Geschichten aus der Gruft – E.2

Weiß geschminktes Gesicht mit rot unterlaufenen und blutig aussehenden Augen. Statt eines Mundes ist nur ein geschlossener Reißverschluss zu sehen.

Ja, jetzt, kurz vor Jahresende, fallen mir doch wieder ein paar Anekdoten aus der Gruft ein. Von daher:
Tretet ein – und lasst alle Hoffnung fahren…

Blick auf ein beleuchtetes, ziemlich leeres Vorfeld bei Nacht

Was zuerst?

Oh ja:
Vor Jahren wurde an einem großen Gang der Gruft, durch den die…
Gruftlinge nenne ich sie jetzt.
Ich und meine Kollegen sind die Crypt Keeper, alle anderen Mitarbeiter in und um die Gruft jetzt Gruftlinge. Der Rest sind Besucher. Ja.

Also, vor Jahren wurde an einem großen Gang der Gruft, durch den die Gruftlinge mit Kutschen verschiedenster Größen fahren, die Decke neu gemacht. Und wir kennen das schon von der Gruft:
Das dauert seine Zeit.
Wir reden hier von einem Zeitraum von Wochen bis Monaten.
Endlich war die Gangdecke fertig und neu gemacht… da ging es kurz drauf wieder von vorne los.
Alles wieder auf… etc.
Vielleicht wäre in anderen Gruften alles gleich zusammen auf EINMAL erledigt worden?
Welch gewagter Gedanke…
Ach ja – inzwischen ist der Gang tatsächlich fertig. ;o)

 

Baustellenabsperrung mit Pylonen, Absperrband über Säulenzwischenräumen hinweg, vor großen Toren. Links liegen mehrere Schläuche über eine Straße hinweg

Dafür kommen wir zu einer anderen Baustelle.
Die ist noch ziemlich jung. Es war wohl so gegen Ende Oktober, Anfang November, da machten sich ein paar dienstbare Geister daran, sich anscheinend ein wenig um einen Kanal unter der Gruft zu kümmern. Wer kennt das nicht? Irgendwann hat mensch nun mal den Kanal gestrichen voll.

Wie lange dauert nun aber eine ordentliche Durchspülung eines Kanals? Wie lange können sich so ein bis mehrere dienstbare Geister mit so einem Kanal beschäftigen?
Es stellt sich heraus: Lange.
Nun, Ende Dezember, sind sie immer noch nicht fertig. Im Gegenteil, die Absperrungen wurden sogar noch verstärkt.
Es werden doch nicht etwa zu viele Gruftlinge mit Kutschen versucht haben, da doch durchzufahren?
Wer weiß.
Nun mal sehen, ob sie es im nächsten Jahr fertigbekommen. Dieses Jahr wird das nichts mehr.

 

Mit Absperrgitter versperrte Straße, außerdem mit Verkehrsschild nach StVO Nr. 250 - Verbot für Fahrzeuge hinter dem Gitter in der Mitte der Straße. Rechts ein großes verschlossenes Tor hinter dem Gitter. Im Hintergrund auf der Straße liegende Schläuche

Jetzt noch zu einem anderen Gang.

Durch den gehen Besucher und Gruftlinge, alle in eine Richtung. Und dieser Gang hat Türen, die in den Parallelgang gehen. Mit dem kommt mensch in Richtung Freiheit, bzw. Gruftausgang.

Jetzt soll niemand unberechtigt durch diese Türen gehen. Verständlich, da könnte ja sonst jeder kommen. Was könnte mensch also dagegen tun? Die Türen zum Beispiel verschließen – und nur bei Bedarf öffnen. Dazu braucht es aber funktionierende Türen mit Schlössern. Wenn mensch die nun nicht hat? Ach, dann wird einfach vor jede Tür oder zumindest in deren Nähe ein Gruftling gesetzt. Die/der darf dann aufpassen, dass NIEMAND diese Türen benutzt.

Und auch hier reden wir von einem normalen Gruftzeitrahmen von mehreren Wochen.
Lieber bezahlte Gruftlinge vor oder an Türen setzen, statt diese richtig zu reparieren.
Ja, das klingt für mich total logisch und nachvollziehbar.

Wie – für Euch nicht?

JA DANN SUCHT EUCH DOCH NE ANDERE GRUFT !

Oder kommt einfach beim nächsten Mal wieder vorbei, wenn ich neue Geschichten zu berichten habe.

Der Crypt Keeper Ihres Vertrauens

Schwarz-weiß gekleidete Gestalt. Schwarze Hose, schwarzer Ledermantel und weißes Hemd. Außerdem weiß geschminktes Gesicht mit einem Reissverschluss als Mund

 

Geschichten aus der Gruft E.1

Weiß geschminktes Gesicht mit rot unterlaufenen und blutig aussehenden Augen. Statt eines Mundes ist nur ein geschlossener Reißverschluss zu sehen.

Ich wollte was Kurzes erzählen. Habe ich noch nicht getan, nun ist da noch was dazu gekommen. Dann fasse ich dat jetzt zu einem Beitrag zusammen, und mache mal eine neue Kategorie draus, glaube ich.
Ich nenne (diesen Beitrag und) die Kategorie nun „Geschichten aus der Gruft“.
Ich finde das passend. ;o)

Hmm… wenn ich nun also Geschichten aus der Gruft erzähle – macht mich dies zum Gruftwächter? Oder Crypt Keeper, wie er ja im Original heißt?
Hm.

Wenigstens sehe ich besser aus. *hust*
(Bilde ich mir zumindest ein. ;o) )

Was will ich denn nun erzählen?

Anekdoten, Erlebnisse, Begebenheiten, Bilder aus der Gruft, in welcher ich viel Zeit verbringen darf. Genauer will ich dies jetzt nicht ausführen. Ich denke eh, dass einige sich vorstellen können, was ich damit meine.

Damit zu Anekdote Eins:

Vor ein paar Tagen kam ich an einer der vielen Toilettenanlagen der Gruft vorbei. Zugängig für alle, nicht nur für die kontrollierten… ähm…

Verzeihung. Ich bin hier zwar schon länger in dieser Gruft, habe mir aber noch keinen passenden Begriff für die Gruftbesucher ausgedacht. Oh, ja…
Besucher ginge eigentlich.

Ich kam also an einer öffentlichen Toilettenanlage für alle Besucher vorbei – die da so aussah.
(Und dieses tatsächlich auch schon eine Weile.):

eine mit Band abgesperrte Toilettenanlage in einem Gruftgang

Diese Toilettenanlage war also gesperrt. Eigentlich ziemlich klar ersichtlich. Aber vielleicht nicht ersichtlich genug, denn es war gerade eine Frau dabei, die Tür zu den Damentoiletten zu öffnen. Bzw. sie versuchte es, sie aufzuziehen. Was nicht klappte. Bis ich sie ansprach und sagte, dass diese Toiletten geschlossen sind und einige Meter in einer von mir gezeigten Richtung eine weitere Toilette sei.
Sie dann so ‚Ah, hm…‘ und dann hat sie sich wieder aus der Lücke der Absperrung herausgedrückt und sich in die von mir gewiesene Richtung begeben.

*Kopfschüttel*

 

Die zweite Anekdote ist auch ein paar Tage alt.
Die Gruft ist groß. Und hat verschiedene Tore und Türen, damit Besucher dahin kommen, wo sie hinsollen. Teilweise werden dafür Busse genutzt. Denn die Gruft ist WIRKLICH groß. ;o)
Dumm ist dann nur, wenn Besucher per Bus an den falschen Eingang gefahren werden, und sie sich dort auf den Weg weiter ins Innere machen.
Und dann vom Busfahrer zurückgerufen werden müssen, weil er sie falsch abgeliefert hat.

Einmal mit Profis…

 

 

Der dritte Punkt dieser Sendung ist ein Bild zum Abschluss.
Das Bild einer Uhr an der Wand.
Einer *defekten* Uhr an der Wand.

Wanduhr mit rotem aufgebrachten Zettel, auf dem DEFEKT steht.

Ja, eine Wanduhr kann kaputt gehen.
Und wenn etwas kaputtgegangen ist, wird es wieder repariert. Zumindest wenn die Gruftbesitzer sich ordentlich um die Inneneinrichtung kümmern würden, was mensch, geist und crypt keeper ja erwarten könnte. Und sei die Gruft noch so groß. Ordentliche Gruftarbeit erfordert ordentliche Gerätschaften.
Irgendwann sollte also eine Uhr repariert werden können. Wenn einem Gruftbesitzer so etwas wie funktionierende Ausstattung wichtig wäre.

Nun.

DIESE Uhr ist also kaputt. Passiert.
Allerdings nicht seit gestern.
Oder vorgestern.
Ich glaube, diese Uhr ist seit locker 5-6 Jahren kaputt. Und die Lösung dafür?
Einen „Defekt“-Zettel draufzukleben. Bekommt mensch ja sonst nicht mit, dass die Uhr steht.
Jo.

 

Dies waren – zur Einstimmung auf den Herbst – ein paar kleine Geschichten aus der Gruft. Bleiben Sie dran für das weitere Programm.

Der Crypt Keeper Ihres Vertrauens.

Mann in schwarzem Ledermantel, mit weißem Gesicht und Reissverschluß als Mund