Eigene Namenswahl

Ich bin ja, wie bereits mehrmals hier vermerkt, ein Anhänger der Kapelle Coppelius. Ich schreibe Anhänger, weil Fan ja einen ursprünglich eher negativen Ursprung hat – fanatisch – und Kapelle statt Band, weil Kapelle besser in den Sprachduktus von Coppelius passt. ;o)

Ich würde mich außerdem nie als „größter Fan von…“ bezeichnen. Einfach, weil ich denke, eben nicht so fanatisch zu sein. Auch wenn ich sagen muss, dass ich ja tatsächlich für Coppelius nach Gelsenkirchen und Mannheim gefahren bin. Und tatsächlich überlegt habe, zu ihrem letzten Konzert vor ihrer Pause im Dezember nach Berlin zu fahren. Nach Berlin. Einfach nur, weil ich frei hatte…
Wenn ich da so in meinen Beiträge über Groupies und Fans und die Oper von Coppelius nachlese, komme ich fast zur Überzeugung, auch recht fanatisch zu sein… ;o)

Das Besondere an Coppelius; abgesehen von ihrer Musik, die mir richtig gut gefällt; sind die Rollen der Musiker auf der Bühne. Jeder hat eine Bühnenfigur, die entsprechend gekleidet ist. Die höheren Herren – Graf Lindorf, Le Comte Caspar, Max Coppella und Sissy Voss – tragen alle Gehröcke und Zylinder auf der Bühne. Nobusama trägt meist einen dunklen Kimono und Bastille, der Diener, Frack. Und sie sind sowohl vor ihren Konzerten in ihren Rollen, als auch danach. Mir war bisher keiner der Realnamen der Künstler bekannt – einfach, weil auch ihre Homepage diese Rollenverteilung beibehält. Und als Anhänger dieser Kapelle können einem die Namen der Personen hinter diesen Rollen… nicht wirklich egal, aber halt nicht so wichtig sein.
Wenn man Coppelius will, bekommt man sie so. Fertig.

Das ich jetzt in den letzten Tagen entdeckt habe, wie vielleicht einige Coppelianer im realen Leben heißen, ist eine Information, welche ich mir gerne merken will und mir auch so einiges klarer macht. Allerdings ist es nicht meine Aufgabe, diese anderen Namen groß breit zu treten – auch wenn ich wirklich als erste Reaktion einen entsprechenden Kommentar abgegeben habe, dass ich glaube, jemanden von Coppelius zu sehen. Nach einigen Stunden Zeit und Nachdenkens bin ich aber zu der Überzeugung gelangt, diesen Kommentar wieder zu löschen. Denn wenn die Musiker von Coppelius als Mitglieder von Coppelius nur ihre Bühnennamen benutzen wollen, ist es nun meine Meinung, dieses auch zu respektieren, und nicht mögliche realen Namen auszuposaunen. Schließlich bin ich kein Journalist mit der Aufgabe, Geheimnisse aufzudecken.

Meiner Freundin, der ich diese Anhängerschaft zu verdanken habe ^^, der habe ich allerdings von dieser Entdeckung berichtet. Einfach, weil ich zu diesem Zeitpunkt eine Bestätigung brauchte. Habe ich zwar von ihr noch nicht bekommen, doch inzwischen ist es auch nicht mehr nötig, da ich mir sehr sicher bin. Einmal, weil ich ein recht gutes Personengedächtnis habe, was Stimme und Aussehen betrifft, auch wenn sich da in den letzten Jahren immer mal wieder Lücken auftun. Muss am Alter liegen… ;o) Und zum zweiten, weil ich jetzt tatsächlich auch eine offizielle Bestätigung gelesen habe. Und mir dachte: Also doch.

Zumindest ist Coppelius als Coppelius beim Winter Wacken 2018 dabei – dieses haben sie schon bekannt gegeben. Also besteht die Hoffnung, dass Coppelius auch bald wieder zu normalen Konzerten zurückkommt.

Würde mich freuen. :o)

Denn Sie wissen: Coppelius hilft!

Coppelius

 

Groupie sein ist nicht schwer – oder doch?

Ich frage mich, was jemanden zum „Groupie“ macht. Bzw. wie fanatisch man als richtiger Fan sein muss…

Strahler
Dieses Jahr ist mein Jahr der Konzertbesuche:
Coppelius, Judith Holofernes, Joachim Witt, Tangerine Dream, uva.
In der Regel reicht mir, auf EIN Konzert einer Band oder eines Künstlers zu gehen.
Ein Theaterstück würde ich mir auch zwei Mal ansehen – doch gibt es ja Menschen, die versuchen, auf so viele Konzerte wie möglich einer Tour von einer Band oder eines Künstlers zu gehen.
Ich war tatsächlich dieses Jahr das erste Mal überhaupt auf 2 Konzerten einer Gruppe hintereinander, nämlich von Coppelius am 03.04. in Aschaffenburg und am 04.04. in München.
Aber nicht, weil ich unbedingt zweimal hin wollte – sondern weil ich es mit einem Besuch bei Freunden und einer überzähligen Karte in München verbinden konnte.
Ich fand übrigens beide Konzerte großartig – München besser als Aschaffenburg – weil ich die Herren und ihre Musik toll finde. Aber deswegen hinterher reisen, wie Leute es im Dezember gemacht haben, die am Tag vor Frankfurt in Kaiserslautern und DAVOR in Annaberg-Buchholz waren? 3 Tage hintereinander?!?
Oder vorgestern bei Joachim Witt – wo Bekannte am Tag davor in Mannheim waren – und zur Premiere der Tour in Berlin… und dann noch nach Köln wollen und wohl auch noch nach Kaiserslautern…?!?
Auch dieses Konzert hat mir gefallen – der Goldene Reiter als Zugabe großartig – und ich habe auch einen ganzen Stapel CDs von ihm zu Hause…
Aber durch die halbe Bundesrepublik reisen, um jemanden mehrmals mit ein und demselben Konzert zu sehen?
Irgendwie bin ich da zu knauserig für. Denn es sind ja nicht nur die Eintrittskarten, die bezahlt werden wollen – auch die gefressenen Kilometer dafür wollen gefüttert sein.
Was bringt jemanden dazu, sowas zu tun?
Nicht einmal, sondern immer wieder – und dafür vielleicht noch seinen Urlaub nehmen? Denn alleine die ganze Zeit, die man dafür braucht…

Gut – das man als Mutter jede Aufführung der eigenen Kinder sehen will, kann ich noch verstehen – und macht die Mutter noch nicht direkt zu so einer Art Groupie. Solange man familiär verbunden ist, ist es noch etwas anderes. Wenn die Eltern/Kinder/Partner/sehr guten Freunde damit zu tun haben…

Aber einem eigentlich fremden Menschen so fanatisch zu folgen… wie wird man so? Was fehlt mir dazu? Warum tue ich das nicht? Nur, weil ich nicht will? Oder nicht genug will?
Nicht, dass ich das jetzt schlecht finde, das ich mich nicht so fanatisch sehe… aber was macht andere so fanatisch? Was müsste jemand sein oder tun, das ICH ihm so folgen würde?!
Ich weiß es nicht – wißt IHR es?