Letzte Wanderung

Urne mit Kranz und Foto in der Aussegnungshalle

Heute war es soweit.
Mein VvO, mein Vater-vor-Ort, ist heute seine letzte Wanderung gegangen. Genauer gesagt hat ihn meine Schwester getragen.

In der Vorbereitung war die Frage, wie viele Leute wohl kommen würden? Mit wie vielen Leuten wäre wohl beim anschließenden Trauerkaffee zu rechnen?
Nun hat mein VvO ja jahrzehntelang den Vorsitz der Hanauer Spessart-Touristen geführt. Den Wanderverein, der viel von unserer Zeit geprägt hat. Wanderungen, Vortouren, Wege markieren, Mehrtagesfahrten…
Doch wie es heutzutage so ist: Es kam kein frisches Blut mehr nach. Die Jüngsten im Verein waren meine Nichte und Neffen. Dann meine Schwester mit Mann – dann ich. Und ich bin, seit ich beim Flughafen bin und auch schon vorher in Rottweil, nur noch in Ausnahmen mitgegangen. Wenn es halt von meiner Arbeitszeit gepasst hat.
So ist der Verein zum Jahresende 2023 aufgelöst worden, nach 144 Jahren.
Was die alten Herrschaften trotzdem nicht davon abgehalten hat, einmal im Monat unterwegs gewesen zu sein.
So waren also einige der Senioren des Vereins zur Beerdigung dabei. So wie sonst mein VvO und meine Mutter zu Beerdigungen von Vereinsmitgliedern sind.

Der größte andere Teil war dann Familie.
So sind tatsächlich vier von fünf noch lebenden Geschwistern meiner Mutter gekommen. Das war stellenweise überraschend, doch gerne gesehen. So haben sich Geschwister seit langem mal wieder gesehen und miteinander geredet, die sich teilweise nicht mehr so grün waren/sind. Doch vielleicht ändert sich das ja nun wieder?
Und natürlich die Schwester und der Bruder samt Ehepartner meines VvO.

Und dann gab es noch ein paar Gäste, die in keine der beiden Kategorien „Verein oder Familie“ fielen.

Urne mit Kranz

Apropos fielen: Mitten im Aussegnungsgottesdienst, nach dem ersten Lied, während der Pfarrer am Reden war, ist hinter uns eine der Gäste umgefallen auf dem Stuhl.
Zum Glück waren zwei Frauen mit Ahnung da – meine Schwester und meine Cousine. Meine Schwester ist zwar Tierarzthelferin, doch in der Lehre war ja auch etwas Humanmedizin dabei, wenn ich nicht irre. Und meine Cousine hat das auf Humanmedizin-Seite gemacht, jahrelang. Seit ein paar Jahren hat sie zwar den Job gewechselt, doch da hat sie immer noch etwas mit Medizin zu tun, aber mehr entfernt. Die hat sich dann um sie gekümmert, bis der Rettungswagen da war und bis sie zum Krankenhaus gestartet sind. Da waren wir schon hinten ab durch die Mitte.

Der Pfarrer hat seinen Job gut gemacht. Und er kann singen. Ein wichtiger Punkt für einen Pfarrer, irgendwie.
Wir wollten ja eine fröhliche Trauerfeier, deswegen kam sein Versprecher mit dem Familiennamen auch nicht schlecht an. Hat gepasst. ;o)

Meine Schwester hat die Urne dann zum Grab getragen, auf der letzten Wanderung. Und das Wetter war gut und die Sonne hat geschienen.
Ein guter Abschluss.

Danach sind wir zum großen Teil nochmal zum Trauerkaffee gegangen. Ein Teil der Geschwister hat sich direkt wieder nach Hause auf den Weg gemacht, aber ein Teil ist auch geblieben. Das war auch mal wieder schön, sie alle gesehen zu haben. Auch wenn wir das jetzt nicht immer auf Beerdigungen machen sollten.

Nach dem Kaffee sind wir, die engste Familie mit Bruder und Schwester und Co, nochmal zum Grab gegangen. Da war dann bereits alles erledigt. Kleine Urnengräber sind halt schnell wieder verfüllt.

Ich hoffe, der Platz gefällt dir, Papi.

Grab mit Kranz

Irgendwann in der Zukunft werden wir dann zusammen nach einem Grabstein schauen. Doch dafür lassen wir uns noch etwas Zeit.

Zumindest bis hierher haben wir es schon mal geschafft.

Grab mit Kränzen am Boden

Was für ein Start von 2025

Selfie mit FFP2-Maske im Bett Ohne Brille, blutiger Stelle auf der Nase über der Maske, etwas wie eine Beule links oben und dreckige Stelle rechts auf der Stirn

So.
Ich war am Sonntag den dritten Tag wieder im Dienst. Da wird es doch endlich mal Zeit, mich darüber auszulassen, wie ich das neue Jahr begonnen habe. Quasi. ;o)

Ich hatte ja erwähnt, dass wir für den 3. Januar einen Spieleabend angesetzt hatten. Aber es hat dann doch nicht sollen sein – zumindest für mich nicht.

Ich saß also alleine an meiner letzten Einsatzstelle für diesen 3. Januar herum, es ging auf den Feierabend zu… dann hatte ich vielleicht eine Stunde, bevor ich abgelöst werden sollte das Gefühl, dass mir mein Essen in der Kantine ein paar Stunden vorher wohl nicht so gut bekommen ist. Dieses flaue Gefühl, von dem ich inzwischen weiß, dass es irgendwie mit dem Essen zu tun hat. Doch es war ja nur noch ’ne Stunde. Das kann mensch doch aussitzen.

Dann kam noch langsam das Gefühl dazu, das etwas den Körper unten verlassen möchte. Wie das so ist, wenn der Körper nicht mit bestimmter zugeführter Nahrung einverstanden ist.

Gebäude des Klinikum Groß-GerauEine halbe Stunde vor Ablösung dachte ich mir, dass ich doch mal auf Toilette gehen sollte. Bis zum Feierabend warten wäre wohl nicht so gut.
Also habe ich den Kollegen vom BVD (Bodenverkehrsdiensten) gesagt, dass ich mal auf Toilette gehe. Falls in der Zwischenzeit was zum Röntgen gekommen wäre. Der nahm das zur Kenntnis… und als ich mich auf den Weg machen will, geht mein Kreislauf in den Keller. Aber sowas von. Ich denke mir noch ‚Ohh…‘, stütze mich am Röntgengerät ab… und mache unten am Boden in meinem kleinen Arbeitsbereich die Augen wieder auf. Aber ich musste ja zur Toilette… also aufgestanden… und das nächste Mal mache ich die Augen vor der Tür meines Arbeitsbereichs auf. Sowas doofes. Und da war ja immer noch der Toilettenwunsch. Also wieder aufgerappelt.
Vom BVD haben wohl ein-zwei gesehen, dass ich vom Boden wieder aufgestanden bin + haben verwundert geguckt. Ich winke noch ab, während ich aufstehe…

Und das nächste Mal klopft mir ein Kollege vom BVD auf die Schulter, sagt, das der Notruf abgesetzt ist + alles in Ordnung kommen wird. Ich glaube, dieses Mal lag ich in der Seitenlage? Auf jeden Fall war dann alles gelaufen. :o/

Erst kamen Kollegen von der Flughafenfeuerwehr, die sich ein wenig gekümmert haben. Die haben mich nach meinem Namen + Geburtstag gefragt… und zehn Minuten später nochmal/schon wieder. Wahrscheinlich ging ihnen der Gesprächsstoff aus. ;o)

Als bei mir das dritte Mal das Licht ausging, bin ich nämlich nicht nur nochmal einfach umgefallen, sondern bin dieses Mal vorwärts gegen einen der dort stehenden Gepäckwagen gefallen und von dort weiter auf den Boden.
K.O.!

Tropf über dem BettSobald ich wieder wach war, war ich eigentlich wieder normal da. Nur fertig. Und das mit der Toilette hatte sich dann auch erledigt. Das war mir peinlich. Aber nicht mehr zu ändern.

Später habe ich einen unserer OTLs gesehen + meine Ablösung… da war dann auch der Rettungswagen da. Als sie mich auf die Trage gehievt hatten + die Trage hochgebockt/-gestellt haben, musste ich das erste Mal kotzen. Lecker.
Im Krankenwagen mussten wir dann erstmal ’ne Weile warten, bis ihnen der Empfangsort für mich mitgeteilt wurde. Wenn es nach ihnen gegangen wäre, hätten sie mich nach Frankfurt in die Uniklinik gefahren. Bringen durften/mussten sie mich dann nach Groß-Gerau.

Als wir dann dort waren, habe ich aus der Notaufnahme meine Nachrichten abgesetzt, dass es mit dem Spielen wohl nichts wird und auch an meine Eltern, das ich nicht anrufen werde heute. Nur war das so ein Bunker… keine der Nachrichten ging raus. Erst als gegen kurz nach 8, auf dem Weg ins Zimmer, die Verbindung wieder besser wurde. So lange wusste keiner, was + wo ich war. Wixhausen hat mich dann tatsächlich kurz vor 8 noch unten in der Notaufnahme mal telefonisch erreicht. Da konnte ich es schon kurz schildern.

In der Notaufnahme habe ich dann noch 3 Mal gebrochen, glaube ich. Einmal kombiniert mit… das will ich hier jetzt nicht weiter ausführen. Nur, dass ich meine Hosen habe entsorgen lassen. Und solange ich im Krankenhaus war, habe ich sicherheitshalber lieber auf die angebotenen Einwegwindeln zugegriffen.

Ich bin dann in einem 3er-Zimmer gelandet, bei 2 älteren Herren. Von denen hat mich später hauptsächlich einer etwas genervt. Doch erst so ab etwa Sonntag.

Suppe mit Markklößchen und GemüseBei meiner Ankunft am Freitag bin ich, aufgrund meiner Sturzwunde am Kopf, direkt auch zu einem Kopf-CT gekommen. Doch dem ging (und geht) es soweit ganz gut. Dickkopf halt. ;o)

Samstag war mit mir nicht viel anzufangen. Da habe ich die meiste Zeit gedöst. Bei meinen verschiedenen Temperaturmessungen den Tag über kam ich – bis auf einmal – immer so auf 38°. Und Hunger/Appetit hatte ich auch noch keinen. So habe ich von meiner Suppe am Samstag gerade mal ein halbes Markklößchen + eine Karottenscheibe zu mir genommen. Sonntags war es dann schon etwas besser. Von dem Geschnetzelten + den Spätzle hätte ich ja gerne alles gegessen. Aber das habe ich noch nicht geschafft. Montags den Schweinekammbraten mit Knödel + Bayrisch Kraut habe ich dann wieder ganz verputzt. Und es war lecker. Dienstags gab’s dann noch Putenschnitzel mit Kartoffeln und Rotkraut. Mnjami. ;o)

Portionsteller mit Geschnetzeltem und Soße oben, und Spätzle untenSamstags lag ich also nur rum + habe gedöst. Nachmittags wurde ich nochmal zum Röntgen gefahren. Da haben sie meinen Brustkorb frontal + seitlich geröntgt. Sonntags erfuhr ich dann, warum. Denn da bekam ich mitgeteilt, dass sie eine Lungenentzündung festgestellt haben. Wahrscheinlich sind sie darauf auch durch meine ganzen Blutspenden zwischendurch gekommen. ;o)

Sonntags sind meine Eltern mal vorbeigekommen und haben Klamotten von meinem VvO mitgebracht. So bin ich am Montag endlich aus dem Krankenhaushemdchen rausgekommen.

Meine Brille Links das Glas hat einen groben Kratzer und der Nasenbügel ist total verbogen. Auch die Fassung ist etwas angekratzt.Da meine Brille meinen Sturz abgefangen hatte, war sie entsprechend nicht mehr zu gebrauchen. Ich habe sie auch erst am Dienstag wieder gefunden, als ich meine Sachen für meine Heimreise gepackt habe. Bis ich Dienstagabend wieder zu Hause war, bin ich also die Tage im Krankenhaus in dauerhafter Unschärfe herumgelaufen. So hatte ich auch keine Verwendung für den Monitor neben meinem Bett – die bei meinen Zimmergenossen fast durchgängig liefen. Doch fernsehen habe ich mir tatsächlich schon lange abgewöhnt.
Am Montag habe ich daher wieder zu meinem ebook-Reader gegriffen + habe weiter in den Flüssen von London geschmökert.
Auch bin ich am Montag das erste Mal aus dem Zimmer auf eigenen Füßen raus + ein wenig im Flur auf + ab gelaufen. Später habe ich mich auf die Suche nach dem toGo-Laden gemacht, von dem mein Zimmergenosse zurückkam, als ich auf dem Flur war. Dort habe ich mir das erste Mal wieder das schwarze Zeug zum Trinken geholt… und einen Multivitamin-Saft.

Portionsteller mit Schweinekammnbraten und Soße unten, und 2 Knödel und Bayrisch Kraut obenSo wurden meine Werte also von Sonntag an immer besser. Die Temperatur ging wieder auf 36ebbes runter, mein Blutdruck war auch ok… und auch meine mehrfach täglichen Fingeranpieksungen für den Blutzucker zeigten wieder gute Werte.
Montag wurde mir von der Ärztin noch ein Herzultraschall + ein Langzeit-EKG angekündigt. Das passierte am Montag aber nicht mehr, weswegen ich dann schon dachte, dass ich bis Mittwoch bleiben „darf“. Weil ein Langzeit-EKG (LZ-EKG in Zukunft) ja über eine längere Dauer geht. Von daher war ich überrascht, als es am Dienstag kurz vor dem Mittagessen auf einmal hieß, dass ich heute gehen kann. Da lief mein Antibiotika gerade noch durch den Tropf, als die Schwester kam, dies verkündete und alles abzog + verband. Dabei waren noch ein paar Tropfen drinnen, ich bin mir ganz sicher.
Portionsteller mit Kartoffeln unten und Putenschitzel mit Soße obenUnd während ich also quasi bei meiner letzten Krankenhaus-Mahlzeit war, stand auf einmal ein Pfleger für eine Herz-Ultraschall-Abholung im Raum. Die mir galt… darum musste ich ihn um 5 Minuten vertrösten, damit ich meinen Rest noch schnell essen konnte. So bekam ich also zumindest noch das Herz-Ultraschall. Und das Gute daran war ja, das die Bediener nicht gleich beim ersten Blick entsetzt aufgesprungen sind. Im Gegenteil, mein leichter Fehler, von dem ich schon ewig weiß, hat sich wohl gut versteckt. ;o)

Die Nachricht, dass ich nach Hause kann, habe ich um 11:58 Uhr in die Familiengruppe abgesetzt. Meine Eltern waren dann 13:58 Uhr da. Und dann hat es noch bis 16:35 Uhr gedauert, bis ich endlich meine Entlassungspapiere in der Hand hatte. Um 10 vor 6 war ich dann wieder zu Hause. Und während ich bei meinen gepackten Sachen auf die Entlassungspapiere gewartet habe, kam tatsächlich nochmal ’ne Schwester vorbei, und hat einen Finger ein letztes Mal für meinen Blutzucker angepiekst.

Blick auf die Armbanduhr, Uhrzeit 16 Uhr 17 Minuten. Im unscharfen Hintergrund ist ein Bett zu sehen, auf dem meine gelbe Arbeitsjacke und mein Rucksack zu erkennen ist.Tja. Da war ich also wieder zu Hause.
Ein Klo, nur für mich + keine Zimmernachbarn mehr, die noch nie etwas vom Händewaschen nach dem Toilettengang gehört zu haben scheinen. *kopfschüttel*
Dienstagabend habe ich mich tatsächlich erstmal für eine gemütliche Zeit unter die Dusche gestellt – so weit das gemütlich geht. Mittwochs gings zu meinem Hausarzt, der mich erst nur bis Freitag krankschreiben wollte, dann aber doch ’ne Woche draus gemacht hat. Der andere Arzt der Praxis hat das dann noch zwei Mal verlängert. Einmal eine Woche und dann nochmal 2 Tage – für mein LZ-EKG. Dafür durfte ich mir ja selbst wen suchen, was ’ne Geschichte für sich wäre. (Und wird.)
Letztendlich habe ich es in Offenbach bei einem Kardiologen ohne Probleme bekommen. Und so habe ich nun auch einen an der Hand, sollte ich da mal was brauchen.

Zuhause habe ich dann schön meine Antibiotika fertig genommen. Danach hat sich dann auch langsam mein Stuhl wieder normalisiert.

Selfie im Bett, inzwischen wieder mit Bart, ohne BrilleDie ersten Tage zu Hause war mit mir auch noch nicht viel anzufangen. Mittwochs, nach dem Aufsuchen meiner Hausarztpraxis und noch etwas einkaufen, bin ich mit dem Bus gefahren, statt die 10 Minuten zu gehen. Samstags bin ich auch nochmal was einkaufen gegangen, und nach dem 45-Minuten-Ausflug war ich erstmal fertig.

Inzwischen kann ich also wieder arbeiten gehen. Vom Ergebnis des LZ-EKGs habe ich bisher nichts mehr gehört, was für mich in Ordnung klingt, weil es dann nichts superauffälliges gab + gibt.

So war ich also am Freitag das erste Mal nach ziemlich genau 3 Wochen wieder am Flughafen. Und bis jetzt habe ich die letzten Mahlzeiten wieder besser vertragen. Was immer das vor 3 Wochen auch gewesen sein mag.

Oh, und ich habe inzwischen gehört, dass in so einem Fall wie meinen, ich meine Nachrichten aus dem Notaufnahme-Bunker wohl besser als SMS geschickt hätte. Weil da die Chance, dass sie bei ein bisschen Empfang eher rausgehen, größer ist.

Ich hoffe, dass ich diese Information lange nicht brauche. Und für Euch hoffe ich das auch. ;o)

Blick aus dem Fenster auf eine verschneite Fläche mit Fußspuren, Bäumen und etwas geräumten Weg.

Reise… erzählen… blah

Mein letzter Kurzbeitrag war ja vom Anfang dieses Monats.

Jetzt ist es nicht so, als hätte ich danach keine Zeit gehabt, den nächsten Beitrag zu verfassen.
Eigentlich hatte ich mehr als genug.
Aber die Muse, die Muse…

Also versuche ich nun, diesen Monat mal ein wenig aufzudröseln.
(Und eine kleine Triggerwarnung: Wer keine blauen Flecken sehen kann, sollte das letzte Bild nicht betrachten. ^^)

Ich hatte Anfang des Monats ein paar Tage zusätzlich frei wegen Kurzarbeit. Da Ende August noch super Wetter war, kam bei Freunden der Gedanke auf, eine Motorradtour zu machen und ein paar Tage wegzufahren.
Mit mir.

So wurde bei einem Grilltermin in Wixhausen ein paar Motorradklamotten von diesen Freunden anprobiert, um für eine Ausstattung zu sorgen – nachdem ich keine Ahnung habe + hatte, wo meine alten Klamotten abgeblieben sein könnten… und sie mir wohl eh nicht mehr passen dürften.
So kam ich zu einer Hose, einer Jacke und sogar noch zu einem Helm, nachdem bei meinem eigenen das Innenleben zerbröselt war. Schon vor Jahren.

Erst war angedacht, in den Süden + die Berge zu fahren, doch dieser Gedanke wurde wettertechnisch geändert. Es ging dann in den Norden, zum Edersee.

Die Gruppe bestand aus der Großmaschinenschubserin; ihrem Freund, dem Kaffeemaschinenmelker; dem Freund aus Wixhausen, welchen ich jetzt mal als Balkonbauer bezeichnen werde – und mir.
2 Motorräder waren vorhanden, die Großmaschinenschubserin und ich mussten sich noch welche mieten.

Ich entschied mich für die Yamaha Tracer 900.
Schon eine schöne Maschine – und ich konnte sogar meinen magnetischen Tankrucksack verwenden.

Da ich bis Sonntag arbeiten durfte, ging die Motorradwoche dann am Montagmorgen los. Für den Montag war nur ne Tagestour in die Rhön geplant – und Dienstag bis Freitag früh dann der Edersee.

Doch wie heißt es so schön:
Erstens kommt es anders, zweitens als mensch denkt.

Dies ging bereits Montag Früh los – als wir erstmal nur bis Gelnhausen kamen.
Auf dem Weg machte sich nämlich die Tiger 900 der GMS (Großmaschinenschubserin) mit einer Sensor-Warnmeldung bemerkbar.

Also wieder zurück, und diese Warnung ausschalten lassen. Diese Pause nutzten wir halt zum Frühstücken, und zum umdisponieren. Da die Rhön nun vielleicht doch etwas weit weg war. Also ging es spontan in den Taunus. Zum Feldberg und zum Hessenpark. Auch weil einige von uns noch nie bei entweder oder waren.

Meine Fahrzeugbeherrschung war am Anfang etwas… holprig. 12 Jahre nicht mehr gefahren zu sein, machte sich doch etwas bemerkbar. Doch für bis zum Taunus und zurück reichte es noch am ersten Tag. Und jeder Kilometer mehr brachte auch die Körpererinnerung zurück. Sozusagen.

Beim Kaffeetrinken im Hessenpark musste ich auch unbedingt was für meine Eltern kaufen. Eigentlich wollte ich Nussecken. Doch die gab’s nicht (mehr?) – also gab’s Zwiebelbrötchen, welche ich nach der Tour direkt noch bei meinen Eltern abgeliefert habe. Genau rechtzeitig zum Abendessen. Wie praktisch. ;o)

Am nächsten Morgen ging es mit einem Treffen zum Frühstücken los, von wo aus dann gestartet wurde.

Durch den Vogelsberg, über den Hoherodskopf, bis zum Edersee.

Da ich ja schon erwähnt hatte, dass ich Karten schreiben wollte dieses Jahr, habe ich mich am Hoherodskopf und am Edersee direkt eingedeckt. Für die Leute, welche noch auf meiner Kartenliste mit „Offen“ standen. Also doch keine Karten aus Hanau. Ohh…

Kurz vor dem Hoherodskopf mussten wir mal anhalten, weil eine Schafherde die Fahrbahn kreuzte.
Das war für uns eine Freude. Davon gibt’s aber kein Bild, da mein Communicator gut verstaut war.

Am Hoherodskopf kamen wir mit einer Gruppe Motorradfahrer ins Gespräch, die da herkamen, wo wir hinwollten. Das war witzig.

Und so fuhren wir gemütlich bei tollem Wetter übers Land, bis wir am Edersee ankamen. Dort hatten wir kurzfristig am Sonntag noch eine Ferienwohnung für Dienstag bekommen.

Als erstes ging es zum Einkaufen, für das Frühstück am nächsten Morgen. Danach machten wir uns auf zur Staumauer. Allerdings fanden wir den richtigen Weg erst nach einer kleinen Schleife – aber wir haben sie gefunden. Klein kann mensch sie ja nicht nennen. ;o)
Dort nutzten wir das Angebot einer kleinen Eisdiele, die da eine kleine Nische füllte – aber das Eis war super lecker. Mit nicht alltäglichen Geschmacksrichtungen wie Whiskey-Vanille, oder Mohn gab es – glaub ich – auch. Dann ging es auf + über die Mauer.
Ich würde ja sagen, der See hatte schon einiges mehr an Wasser gesehen in der Vergangenheit.

Anschließend ging es in den Zündstoff – eine Art Motorrad-Motel, das aufgebaut war wie eine Westernstadt. Sah schon witzig aus – und war ausgebucht. Deswegen auch die Ferienwohnung.
Dieses Mal sind wir also nur zum Essen hin.
Nach dem Burger essen ließen wir den Abend mit einer langen Runde Doppelkopf ausklingen.

Das waren die ersten zwei Tage der geplanten Motorrad-Woche. Soweit war noch alles im grünen Bereich. Am Mittwoch stand dann erst Frühstück, und anschließend eine Besichtigung/Erkundung des Edersees auf dem Programm.

Dazu mussten nur die Motorräder von der Garagenauffahrt wieder zurück auf die Straße…

Klingt ja eigentlich einfach – allerdings habe ich dabei wohl einen kritischen Patzer gewürfelt.
Denn nicht nur, dass ich es geschafft habe, meine Maschine noch im Stand umfallen zu lassen… Nein.
Ich bin zwar gleich wieder auf den Beinen gewesen, laut dem Balkonbauer. Allerdings nicht lange.
Denn irgendwie tat mein rechtes Bein ziemlich weh und wollte nicht mehr so. Wir gingen erst von einem Krampf aus, als ich am Boden saß. Doch der ging nicht weg. Beim Versuch zu Stehen und zum Gehe… Humpeln, kamen auch noch Kreislaufproblemchen dazu… So wurde letztendlich ein Krankenwagen gerufen, und mein Besichtigungstag bestand dann aus der Besichtigung eines Krankenwagens von Innen und der Notaufnahme (denke ich) der Stadtklinik Bad Wildungen. Ein Erlebnis…

Das Bein wurde geröntgt, (auch wenn da nicht das Problem lag, denn auf mein Knie ist mir die Maschine nicht gefallen), und dann durfte ich so kurz nach 3 wieder raus. Ich denke, nach gut 3 Stunden.
Auf der Taxifahrt zurück zur Ferienwohnung kam ich an meinen Mitfahrern vorbei, die gerade vor dem umgedrehten Haus standen. Wovon ich jetzt – aus Gründen – keine Fotos habe.

Zum Abendessen ging es dann nicht, wie ursprünglich gedacht, zur Staumauer, sondern wir ließen Pizzas kommen.

Dann durfte ich am Abend noch den Rücktransport von Motorrad und mir organisieren. Anschließend wurde wieder gedoppelkopft bis zum Dunkel werden.

Donnerstags ging es also für mich dann zurück. Einen Tag früher als geplant.

Dumm gelaufen, oder besser gehumpelt. Denn so, wie es aussah (und es sich anfühlte), musste ich mir beim Umfallen wohl irgendwie mein Bein blöd verdreht und dadurch meinen Oberschenkel gezerrt haben. Ansonsten war am Bein (noch) nichts zu sehen. Bei einem Riss hätte ich wohl einen Bluterguss haben müssen. War aber erstmal nicht.

So blieb mir am Donnerstagmorgen nichts anderes übrig, als in der Wohnung zu bleiben und auf meinen Transport zu warten, während die anderen wieder zu einer kleinen Erkundung aufbrachen. Die Wartezeit nutzte ich dazu, all meine Karten zu schreiben. Hätte ich auch an die Briefmarken gedacht, die ich natürlich zu Hause gelassen hatte, wäre es noch besser gewesen.
(Die Karten gab es beim letzten Beitrag ja schon zu sehen…)

Die Truppe kam dann zum Einladen helfen wieder früher zurück. Die Harley vom Kaffeemaschinenmelker kündigte ihre Ankunft schon von Weitem an. ;o)

Der Transporter kam, die Maschine wurde mit vereinten Kräften (außer meinen) verstaut und festgezurrt… und dann gings zurück.

Am Laden lud sie zum Glück einer der Mitarbeiter dort alleine aus. Tja…
Mir wurden tatsächlich 50 Euro der Miete aus Kulanz erlassen. Dafür war der Kostenvoranschlag für die Reparatur hoch genug. Fast 777…

Ja, das war ein teurer Urlaub.

Der sich dann noch um gut 2½ Wochen verlängerte. Denn an Arbeiten war erstmal nicht zu denken.
Freitags ging es zum Vertreter meiner Hausärztin, der mich erstmal bis Montag Krank schrieb. Montags entdeckte meine Hausärztin dann auch endlich den Bluterguss, welchen ich noch nicht bemerkt hatte. Aber nach genauerem Begutachten desselben konnte sie auch nichts sehen, was einen Faserriss angedeutet hätte.
Immerhin.

Nun hatte ich endlich den Nachweis, dass ich mir die Schmerzen nicht nur einbilde. Blau auf Käsig. Sozusagen. ;o)

Also saß ich nun nochmal gut 2 Wochen zu Hause herum. Nach einer Woche war es zwar schon besser, aber noch nicht gut. Zum Zeitpunkt des Schreibens ist es das zwar auch noch nicht ganz, aber gut genug. Und jetzt habe ich wieder ein paar Tage frei, da kann ich mich nochmal schonen.

Ich habe im Krankenhaus zwar auch Krücken bekommen – doch habe ich die nur direkt nach dem Krankenhaus benutzt. Schon in der Ferienwohnung bin ich lieber ohne gehumpelt. Zwar langsam, aber immerhin.

Am ersten Samstag, dem 5. September, habe ich mich auf die Weltreise zu meinem Bäcker gemacht. Eine Strecke von so 500 Metern. Normalerweise eine Sache von 5 Minuten, oder vielleicht 6. Bisher hatte ich noch keine Veranlassung, da die Zeit zu stoppen.
Jetzt ja.

Für den Rückweg habe ich 12 Minuten gebraucht.
Und auf dem Hinweg wurde ich von einer alten Dame mit Rollator überholt! Diese alte Dame ließ Humpelstilzchen (den Namen bekam ich am Mittwoch noch verpasst) locker hinter sich zurück.

Die Tage drauf steigerte ich mich langsam bis zu 6 Minuten an meinem letzten Einkauf während meiner Krankschreibung.

Tat es am Anfang am Oberschenkel und hinterm Knie weh, wanderten die Schmerzen und suchten sich neue Flecken. Nach einer Woche tat mir die rechte Arschbacke weh. Inzwischen zieht es hauptsächlich noch in der Wade. Und ein seltsames Gefühl hinterm Knie, dass ich nicht anders beschreiben kann. Aber auch nicht immer.

An meinem ersten Arbeitstag habe ich die Strecke von mir bis zum Bahnhof in 32 Minuten geschafft. Abends war ich aber ziemlich geschafft, als ich endlich zu Hause war. Deswegen fuhr ich den Rest der Arbeitswoche mit dem Auto. Nun habe ich wieder ein paar Tage frei – und dann sollte es wirklich langsam wieder ganz ok sein.

Erst hatte ich die Nase voll vom wieder-Motorrad-fahren. Das hat sich inzwischen wieder gelegt. Meine Gedanken dazu gibt’s aber extra.

Als letztes möchte ich jetzt noch meinen Flecken präsentieren.

Als erstes, wie er letzte Woche – zum Ende meiner Krankenzeit – aussah.
Gar nicht mehr der Rede wert.

Und ganz unten dann in seiner vollen Pracht.
Und wer so was nicht sehen kann/will, kann hier jetzt aufhören.

Mit freundlichen Grüßen,

Humpelstilzchen  ;o)