Puh – durch!

Wie gestern vermeldet, hatte ich heute wieder mal das zweifelhafte Vergnügen, unseren Dienstherren – der Bundespolizei – zu beweisen, dass ich noch gefährliche Gegenstände als solche erkennen kann. Es war heute mal wieder Rezi-Zeit…

Insgesamt war ich jetzt kein wanderndes Nervenbündel – aber blöd finde ich dieses Gefühl durchaus schon. Einen Test zu machen, um weiter im Gate arbeiten zu können.

Zumal inzwischen wohl so einige Kollegen und Kolleginnen trotz bestandener Rezertifizierung noch zu einem offenen Test „eingeladen“ wurden – und den dann verbockt haben. Und jetzt wer weiß wie lange in der Fluggastkontrolle bleiben müssen, bis sie endlich ihre geforderten Schulungsstunden gemacht haben – oder doch nochmal den offenen Test in der Wiederholung bestehen. Und zwar so, dass es dem testendem Bundespolizisten auch gefällt. (Ein Kollege hat die Rezi mit 42 Punkten, glaube ich, geschafft. Mindestanforderung ist 36. Danach „durfte“ er zu einem offenem Test – und den hat er jetzt bereits zwei Mal nicht Polizistenwunschgemäß erfüllt.)

Nun – der Test fing an… die erste Bombe von zweien war im dritten Koffer… und dann kam so gut wie kaum noch etwas. Soviele normale Gegenstände… und die letzte Bombe kam erst im letzten Koffer. Da war ich bei Koffer 12 schon etwas skeptisch, ob das dort enthaltene alte Telefon wirklich nur ein Telefon ist – oder nicht doch eine getarnte Bombe.
Doch als im letzten Koffer dann endlich die letzte Bombe auftauchte, war ich mir sicher, dass es dann doch nur ein Telefon war – und damit unbedenklich.

Insgesamt kam ich heute auf 49 Punkten von 60.

Ich erkenne eine deutliche Abwärtstendenz. ^^

Was damit auch zusammenhängen kann, dass ich bei einigen Sachen nicht weiß, ob die noch verboten sind – oder nicht mehr.

Und wenn ich etwas nicht kannte, bin ich auch mal direkt auf Nummer sicher gegangen.

Und so werden die Punkte weniger und weniger – aber zum Glück war das heute ein guter Beamter – und nicht ein anderer, der eine Kollegin mit 48 Punkten zu einem Test eingeladen hat.
Glück gehabt.

Und damit kehrt wieder die trügerische Rezertifizierungsruhe bei mir ein – bis in gut knapp 3 Jahren. ^^

Und Danke allen, die ihre und auch andere Daumen gedrückt haben. Es hat was genutzt. ;o)

Und schon ist es wieder soweit…

Morgen sind meine drei Jahre Schonzeit wieder rum… und ich darf… darf? Muss zeigen, dass ich noch weiß, was ich da tue.

Alle Jahre wieder.

Na gut – gut alle drei Jahre wieder.

Dann ist wieder mal meine Rezertifizierung. Habe ich ja auch schon mehrmals drüber berichtet.
Genauer gesagt: Zwei Mal – weil ich bisher zwei Rezis hatte, die ich bestanden habe.

Falls mensch nicht besteht, dann darf mensch erst mal keine Monitorauswertung machen.
Da wir unten im Gate aber eigentlich nichts anderes machen als Röntgenbilder auszuwerten,
bedeutet das für uns, dass wir dann hoch in die Fluggastkontrolle müssen, um dort dann
die Passagiere einzuweisen an den Kontrollstellen – und zu sonden.
Denn natürlich gilt das Verbot der Bildauswertung auch oben.

Während dies für die Kollegen von der Fluggastkontrolle sicherlich durchaus mal eine angenehme Erleichterung ist – einige mögen sowieso schon nicht so gerne am Röntgengerät sitzen – ist es das für uns Gaties nicht. Schließlich… FLUGGÄSTE!

Wenn es so läuft wie am 22. Dezember VIELE FLUGGÄSTE – SEHR VIELE FLUGGÄSTE!!!

Nicht, dass ich etwas gegen Fluggäste habe – aber Koffer sind halt nun einmal ruhiger.
Und stellen nicht so viele Fragen.
Eigentlich keine, wenn man es genau nimmt. ;o)

Nun ja…

Muss ich mich morgen also wieder mal besonders konzentrieren, auf die richtige Nummerierung achten – und das ich nach dem Handgepäckschema beurteilen muss, und nicht nach dem Reisegepäckschema. Sprich: Alle Messer, alle Flüssigkeiten und Werkzeuge sind erstmal verboten.
Im Gegensatz zum Reisegepäck. Da ist fast alles erlaubt. Bis auf dass, was nicht erlaubt ist: Feuerzeuge, Feuerwerk, Power Banks, Motorsägen, Lufterfrischer… und einiges andere.

Tja – dann werde ich morgen also mal wieder berichten, wie es gelaufen ist…

(Ich habe nichts gegen Daumendrücken einzuwenden… ^^)

Geschafft!

Ich verdiene meine täglichen Brötchen damit, an einem deutschen Flughafen danach zu schauen, dass die lieben Fluggäste nichts im Reisegepäck haben, was die Sicherheit gefährdet. Also Feuerzeuge, Gaskartuschen, Wunderkerzen… oder gar verbotene Waffen, deren Besitz in Deutschland strafbar sind – hier sei nur kurz der Schlagring und das Butterflymesser genannt.
Und natürlich soll auch nichts mitgehen, das unterwegs „BUMM!“ und Löcher macht…

Das Gute an dieser Abteilung „Reisegepäck“ ist, dass das Gepäck nicht diskutiert. Und es ist nicht so schweißtreibend zu kontrollieren, wie damals auf der sogenannten „Sonderkontrolle“ wie z.B. B22 – wo prinzipiell jeder Fluggast nochmal per Handsonde „bearbeitet“ wurde. Vor dem Flug eine kleine Massage – am besten Fußmassage inclusive.
Klingt ja vielleicht nicht schlecht – doch darf in Deutschland nur gleichgeschlechtlich untersucht werden. Und wer sich heutzutage auf der Straße mal umsieht… Es sind nicht alle Leute Traumkörper besitzende Adonise – von möglichen Transpirationsgeschädigten und somit fast total unter Wasser stehenden Gästen mal ganz abgesehen…
Also – auch wenn sich in der Fluggastkontrolle seit den dunklen Sonderkontrollzeiten viel getan hat – wir Mädels und Jungs aus dem Gate, dem Erdgeschoß des Flughafens – sind in unserer Abgeschiedenhet + Ruhe (vor Passagieren) so glücklich, dass wir jede Möglichkeit nutzen, um eben im Gate zu bleiben – und sei es noch so kalt und laut…

Nun hat sich die „liebe“ EU wieder etwas neues einfallen lassen und verlangt jetzt, das unser Berufszweig „Luftsicherheitsassistent“ nach 3 Jahren beweisen soll, dass er noch weiß, was er da so auf den Röntgengeräten sieht. Man darf aus 15 Koffern je 4 Gegenstände bewerten nach Alltagsgegenstand, gefährlich… und Bombe!
Es sind also insgesamt 60 Gegenstände – wenigstens 36 sollten richtig gewertet sein – wobei die gefährlichen Gegenstände + Bomben zu 100% erkannt werden müssen.
So weit, so gut.
Wobei wir „Gaties“ dann immer noch mal umdenken müssen – denn dieser Test richtet sich nach der Handgepäck-Basis – und was da verboten ist (große Messer, Flüssigkeiten über 100ml etc.), ist uns im Reisegepäck egal.
In Maßen. ;o)
Wenn man bei diesem Test durchfällt – etwas „böses“ nicht erkennt – dann muß man den Test noch mal machen. Und darf solange nicht an den Monitor zum Auswerten.
Dies macht für unsere Kollegen von „oben“ kaum einen Unterschied – während wir „unten“ ja nichts anderes machen. Was bedeutet: Durchgefallen = Ab nach oben! Für unbestimmte Zeit, bis man es nochmal versuchen kann. (Ein Kollege war gut 21/2 Monate oben…. NOOOIIIIIN!)
Entsprechend steht für uns „Gaties“ etwas mehr auf dem Spiel…

Heute war ich eeendlich dran.
Endlich diesen Test (die „Rezi“) überhaupt machen – und gut ist. Für hoffentlich 3 Jahre.
Doch eine gewisse Nervosität war natürlich schon da. Weil… siehe oben.

Der Test lief ganz gut – nur die blöden Bomben haben gewartet bis zu den letzten 2 Koffern. Da kann einem schon anders werden, ein wenig. Doch dann kamen sie endlich.
Also eigentlich alles im grünen Bereich.
Danach blieb nur noch die Auswertung abzuwarten.
Die Wartezeit habe ich mir mit einem Mettbrötchen und einer Cola aus der Kantine versüsst. Das habe ich mir da mal gegönnt. War nötig.
Dann das Ergebnis: Alle bestanden. Puh. Und selber sogar 57 von 60 Punkten erreicht. Wunderbar.
Dann kann ich jetzt wieder zum normalen Tagesgeschäft zurückkehren.
Geschafft.
Für die nächsten 3 Jahre.
Falls bis dahin in Brüssel nicht noch was Neues ausgebrütet wird…