Konzertzeit – GARMARNA und Trobar de Morte

 

Foto vom Auftrittsbeginn der Vorband von GARMARNA, Trobar de Morte aus Spanien. Links und rechts auf der Bühne steht je ein Mand in einer schwarzen Kutte mit roten Ränder. Ind der Mitte sind im Rauch zwei weitere Personen mit Masken zu sehen, die Hörner haben.

Gestern Abend war ich das erste Mal in Wiesbaden im Kulturzentrum Schlachthof. Und da der ja in der Nähe des dortigen Hauptbahnhofs liegt, habe ich mich entschlossen, das in der Eintrittskarte enthaltene RMV-Ticket zu nutzen. Dafür bin ich mit Carlos – den ich euch noch vorstellen werde – zum Hauptbahnhof, habe ihn dort sicher verwahrt und bin dann mit der S-Bahn bis zu ihrem gegenteiligen Schluss gefahren.

In Wiesbaden angekommen, musste ich nun nur noch den Schlachthof finden, was doch recht einfach war. Und wie es der Zufall wollte, sind gleichzeitig mit mir auch meine zwei Drehleierfreunde eingetroffen, die auch zu diesem Konzert wollten. Der weibliche Teil davon ist die Dame mit der alten Dorfgaststätte, von deren Neueröffnung ich Anfang Mai kurz berichtet habe. So nebenbei.
Und ihr Freund ist die zweite Person – ich will ihn ja nicht unterschlagen. ;o)

So haben wir also zusammen den Schlachthoff geentert. Wie wir feststellen durften, wäre es da schwierig gewesen, sich NICHT zu sehen. Denn allzu groß war der Saal nicht. Sie hat denn direkt überlegt, dass sich die Größe der Säle schon ähneln würden – und sie sich ja mal GARMARNA zu einem Privatkonzert einladen könnte. Quasi. ;o)

Die Sängerin von Trobar de Morte, Lady Morte, im roten Kleid. Auf dem Kopf trägt sie zwei gedrehte Hörner, in den ausgebreiteten Armen hält sie eine Verlängerung der Arme, an denen Stoff wie in einer Art Flügel befestigt ist. Diese Flügel scheinen Befestigungspunkte auf Höhe der Achseln zu haben.Los ging es kurz nach Acht mit der Vorband – Trobar de Morte – aus Barcelona. Dazu kamen sie in Kutten verkleidet herein, zu Tönen vom Band, die stark an eine Zeremonie oder ein Ritual erinnerten. Zwei Frauen trugen Masken mit Hörnern und in den Händen rauchende Gefäße, die auf dem Boden platziert wurden.
Und dann wurden die Kutten schnell abgelegt und die Musik konnte beginnen.

Am meisten fiel mir auf, wie stark das Schlagzeug wirkte. Da bebten die Hosenbeine. Dafür hatte ich das Gefühl, dass ich den manchmal gespielten Sack nicht so wahrnahm. Doch laut dem Freund von unserer Neu-Wirtin hatte er den gehört. Liegt vielleicht auch daran, dass er selbst auch Sack spielt, nicht nur Leier.

Die Musik war ansprechend. Die Neu-Wirtin nutzte die Gelegenheit, sich direkt warm zu tanzen. Auch ich selbst bin nicht wirklich ruhig stehen geblieben.

Eine der beiden Gehörnten Gestalten entpuppte sich als die Sängerin, die selbst auch ein paarmal zu Instrumenten griff. Unter anderem auch einer Drehleier. Wobei wir drei uns über die Qualität ihres Drehleierspiels nicht so ganz sicher waren. ;o)

Die andere gehörnte Dame kam dann mehrmals zum Tanzen auf die Bühne dazu. Etwas, dass auch Lady Morte – die Sängerin – manchmal tat.
Sehr interessant fand ich die Fächer, die mit rotem Stoff verlängert waren/wurden und bei einer anderen Gelegenheit die Art Flügel von Lady Morte.

Die Musik war zum Warm werden auf jeden Fall geeignet und war nicht schlecht. Allerdings habe ich mir hier tatsächlich mal keine CD dazu mitgenommen.

Und dann kam GARMARNA – nach einer kurzen Umbaupause – die wir nutzten, einen Geburtstagsanruf bei einer weiteren Drehleierfreundin zu machen. Unser Geburtstagsliedchen… werfen wir den Mantel des Schweigens darüber. ^^

Konzertfoto von GARMARNA im Schlachthof Wiesbaden am 15.09.2022 Emma Härdelin am Mikrofon, eine Violine samt Bogen in der linken Hand haltend, links daneben Stefan Brisland-Ferner Violine spielendFür mich war es das erste Mal, dass ich GARMARNA gesehen habe. Bisher kannte ich nur Lieder von ihnen über YouTube. Also eher nicht-live. Das letzte Album hatte ich mir direkt als Vinyl-LP gekauft – und ich stelle fest, dass ich davon hier gar kein Foto reingesetzt habe. Geht ja gar nicht – wird nachgereicht.

Da ich jetzt nun kein Schwedisch kann, kann ich über den Inhalt der Lieder nicht viel sagen. Die Sängerin von GARMARNA, Emma Härdelin, fasste zwischendurch dann immer mal zusammen, um was es in den einzelnen Liedern so ging. Meist war es recht blutig. ;o)

Das Konzert hat mir sehr gut gefallen. Danach brauchte ich auf jeden Fall das aktuelle T-Shirt und eine der CDs, von denen ich noch nicht viel habe.

Auch GARMARNA hatte eine Drehleier im Einsatz, auf die wir alle drei ein wenig gespannt waren, nachdem wir gesehen hatten, wie sie gestimmt wurde. Allerdings kam sie erst zur Zugabe zum Einsatz. Vorher spielte Stefan Brisland-Ferner durchgehend Violine und Viola. Ich hatte da teilweise schon ein wenig Angst um Emma, damit er sie nicht versehentlich mit dem Bogen in den Augen erwischt.
Aber sein Drehleierspiel war klasse. Als erstes ist mir direkt aufgefallen, dass seine Leier keinen Deckel über den Saiten hat. (Das ist jetzt nicht so schwer, DAS zu bemerken.) Es wurde dann auch recht offensichtlich, warum dies so war. Denn er griff auch gerne mal auf die Saiten, statt immer nur brav die Tasten zu drücken.
Zum großen Abschluss der Zugabe haben die Instrumentalisten zusammen abgerockt, gefühlt locker fünf Minuten. Da hat sich Emma direkt vorher zurückgezogen.
Wie Stefan da mit der Drehleier umging… uuuuh…

Das Konzert war echt klasse.

Danach war dann nur für mich noch die Rückfahrt mit der Bahn zu schaffen.
Theoretisch gibt es ja eine Direktverbindung zwischen Wiesbaden und Hanau, die ich ja auch auf der Hinfahrt nutzen konnte. Allerdings mitten in der Nacht… da musste ich die S1 und dann eine Regionalbahn ab Frankfurt nehmen. Und dann vom Hanauer Bahnhof mit Carlos wieder nach Hause.
Für die Rückfahrt habe ich so gut zwei Stunden gebraucht. Wäre ich mit Flip gefahren, ich denke, da hätte ich es in einer geschafft. Aber für die Hinfahrt hat es wohl keinen großen Unterschied gemacht.

Das war also mein Konzert mit GARMARNA und Trobar de Morte.
Passend zum Schreiben höre ich jetzt GARMARNA nebenbei.

Und im Oktober gibt es dann möglicherweise einen Bericht vom Konzert mit Eivør. Oh – das Konzert ist ja in recht genau einem Monat.
Na dann.

 

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