Probentermin vom 22. Juli 2012 – mehrere zum Preis von einer…

Mein letzter Probenblog ist ja schon einige Zeit her – soviel zum Thema Kontinuität…

Kurz zusammengefasst – seid dem letzten Blog sind jetzt gut fünf Wochen rum – theoretisch hätten es dann auch fünf Proben incl. heute sein können – aber praktisch waren es dann nur vier Proben seitdem – und einmal Eis essen.
Das Eis essen hatte auch ein wenig technische Gründe, da nämlich kein Schlüssel für unseren Probenraum da war – und wir dann umgeschwenkt sind. Da kann man schon sehen, wie eifrig wir am gelingen unserer Aufführung arbeiten und daran interessiert sind, sie gut über die Bühne zu bringen…

Es hat sich seid dem letztem Blog eine kleine Personaländerung ergeben – nämlich werde ich jetzt den Polizisten übernehmen – und für die stumme Rolle Flipote habe wir wohl auch noch jemand interessierten. Diese Änderung hat sich jetzt in der letzten Woche ergeben.

An einem Termin haben wir jetzt tatsächlich mal den kompletten 5. Aufzug gemacht – und das war schon längst mal fällig.
Heute haben wir uns im ersten Aufzug ein wenig umgetan und weitere Ideen entwickelt und eingebracht.

Von daher sollte ich da eigentlich mit der Ausbeute zufrieden sein.
Tatsächlich aber hätte ich gerne noch etwas mehr gemacht – doch dann war der zeitliche Rahmen unserer Dorine aufgebraucht, weswegen wir dann Schluß für heute gemacht haben.
Dabei wurde dann kurz das Thema „Probenanfang“ angesprochen – und deswegen (u.a. – denk ich) bin ich jetzt ein wenig… grummelig?!

Einerseits ist später einigen unserer Mitspieler lieber – andererseits können sie dann vielleicht nicht so lange – und am besten wäre eh Samstag…
Dann wird noch immer mit Text auf der Bühne gearbeitet – und ich als „Cheffe“ sollte da dann die Truppe drängen, dass sie ihre Texte lernen sollen…

Hallo?!
Ich kenne das von einer Jugendtheatergruppe, bei der unsere Leiterin immer ans Textlernen erinnert und gemahnt hat – nicht, dass es wirklich was genutzt hätte. Aber das war eine Jugendtheater-gruppe. In unserer Gruppe ist jetzt unsere jüngste Mitspielerin 20 – die älteste… sag ich nicht, bin ja Gentleman. ;o)
Also sollten die Leute definitv alt genug sein, um sich das selbst mal klar zu machen, dass sie mal langsam ihren Text lernen sollten.

Ich habe gerade das Gefühl, dass ich als Anleitender jedes bischen managen und organisieren soll – und der Rest der Truppe sich dann genüßlich bespaßen lässt und gnädigerweise mitmacht… irgendsowas in die Richung.
Und das nervt mich gerade ein wenig… und ich denke:
„Wenn das Projekt rum ist, hab ich erst mal die Nase voll!“
Das ist anscheinend immer so eine Phase mittendrinnen oder vor Ende: Lass es rum gehen und dann endlich wieder Ruhe!
Und dann hat man Ruhe und dann geht es nach ’ner Weile wieder los:
„Och – es wäre ja mal wieder Zeit was zu machen…“
*sfz*

Na ja – nächsten Samstag treffen wir uns dann zumindest mal zu einem Extratermin – zum Grillen – und zum Besprechen aller möglicher Punkte wie Plakatgestaltung, Programmheft, Kostüme, Requisiten und was uns sonst noch so einfällt.
Vielleicht bringt uns das ja den großen Schritt nach vorne, den ich gerne mal hätte…

Wie heißt es da so schön – Abwarten und Tee trinken.
Oder auch: Schau’n mer mal…

Probentermin vom 10. Juni 2012 – Es hätte so schön werden können…

Tja… was soll ich sagen…
Wie es oben steht, wäre heute eigentlich wieder Probe gewesen – und wie letzte Woche erwähnt, war dafür der Schluß angedacht.
Und wie auch schon letzte Woche erwähnt: Erstens kommt es anders… usw.  *hmpf*

Das unsere Elmire heute nicht konnte, hatte sie mir schon Mitte vorletzter Woche gesagt. Und unser(e) Cléante hatte letzten Sonntag schon angemerkt, dass es diese Woche wahrscheinlich nicht klappt. Dann wären wir aber immer noch genug gewesen, um etwas tun zu können. Das dann Frau Pernelle zwanzig Minuten vor der Probe wegen Kopfschmerzen absagt, ist dann schon langsam … hmm… doch immerhin hat sie abgesagt.
Gut – also hab ich dann mal mit sieben Leuten gerechnet statt der ganzen Truppe mit zehn – plus mir.
Jedoch… sind wir dann doch insgesamt nur auf vier Leute gekommen, die sich dann soweit pünktlich am Probenort eingefunden haben.

Ich schreibe immer in der Woche vor der Probe per mail, was wir machen wollen – und um wieviel Uhr wir uns treffen. Dies differiert leicht, da ich mich da nach meinem Job richten muss. Denn am Flughafen will immer rund um die Uhr gearbeitet werden – und ich da dann schauen muss, wann diese Uhr für mich schlägt, bzw. bis wann.
Außerdem hatte ich in der mail letzte Woche darum gebeten, wenn jemand nicht kann, mir zu smsn und abzusagen…

Jetzt stand also der Gedanke im Raum und vor der Tür „Vielleicht haben sie die mail nicht richtig gelesen und tauchen um 15:30 Uhr auf, wie die letzten Male?“ Also haben wir gewartet und ein wenig über Gott und die Welt gesprochen, die von uns beherrschten Sprachen dabei berücksichtigend…
Dann wurde es nach halb vier und ich schrieb mal eine SMS an unsere fehlenden Mitspieler.
Denn in der Besetzung, die jetzt da war – Tartuffe, Mariane, Damis/Valère und Herr Loyal – machte ein Proben nicht wirklich Sinn, da immer die entsprechend wichtigen Mitspieler durch Abwesenheit glänzten.

Von unserer Polizistin kam als erste eine Antwort, in der sie mitteilte, dass sie im Umzugschaos steckt. Unsere Dorine steckte irgendwo auf der A3 auf der Rückfahrt von Wien, wo sie von Mittwoch bis heute war… und unser Orgon hatte es auch vergessen. Wobei da die Mitteilung erst kam, als ich schon im Auto nach Hause saß. Denn bis dahin hatten wir die – nun also nicht stattgefunden habende – Probe dann beendet.

Gaaanz toll!

Ich werde dann morgen mal eine mail in die Runde schreiben, in der ich mich vielleicht mal ein wenig auskotzen werde – doch warte ich damit bis morgen, damit ich erst mal eine Nacht drüber geschlafen habe. Wenn ich sie jetzt schreiben würde, wäre sie wohl ziemlich… sarkastisch, um’s mal so zu sagen.

Ich habe die letzten Tage mal aufgeschrieben, wieviele Probentermine bis zur Premiere im November noch etwa sind: Mit heute und nächster Woche wären das noch gut 22 Proben gewesen. Jetzt war das heute nichts – und nächste Woche mache ich auch mal was anderes – sind schon wieder zwei weg. Sind es nur noch gutgeschätzte zwanzig.
Die aber wahrscheinlich auch nicht alle stattfinden werden…
Langsam kommen wir also in den engeren Bereich.

Ich hoffe ja mal, dass die Herrschaften in Zukunft ein bißchen zuverlässiger werden – und auch mal mit Kopfschmerzen kommen, z.B… Oder wenigsten mal lernen, Bescheid zu sagen – auch wenn das für die Proben an sich auch nicht wirklich hilfreich ist. Denn mit Leuten, die nicht da sind, kann man halt nicht proben. Und es bringt leider auch nichts, wenn von 10 Leuten sechs ihre Texte können und wissen, was sie wo wie und warum machen, wenn die restlichen vier irgendwie dann mitgezogen werden müssen.

War ich also die letzten drei Proben ziemlich zufrieden mit der Arbeit in den Proben und den Proben an sich, hab ich heute einen herben Rückschlag erlitten und bin gerade mal ein wenig… gereizt! Auch weil ich das Gefühl habe, es fehlen immer die gleichen Leute und die anderen können nichts machen ohne sie.
Und das ist – um mit Penn & Teller zu sprechen „Bullshit“!

Probe vom 03. Juni 2012 – Die Sache mit dem Ersatz

So – heute war dann also mal wieder Probe angesagt…

Ursprünglich angedacht war eigentlich, dass wir heute mal mit allen an den Schluß gehen – den 5. Aufzug, wenigstens von Auftritt 4 bis zum Schluß. Da bisher für diese Szenen die Besetzung noch nicht stand, konnten wir sie auch noch nicht proben.

Nun – wie das kleine Wörtchen „eigentlich“ schon andeutet und/oder vermuten lässt, kommt es ja meistens anders als man denkt.

Als erstes hatte mir vor etwa 2-3 Tagen meine Nachbarin, welche die Rolle der Elmire spielt, über den Balkon-Buschfunk mitgeteilt, dass sie die nächsten zwei Sonntage nicht da ist.
Hmm – soweit, so ungut. Doch eine Person kann man ja bei einer ersten Probe noch ersetzen. Zumal Elmire in diesen Szenen zwar dabei ist, aber nur ein paar Sätze zu sagen hat.
Also – sich mal zwischendurch den Schluß angesehen – Elmire’s Beteiligung gecheckt… geht.
Heute dann, nachdem ich aus einer späten Nacht- oder frühen Früh-Schicht zu Hause eingetroffen war und dann erstmal den Schlaf nachgeholt habe, kamen noch einige Absagen per SMS rein: Unser(e) Valère/Damis muß für eine Klausur morgen noch büffeln und Dorine muss auch arbeiten… Und später, bei der Probe, habe ich dann noch von unserem Orgon gehört, dass unsere Polizistin nicht kommt, da sie nach Frankfurt umzieht…

So war also statt einer Person gleich mal vier Personen und damit fünf Rollen nicht da…

Tja – was macht man da nun?!

Gut – unser neuer Gerichtsvollzieher war zumindest da – also haben wir wenigstens mal dessen Szene gelesen – auch mit Ersatzleuten. Doch ein erstes Mal proben war damit unsinnig.
So haben wir dann halt eine Probe für den kompletten ersten Aufzug gemacht.
Die Spieler, die in diesem ersten Teil nicht oder weniger vorkamen, haben sich dann um die fehlenden Rollen gekümmert.
So hat unser Tartuffe im ersten Auftritt Dorine gelesen, der Herr Loyal Damis – und unser Orgon seine Gattin Elmire. (Das hat dann zwar ein-zweimal für Verwirrung bei Frau Pernelle gesorgt, die ihren Sohn jetzt quasi als Schwiegertochter ansprechen mußte – aber allgemein war das eher erheiternd.)
Im zweiten Auftritt durfte dann unsere Mariane Dorine lesen – hatte sie auch endlich mal was zu tun, statt immer nur still, ruhig und brav herumzustehen. ;o)
Im dritten Auftritt war dann Frau Pernelle dran, Elmire zu lesen – um dann direkt im vierten Auftritt als Dorine weiterzumachen.
Die einzige geprobte Szene mit Originalbesetzung war dann Auftritt 5 – Orgon und Cléante.

Natürlich kann man bei Proben mit so vielen Ersatzleuten in diesen Szenen nicht wirklich etwas kritisieren oder daran arbeiten – außer generelle Sachen wie „Nicht mit dem Rücken zum Publikum.“
Ich hatte sie dann nach dem ersten Durchgang des ersten Auftritts – bei dem alle schön auf ihren Plätzen stehen geblieben sind – aufgefordert, einfach mal auszuprobieren, was sie machen wollen/können/möchten.
Dies sollte zwar bei einer Probe generell gelten – schließlich hat Probe ja mit probieren zu tun – dennoch ist teilweise mehr möglich, als man im ersten Augenblick denken mag. Da können dann in einer Szene tatsächlich auch Filzstifte in der Nase landen – ich weiß, wovon ich rede… ;o)
Zumindest bin ich mir in diesem Probenverlauf über weitere Bühnenausstattung klar geworden.
In die Ecke dachte ich mir schon länger einen Kleiderständer, daneben ein kleiner Tisch, und daneben am liebsten ein Zweisitzer – oder halt zwei Stühle. Jetzt ist dazu noch eine Glaskaraffe mit Wasser und Gläser für auf den Tisch dazu gekommen – eine Art Begrüßungsraum, auf dem Weg von draußen nach drinnen, wo man seine Jacken und Mäntel aufhängen kann/soll, mit einer kleinen Ecke, in der man sich erfrischen und auch setzen kann.

Die einzige richtig geprobte Szene war dann Auftritt 5 – und da hat unser Cléante jetzt einen gewünschte Spazierstock gebilligt bekommen – und direkt ein Requisit dafür in die Hand bekommen, damit er sich da schon dran gewöhnen – und anfangen kann, damit zu proben und zu spielen, so dass ihm dieser Stock bei den Proben in Fleisch und Blut übergeht.

Obwohl wir also heute in Notbesetzungen gearbeitet und –probt haben, sind wir am Gesamtbild doch wieder ein Stück vorwärts gekommen. Nun mal sehen, ob nächste Woche dann alle da sind – bis auf Elmire.
Dann können wir den letzten Teil dann ja mal nächste Woche anproben.

Ich bin gespannt…

Probe vom 27. Mai – Besetzung und 3.3

Bild

Wenn ich jetzt hier ja schon einen Blog habe – da kann ich ja auch mal was bloggen… ;o)

Mir ist der Gedanke gekommen, dass ich hier ja die Fortschritte zu unserem aktuell laufenden Projekt bloggen kann, zumal ich mir die letzten beiden Male eh meine Gedanken dazu aufgeschrieben habe – und dann kann ich das auch hier in meinem Blog tun.

Wir sind eine Theatergruppe mit dem Namen „Spiel-Wut“ – und jetzt mit einem neuen Projekt beschäftigt. Und zwar arbeiten wir am Stück „Tartuffe“ von Molière, mit geplanten Aufführungen im November.

Proben tun wir in der Regel Sonntags – so auch gestern.
Jedoch bedingt durch die Feiertage und anderen Ereignissen haben wir gestern nur in einer kleinen Runde zusammengefunden. Der Rest war verhindert durch Urlaub, Festivals, Krankheit und Unfall…

Also – gestern, am 27. Mai – haben wir jetzt endlich unsere Besetzung fertig bekommen.
Offen waren noch Damis, der Sohn Orgons – und die genaue Verteilung zweier kleiner Rollen.
Der Interessent für Damis hatte zwar jetzt für diesen abgesagt, da er genaue Planungen bis November nicht garantieren kann – aber unseren Gerichtsvollzieher wollte er machen. Dann geht die Rolle des Polizisten an unsere zuletzt Dazugestossene – und die stumme Flipote darf sie auch machen. Damis wird jetzt von unserer Valère-Schauspielerin gemacht, zusätzlich, damit sie auch ein bischen mehr zu tun hat, da Valère (die Rolle des jungen Liebhabers) auch nur zwei kurze Auftritte hat.
Somit wären endlich alle Rollen belegt, die es laut Stück gibt.
Weil ich jedoch Lust drauf habe, werde ich unseren Gerichtsvollzieher als stummen Diener/Kofferträger/Bodyguard/was auch immer begleiten und unterstützen. Da freu ich mich schon drauf. ;o)

Jetzt zur Probe an sich:
Gestern haben wir uns mit der Szene 3.3 beschäftigt – Tartuffe/Elmire.
Man merkt, dass wir diese das erste Mal in Arbeit hatten. Entsprechend ist noch einiges daran zu tun. Auch muss ich bei dieser Szene wohl noch einiges an Überzeugungsarbeit leisten, damit wir in dieser Szene bis in die Bereiche dessen kommen, was möglich wäre… Was wir gestern erstellt haben, hab ich schon zum Teil quasi durchgedrückt – auch wenn meine beiden Spieler es dann zum Teil schon gesehen haben, dass dieses wirklich besser ist. Aber dass jetzt Tartuffe Elmire mit Handküssen überhäuft, die ich vor meinem inneren Auge schon gesehen habe und weiß, dass dies möglich ist – DAS habe ich dann doch noch nicht hinbekommen.
Und deswegen die Überzeugungsarbeit.
Ich könnte als Regisseur sagen: Macht das so und so!
Aber ich möchte, dass der Spieler dies auch versteht, nachvollziehen kann und dann deshalb diese Sache macht. Weil es möglich ist und in keinem Widerspruch zu seinem bisherigen Rollenaufbau steht.

Letztendlich weiß ich nun, dass wir zumindest in dieser Szene noch einiges erarbeiten müssen – aber ich bin zuversichtlich. Bis November ist es noch ein wenig hin – und ich denke, mir wird dazu schon noch das richtige zu sagen einfallen. Damit letztendlich doch gemacht wird, was und wie ich es gerne hätte… ;o)

In diesem Sinne – bis zum nächsten Mal.