Oberflach und Untoll

Ich denke, ich könnte mal wieder ein wenig Couchzeit in Anspruch nehmen. (Mal gerade nachgesehen – war das letzte Mal wirklich im August 2015?! Bestimmt nur offiziell.) Ich hoffe, die Pfeife ist fertig gestopft. Ich mach es mir dann mal gemütlich. *lang ausstreck*

Ich wollte mal über 2 Selbsterkenntnisse sprechen, die ich in letzter Zeit hatte.

Als erstes ist mir das Licht aufgegangen, dass ich total oberflach bin.

Bei einem ersten Sehen/Kennenlernen gehe ich total nach dem Äußerem. Das muss mich schon ansprechen, damit ich überhaupt anspreche. Oder mir zumindest ein Ansprechen vorstellen kann. Die besten Punkte, mein Interesse zu wecken, sind: weiblich, am besten blond, kurvige Figur. Schon haben meine Augen was zu tun, nämlich gucken.

Kommt dann auf die weitere Situation an, manchmal klappt dann auch ein Gespräch. Was mir bei keinem Interesse – weil fehlende optische Voraussetzungen – dann aber auch egal ist. Wie gesagt: Oberflach halt.

Wer weiß, wie viele weibliche Wesen mir dadurch „entgangen“ sind, mit denen ich hervorragend hätte reden können, nur wegen dieser Äußerlichkeiten. Aber ich denke, grundsätzlich geht es anderen da nicht anders. Bevor ein eventuelles Gespräch ins Auge gefasst wird, muss selbiges Auge erstmal mit Äußerlichkeiten geködert werden. Oder seh‘ ich das falsch? (Einzige Ausnahme ist wohl, es handelt sich um eine/n Freund*in eines Freundes. Da sollte man zumindest mal „Hallo“ sagen können.)

Dies war meine erste Erkenntnis, die ich loswerden wollte.

Die zweite ist, dass ich merke, wie mich einige Kollegen immer mehr und leichter annerven, so dass ich denen gegenüber immer untoller werde.

Ich bin jetzt bald 12 Jahre hier im Hafen der Luft und des Fluges. Und wie es so ist, hat man hier natürlich viele Kollegen. Ein 3-Schicht-System rund um die Uhr an 7 Tagen benötigt natürlich Leute, die alle Stellen entsprechend besetzen. Und wie es außerdem so ist, kommt man mit ein paar Kollegen sehr gut zurecht, mit anderen normal… und ein paar gibt es, auf die ich gut verzichten könnte. Und ich stelle fest, diese Zahl steigert sich jetzt langsam.

Sei es, dass mir die Art vom Kollegen einfach nicht mehr passt, auch wenn ich ihm in den ersten Jahren normal gegenüberstand. Doch irgendwann war der Punkt erreicht, dass ich festgestellt habe, dass ich ihn einfach nicht mehr leiden kann. Und das, wie er ist und tut.

Dann gibt es einen Kollegen, mit dem ich gut konnte, bis der einmal einen Rappel hatte – hier nicht näher ausgeführter Art. Ergebnis war, das er behauptete, ich sei ihm in den Rücken gefallen und wollte nicht mit mir darüber reden…

Na gut. Brauchen wir nicht mehr. Hat sich erledigt, denke ich. Sag ich ihm in Zukunft halt noch „Hallo.“, und damit wird dann auch das Gespräch von meiner Seite aus erschöpft sein.

Der letzte Fall, dem ich hier diese Couchliegestunde verdanke, war jetzt vor ein paar Tagen. Ein Kollege, dessen Art mir schon auf den Senkel ging und der mich ganz schnell auf 180 gebracht hat, weil er schon beim Auftauchen im Bereitschafts/Aufenthalts/Pausenraum VOR seiner Schicht bereits am rummeckern war. Weil der Fernseher, den wir dort jetzt seit vielleicht ’nem halben Jahr haben, auf HDMI gestellt war. Bedeutet: schwarzer Bildschirm + Ruhe und HDMI-Schriftzug in der rechten oberen Ecke. Und ihm hat das nicht gepasst. Wer das immer machen würde…

Ich war zu dem Zeitpunkt aufgrund einer kurzen Kaffeepause alleine im Raum und mich hatte das nicht gestört. Hängt wohl auch damit zusammen, dass ich ihn so eingestellt habe. Das habe ich ihm gesagt, worauf er weiter meckerte, er möchte aber was sehen – was er ja machen kann – und es gäbe für das Stummstellen ja eine Taste. Da aber anscheinend ein paar witzige Kollegen gerne mal alles verstellen, geht diese Stumm-Taste nicht. Genauso wenig funktionieren oftmals die Laut-Leiser-Tasten nicht. Dafür funktioniert aber die HDMI-Taste.

Wenn er dann wenigstens gleich dageblieben wäre zum Fernseh-Schauen… nein. Erst Fernseher einschalten, dann aber nochmal wegrennen aufs Klo oder so.

Ich habe ihm dann tatsächlich etwas für mich ganz untypisches unfeines hinterhergerufen und mich zum Abregen wieder auf Position verzogen.

Das hat mich dazu gebracht, Pfeifennutzer*in, zu reflektieren, dass ich keine Rücksichten auf diese …. mehr nehmen will. Und das diese Kollegen es sich bei mir verschissen haben.

Ich würde sagen, ich bin ein Sturkopf:
Wen ich mal ins Herz geschlossen habe, lasse ich da so schnell nicht mehr raus. Auch wenn mache vielleicht denken, sie seien nicht mehr drinnen. Oder ich würde nicht mehr an sie denken. Doch mein Kopf ist da ziemlich vergess-resistend.

Genauso ist: Wen ich einmal gefressen habe, ist bei mir unten durch. Egal ob jetzt Kollegen, oder ein Möchtegern-Teamer einer Theaterwerkstatt.

Das erinnert mich ein wenig an Drachenechse. Die hat es ähnlich drauf, zumindest die Sache mit dem Gefressen-haben. Aber sie ist Widder – ich Stier. Auf wen das jetzt besser passt, weiß ich nicht.

Ach ja, und das mir Leute immer mehr auf den Wecker gehen, die Rucksäcke oder Taschen auf Rollen hinter sich herziehen. Rucksäcke sind zum Tragen auf dem Rücken gedacht! Und diese Businesstaschen zum Hinterherziehen… wer braucht das? Ich finde das soo affig. Am besten stolpern dann durch diese Tasche noch andere Leute, die hinter dem Zieher gehen. Da bin/werde ich dem Zieher auch immer mehr untoll und unnett gegenüber.
Und ich kann Leute nicht leiden, die vor mir herfahren und meinen, sie müssten keinen Blinker benutzen, weil man ja sieht, wo sie dann hinfahren. Am besten direkt vor mich – und das überraschend. *naaag*

Das wollte ich einfach mal loswerden. Das war es dann von meiner Seite, ich mach mich dann mal wieder. Danke fürs Zuhören.
*von der Couch erheb*

 

Eine Antwort zu “Oberflach und Untoll

  1. Erkenntnis Nummer 1 hab ich dir schon vor Jahren gepredigt.. ts.. also so neu dürfte dir das nicht sein..

    UND zu den Rucksäcken auf Rollen: es ist nicht gesund zuviel am Rücken zu tragen und daher haben die modernen Rucksäcke Rollen, damit man sie auch ziehen kann! Eigentlich ganz ausgeklügelt für den menschlichen Körper!

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