundstück niedergelassen und gesammelt, bevor es weiter in die Weltgeschichte gehen sollte. Dieses Nachbargrundstück war der örtliche Kindergarten.

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Zum Glück war Samstag und er geschlossen. Es waren nur 2 Arbeiter da, die den Rasen mähen wollten.
Die haben sich dann erst um andere Bereiche des Außengeländes gekümmert.

Jetzt ging es also darum, den Schwarm einzufangen.
Dies tut man, indem man den Schwarm in ein Behältnis befördert. Obwohl – wichtig ist nur die Königin. Der Rest folgt ihr dann schon. Aber diese Königin aus großen Trauben Bienen in einem Busch herauszufinden ist etwas schwierig. Deshalb versucht man das mit einem möglichst großen Teil des Schwarmes, in der Hoffnung, dass die Königin mit erwischt wird. Wenn das geklappt haben sollte, dann sollten die Schwarmbienen die Möglichkeit haben, zur Königin zu kommen, aber diese keine Möglichkeit, aus dem Behältnis zu entkommen.

Soweit die Theorie – die selbstverständlich auch einem Jungimker bekannt ist. Viele Zusatzinformationen habe ich ja von ihm. Aber wie das mit Theorie + Praxis so ist…
In dem einem Jahr Imkerei hatte er natürlich noch nie einen Schwarm gefangen oder gar fangen müssen. Noch dazu alleine. Denn seine Imkerkollegen mit Erfahrung konnten alle nicht.

Also musste er das alleine durchziehen.

Ohne Hilfe – nur mit neugierigen Zaungästen wie mir und seiner Frau, die ihm natürlich gerne mit guten Ratschlägen zur Seite standen.
Aus der Entfernung.

Beim ersten Fangversuch war nur seine älteste Tochter mit auf der anderen Seite des Zaunes. Auch mit einem Imkerhut geschützt, aber dennoch mit gebührendem Abstand.

Hihi – seine Frau hatte an dem Tag in der Schule geholfen, einen Raum zur Bibliothek zu machen, als die Älteste (11) dort angerufen hat. Das erste, was sie dann von der Tochter gehört hat, war: „Dem Papa geht’s nicht gut.“ Das hat erstmal schlimme Gedanken bei allen geweckt… dabei war es „nur“ die Panik, dass ein Stock schwärmt.

Nun gut.

Sie ist also mit einem Wassersprüher heimgekommen, der für den Fangversuch gebraucht wurde. Und dann ging es los.

Der Imker stieg in seine Schutzkleidung und versuchte, Theorie in die Praxis umzusetzen.

Als erstes benetzte er so viel Volk wie möglich mit dem Wassersprüher um es abzukühlen, dann schüttelte er so viele Bienen wie möglich in einen bereitstehenden großen Eimer, auf den er dann ein Gitter legte, damit die eventuell gefangene Königin nicht wieder entkommen konnte. Sofort bildeten sich an dem Busch wieder Trauben, von denen er noch ein paar in den Behälter beförderte.

Danach wurden die Streifenträgerinnen erst mal wieder in Ruhe gelassen, sodass sie die Gelegenheit haben sollten, sich bei ihrer Königin zu sammeln.

In der Zwischenzeit machte sich der Imker auf den Weg nach Wittlich, um dort einen neuen Kasten für den Schwarm zu besorgen.
Als er wieder da war, brauchte er erst mal einen Kaffee, dann wurden vorgefertigte Wachswaben in Rahmen „geschweißt“, um dem Volk einen ersten Grundstock zu liefern.
Und wie wir da so saßen, wurde es wieder laut.

20.000 Bienen machen einen ganz schönen Krach, wenn sie alle auf einmal herumfliegen.
Summ summ…

Das hört sich aus 15-20 Metern Entfernung an, als stündest du direkt neben einem regen Bienenstock.

Sie hatten wohl langsam genug vom Sich-Sammeln und Erholen und wollten wohl langsam weiter.

Da hat mein Kumpel erstmal geflucht, dass er sich zu viel Zeit gelassen habe und ist schnellstens wieder in alle Klamotten geschlüpft, um zu retten, was noch zu retten war.

Der soweit leere (noch ohne Bienen, aber mit einer ersten Einrichtung versehene) Bienenstock wurde ihm über den Zaun gereicht – und dann ging es wieder ans Nass spritzen und in den Kasten schütteln.
Aus dem Eimer wurden auch noch die dortigen Tierchen in den Kasten geschüttelt… und dann hieß es abwarten.

Es bildeten sich wieder Trauben im Busch, doch längst nicht mehr so große.P1040811

Der Bienenstock wurde mit einem Zurrgurt festgezogen, und dann an den vorbereiteten Platz getragen.
Das musste er natürlich alleine erledigen – und kam auch entsprechend ins Schnaufen und Schwitzen.
Ein Großteil von 20.000 Bienen samt Stock + erste Waben bringt doch etwas an Gewicht zusammen.

Anschließend wurden letzte Trauben wieder in einen Eimer geschüttelt und mit einem Gitter abgedeckt, danach dann neben den neuen Stock gestellt.20160521_143910

Und dann wurde gehofft, dass dieses Mal endlich die Königin mit im Stock gefangen war.

Beim zweiten Versuch schien es tatsächlich endlich geklappt zu haben.

Bis zum Abend waren im Busch immer weniger Bienen zu sehen und ein paar Stunden später hatten sie schon angefangen, die Gebüschreste, die beim Abschütteln mit in den Kasten fielen, aus dem Stock zu befördern.

So waren wir von 11 bis gut 15 Uhr rein mit Bienen beschäftigt.

Ich fand und finde das soo spannend.

Mein Kumpel nicht so.
Der sprach schon davon, dass dies vielleicht seine letzte Imkerhandlung gewesen sein könnte.

Ich denke und hoffe ja, dass er sich jetzt, nach fast 2 Wochen, von dem Schock erholt hat. 😉

Und so werden aus 3 Bienenvölkern 4.

Es wurde dann noch gegrillt und was gespielt… aber gegen das Erlebnis „schwärmen“ kommt es alles nicht so an.

Als Nicht-Imker fand ich das so… aufregend und lebendig, fast in einer Wolken Bienen zu stehen. Dabei komme ich selbst direkt Lust, mich als Imker zu versuchen.
Darüber hatte ich mir noch nie vorher Gedanken gemacht.
Auch das mir bekannte Autoren wie Neil Gaiman zumindest mal geimkert haben oder wie Terry Pratchett zumindest von Bienen fasziniert waren… das kann ich jetzt total nachvollziehen.

Nach dem ersten Schwarm ist alles anders.

Dann würdest du vielleicht am liebsten alles hinschmeißen mit der Imkerei – oder mehr davon haben wollen.

Nun…wenn man keine Vorkehrungen trifft, kann einem das schneller passieren als man denkt.
Was zu beweisen war.

Denn hätte er die alte Königin in der Woche vor dem Schwarm entdeckt und ihr die Flügel gestutzt wie geplant… wäre ihm viel Aufregung erspart geblieben. Und mir dieses tolle Erlebnis…

Darum Danke.

Danke für das tolle Erlebnis.

*schwärm*