Gedanken zu „Wie tarne ich einen Fotografen beim LARP“

LARPs gibt es ja für alle Genres.
Während es nun bei einem Endzeit- oder Sci-Fi-LARP weniger auffällig ist, wenn jemand mit einem Fotoapparat herumläuft, wird dies bei einem Fantasy-LARP schon schwieriger.

Gut, vielleicht gibt es bei einigen LARPs möglicherweise jemanden direkt von der SL, der mit SL-Markierung und Kamera herumläuft. Da müssen die Spieler dann halt drüber hinwegsehen. SL ist ja eh eher OT, und damit offiziell unsichtbar. Dennoch… Andererseits kann es natürlich auch sein, dass die SL nicht will, dass die ganze Zeit ein „Zeitreisender“ herumläuft.
Was kann man da machen – und warum mache ich mir darüber überhaupt Gedanken?

Nun…

Drachenechse und Fuchs – oder eher Fähe? Sollte ich sie wohl mal fragen, was ihre Meinung dazu ist. Äh, ja. Also Drachenechse und Fuchs/Fähe werden im Mai im kleinen Rahmen heiraten. Kleiner Rahmen bedeutet: Standesbeamter/in, Drachenechse, Fuchs/Fähe + eine gemeinsame Schulfreundin der beiden.
Die große Party steigt dann nächstes Jahr. Aber natürlich keine normale, nein.

In der gemeinsamen Zeit von Drachenechse und mir habe ich sie mit dem „Rollenspiel-Virus“ infiziert. Und dieser Virus hat sie seitdem nicht verlassen. Weswegen sie nun in einer DSA-Runde mitspielt, FATE anleitet, in einem Online-RPG eine Templerin + eine S4-Hexe spielt, und ihren Geburtstag jetzt an Pfingsten in einer Ferienwohnung bei Büdingen mit Rollenspielrunden nachfeiern will.
Und die Hochzeitsparty wird ein Hochzeits-LARP in einem Wasserschloss!

Und so kam letztens diese Frage auf, wie man einen Fotoapparat tarnen könnte. Wobei mir da ad hoc keine Idee einfiel. Doch Drachenechse will keine Zeitreisenden. Also haben meine Gehirnmühlen weitergemahlen… und heute Morgen kam mir eine Idee zu diesem Problem.

Ich bin ja ein Fan der Scheibenwelt von Terry Pratchett. Wer die Scheibenwelt kennt, weiß:
Dort gibt es auch die Fotografie. Trotz Fantasywelt.
Den Nicht-Scheibenwelt-Kennern sei jetzt kurz erklärt: Dies funktioniert rein fantastisch. Denn in diesem Kasten, in dem die Bilder entstehen, steckt ein kleiner Kobold, der schnell alles malt, was er gesehen hat. Wenn man dann viele Bilder gemacht hat, kann es vorkommen, dass vielleicht eine der Komplementärfarben ausgeht. Dann bekommen die Bilder einen Stich. Doch dies teilt der Kobold dann schon mit. Hoffentlich rechtzeitig vorher. ;o)

In diese Richtung ging mein erster Gedanke. Dieser hat sich jetzt weiterentwickelt. Meine Idee ist jetzt:

Nein, DE – das ist IMMER NOCH NICHT DARTH VADER !!!

Der Fotograf wird offiziell zum Maler. Überall, wo etwas Wichtiges passieren wird, ist er schon vorher da und hat seine Staffelei samt Leinwand aufgebaut. Doch weil er sich bei sooooviel Auswahl nicht entscheiden kann (typischer Künstler *g*), was er malen soll, hat er als Hilfsmittel ein Kästchen dabei, das ihm bei der Suche hilft, indem er sich damit nur Ausschnitte der großen Welt ringsumher ansieht, und sich so entscheidet, was als Motiv geeignet ist.
Dieses Kästchen ist dann natürlich der eigentliche Fotoapparat. Er wird nur anders verkauft.
Praktisch wäre natürlich wirklich nur eine Kastenkamera. Am besten mit der Möglichkeit, dass man aufgenommene Texte abspielen kann, welche die Koboldidee unterstützen.
Sowas wie „Mir geht das Grün aus. Nimm mal andere Motive als immer nur Bäume oder Orks.“
Irgendsowas.

Witzig stelle ich es mir vor, wenn der Maler einen Kampf unterbricht (nachdem er sich das Motiv mit seinem Kasten betrachtet und die Bilder bereits im Kasten hat) und sagt: „Oh. Das war aber gerade eine schöne Haltung. Können Sie gerade nochmal zurück? Das möchte ich gerne malen. Ja, sehr schön. Und jetzt nicht bewegen, bitte.“ Und dann fängt er an zu skizzieren und malen.
Wie lange zwei oder gar mehrere Kämpfer so etwas mitmachen würden? *G*

Dieser Maler könnte den Fotoapparat natürlich auch auf einem Stativ stehen haben. Schließlich hatten Maler ja auch durchaus mal Hilfsmittel parat.

Wenn man keine Kastenkamera hat, geht es wohl auch mit einer „normalen“ Kamera, bei der man durch einen Sucher blickt – also wohl eher eine Spiegelreflex-Kamera. Doch hier dann mit einer Festbrennweite, denn einen Zoom zu erklären macht es nochmal schwieriger. Außerdem sollte bei einer Digitalkamera der Monitor ausgeschaltet werden, der die gemachten Bilder nochmals anzeigt. Dann muss man sich mit dem Betrachten der Bilder halt warten. Früher konnte man sich die auch nicht gleich ansehen.

Die Möglichkeit einer Kommunikation mit seinem Hilfsgerät würde auf jeden Fall den fantastischen Aspekt unterstützen.
So ist man nicht einfach „nur“ ein Zeitreisender.

Das wären jetzt meine ersten Gedanken dazu.
Ich frage mich ja, wie dies in anderen LARPs gehandhabt wird. Oder ob man sich noch keine Gedanken zur Fotografentarnung gemacht hat. Doch das kann ich mir allerdings nicht vorstellen. In all den Jahren, die es jetzt bereits LARPs gibt, wird sich diesbezüglich doch sicher bereits jemand Gedanken darüber gemacht haben?

Vielleicht weiß jemand meiner Leser was darüber oder hat eigene Vorschläge?

Ich werde wohl nun auch noch ein wenig recherchieren. Zum Glück ist bis zum Stichtag noch etwas Zeit.

 

Bitte lächeln….

 

Und hier nochmal ein paar Begriffe und Abkürzungen zur Erklärung:

LARP = Life Action Role Play = Liferollenspiel

SL = Spielleitung = diejenigen, die die Fäden ziehen ;)

OT = Out-Time
Während das Spiel läuft, ist man IT = In-Time. Muss man etwas nachfragen, unterbricht man kurz und ist dann OT.

 

 

3 Antworten zu “Gedanken zu „Wie tarne ich einen Fotografen beim LARP“

  1. Moin, hatte eben deine Likes bei mir auf dem Blog gesehen und bei dir rein geguckt.
    Larp Fotografie und Tarnung ist ein gutes Thema.

    Selber bin ich nicht „Vollzeit“ am Fotos machen, sondern wenn ich gerade etwas Ruhe habe, oder bestimmte Moment einfangen möchte.
    BSP: Drachenfest 2017
    https://traumschmiede.wordpress.com/2017/07/31/bericht-bilder-drachenfest-2017-aka-schlammageddon-zitat-orga/

    Du hast eine interessante Idee zur Larp Kamera Tarnung als Maler.
    Das ist bestimmt zum Ausbau fähig.

    Meine SLR Kamera benutze ich mit Teleobjektiv (weit weg = mehr entspannte Spieler). Die Kamera tarne ich mit Stoff ab.
    https://traumschmiede.wordpress.com/2013/08/15/kamera-tarnung/
    Wenn man einen Stoff Umhang aus dem selben Stoff wie den Kamera Stoff hat, verschwindet es fast.

    Einziger Nachteil:
    NSC, welche auf dich zu rennen sehen deine Kamera auch nicht sofort.

    Als Maler kannst du ja technisch was leisten bei der Tarnung.
    Spontan habe ich da nur doof Ideen wie:
    Leinwand zum „Bild machen“ auf Cons – Kamera an.
    Bild auf Tablet PC übertragen – Tablet PC hinter dünnem Papier und abpauschen.
    So hat ein SC auch auf Con Ergebnisse (der Kamera).
    Oder einen Bluetooth Laser Schwarz Weiß Drucker mit dem Tablet / Laptop verbinden und Bilder als „Sketch“ Zeichnung in SW drucken,
    dann an der Leinwand weiter mit Acrylfarben und Ölfarben ausmalen.

    Mag die Terry Pratchett Sichtweise.

    Hoffentlich habe ich jetzt nicht alles voll gespamt ;-)
    Meine Frau findet die Idee auch gut mit „Maler“.

    • Hab inzwischen auch von der Drachenechse eine Rückmeldung bekommen, dass der Gedanke nicht schlecht ist. ;o)
      Ist dann halt eine Frage der Ausführung, letztlich.

      Ich denke, der Gedanken eines „Malers“ im Auftrag der SL würde wohl auch hauptsächlich bei kleineren Cons funktionieren, wo nicht tausende in Lagern siedeln. Sonst müssten es mehrere Maler sein – vielleicht in einer Malergilde. ^^
      (Da bin ich jetzt inspiriert durch die Barden von „Journey Quest“. *g*)

      Euren Tarnbeitrag habe ich gelesen und finde den als Ansatz für die Tarnung interessant.

      Ich glaube, ein Maler würde diesen Kasten zum Durchsehen und Perspektiven finden als einen ebensolchen bezeichnen: Perpektivenfinder. ;o)
      (Alles eine Sache des Verkaufs. „Nein, das ist keine Kamera – was ist das überhaupt? Das ist mein Perspektivenfinder für meine Gemälde. Ich brauche das. Ich bin Künstler!“)
      ;o)

      Und nein, du hast nicht gespamt – finde deinen Kommentar prima.

      • Stelle mir auch vor wie die Kamera bei Motivsuche zu tarnen ist:

        Man nehme einen leeren Bilderrahmen statt einem altem Blitzlicht oben auf der Kamera. Damit ist das wie im Naturschutzgebiet – Panorama Rahmen um auf einen Ausblick hinzuweisen ;-)
        Ist der Rahmen besonders hübsch und die Kamera dunkel abgetarnt, sieht man nur den Rahmen.

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