Du kommst hier nicht rein

Vollmond mit Wolken

Ok, würdest Du wohl schon, aber zumindest nicht einfach so.

Wer?

Ach, ich rede mit dem unerwartetem Balkonbesucher vom Mai. Dieser Herr oder Dame:

Waschbär in der Nacht beschäftigt sich mit dem Meisenknödel-Halter auf dem Balkon

Nach dem Besuch, bei dem dat Tierchen sich wenigstens 2 Knödel abgegriffen hat, habe ich meinen neuen Eimer mit Knödeln in die Wohnung gestellt – und seitdem hänge ich den Knödelhalter über Nacht immer ab.
Sobald ich dann entweder wieder nach Hause komme vom Arbeiten, oder wenn ich frei habe, sobald es hell ist und ich zwischendurch wach werde, werden sie wieder rausgehängt.

Das bedeutet, dass die Vögelchen während meiner Arbeitstage nicht so viel Zeit haben, die Knödel zu plündern. Dafür höre ich sie dann an meinen freien Tagen draußen rumpiepen, sobald die Knödel wieder draußen hängen.
Wie es auch gedacht ist.

Waschbär in der Nacht beschäftigt sich mit dem Meisenknödel-Halter auf dem BalkonIn der Nacht nach dem ersten Besuch habe ich gehört, wie der Besucher (der Bär) draußen auf dem Balkon rumgesucht hat. Ich habe ihm dann nochmal eine kleine Dusche verpasst. Seitdem habe ich ihn nicht mehr gesehen. Oder es zumindest nicht mitbekommen.
Ich habe jetzt meine Wildkamera reaktiviert und sie auf den voraussichtlichen Einstiegspunkt gerichtet. Da, wo ich ihn das letzte Mal gesehen (und nassgemacht) habe.

Doch kann ich mir ja nicht sicher sein, dass er nicht nochmal vorbeikommt. Das wäre besonders jetzt ungünstig. Denn eigentlich habe ich im Sommer gerne meine Balkontür auf zum Lüften.
Nicht, um Bärchen zum Reinschauen einzuladen.

Seitdem hatte ich meine Balkontür nicht mehr ganz aufgemacht, sondern nur einen Spalt, und da noch mit meinem kleinen Rollcontainer versucht, den einfachen Zugang zu blockieren. Joa, besser als nichts.

Geöffnete Balkontür, mit Blick zum Balkon hinaus. Vor der Tür liegt ein Wäscheständer quer davor.Vorgestern kam mir nun eine neue Idee.
Da habe ich meinen Wäscheständer um- und vor die Tür gelegt. Und die Tür dann das erste Mal wieder ganz aufgelassen.

Realistisch gesehen ist ein Wäscheständer natürlich kein Hindernis für einen Einbrecher-Bären. Da ist er im Nu drüber geklettert. Aber er muss halt klettern + kann nicht einfach so durchmarschieren. Und ich hoffe halt, WENN er klettert, dass ich das hoffentlich mitbekomme + wachwerde + ihn vergraulen kann.

Gestern habe ich jetzt noch ein Zaunteil vor den Kleiderständer gestellt, um den Zutritt noch etwas mehr zu erschweren. So kann es sich ein wenig nützlich machen, statt nur in der Ecke zu stehen.
Ich hatte es ja mal als Aufstiegshilfe auf den Pflanztisch für meine Monster gedacht. Aber genutzt wurde diese Aufstiegshilfe nie.
Jetzt soll er den Aufstieg erschweren. Ich denke, das bekommt er auch hin. Damit ich nicht irgendwann durch einen neugierigen Waschbären geweckt werde.

Oder zumindest nicht IN meiner Wohnung geweckt werde, sondern noch davor.

Geöffnete Balkontür, mit Blick zum Balkon hinaus. Vor der Tür liegt ein Wäscheständer quer davor, und vor dem Wäscheständer steht noch ein Holzzaunteil.

Zeit der Unsicherheit

Türschloss

Ich bin inzwischen mitten in meinem sechsten Lebensjahrzehnt – fünf habe ich bereits vollendet, deswegen steht die ja in meiner Altersangabe vorne. Und in all den Jahren habe ich mir nie wirklich Gedanken um Einbrecher gemacht. Weil… warum?

Seit ich in meiner jetzigen Höhle wohne sogar noch weniger. Denn da wohne ich im zweiten Stock Altbau. Bei einer Deckenhöhe von über 3 Metern sind das locker 7 Meter, bis mein Stockwerk überhaupt anfängt.

Ich habe zwar einen Balkon, doch auf den würdest du nur vom Nachbarbalkon kommen.
Gut, die Wohnung dort scheint wohl wieder leer zu sein, nach einem kurzen  Mietintermezzo im Herbst – und einer Katze, die wenigstens zwei Mal auf meinem Balkon zu Besuch war.

Ich würde also eher sagen: Wenn jemand bei mir einbrechen wollte, dann über den Balkon.

Auch wohne ich ja nicht wie ein Kollege in Frankfurt im Erdgeschoß, der im Januar Einbrecher bei sich verscheucht hat, die über das gekippte Fenster einsteigen wollten – wohl weil sie dachten, es sei keiner zu Hause.
Ich frage mich, wer sich da mehr erschreckt hat: Mein Kollege im Aufschrecken aus dem Halbschlaf des Einschlafens, oder die beiden Möchtegern-Einsteiger?
Wobei – beim Nachbarn von dem Kollegen war kurz vorher eingebrochen worden.

Aber – wie gesagt: Ich wohne nicht im Erdgeschoß.
Auch habe ich kein teures E-Fahrrad in meinem Keller stehen, welches einem anderem Kollegen aus eben diesem seinem – im hintersten Winkel liegenden – Keller geklaut wurde.

Nein, ich wohne im 2. Stock Altbau – und dazu muss „das Böse“ erstmal durchs Treppenhaus kommen. Und zwei Stockwerke hochgehen.
Naaa… das macht keiner.

Dachte ich.

Bis letzte Woche Freitag, als die Mieterin von ÜBER mir unten vor dem Haus stand, als ich heimkam, und auf die Polizei gewartet hat, weil bei ihr eingebrochen wurde.

Was?!

3 Stockwerke durchs Treppenhaus?

Meine Vermieterin wohnt unten im Haus im Erdgeschoss. Ich hatte ja immer das Gefühl, dass sie schon mitbekommen hat, wer so kommt oder geht. Doch anscheinend hat sich das ein wenig gelegt, seit ihr Mann nicht mehr lebt.
Zumindest hat sie definitiv nichts davon mitbekommen.

Dafür war dann die Polizei laut genug im Treppenhaus. Mit Tür schlagen, wohl zu Testzwecken. Da ich von der Nachbarin schon Bescheid wusste, bin ich auch nicht raus, um wegen dem Krach nachzusehen. Ich habe mich gefragt, ob sie dann nochmal durchs Haus gehen + fragen… haben sie nicht.

Ich habe nun also keine Ahnung, WANN dies passiert ist.
Tagsüber… oder Nachts…
Doch denke ich mir jetzt: Oh. Blöd.

Jetzt war an meiner Wohnungstür schon immer ein zweites Schloss für einen Extra-Riegel. Das habe ich am Anfang nur mal getestet. Und seitdem nie benutzt.
Bis jetzt.

Tatsächlich habe ich dieses Schloss nun schon mehrmals benutzt. Und zwar wenn ich jetzt zur Arbeit gehe – und auch schon während der Einkaufszeit.

Und letzten Sonntag, wo ich frei hatte + nicht aus dem Haus bin, habe ich auch mal von innen zugedreht. Denn woher soll ich wissen, dass – wer auch immer es auch war – es nicht nochmal im Haus + vielleicht gar bei mir versuchen will?
Und WENN er/sie/es das tut, will ich es so schwer wie möglich machen.

Ist die Frage, wie lange ich das nun machen werde.

Nun, wenigstens eine Weile.

Und vielleicht legt sich dieses Gefühl der Unsicherheit ja auch wieder.

Mal sehen.

Feuer vor schwarzem Hintergrund