Was ist der Sinn

Alte Eisenbahnbrücke über den Main im Morgennebel. Die Sonne ist als heller Punkt links oben zu sehen.

Das Wetter wird trüb. Genau die richtige Zeit, sich ebensolche Gedanken zu machen.
Mir ist gerade danach zu überlegen: Was ist der Sinn des Lebens?

Das liegt sicherlich einerseits am Wetter (s.o.), und andererseits am Nachurlaub-Blues, vermute ich. Da sitze ich wieder hier am Flughafen rum und denke darüber nach, über das Warum, Wieso, Weshalb…

In meinen Arbeitswochen stehe ich morgens auf. FRÜH morgens… Arbeiten gehen… heimkommen, und da nur die Zeit bis zum frühen Zubettgehen rumbringen, und das fast jeden Tag.

Ich denke, einen Sinn hätte es schon, wenn diese freie Zeit mit jemanden geteilt werden könnte. Und zwar nicht nur ab und zu, sondern immer. Da wäre schon mehr Sinn darinnen vorhanden, als in dem, was ich alleine anstelle.

Die Sache ist halt: Zum Zeit teilen gibt es niemanden so für immer. Ja, Freunde, mit denen ich hin + wieder was machen kann, schon. Aber das ist nicht das Gleiche.

Eine andere Möglichkeit des Sinngebens wäre es, wenn ich kreativ in meiner freien Zeit etwas machen würde.
Etwas schreiben, malen, musizieren…

5 Notizbücher in DIN A5 - eines in Grün, drei in Schwarz und eines in Lila, von links nach rechtsIrgendetwas, was ich tun kann, um es hinterher mit anderen zu teilen. Oder um etwas mit anderen zu erschaffen. Wie damals das Theaterspielen.

Doch weder kann ich mich selbst dazu aufraffen zu sagen: So, jetzt packe ich mal wieder meine Drehleier aus… oder fange an, etwas zu schreiben… oder gar zu malen.

Nein.

Ich komme nach Hause, telefoniere mal mit meinen Eltern, und dann setze ich mich an den Rechner, um mich von YouTube beschallen zu lassen. Während meiner Arbeitswoche kann ich mich jetzt teilweise noch nicht mal aufraffen, online ein Spiel zu spielen. Oder offline.
Weil mir das zu lange dauert? Und ich keine 2-3 Stunden an einem Spiel hängen will in meiner knappen Zeit? Stattdessen mache ich dann eher gar nichts. Vielleicht ab und zu mal einen Blogbeitrag abtippen und hochladen.

Ja, damit beschäftige ich mich tatsächlich immer noch. Nach jetzt 11 Jahren.
Um es mit Drachenechse zu sagen: „Krasser Scheiß.“

Gut, das ist vielleicht etwas kreatives, aber längst nicht etwas, das irgendwann mal als „mein Erbe“ bezeichnet werden kann.

Ich denke, am liebsten wäre mir, Flughafen Flughafen sein zu lassen + stattdessen lieber… in der Welt herumreisen und diese Reiseeindrücke in mir aufnehmen.
Das wäre auch eine Art von Sinn: Die Welt sehen.
Oder wenigstens die Teile, welche mich interessieren könnten. Aber… das passiert auch eher nicht.
Stattdessen weiter immer wieder zum Flughafen, Zeit absitzen, heim, Zeit totschlagen, Bett.

Alles nicht sonderlich befriedigend. Und/oder der Nachwelt was hinterlassen könnend.

Doch gibt es da momentan auch nichts oder niemanden, was mich aus diesem Gefühlträgheitsloch herausholen könnte.

Vielleicht kann ich mich ja wenigstens aufraffen, meine Steuer zu machen in den nächsten Tagen. Das Finanzamt hat mir deswegen nämlich ’ne Erinnerung geschickt. Auch wenn ich für letztes Jahr keine mehr machen müsste. Schließlich ist die Kurzarbeit vorbei – und andere Einkünfte habe ich auch nicht.

Vielleicht also wenigstens das.
Ein Sinn für die nächsten Tage.
Wenn schon nicht fürs Leben.
*schulterzuck*

Vollmond hinter und durch Wolken