HOLOGRAMMATICA von Tom Hillenbrand

 

Gestern hatte ich es hier ja noch mit Büchern für Jugendliche. Wobei diese Bücher natürlich auch von interessierten Erwachsenen gelesen werden können. Sieht man ja an mir. ;o)
Heute habe ich etwas für Ältere. Erwachsene.
Und zwar

HOLOGRAMMATICA
von Tom Hillenbrand

Ich habe Tom Hillenbrand ja bereits mal in meinem Beitrag über Krimiautoren, die ich gerne lese, erwähnt. Dabei habe ich ja auch sein Buch „Drohnenland“ hervorgehoben; einen Krimi im Science-Fiction-Gewand, den ich richtig klasse fand.

„HOLOGRAMMATICA“ ist nun ein Thriller, der in einer Welt der Zukunft spielt. Wieder eine Science-Fiction-Geschichte, die mich direkt am Buchanfang mitgenommen hat. Bis zum Ende der Seiten.

Worum geht es?

Galahad Singh arbeitet als Quästor daran, verschwundene Personen wiederzufinden. Also eine Art Privatermittler.
Die Möglichkeiten, sich im Jahr 2088 verschwinden zu lassen, sind vielfältig: Völkerwanderung nach Sibirien; Auswandern ins All zum Asteroidengürtel mit Hilfe eines Sternenfahrstuhls; Tarnen des eigenen Aussehens mit überprojizierten Hologrammen, so dass man besser oder ganz anders aussehen kann… oder als Steigerung das Schlüpfen in ein Gefäß – eines Körpers, der das eigene Bewusstsein für einem gewissen Zeitraum aufnehmen kann.
Nun, zumindest die letzte Möglichkeit ist nur Quants vorbehalten – Menschen, die ihr Gehirn auf eine Festplatte haben speichern lassen, um anschließend dieses Hirn gegen einen kleinen Quantencomputer auszutauschen. Dies ermöglicht es, in Gefäße zu schlüpfen, indem man sein Ich dort hochlädt.

Von normalen Menschen werden diese Quants als Hohlköpfe bezeichnet, als Dank für deren Bezeichnung für die Normalos mit einem natürlichen Gehirn: Schwammschädel

Es gibt also viele Möglichkeiten, sich unsichtbar zu machen in dieser Variante der Zukunft. Und Galahad Singhs Aufgaben ist es, sich-Unsichtbar-Gemachte wieder sichtbar zu machen. Das Buch geht um einen Auftrag von ihm, zu dem ich jetzt aber nichts weiterschreiben werde. Die Geschichte muss man schon selbst lesen. (Außerdem hat mein VnvO sich dieses Buch von mir als Geburtstags-Geschenk gewünscht – und da er ein Leser meines Blogs ist, kann + will ich gar nicht mehr zur Geschichte an sich schreiben.)

Doch ich möchte noch etwas zur Welt und zur Hauptfigur sagen. Zuerst zur Figur von Galahad Singh:
Ich habe mich vor Jahren mal darüber aufgeregt, warum – in meinen Augen – wohl nur Frauen Männern in ihren Geschichten homoerotische Tendenzen zuschreiben würden. Wo war das nochmal? Ach ja, hier. Vor fast genau 6 Jahren.
Nun, Galahad Singh ist ein Mann, wie man anhand des Vornamens „Galahad“ vermuten kann – und er ist homosexuell. Und dies stört mich in dieser Geschichte kein bisschen.
Das Galahad Männer abcheckt, dies kommt hier so einfach, natürlich und normal rüber, dass ich nicht mal einen Gedanken darüber verschwenden musste. Dies machte und mache ich dann eher über die Frage:
Verliebt man sich eher in ein Hirn oder einen Körper? Denn zumindest im Buch kann ja der Körper angepasst werden – sofern man ein Hohlkopf ist.

Ich habe in der einzigen Rezension zu „HOLOGRAMMATICA“, in die ich kurz hineingelesen habe, als allererstes den Punkt gesehen „mutige Entscheidung, als Hauptfigur einen homosexuellen Ermittler zu nehmen“.
Ich kann dies für mich so nicht nachvollziehen, da alles ganz natürlich geschrieben wurde… und ob jetzt ein Mann eine Frau auscheckt, oder eine Frau einen Mann, oder ein Mann einen Mann… die Sache des Auscheckens bleibt dieselbe. In diesem Fall fand ich es tatsächlich sogar erfrischend. Mal was anderes…

Und jetzt noch zur Welt: Den ganzen Weltenbau finde ich gut aufeinander abgestimmt, die technischen Möglichkeiten spannend erdacht. Sich hinter Hologrammen zu verstecken. Oder gar Körper zu wechseln, wenn man möchte. Und zwar im wörtlichen Sinne…

Einer der Gründe, warum ich hauptsächlich Fantasy lese, ist wohl, dass ich gut erdachte andere Welten mag. Wenn diese gut durchdachte Welt jetzt sogar unsere eigene Welt in der Zukunft ist, spricht dies dafür, wieder mehr Sci-Fi zu lesen. 😉

Die Welt in „HOLOGRAMMATICA“ hat mich ein wenig an den alten Film „Blade Runner“ erinnert.
(Das liegt vielleicht daran, dass es lange her ist, dass ich ihn gesehen habe. Denn das Buch zum Film ist tatsächlich anders als der Film, wie ich jetzt feststellen durfte.)
Dieses Gefühl der Erinnerung hatte ich zumindest beim Lesen.
Und ich fand das Buch toll.
Also, HOLLOGRAMMATICA mein ich jetzt.
Dachte mir, ich erwähne es mal explizit.
Und ich könnte mir dieses Buch auch sehr gut verfilmt vorstellen.

Ich finde das Buch empfehlenswert. Wer auf gut durchdachten Weltenbau steht, fantastischen Ideen nicht abgeneigt ist – und nicht absolut Homophob (könnte ja sein) – der dürfte Gefallen an diesem Buch finden.

Ich wünsche Euch viel Vergnügen beim Lesen.

So von Schwammschädel zu Schwammschädel.

;o)

 

 

Winterzeit – Lesezeit

Letztes Jahr habe ich ja Ende November mal etwas über meine besonderen Fantasyautoren geschrieben. Jetzt – kurz vor Weihnachten – kann ich dies ja mal zu meinen „Lieblings“-Krimi-Autoren machen. Auch wenn die Liste da sehr übersichtlich wird. ;o)

Eigentlich habe ich (fast) alle Krimiautoren meinem VnvO zu verdanken. Die einzige Ausnahme auch, wenn ich sage, dass ich ihm überhaupt das Interesse an Krimis verdanke.

Die Aufzählung gleich ist keine Wertung über meine Vorliebe für gewisse Autoren. Dies nur zur Klarstellung.

Also – wenn habe ich denn, der mir im Krimibereich gefällt?

Hab leider gerade keinen Eifel-Krimi gefunden in meinen Bücherstapeln…

 

Ich fange mit den Eifel-Krimis von Jacques Berndorf an. Ich weiß nicht, ob ich schon alle mal in den Finger hatte, doch die Bücher von ihm, die ich gelesen habe, finde ich alle recht gut. Der einzige Punkt, der mich etwas… annervt? ist das Liebesleben der Hauptfigur. Gefühlt alle 2 – 3 Bücher jemand neues… pffff… Aber gut. Dies ist nur meine Meinung.

Des Weiteren habe ich von meinem VnvO Thomas (Tom) Hillenbrand mit seinen kulinarischen Krimis vorgestellt bekommen. Spannend.
Ganz besonders hervorheben möchte ich hier „Drohnenland“ – einen richtig guten Science-Fiction-Krimi. Richtig klasse.

Auch durch meinen VnvO kennenlernen durfte ich Deon Meyer mit seinen Krimis aus Südafrika. Für mich hier in Europa ist das eine wirklich andere Welt.
Faszinierend und anders.
Und für Freunde wohl auch faszinierend, wenn ich als Rückmeldung zu einem verliehenen Buch bekomme, dass man sich bei einer Zugfahrt wie in Südafrika vorgekommen sei. :oD

Dies waren jetzt alles Autoren, an die mich mein VnvO gebracht hat, im Laufe der Jahre.

Ich, für mich selbst, habe dann „Kluftinger“ entdeckt.
Also die Hauptfigur von Michael Kobr + Volker Klüpfel aus dem Allgäu; Käsespätzle-Fan… was ich durchaus nachvollziehen kann. *mnjami*
Kluftinger kommt ja aus Altusried. Letztes Jahr nach einer Theaterprojekt-Präsentation habe ich mich mit einer der Mitwirkenden unterhalten. Die Präsentation war in Ottersberg bei Bremen (und ich habe hier darüber geschrieben), sie war aber aus dem Allgäu. Aus Altusried. Und während sie erklären wollte, dass dort die große Freilichtbühne ist – welche auch im Kluftinger-Roman „Laienspiel“ beschrieben wurde, meinem ersten Klufti-Krimi überhaupt (wegen dem Thema Theater), meinte ich nur: Da kommt doch Kluftinger her. :oD

Das wären meine Krimi-Autoren, die ich gut finde.

Im Großteil. ;o)

Ansonsten lese ich auch gerne mal Bücher von Clive Cussler, doch die fallen weder unter das Fantasy-, noch dem Krimi-Genre. Das wären dann mehr Abenteuer-Bücher mit maritimen Themen. Trotzdem wollte ich ihn jetzt einfach mal erwähnen.

Viel Spaß beim Nachschauen.

Vielleicht gibt es ja auch mal was über Jugendbücher in der Zukunft. ;o)