Alles Suche, oder was?

Ich befinde mich mittlerweile in meinem 5. Lebensjahrzehnt. Ein Jahrzehnt, welches erst in ein paar Jahren abgeschlossen und vollendet wird. Jedoch ist die Zeit bis zu dieser Vollendung inzwischen kürzer als die bis hierher.

Oje.

Das sind weit über 10 Jahre mehr, als ich für mich überhaupt mal gedacht habe.
Und eigentlich die meiste Zeit davon bin ich auf der Suche. Die Ausnahme davon waren fast 5 Jahre, wo ich gefunden hatte. Und jetzt kurze Zeit in diesem Jahr, bei der ich an den Jackpot gedacht habe. Irren ist menschlich.

Also geht die Suche weiter.
Wobei ich mir bei der vielleicht auch durchaus selbst im Weg stehe? Ich kann es nur vermuten.

Wie ich, denke ich, bereits mal erwähnt habe, habe ich im Lauf der Jahrzehnte schon verschiedenste Suchvarianten ausprobiert.:
Ich habe auf Kontaktanzeigen geantwortet und selber welche geschrieben.
Ich war mit Bekannten auf Single- und „Fisch sucht Fahrrad“-Partys.
Ich habe Speed-Dating ausprobiert.
Ich habe mich auch schon mal bei kostenlosen Flirtportalen angemeldet, wie Flirtlife und Black-Flirt.
Ergebnis war bei allen immer: Nichts gefunden.

Was vielleicht, wenn nicht gar wahrscheinlich, an dem „mir selbst im Weg stehen“ liegt.

Innerlich bin ich inzwischen sicherlich recht verzweifelt, will dies aber nicht sein und erst recht nicht so wirken. Also immer weiter wie gehabt. Dumm nur, das ich – wie auch schon mal hier erwähnt – nicht flirte. Das ist für Flirtportale natürlich eher unpraktisch. Deswegen halte ich mich dort auch eher zurück, da ja die Frauen dort sicherlich eh sowas von zugeschrieben werden. Wenn eine Freundin direkt einige Anschriften bekommt, ohne überhaupt weiter etwas ausgeführt zu haben, nur weil sie eine FRAU ist…

Was bleibt da also noch?

Die Kostenvariante.

Ich habe die Möglichkeit, mich bei der „führenden Online-Partnervermittlung in Deutschland“ mit einem Rabatt anzumelden. Bzw. einen Vertrag mit Nachlass abzuschließen. Anmelden kann man sich dort zum Testen kostenlos.
Was ich vor Weihnachten mal getan habe.
Zum Testen und Anschauen.

Da darf man als erstes einige Fragen beantworten. Über das eigene Freizeit- und sonstige Verhalten. Kleidungsstil, Sozialverhalten… all so was.
Anhand dessen, wie man sie beantwortet hat, bekommt man dann Partnervorschläge. Diese haben eine Bewertung von maximal 140 Punkten abwärts. Diese Bewertung drückt gleiches oder zusammenpassendes Verhalten aus.

Mein höchster Vorschlag liegt bei 113.

Desweiteren kann man auch Bilder hochladen, die aber prinzipiell erst einmal unscharf den anderen angezeigt werden. Erst, wenn man selber diese an potentielle Partner/Interessenten freigibt, können diese die Bilder deutlich sehen.
Theoretisch. Praxis kommt gleich.
Erst nochmal zu den Fragen und deren Auswertungen.
Man kann sich eine kleine Zusammenfassung des eigenen Auswertungsergebnisses, unterteilt in verschiedene Oberpunkte, auf seiner Seite ansehen. Wenn jemand für wenigstens 1 Jahr einen Vertrag abschließt, bekommt er/sie diese Auswertung wohl superausführlich als PDF-File oder gar als Buch, wie ich gelesen habe.

Die Sache ist tatsächlich die, das ich mich in dieser Zusammenfassung durchaus erkennen kann. Auch wenn ich mit einigen Punkten eher nichts anfangen kann, weil… äh ja.

Diese Zusammenfassung generiert dann eine Punktzahl in den einzelnen Auswertungsbereichen, welche zu individuellen Vergleichspunktzahlen für andere führt, bei denen die einzelnen Bereiche gegenübergestellt werden. Der Durchschnittsbereich liegt zwischen 90 und 110.
Das bei mir jetzt ausgerechnet Unkonventionalität, Pragmatismus und Großzügigkeit überdurchschnittlich sind, hätte ich jetzt nicht so von mir gedacht.

In Zahlen stelle ich mich momentan so dar:

Grundzüge der Persönlichkeit

Instinkt 95
Gefühl 110
Verstand 102
Seelische Energie 92
Selbstkontrolle 87
Meine weibliche Seite 98

Strebungen und Tendenzen

Wunsch nach Partnernähe 89
Allgemeiner Kontaktwunsch 97
Allgemeine Kontakthemmung 101
Introversion 96
Extraversion 94
Großzügigkeit 111
Rückzugstendenz 100
Ausgleichsbereitschaft 94
Durchsetzungswille 96
Anpassungswilligkeit 94
Pragmatismus 119

Alltagsgestaltung

Wunsch nach geregeltem Leben 102
Häuslichkeit 107
Konventionalität 98
Unkonventionalität 122
Positive Grundeinstellung 100
Passivitätsbedürfnis 89
Aktivitätsbedürfnis 91

Interessant.

Es gibt dann bei den einzelnen Gegenüberstellungen noch sowas wie Kommunikationsstil mit Eltern-, Kindheits- und Erwachsenen-Ich… das ist bei mir der… äh ja-Bereich.
Doch werden die sich sicherlich schon was bei gedacht haben.
Denke ich.

Nun – es sieht im Überblick alles durchaus interessant aus. Und das bereits „nur“ in der Testphase.

Ich kann anderer Leute Profile ansehen. Ich kann sehen, was sie so auf einige offene Fragen geschrieben haben, die man zusätzlich beantworten kann, wie z.B. „Mein Vorschlag für das erste Date.“ Oder „Eine schräge Angewohnheit von mir:“.
Ich kann sehen, wie die Werte übereinstimmen (oder nicht).
Wenn ich jemanden interessant finde, kann ich ein Lächeln schenken.
Und mit dem Lächeln auch die Freigabe für meine Fotos schicken, damit die Empfängerin theoretisch meine Fotos deutlich sehen kann.
Fotos, die es hier fast alle schon mal gab – ich sage nur Halloween.

Und die Seite merkt sich sogar, wer alles schon auf meinem Profil war (inzwischen wohl 20), auf welchen Profilen ICH schon alles war und natürlich die eventuellen Nachrichten, die bereits gewechselt wurden.

Alles schön und gut.

Jetzt zum Praxisteil.

Diese Partnervermittlung ist – wie gesagt – kostenpflichtig.
Normalerweise bei einem halben Jahr Mitgliedschaft verlangen sie 49,90 €, bei einem Jahr 36,90 und bei sogar zwei Jahren Mitgliedschaft nur 24,90 €. Pro Monat.
Ergibt ohne Nachlass bei 6 Monaten 299,40 €, bei einem Jahr 442,80 € und bei zwei Jahren 597,60 Euronen.
Der Knackpunkt ist: Nur, wenn man einen Vertrag abgeschlossen hat, kann man auch wirklich Nachrichten schreiben. Auch unbegrenzt. Doch um auch wirklich die theoretisch für mich freigegebenen Bilder sehen zu können, benötigt man schon einen Jahresvertrag.
442,80 €, nur damit man Bilder richtig ansehen kann – sollten sie für einen freigegeben sein. Und dann natürlich auch kommunizieren zu können, wie es ja neudeutsch heutzutage heisst.

442,80 € !

Auch wenn es einen Rabatt von 33% gäbe, dann wären es immer noch 200,58 €; 296,64 € oder 400,32 € !
Sicher, wenn man es monatlich sieht und zahlt, sind es nur noch 33,43 €; 24,72 € oder 16,68 €. Das ist ja nun wirklich nicht so viel.
Und laut eigener Aussage der Vermittlung bleiben ja auch „9 von 10 Paaren“ zusammen.

Doch ich sehe halt jetzt eher den Betrag 442,80 € – oder halt 296,64.
Denn, sind wir doch mal ehrlich: Wenn es schon Fotos gibt, möchte man diese natürlich auch gerne ansehen können. Und nach der Entfernung sortieren können. Und wenn wir gerade dabei sind, auch nach Jahreseinkommen sortieren.

 

Will ich das?

Will ich das wirklich?

Bin ich wirklich SO verzweifelt, um 442,80 €, oder wegen mir nur 296,64 € zu zahlen?!

 

Ganz ehrlich?

Im Moment denke ich: Eher nein.

Ich denke von mir, ich bin für vieles offen und schaue mir auch gerne mal etwas an. Ich denke, mein Wert in Unkonventionalität lässt auch darauf schließen. Auch wenn mir eine Freundin vor einiger Zeit sagte, dass ich wohl bei manchen Sachen dagegen bin, nur um mich abzugrenzen. Nach dem Motto „Alle sind dafür, also will ich dagegen sein!“
Gut.
Ich kann das so nicht bestätigen oder verneinen. Das können nur diejenigen, die mich kennen. Ich denke und hoffe zumindest, dass diese Aussage NICHT zutrifft. Doch Eure eigene Bewertung dazu könnt Ihr gerne in die Kommentare schreiben. Vielleicht lese ich sie ja auch. 😉

Doch zurück zum eigentlichen Thema.

Im Moment habe ich irgendwie keine Lust, auf verkaufspolitische Gründe hereinzufallen, nur um Fotos sehen zu können. Auch wenn es – auch bereits bei Unschärfe – durchaus 2- 3 Frauen gäbe, die mein Interesse fänden. Doch da kommt bei mir wohl jetzt die pragmatische und vor allem pessimistische Seite durch.
Vieles kann, nichts muss = nichts wird.
Darum:
Ich denke nicht, dass ich im Moment da einen Vertrag abschließen werde.
Wahrscheinlich werde ich mich eher Anfang nächsten Jahres dort wieder löschen.
Vielleicht mache ich es dann in einem Jahr, wenn die Verzweiflung weiter gewachsen ist.
Statt dessen gebe ich wohl wahrscheinlich eher selbst im Februar mal wieder eine Anzeige auf. Die da lauten wird:

„Bauchiger Frosch, 45, sucht Aschenputtel (30-46). Märchenkleid vorhanden.“

 

In diesem Sinne bis nächstes Jahr.

Und

 

QUAAAAK!

Nichts erwartet – doch enttäuscht

Es kommt zwar nicht oft vor – aber es kommt vor. Immer wieder mal.

Ich denke, das erste Mal war bei meinem ersten Jahr in Rottweil.
Ich dachte, ich gehe ganz offen dahin und schau mir die Sache an – und dann war ich enttäuscht, wie wenig von meinen eigentlich-nicht-so-vorhandenen Erwartungen erfüllt wurden. Doch eine Erwartung an ein Theater waren wohl Proben, Proben, Proben…
Und das Probenpensum am Anfang erinnerte mich eher an eine Amateurgruppe. Zwar oft täglich – aber auch das nicht immer. Und immer nur so 2-3 Stunden.
Enttäuschend.
Zumindest im 2. Jahr wurde da das Theaterfeeling mehr befriedigt.

Dann vor gut 6 Jahren die Sache mit dem Casting.
Eine Bekannte hatte das schon mal gemacht – sich für die „tollen“ Nachmittagsprogramme als Laiendarsteller casten zu lassen. Und dann sogar in mehreren Sendungen dabei zu sein.
Nun – 2007 wurde also mal wieder im Frankfurter Raum Frischfleisch ge“castet“ – und ich war mit einer anderen Bekannten dort, ein Mädel aus meiner damaligen Theatergruppe. Denn schließlich mache ich Theater und wollte auch mal was neues kennenlernen. Und da ich ja Theater spiele, dachte ich, „das kann ja nicht so schwer sein“ – vor allem, wenn man die Ergebnisse täglich sieht.
Da war ich dann also mit bestimmt 30 anderen Interessierten. Und ich würde sagen, ich war der Erste, der auf dem „Raus“-Stapel gelandet ist.
(Auf dem mit mir von den 30 Teilnehmern vielleicht grad mal so… 6-7 landeten – soweit ich mich erinnern kann. Meine Bekannte übrigens nicht.)
Das war… trotz des Formates, um das es ging, erst mal frustrierend. Da hatte meine Freundin damals dann gut was zu trösten gehabt.

Und jetzt hat es wieder zugeschlagen.
Eigentlich schon im Dezember – nicht so schlimme Neuauflage gestern: Speed-Dating.
Acht Männer und Frauen haben 8 Minuten Zeit, sich zu unterhalten – dann rücken die Männer weiter zur nächsten Dame und dort wieder 8 Minuten – bis alle Paarungen durch sind. Dann kann man auf einem Bewertungszettel ankreuzen „Ja“ – für „Will ich wiedersehen“ – oder „Nein“ – „will nicht“…
Zum ersten Termin im Dezember bin ich mit zwei Freunden hin – mal schauen und wenigstens mal mit Frauen reden „müssen“ – und vielleicht auch mal neue Leute (weiblichen Geschlechts) kennenlernen. Gar nicht mal so sehr in Bezug auf Beziehung, sondern allgemein. Na, und bei 8 Frauen sollten doch schon 1-2 dabei sein…
Das Gute war – es war eine nette Sache; wir haben uns da gut amüsiert und nach gewissen Anlaufschwierigkeiten liefen die Unterhaltungen auch ganz gut.
Die Keule kam dann abends auf der Nachtschicht, als es beim mails checken hieß:
„Keine Übereinstimmung.“
Gut – ich hatte mir da nachträglich auch gedacht, dass ich vielleicht zu unkritisch gewesen war – aber halt auch eher unter dem Tenor des „jemanden kennenlernen“ – und auch „kennenlernen wollens“… und wurde dann auf den Boden geholt, da das schöne Geschlecht wohl kritischer bewertet. Oder zielgerichteter?
Von uns drei Jungs hatte nur einer eine Übereinstimmung erzielt – und auch da lief dann nicht mehr wirklich viel mehr als wohl mal ein belangloses Telefonieren.
Na ja – die Dame hat da wohl noch nachträglich weiter aussortiert – bei 4 Übereinstimmungen kann man da natürlich aus den Vollen schöpfen.

Und gestern also wieder.
Im Dezember dachte ich mir: „Jetzt erst recht. Attacke!“
Inzwischen ist meine Stimmung etwas anders – und ich hätte auch gestern verzichten können, bin aber trotzdem hin – wollte es da aber mal anders machen. Mit neuem „Nicknamen“ – früher hätten wir da „Pseudonym“ gesagt – damit ich nicht erklären muss, dass dieser Name der Name einer Comicfigur ist – „Ach, du liest Comics…“ (Nerd! Dicker Minuspunkt!)
Tja, leider hat dies nicht geklappt. Meine allererste Anmeldung und der Namen dafür wird wohl auf Ewigkeiten weiterverwendet. 😦
Also – die zweite Veranstaltung war auch interessant… irgendwie halt.
Meine Grundstimmung war anders, ich denke, ich war ernster dieses Mal – und mit weniger Erwartungen – habe aber wieder zu viele „Ja“s angekreuzt… und danach dann raus und gen Heimat gefahren.. und abends kam dann die Bestätigung meines Veranstaltungsgefühls:
„Keine Übereinstimmung“.
Nur dieses Mal hat es mich nicht so getroffen. Denn dieses Mal habe ich wirklich nicht viel erwartet.

Theoretisch habe ich auch noch einen Termin im Februar gebucht – doch ich denke, den werde ich erstmal absagen, und vielleicht nach hinten verschieben. Zweimal „Null“ reicht mir erst mal.

Mal sehen, welche Nicht-Erwartung das nächste Mal untertroffen wird…