
– Über? Über was?
– Keine Ahnung.
– Aber da steht doch ‚Gespräche über‘. Also muss doch über irgendwas gesprochen werden. Worüber denn nun?
– Kann ich dir nicht sagen.
– Aber was ist denn das für ein Titel.
– Ich vermute, er hat selbst keine Ahnung, worüber wir sprechen werden oder sollen.
– Aber warum macht er es dann überhaupt?
– Ich glaube, wir sind eine Art Übung.
– Wie bitte? Eine Übung?
– Ja. Sowas wie ’ne Schreibübung.
– Eine Schreibübung?! Ich bin doch keine Schreibübung.
– Na ja, du nicht. Aber hier so das Gespräch.
– Was für ein Unsinn. Wenn ihm nichts einfällt, worüber er schreiben kann, dann sollte er das Schreiben lassen! Ich habe echt besseres zu tun.
– Aber er wohl nicht.
– Was interessiert mich das denn? Wenn ich hier schon mitmache, kann ich ja wohl erwarten, einen richtigen Text zu bekommen und nicht einfach irgend etwas hingeklatschtes.
– Vielleicht ist das ja der Sinn der Übung?
– Das ist einfach eine Unverschämtheit. Uns hier rumquatschen zu lassen, ohne damit irgendetwas zu sagen. Wenn ich etwas sage, muss das einen Sinn haben!
– Hm.
– Wenn er nur reden will, ohne damit was zu sagen, sollte er in die Politik gehen. Da wird auch viel geredet, ohne das was dahinter ist.
– Och, ich denke, bei vielem ist da auch was hinter.
– Ja, aber meist das Gegenteil von dem was gesagt wurde.
– Hmm…
– Sie sagen Hü und machen Hott.
– Na ja.
– Und wenn sie das so machen, hätten sie auch gleich die Klappe halten sollen. So wie wir.
– Aber da wir ja nicht wirklich was sagen, können wir davon auch nicht das Gegenteil machen oder meinen.
– Dann hätten wir auch gleich schweigen können. So rede ich mir den Mund fusselig über nichts und wieder nichts.
– Aber das machst du gut.
– … Oh… Danke.
– Jetzt stell Dir mal vor, du hättest wirklich etwas zu sagen gehabt. Dann würden wir ja gar nicht mehr fertig werden.
– Was macht ihr da?
– Oh… äh… was?
– Ich habe Euch gefragt, was ihr da macht?
– Ach so. Reden.
– Worüber?
– Über nichts.
– Nichts?
– Na ja, außer übers Reden.
– Übers Reden reden? Wie langweilig.
– Wer war das?
– Kenn ich nicht.
– Aber ihr geht es da wie mir. Reden übers Reden ist langweilig. Und führt zu irgendwie nix.
– Na gut. Dann sollten wir vielleicht auch damit aufhören.
– Gut.
– Und was machen wir stattdessen?
– Wir schweigen wieder bedeutungsschwanger.
– Das klingt gut. Da bin ich dabei.
– Ja. Und ich hoffe, beim nächsten Mal haben wir besseres zu Reden.
– Schaun mer mal.
