Das böse D & andere Psychosachen

 

Mal etwas ganz anderes.

Jede Person hat ihr Päckchen zu tragen. Manche sind da leichter oder schwerer als andere. Immer mehr Personen dürfen sich inzwischen mit dem schweren Paket „Depression“ abschleppen, dem bösen D.

Ich denke, bisher konnte es bei mir noch nicht richtig greifen. Auch wenn ich vor Jahren, nach dem letzten Beziehungsendfrust, mich ziemlich deprimiert gefühlt habe – über einige Zeit.
Da war ich mir nicht sicher, ob ich da nicht auch eine Art Depression hatte. Zumindest habe ich darüber auch mal kurz mit meinem VnvO gesprochen.
Aber ob das damals nun wirklich Depression oder nur eine große Traurigkeit war… *schulterzuck*

Inzwischen bin ich wieder in einer eher gleichmäßigen gelassenen Gefühlsebene. Anders als andere.

Wenn ich mich jetzt mal so betrachte:
Inzwischen 52 (:oO), Single, zur Miete wohnend, immerhin schuldenfrei…
Damit bin ich nun bereits 22 Jahre über meinem ursprünglich geplantem Soll.

Ende meiner Teenager-Jahre, Anfang meiner Twens, hatte ich mir eigentlich vorgenommen, dass ich bis zu meinem 30.sten verschiedene Punkte erledigt haben wollte. Die „wichtigsten“. Und als letzter Punkt stand dann eigentlich ‚an meinem 30.sten in Schottland sein – und da dann, weil alle wichtigen Punkte erledigt sind, Schluss machen.‘

 

Bei Selbstmordgedanken:

Wenn Sie sich in einer akuten Krise befinden, wenden Sie sich bitte an Ihren behandelnden Arzt oder Psychotherapeuten, die nächste psychiatrische Klinik oder den Notarzt unter 112. Sie erreichen die Telefonseelsorge rund um die Uhr und kostenfrei unter 0800-111 0 111 oder 0800-111 0 222.

 

Bei Depressionen:

Haben Sie Fragen zur Erkrankung Depression und zu Anlaufstellen in Ihrer Nähe? Wenden Sie sich an unser Info-Telefon Depression unter der Tel.:
0800 / 33 44 533.

 

Wie Ihr aber sehen könnt, bin ich immer noch da. Auch, weil bis zum entsprechenden Zeitpunkt noch nicht alle Punkte abgehakt waren, ich dies aber nicht beschleunigen wollte.

Ich denke, dass mich in meiner Kinder-/Jugendzeit ein Teil einer Serie (?) schwer… beschäftigt/geprägt? hat. Ich habe keine genaue Ahnung mehr, wie diese Serie hieß. War es sowas wie „Die Abenteuer des David Balfour“?
Nun, der Teil, um den es geht, war, dass ein Kind/Jugendlicher ertrunken gefunden wurde. Und ein anderes Kind sprach zum Abschied davon, dass wohl jeder Mensch eine bestimmte Anzahl Schritte hat – und es nicht fassen konnte, dass das gestorbene Kind/Jugendliche bereits alle Schritte aufgebraucht hatte.

Dies hat mich irgendwie geprägt, denke ich. In Richtung Melancholie und Gothic, der ‚dunkleren‘ Seite. Zumindest würde ich da jetzt eine Verbindung hin überlegen, da mir dieser Teil nun zu diesem Thema (und mir) einfällt. Und das wird es nicht ohne Grund. Denke ich – und ich habe schon lange nicht mehr daran gedacht.

Also – ich bin noch da. Und bisher gehe ich davon aus, das dies noch länger so bleibt.
Bis auf den dunkleren Gedankenschub damals, bin ich sonst eher ein positiv eingestellter Sarkast. Sozusagen.

Allerdings ist mir damals etwas klar geworden:
Es ist ja leider oft so, dass – wenn es zu einer Trennung kommt – der Mann seiner Expartnerin schadet.
Einfach zu oft.
Und mir ist klar geworden, dass dies bei mir nicht der Fall sein wird. Denn bevor ich meiner Ex weh tue, weil sie nicht mehr mit mir zusammen sein möchte, tue ich eher mir selbst weh.

Einen ersten Eindruck davon hatte ich so mit 25-26, als ich in einer meiner vergeblichen Verliebtheitsphasen war, bei der die andere Person so gar kein Interesse an mir hatte. Da habe ich mir meine Haare – die es damals zumindest noch mehr gab als heute – das erste Mal radikal auf 3 mm heruntergeschoren. Danach ging es mir besser – und der entsetzte Blick bei dieser Person beim nächsten Treffen war das i-Tüpfelchen.

Und beim letzten Mal Frust vor x Jahren wurde mir dies dann klar. Wobei ich da tatsächlich bisher auch nie das Bedürfnis hatte. Ich habe mich nie geritzt oder daran gedacht, dies zu tun.
Nur, um auch das festzuhalten.

Das waren jetzt so zwei-drei Psychosachen zu mir.
Kommen wir nun wieder zurück zum bösen D.

Auch hier gibt es leider immer mehr Menschen, die sich damit herumschlagen müssen. Tatsächlich ebenso leider auch Menschen, die mir persönlich bekannt sind. Allerdings werde ich hier keine Namen verwenden. Denn die genauen Umstände gehen nur diese Personen und mich etwas an. Dennoch werde ich hier jetzt darüber schreiben.

Auch wenn ich also wahrscheinlich selbst noch nicht wirklich von Depressionen erwischt wurde, durfte ich Auswirkungen erleben:
Antriebslosigkeit; am besten die Decke über den Kopf + die Welt Welt sein lassen; Dauererschöpfung; Gedankendauerkarussell…
Wie habe ich da versucht, gegenzuhalten?

Einerseits habe ich versucht, für Gedankenablenkung zu sorgen. Einfach beschlossen, sich zum Picknicken zu treffen. Aber dazu die andere Person nicht wirklich befragt, ob sie will. Gegessen werden muss ja etwas – also geht das auch draußen.
Versucht, die Person zu beschäftigen/beschäftigt zu halten. Aber nicht mit einem – ich sag mal Animateurverhalten.
Also kein ‚Komm schon.‘; ‚Du schaffst das!‘ ‚Auf jetzt!‘
Wenn jemand nicht unter der Decke rauskommen möchte, NICHT die Decke wegziehen. Stattdessen gemeinsam geplante Punkte einfach alleine anfangen. Die Person aber informiert halten – und hoffen, dass der Startpunkt zum Herauskommen erreicht wird.
Vorschlagen, große Gedankenberge zusammen in Angriff zu nehmen oder dabei zu unterstützen. Auch wenn der Gipfel nicht gleich erreicht wird, ist dann zumindest eine erste Etappe geschafft, auf die aufgebaut werden kann. Und das Gewicht dieses Berges ist hoffentlich etwas leichter geworden.

Wenn ich weiß, dass jemand am bösen D leidet, kann ich damit ganz anders umgehen, als wenn ich dies nicht weiß. Und wenn mir dies jemand mitteilt, ist das für mich ein Vertrauensbeweis. Und dem will ich versuchen, gerecht zu werden.
Ich kann das böse D zwar nicht heilen – aber ich kann versuchen, es in ein paar Punkten vielleicht abzuschwächen. Hoffe ich zumindest.
Manchmal ist ein erster Punkt auch nur einfach mal Zuhören.

Doch ich denke, am besten wäre beim bösen D professionelle Hilfe. Auch wenn sie leider nicht so einfach zu bekommen ist.
Doch dafür hier nochmal ein paar Kontaktdaten und Telefonnummern:

 

Bei Depressionen:

Haben Sie Fragen zur Erkrankung Depression und zu Anlaufstellen in Ihrer Nähe? Wenden Sie sich an unser Info-Telefon Depression unter der Tel.:
0800 / 33 44 533.

 

Bei Selbstmordgedanken:

Wenn Sie sich in einer akuten Krise befinden, wenden Sie sich bitte an Ihren behandelnden Arzt oder Psychotherapeuten, die nächste psychiatrische Klinik oder den Notarzt unter 112. Sie erreichen die Telefonseelsorge rund um die Uhr und kostenfrei unter 0800-111 0 111 oder 0800-111 0 222.

 

Passt auf Euch auf – und auf Andere auch.

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..