Gespräche über…

5 Notizbücher in DIN A5 - eines in Grün, drei in Schwarz und eines in Lila, von links nach rechts

– Über? Über was?

– Keine Ahnung.

– Aber da steht doch ‚Gespräche über‘. Also muss doch über irgendwas gesprochen werden. Worüber denn nun?

– Kann ich dir nicht sagen.

– Aber was ist denn das für ein Titel.

– Ich vermute, er hat selbst keine Ahnung, worüber wir sprechen werden oder sollen.

– Aber warum macht er es dann überhaupt?

– Ich glaube, wir sind eine Art Übung.

– Wie bitte? Eine Übung?

– Ja. Sowas wie ’ne Schreibübung.

– Eine Schreibübung?! Ich bin doch keine Schreibübung.

– Na ja, du nicht. Aber hier so das Gespräch.

– Was für ein Unsinn. Wenn ihm nichts einfällt, worüber er schreiben kann, dann sollte er das Schreiben lassen! Ich habe echt besseres zu tun.

– Aber er wohl nicht.

– Was interessiert mich das denn? Wenn ich hier schon mitmache, kann ich ja wohl erwarten, einen richtigen Text zu bekommen und nicht einfach irgend etwas hingeklatschtes.

– Vielleicht ist das ja der Sinn der Übung?

– Das ist einfach eine Unverschämtheit. Uns hier rumquatschen zu lassen, ohne damit irgendetwas zu sagen. Wenn ich etwas sage, muss das einen Sinn haben!

– Hm.

– Wenn er nur reden will, ohne damit was zu sagen, sollte er in die Politik gehen. Da wird auch viel geredet, ohne das was dahinter ist.

– Och, ich denke, bei vielem ist da auch was hinter.

– Ja, aber meist das Gegenteil von dem was gesagt wurde.

– Hmm…

– Sie sagen Hü und machen Hott.

– Na ja.

– Und wenn sie das so machen, hätten sie auch gleich die Klappe halten sollen. So wie wir.

– Aber da wir ja nicht wirklich was sagen, können wir davon auch nicht das Gegenteil machen oder meinen.

– Dann hätten wir auch gleich schweigen können. So rede ich mir den Mund fusselig über nichts und wieder nichts.

– Aber das machst du gut.

– … Oh… Danke.

– Jetzt stell Dir mal vor, du hättest wirklich etwas zu sagen gehabt. Dann würden wir ja gar nicht mehr fertig werden.

– Was macht ihr da?

– Oh… äh… was?

– Ich habe Euch gefragt, was ihr da macht?

– Ach so. Reden.

– Worüber?

– Über nichts.

– Nichts?

– Na ja, außer übers Reden.

– Übers Reden reden? Wie langweilig.

– Wer war das?

– Kenn ich nicht.

– Aber ihr geht es da wie mir. Reden übers Reden ist langweilig. Und führt zu irgendwie nix.

– Na gut. Dann sollten wir vielleicht auch damit aufhören.

– Gut.

– Und was machen wir stattdessen?

– Wir schweigen wieder bedeutungsschwanger.

– Das klingt gut. Da bin ich dabei.

– Ja. Und ich hoffe, beim nächsten Mal haben wir besseres zu Reden.

– Schaun mer mal.

Feuer vor schwarzem Hintergrund

Das Leben ist ein Kommen und Gehen

Gestern habe ich mit einer Freundin telefoniert. Etwas abgehackt zwar, da ich sie ein wenig abgewürgt habe, da gestern, montags, Training in der Halle ist und Mr. Wednesday auch mal wieder genutzt werden wollte. So waren es nur knapp 20 Minuten, denke ich. Doch wir haben auch schon 2 Stunden geschafft zu telefonieren. Oder waren es sogar noch mehr? Wäre sicherlich noch etwas Spiel gewesen.

Nun, bei dem Telefonat habe ich erfahren, dass es einen Split bei den Leipzigern gegeben hat. Nach wie vielen Jahren jetzt wohl? Zumindest solange ich sie kenne.

Irgendwie… krass, oder überraschend.

Dazu fällt mir ein: Das Leben ins ein Kommen und Gehen.

Das sieht man auch an der Freundin, mit der ich telefoniert habe.

Bei der hatte sich vor ein paar Monaten ergeben, dass sie und ein langjähriger, sehr guter Freund von ihr sich… gefunden? Nee, sie haben ja nicht wirklich gesucht, denke ich. Ich glaube, man kann sagen: „als Partner entdeckt“ haben.

An ihrem Geburtstag im November hatte ich auch direkt die Gelegenheit, beide in dieser neuen… Konstellation zu sehen. Sie hatte sich nicht wirklich geändert, sondern eher vertieft, oder erweitert. Je nachdem, wie man es bezeichnen will.

Auf jeden Fall finde ich, passen sie hervorragend zusammen.
Das habe ich ihr gestern auch direkt mal gesagt.

Ich denke, dass es für eine Beziehung ein guter Anfang ist, wenn man vorher befreundet war.

So ging es ja auch bei Drachenechse + mir, vor bald 13 Jahren. Und jetzt sind wir immer noch befreundet.

Find ich gut.

Beim Telefonat war dann auch die Frage, wie es bei mir aussieht.

Da habe ich dann auch das ausgesprochen, was ich vor einiger Zeit schon mal gedacht  – und ich glaube, hier auch schon mal geschrieben habe. Denn ich habe momentan wieder einige Profile auf verschiedenen Flirt- und Kontakseiten. Von der Geekvariante über simple Flirtlife und wieder Finya zur Gothicschiene. (Hatte ich ja auch schon kurz drüber geschrieben.)

Aber eigentlich dachte ich mir da vor ein-zwei Monaten:
‚ich hab eigentlich gar keine Lust. Wozu eigentlich…‘

Oh, die Profile habe ich deswegen nicht gelöscht – aber die Erwartungen sehr, seeeehr weit heruntergesetzt.

Denn… ich denke, bei diesen ganzen Seiten geht es tatsächlich erstmal um die Äußerlichkeiten. Und sicher – Optik ist schon nett – aber irgendwie finde ich es inzwischen recht wichtig, mit dem anderen reden zu können.

Viel! reden zu können.

Denn wenn man sich tatsächlich gefunden haben sollte:
Auch, wenn man sich anfangs wahrscheinlich mehr in der Horizontalen befindet, weil neu… und schön… und Spaß…
Letztendlich verbringt man eine Beziehung mehr in der Vertikalen und mit Reden, als im Bett und mit Sex.

Das hatte mich ja auch vor jetzt bald 2 Jahren zum Anbeißen an meine letzte Angel gebracht – das viele Reden über alles. Auch, wenn ich (leider) nach recht kurzer Zeit wieder ins freie Wasser zurückgeschmissen wurde.

Tja, das Leben ist eben ein Kommen und Gehen.

Und ja – ich denke, darauf habe ich eigentlich gar keine Lust mehr.

Aber ich bin ja nicht das Maß aller Dinge. Also richtet Euch da bloß nicht nach mir.
Wollte ich nur dazugesagt haben.

;o)

Vermisst…

Ich vermisse
jemanden,
der an mich
und an den ich
denken kann – zu jeder Zeit.

Ich vermisse
jemanden,
der mit mir
und mit dem ich
über alles reden kann.

Ich vermisse
jemanden,
der mit mir
und mit dem ich
lachen kann bis zum Umfallen.

Ich vermisse
jemanden,
der mit mir
und mit dem ich
einfach gemeinsam sein kann.

Ich vermisse
jemanden
für viele Groß-
und Kleinigkeiten.

Vermisst…